bloggen » 12/2007
punktpunktblog
Ode an den Apfel
Vielerorts rollt schon der
Kampfpanzer, während bei mir noch
der im Tank schnurrt und der Kampfpanzer in der Garage steht. Trotzdem, oder deswegen, will ich als Weihnachtsgeschenk an Steve und seine Jünger eine "
Ode an den
Apfel" anstimmen.
Seit nicht allzulanger Zeit gehöre ich nun ja auch zum erlauchten Kreis der Jünger Steves. Dieser Faszination konnte ich mich, angesichts der Übermacht in meinem Bekanntenkreis, nur noch schwer entziehen. Die Gelegenheit war günstig und die Konsumlust verführte michmeine Investitionsplanungen erlaubten mir eine derartige Anschaffung zu tätigen. Also schritt ich an einem wahrlich schönen sonnigen Sommertag, ich weiß es noch wie heute, es war der siebte siebte sieben, spontan zu einem bekannten Apfelverkäufer und erstand mein kleines weißes Etwas. Anderen ist das Gerät inzwischen unter dem Codenamen "mobile Entwicklungsumgebung" bekannt, wozu das Äpfelchen bisher jedoch noch nicht wirklich eingesetzt wird, doch die Grundvoraussetzungen dafür sind zumindest schon geschaffen. Dafür nimmt es im Moment eine viel wichtigere und für einige Tage nochmals wichtiger gewordene Stellung ein: Kommunikations- und Multimediazentrale. Doch das nur vorab als Hintergrundinformation.
An sich wollte ich über meine Beobachtungen und ersten Erfahrungen in dieser schönen neuen Welt berichten. Ich habe der alten Welt mitnichten abgeschworen, sondern versuche das Beste beider Welten miteinander zu verbinden (Was heißt versuchen? Dazwischen hängt ein Gigabit-Switch! ;), doch hier will ich den Fokus nun auf das Neue und Spannende legen.
Ich bin fast ein wenig von mir selbst überrascht, aber wenn ich das Haus verlasse und gedenke eine zusätzliche mobile Rechenmaschine mitzunehmen (zusätzlich deswegen, weil zwei Rechenmaschinchen ohnehin meine ständigen Begleiter sind, eine davon trägt bereits einen Apfel auf ihrer eleganten roten Aluminiumhaut), dann stellt sich die Frage gar nicht mehr, welche eingepackt wird. Es ist klar: Natürlich die, die sofort verfügbar ist, wenn man sie aufklappt. Das empfinde ich als einen großen Vorteil. Das einzige was mich beim Öffnen und schließen stört ist diese komische Geräusch, das man kurz hört, aber darüber will ich mal großzügig hinwegsehen. Ob man will oder nicht, man kommt sich den "ganzen anderen", die mit ihren öden Kisten auf dem Campus und in Vorlesungen sitzen überlegen vor - auch wenn man es nicht zeigen muß (die Kenner sehen es ja, schließlich ist die unschuldige Frucht schwerlich zu verbergen). Es ist diese seltsame Faszination, die nicht wirklich rational erklärbar zu sein scheint, die aber fast jeder kennt, der jemanden kennt, der davon betroffen ist.
Außerdem kommt man sich unglaublich integriert vor, wenn jeder fünfte in der Bahn ein ähnliches Produkt in der Tasche hat, wie man selbst. Mein iPod nano, schlanke Generation, wird ja in der alten Welt synchronisiert, weil dort meine unvorstellbaren Datenmassen lagern. Aber das macht nichts, denn auch dort funktioniert das ganz tadellos, und wenn ich mich dann zwischen verschiedenen Veranstaltungen irgendwo niederlasse, nano im Ohr und MacBook in den Händen, dann sieht das ja keiner. Ich bin versucht diese beiden Geräte zusammen als einen Traum, ein Dreamteam, zu bezeichnen. Das wäre freilich (maßlos?) übertrieben, aber doch bärge es ohne Zweifel auch ein Fünkchen Wahrheit.
Ich komme darauf, weil mir auffiel, daß auch hier mein Umfeld diesem Wahn verfallen ist. Einer meiner Nachbarn besitzt sein einigen Tagen ein neues derartiges Gerät, in zwei von drei Teams, in denen ich bisher hier gearbeitet habe war außer mir noch mindestens ein zweiter mit einem Äpfelchen am Start. Das ist bei Teamgrößen von fünf bis sieben ein beachtlicher Anteil.
Überhaupt, Teamwork, Projekte, Präsentationen! Jawohl, man macht mit einer Frucht auf dem Tisch nicht nur in der Maß der Zuhörer eine gute Figur, auch wenn es darum geht auf den Brettern der Welt das Heil zu verkündenvor einem interessierten Auditorium ansprechende Vorträge zu halten ist mein neuer Liebling dazu in der Lage, mich noch professioneller auftreten zu lassen, schließlich bekommt man eine "Apple Remote", also eine Fernbedienung, gleich mit zum Gerät dazu. Das kann sowohl in kleinen Gruppen praktisch sein, wo man das Äpfelchen mitten auf den Tisch legt und dann gemütlich sitzend die Präsentation durchgehen kann, ohne ständig im Blickfeld der anderen "rumfummeln" zu müssen, oder bei Vorträgen vor größerem Publikum, wo man sich Dank dieser kleinen aber feinen Dreingabe viel freier im Raum bewegen kann und nicht mehr länger an die einschränkende und "rhetork-feindliche" physische Nähe zum Rechengerät gebunden ist.
Doch trotz allem fragt man sich: Was ist denn das Tolle daran?
Die Frauen finden es vielleicht einfach schön. Die Männer wollen den Frauen gefallen. - So könnte man sich das Phänomen erklären.
Tatsächlich macht der Umgang mit der schönen neuen Welt bisher einfach mehr Spaß, obgleich ich ernsthafte Arbeiten nach wie vor in der alten Welt zu erldeigen pflege, weil ich dort einfach meist schneller am Ziel bin. Aber ein Blick in Steves Universum zu werfen lohnt sich auf jeden Fall. Und angesichts der enttäuschenden Leistung meines neuen schwarzen Kästchens, zumindest bevor ich es mit reichlicher Speichererweiterung gesegnet hatte, bin ich den Äpfelchen mehr zugetan denn je ... vielleicht der Beginn einer großen Liebe? Man weiß es nicht. Aber das weiß man zu Beginn ja selten ..
Stockholm .. linken .. kommentieren (3) .. von Götz Bürkle am 24.12.2007 um 01:10:25 Uhr
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Eine schöne Weihnachtsgeschichte ;-)
das mit dem schnelleren Arbeiten kommt auf jeden Fall mit der Zeit wenn du alle dazu notwendigen Programme gefunden und zu nutzen gelernt hast.
.. geschrieben von Jeena Paradies .. www .. am 24.12.2007 um 09:52:23