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punktpunktblog

27.12.2007 Himmel, Herrgott, Kiruna

In Kiruna stieg ich aus dem Zug, und stapfte ersteinmal in Richtung "Tourist Office" und "Centrum". Das "Tourist Office" sollte ich erst später tatsächlich kurz betreten, aber das Zentrum von Kiruna ist durchaus überschaubar. Es hat etwas von einem Skiort, finde ich. Es ist ja auch einer.

Als erstes setzte ich mich in das nächstbeste Café, es war inzwischen etwa elf, und nahm ein bescheidenes Frühstück bestehend aus Wikipedia-LinkKanelbulle und heißer Schokolade ein. Danach stapfte ich weiter auf gut Glück durch das beschauliche Örtchen. "Heiliger Bimbam!", dachte ich, als Glockengeläut mein Ohr erreichte. Zielstrebig lief ich dann in Richtung des Geläuts, bis ich dann kurz nachdem eben jenes zu Ende gegangen war direkt vor der unglaublich schönen Kirche stand. Von Außen sieht sie noch nicht so spektakulär aus, wenn man einmal innen war sieht man sie jedoch auch von außen mit anderen Augen. Es ist, wie mir der Deutsche im Zug bereits erzählt hatte, eine reine Holzkonstruktion. Schilder vor und in der Kirche nehmen für das Bauwerk in Anspruch im Jahre 2001 zum schönsten Bauwerk Schwedens gekürt worden zu sein. Und ich muß sagen: Gute Wahl.
Ich kenne bei Weitem nicht alle Gebäude in Schweden, die für so einen Titel in Frage kämen, die Häuser in Lappis jedenfalls nicht, doch diese Kirche ist wirklich ein wahrer Glanzpunkt.
Doch nicht die Kirche allein ist es, es ist diese Kirche an diesem Ort. Ich, ohne es bewußt zu beabsichtigen, habe gerade den optimalen Zeitpunkt erwischt, um diesen Ort in der schönsten Erinnerung zu behalten, denn es war gerade zwölf Uhr, mithin die Zeit, wo man sagt, die Sonne stehe am höchsten. Von hoch kann hier hoch oben jedoch nicht die Rede sein, über eine orangerote Glut am Horizont kam der Feuerball nicht hinaus, aber der Himmel verfärbte sich in die schönsten Farben und bildete so einen angemessenen Hintergrund für dieses außerordentlich erbauliche Bauwerk. Wer also mal in Kiruna vorbeikommt sollte unbedingt die Kirche anschauen.
Mich zumindest hat der Ort beeindruckt. Spontan kam mir "Gott ist mein Friede" (heißt korrekt "Der Herr ist Friede" und steht in Richter 6,24) in den Kopf.

Nach weiteren Runden durch den Ort kehrte ich schließlich für einen kleinen Snack ein, bevor ich mich viel zu früh auf den Weg nach unten zum Bahnhof machte. Ich war überrascht, denn ich hatte mir Kiruna kälter vorgestellt. So kalt war es gar nicht, es wurde nur dann kurzzeitig eisig, wenn einem der Schnee ins Gesicht wirbelte, doch das kam glücklicherweise nicht zu oft vor.

Hape ist schuld, daß ich nun besonders auf Hunde achte. Und ich habe in Kiruna einige gesehen, die jedoch alle glücklich aussahen, auch wenn es einigen etwas kalt war. Manche trugen sogar Hundekleidung. Ein besonderes Exemplar an einer Leine hatte einen Lappen im Mund. Hiermit meine ich jetzt nicht einen "Wikipedia-LinkLappen", sondern einen Lumpen, aber auch keinen Wikipedia-LinkLump. Würde ich einen Lappen meinen, hätte ich wohl "Samen" schreiben sollen - damit hätte ich alle womöglich noch mehr verwirrt. Nun, die haben sich den Namen für ihr Volk vermutlich nicht selbst ausgesucht, aber sowohl Lappen wie Putzlumpen als auch Samen wie Saatgut sind denkbar dämlich. Doch nur weil der Name vielleicht ein klein wenig ungeschickt gewählt ist, zumindest im Deutschen, sagt das ja noch nichts aus, über die Leute. Zugegeben, bei dem Hund mit dem Lappen im Maul mußte ich wirklich grinsen, mitten in Lappland, aber an sich dachte ich erst so richtig an "die Lappen", als ich an einem Gebäude in Kiruna neben vielen anderen Neonschildern auch "Sami Radio" las, wobei mir Sofia (MySpace) in den Kopf kam, die ja dort irgendwie irgendwas macht hat. Soviel also zu den Samen. Doch neben Hunden findet man in Kiruna an einigen Stellen auch kunstvolle Eissklupturen. Und man sieht Berge, eine schöne Landschaft und nicht zu vergessen einen schönen Himmel. Passend zum Land und viel mehr noch zur Landschaft höre ich, auch schon auf der Zugfahrt nach Kiruna, wenn ich Musik höre bevorzugt Audrey (MySpace) oder Logh (MySpace).

Eine kurze Rückblende sei mir hier erlaubt, denn ich ärgerte mich ein wenig, als ich gerade die engelsgleichen Klänge von Audrey in mein Ohr strömen ließ, und der Zug nichts besseres zu tun hatte, als in einem Bahnhof stehen zu bleiben. Diese Klänge passen einfach viel besser in die Landschaft, als in einen Bahnhof, finde ich zumindest. Aber durch mein Ärgern konnte ich den Zug ja doch nicht zur schnelleren Weiterfahrt bewegen, weswegen ich versuchte darüber hinwegzusehen und mich auch im Bahnhof über die schönen Klänge erfreute.

Soviel zu meinem kurzen aber schönen Aufenthalt in Kiruna. Weiter ging die Reise nach Wikipedia-LinkNarvik in Wikipedia-LinkNorwegen.


[Bilder kommen später, wenn ich Zeit habe.]

(Dieser Eintrag ist "powered by Perminalen Hotel", da ich hier in meinem Hotel in Oslo das WLAN nutzen kann.)

Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 31.12.2007 um 19:22:52 Uhr



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