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punktpunktblog

29.12.2007 Von der Schweiz bis Star Trek

In Fauske angekommen stellte ich mich brav am Fahrtkartenautomat an, einen Schalter gab es nicht, oder besser gesagt die Schalter waren nicht mehr besetzt. Nachdem sich noch ein älterer Herr frech vorgedrängelt und dann doch keine Fahrkarte rausgelassen hatte, war meine Gelegenheit gekommen mich mit dem Gerät auseinanderzusetzen. Die Bedienung war an einer Stelle gewöhnungsbedürftig, aber an sich problemlos. Ich wählte "sofortige Reise", und wählte dann einfach die erste, 21:42 hat ja mit der Zeit übereingestimmt, die ich in meinem Plan notiert hatte. So kam es, daß ich, nachdem ich die Karte gekauft hatte und meine Plätze, es sind zwei Züge, nachschauen wollte, feststellte mir soeben Karten für morgen gekauft zu haben. Schade, aber ich ließ mich nicht wirklich aus der Ruhe bringen und stieg einfach in den Zug ein. Als der Schaffner kam, machte er mich darauf aufmerksam, ich sagte ihm, daß ich das wohl wisse, aber ob ich nicht trotzdem mit diesem Zug fahren könnte. Darauf erwiderte er, daß der Zug völlig ausgebucht sei, worauf ich ihm sagte, ich könnte zur Not auch stehen, das sollte nicht das Problem sein.
So saß ich also knapp eine Stunde auf einem Platz und wartete bei jedem Halt darauf, ihn räumen zu müssen. Ich fürchtete schon eine extrem anstrengende Zugfahrt, weil ich ja nicht auf einem fremden Platz einfach schlafen kann, wenn derjenige mit der Reservierung zusteigt.
Irgendwann kam der Schaffner dann auf mich zu und meinte, ich könne mich auf Platz acht im nächsten Wagen setzen. Es war sogar ebenso ein Fensterplatz. Und nun sitze ich hier, bin froh und tippe ganz entspannt diese Zeilen.
In Wikipedia-LinkTrondheim werde ich die vierzig Minuten Aufenthalt wohl dafür zu nutzen versuchen, meine Buchung zu korrigieren, ob das klappt wird sich zeigen.


Auf der Fahrt bis Trondheim sah ich mich, soweit dies in der Dunkelheit überhaupt wahrnehmbar war, nahezu ständig von Wänden umgeben, insofern gab es auf diesem Abschnitt wenig zu sehen. Der Wagen war alt, nicht extrem gemütlich, aber erträglich, und es gab ein "Schlaf-Kit" von Wikipedia-LinkNSB, das ich zwar nicht gebraucht aber natürlich eingepackt habe.

...

In Trondheim angekommen wollte ich dann, wie bereits angekündigt, versuchen mein Ticket auf den richtigen Zug umzubuchen, doch dort war der Informationsschalter noch nicht besetzt, weswegen ich eben direkt nach dem Einsteigen beim Begleitpersonal nachgefragt habe, worauf ich sofort einen Platz zugewiesen bekam. Da will ich mich mal nicht beklagen, dazu noch ein Fensterplatz.
Ich habe mir auch die richtige Zeit für die Fahrt ausgesucht, da man bereits bei der Abfahrt um kurz vor halb neun noch in der Dunkelheit einiges erkennen konnte und es fast minütlich heller wurde. Trondheim selbst sah so aus, als ob es durchaus einen Besuch wert sein könnte.

Die Landschaft zwischen Trondheim und Lillehammer ist nahezu unbeschreiblich, ich habe auch keine Bilder gemacht, da es der Schönheit der Natur nicht angemessen gewesen wäre verwackelte Bilder aus dem Zug heraus zu machen.
Deswegen versuche ich in knappen Worten zu beschreiben, welches Schauspiel meinen Augen geboten wurde:


Es wurde langsam heller, grauer. Beeindruckende Landschaften, wohin das Auge blickt. Felswände, Wasser, Flüsse, Seen. Zugefroren, manchmal. Eis und Schnee. Endlose Wälder. Die Welt erscheint erst noch in mattem Licht, das die rauhe Natur wohl noch rauher erscheinen läßt, als sie ist. Wenn das überhaupt möglich sein sollte.
Und wieder diese kahlen vereisten weißen Bäume, ein gespenstischer Anblick, gleichzeitig jedoch auch schön.
Zwischendurch wildes Schneetreiben. Man sieht grüne Bäume, doch über den Bäumen nur weiß. Keine Sicht, nur eine weiße Suppe. Nebel. Felsen. Flußläufe, Täler, Hügel, Berge. Bäume.
Mit der Zeit sich die Welt erhellt. Erst leuchten nur die Wolken gelblich, später dann werden ganze Hügel vom Sonnenlicht goldgelb verfärbt. Ja, Sonnenlicht. Sonne! Seit ein paar Tagen sehe ich das erste Mal wieder direkt die Sonne. Ein gutes Gefühl. Ein warmes.
Reflexionen auf den vielen Wasserflächen. Strahlen bahnen sich ihren Weg durch enge Täler.
Es ist einfach schön, aus dem Fenster zu schauen. Man möchte jeden Moment aussteigen, stehen bleiben, genießen. Die Natur.

Nach Lillehammer, etwa zwei Stunden vor Oslo, merkt man, daß man sich der Zivilisation nähert. Mehr Häuser, weniger Natur - wobei "weniger" immer noch mehr als in ganz Deutschland insgesamt ist.
Der Zug von Trondheim nach Oslo ist übrigens bedeutend neuer und schöner, doch irgendwie scheint mein Hals ein wenig verspannt, aber das wird sich auch wieder geben

Jetzt bin ich erstmal auf Oslo gespannt. Noch habe ich mich nicht entschieden ein oder zwei Tage zu bleiben, aber der Gedanke Silvester in Oslo zu bleiben ist an sich garnicht schlecht, mal sehen, was für eine Unterkunft ich zu welchem Preis finde.


Auf dieser Etappe habe ich neben Logh (MySpace), die auch ganz gut zur norwegischen Landschaft passen, wie ich finde, vor allem Ketil Bjørnstad und David Darling gehört, was natürlich hervorragend mit der Winterlandschaft hier harmoniert.
Ansonsten habe ich mal angefangen, einige der Leute-Ausgaben, die ich mithabe durchzuhören. Die waren zum Teil auch recht interessant.


Während man so an einigen Haltestellen vorbeifährt schaut man ja schon gelegentlich auch auf die Namen, und das scheint in Norwegen besonders unterhaltsam zu sein. Als wir in "Wikipedia-LinkEidsvoll" hielten, war ich mir kurz unsicher, ob ich nicht in der Wikipedia-LinkSchweiz gelandet wäre, viel früher, vielleicht sogar noch auf der Fahrt bis Trondheim, kam ich an "Wikipedia-LinkMo i Rana" vorbei, was sich für mich eher wie irgendein Stern, Volk oder sonstetwas bei Wikipedia-LinkStar Trek anhörte, denn wie eine Ortschaft in Norwegen. Übrigens kommen auch die Borgs aus Norwegen, wie ich soeben erfahren habe.

Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 06.01.2008 um 22:22:01 Uhr



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