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punktpunktblog
30.12.2007 Der Kaktus steht im Spiritus
Wie schon in Narvik lief ich auch in Oslo quer durch die Stadt, um eine Unterkunft zu bekommen. Meine erste Adresse war ausgebucht, von dort bekam ich jedoch den Tipp für das Hotel, in dem ich jetzt bin. "Dormitory" mit vier Betten, Bad im Zimmer und Frühstück mit dabei. Eigentlich wollte ich ja ein Einzelzimmer, vor allem wegen meinen Wertsachen, aber die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt, so daß ich einfach, wenn ich aus dem Haus gehen meine Tasche mit den werten Sachen dort abgebe, und wenn ich wieder komme mit hochnehme. Weil das Zimmer so günstig war, hab ich eben mal zwei Nächte gebucht. Dummerweise haben nur Montags alle Museen geschlossen, also muß ich mal herausfinden, was am 01.01. offen hat, ob es sich lohnt bis abends zu bleiben oder nicht. Der Zuatztag in Narvik hat meine Planungen eben durcheinander geworfen, und direkt als ich heute hier ankam wollte ich nicht als erstes in ein Museum rennen, sondern mir vernünftigerweise erst einen Übernachtungsplatz irgendwo sichern. So werd ich morgen wohl durch die Stadt laufen, und vielleicht eine Sightseeingtour machen, mal sehen. Jetzt muß ich mir erstmal langsam überlegen, was ich heute Abend noch mache. Zuersteinmal ein wenig herumlaufen, und mich dann in irgendeine gemütliche Bar setzen. Das ist der Plan, was daraus wird, werd ich sehen.
Wichtig ist, daß ich mich hier, nachdem ich eine Kleinigkeit gegessen hatte, erstmal geduscht habe. Eine warme Dusche ist nach so einer langen Fahrt doch immer wieder eine Wohltat.
Nach ein wenig Schreiben machte ich mich dann daran, das Haus gen späteren Abend wieder zu verlassen, um noch etwas von Oslo zu sehen. Auf den Rat eines norwegischen Freundes lief ich gemütlich in ein Eck der Innenstadt, in dem jedoch leider nahezu alle Bars oder ähnlichen Betriebe geschlossen hatten, was sehr schade, aber nicht zu ändern war. Dies veranlaßte mich wieder in Richtung Zentrum zu laufen, da ich dort irgendwo beim herumlaufen am frühen Abend einen Jazzclub gesehen hatte, der ein Schild vor der Türe stehen hatte, auf dem eine Jam-Session angekündigt war. Da dies auch einer der wenigen Betriebe war, die geöffnet hatten entschloß ich mich also, dort einmal vorbeizuschauen. So kam es, daß ich mich bei Herr Nilsen reinsetzte und wartete, bis die Musikanten begannen aufzuspielen. Es waren drei Blechbläser, ein Klavierspieler, ein Kontrabaßist und ein Trommler. Es hat Spaß gemacht zuzusehen und zuzuhören, was die sechs zusammenspielten.
Irgendwann sprach mich ein Norweger an, weil er meinte, ich sah so aus, wie jemand, den er kannte. Da hatte er sich zwar leider getäuscht, aber wir kamen ein wenig ins Gespräch. Eine interessante Person, die ich da traf. Er hieß Alex, studierte Jura und war eher alternativ als konservativ, vor allem war er jedoch sprachbegabt, wie sich im weiteren Verlauf herausstellen sollte. Unter anderem spricht er relativ gut deutsch, vor allem weiß er von deutscher Grammatik vermutlich mehr, als der durchschnittliche Deutsche. Durchaus beeindruckend, fand ich. So unterhielt ich mich also auf Deutsch und Englisch mit einem Norweger. Er erzählte mir auch von einer Party in seiner WG, bei der wohl zumindest die Küche nicht so ganz sauber hinterlassen wurde. Einer seiner Mitbewohner schrieb ihm einen netten Brief, den hatte er auch dabei und mir auch übersetzt. Ein nettes Detail war die Sache mit der Pflanze. Nun, sie wurde gewässert, nur nicht unbedingt so, wie man es für gewöhnlich tut. Jedenfalls wurde das im Brief bemängelt, und er wollte natürlich wissen, was jener Satz auf Deutsch heißt - mir fiel spontan nichts passenderes als "Der Kaktus steht im Spiritus" ein, was irgendwie zu der geschilderten Situation paßte, und sich dazu auch fast noch reimt. Diesen Satz werde ich wohl nicht mehr so schnell vergessen. "Der Kaktus steht im Spiritus" - tatsächlich stand er jedoch nicht, wie der Briefschreiber annahm, im Spiritus, aber darauf will ich besser nicht genauer eingehen ...
Er hat mich auch seinen zwei Freunden vorgestellt, und wir hatten einen unterhaltsamen und interessanten Abend. Schließlich wurde ich auch noch zu einer Silvester-Party eingeladen, was dann aufgrund des doch schon vergebenen Platzes im Auto nicht geklappt hat, was zwar sehr schade war, nichtsdestotrotz habe ich nun einen Bekannten in Oslo. Mal sehen, wenn ich mal wieder nach Oslo komme, kann ich ihm ja eine Nachricht schreiben, seine Mobilnummer habe ich ja noch.
Stockholm .. linken .. kommentieren (2) .. von Götz Bürkle am 08.01.2008 um 01:13:59 Uhr
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hallo götz, es ist schön so ein bisschen mit dir mitzureisen. frank fährt die tage auch nach oslo, aber dann bist du wohl schon weiter ... viel spaß noch! viele grüße, hanni
.. geschrieben von hanni .. am 08.01.2008 um 09:21:47