goetz..  buerkle

bloggen » 12/2007

punktpunktblog

Kulturpris, Musik und die Sprache

Vor wenigen Tagen hatte ich, Dank der spontanen Absage einer Freundin, die Möglichkeit mit einer anderen Freundin, die hier auf dem Flur wohnt, zum Weihnachtskonzert der norwegischen Botschaft, das den Rahmen für die Verleihung des Prinz Eugen Kulturpreises bildete, ins Wikipedia-LinkStockholmer Stadshus zu gehen.
Durch die Spontaneität dieses Konzertbesuchs meinerseits war ich natürlich nicht optimal für einen derartigen Anlaß ausgerüstet, aber ich hab auch im kurzärmligen Hemd unter meinem Kittel überlebt. Aber so wurde ich wenigstens daran erinnert, daß ich mir endlich mal wieder ein Hemd kaufen muß. Nebenbei bemerkt wird mir mein Anzug so langsam auch ein wenig zu klein, oder zumindest an den Ärmeln zu kurz, was mich zwar wunderte aber nach fünf Jahren will ich mich nicht beschweren. Aber noch geht es.

So sind wir zeitig losgezogen, um uns pünktlich am Ort des Geschehens einfinden zu können. Daher bekamen wir relativ brauchbare Plätze, mußten jedoch einige Minuten warten, aber das war nicht so schlimm, wenn man interessiert beobachten kann, was um einen rum passiert - auch wenn nicht unebdingt immer viel passiert.
Doch schon allein der Veranstaltungsort ist beeindruckend, insofern war das Warten für mich in Ordnung.

RedeMit einigen Reden auf Norwegisch und Schwedisch fing es dann an, bei denen ich versucht habe möglichst viel zu verstehen. Zum Teil gestaltete sich das auch gar nicht so schwer, blabla gute Beziehungen, blabla gute Entwicklungen, blabla Umwelt, blabla Zusammenarbeit, blabla Kultur, blabla gute Kooperation, blabla Kulturpreis, blabla Schweden und Norwegen, blabla Musik, ... - was man eben in solchen Reden erwarten kann, aber ich fand es tatsächlich interessant, aber bin natürlich nicht im Stande die Inhalte genauer wiederzugeben. Ach, und fast hätte ich ein Highlight vergessen zu erwähnen: ihre Königliche Hoheit Wikipedia-LinkKronprinsessan Victoria. Deren Aufgabe sollte später sein, den Kulturpreis zu verleihen. Doch zuerst kamen die Reden, angefangen hat Bo Bladholm, sozusagen Vorsitzender des Stockholmer Gemeinderats, an den sich der Gastgeber Botschafter Odd L. Fosseidbråten anschloß und als letzter dieses Blocks sprach der Conférencier Niklas Lindblad.

Nidarosdomens GuttekorNach diesem ersten einleitenden Teil sang der Nidarosdomens Guttekor mit beeindruckender Unterstützung auf der Geige von Arve Tellefsen und auf der Orgel von Wikipedia-LinkHarald Rise.
Ich bin ja kein Chorfan, aber das hat sich durchaus hörbar angehört. Zwischendurch gab es ja auch mal ein Violinensolo, bei dem Arve Tellefsen durch den ganzen Saal lief.


Vilde Frang und Sofia JannokSodann begann der Höhepunkt des Abends, denn mit einer Rede von Wikipedia-LinkHans Henrik Brummer wurde die Verleihung des Wikipedia-LinkPrinz Eugen Kulturpreises eingeleitet. Nachdem er seine Rede beendet hatte wurden die beiden Preisträgerinnen auf die Bühne gerufen: die überaus hübsche schwedische Sängerin Sofia Jannok und die norwegische Violinistin Vilde Frang Bjærke.

Sofia Jannok und Kronprinzessin ViktoriaSofia Jannok und Kronprinzession Victoria bei der Preisverleihung


Die Preisurkunde bekamen sie, wie schon am Anfang kurz erwähnt, von Kronprinzessin Victoria höchstselbst in die Hand gedrückt. Auf meinen Bildern sieht man leider nur unscharfe bunte Flecken, da meine kleine Ixus 70 mit wenig Licht einfach schlecht klarkommt, aber ich hab mal frecherweise Fotos von anderer Stelle kopiert, immerhin kenne ich ja den, der als Fotograf angegeben ist, er hat es schließlich überhaupt erst ermöglicht, daß ich dorthin konnte.

Vilde FrangAuf die Verleihung folgten Solovorträge der beiden Künstlerinnen. Vilde Frangs Spielweise (bisher las ich übrigens jedesmal, wenn ich das Wort in diesem Text sah "Spielwiese" ...) fand ich teilweise unterhaltsam, da ich vorher garnicht wußte, daß man auch soviel an einer Geige herumzupfen kann.


Sofia JannokSofia Jannok sang ein Lied, was sich schwierig beschreiben läßt, weswegen ich auf, ihr wißt ich mag die Plattform nicht aber manchmal bietet sie sich einfach an, ihre MySpace-Seite verweise. Es klingt manchmal ungewohnt, aber es gefällt irgendwie. Sie selbst schreibt über ihre Musik "Music is. Sometimes without any words. I like the wordless form of expression that comes from the mouth, through the senses and into your heart." und "My music is difficult to describe in words. The tunes are dancing somewhere between the mystic of the northern light and the warmth of the comforting fire. I am inspired by the vastness of the land, the people and the meetings between these elements." Jodok schreibt über die aktuelle CD Sofia Jannok - White, die ich mir wohl demnächst mal zulegen werde, "Eine junge Sami sucht ihren Weg zwischen Joik und Pop - und findet ihn." - und wer nicht weiß, was ein Wikipedia-LinkJoik kann das ja mal eben nachlesen. Es ist auf jeden Fall Wert reinzuhören.

Nach den Solovorträgen trat der Chor samt Unterstützung wieder auf den Plan. Nun wurde auch mal gemeinsam ein Lied gesungen, bis die Veranstaltung schließlich langsam ausklang.

Eine nette Beobachtung ist vielleicht noch der Umgang mit der Kronprinzessin. Zu Beginn wurde gewartet, bis sie eintraf. Dann standen alle auf, fast keiner hat sie wahrscheinlich reinhuschen sehen, und dann ging es los. Und ich schreib absichtlich reinhuschen, denn irgendwie ging das ziemlich schnell, finde ich zumindest. Am Ende schritt sie dann als erste aus dem Saal, wieder stehen alle, wieder hat man sie kaum gesehen. Das mag auch an meiner nicht unbedingt besonders beeindruckenden Körpergröße liegen, aber es macht an sich ja auch kaum einen Unterschied, ob man sie nun Kommen und Gehen sieht oder nicht. Gewöhnlich würde man ja nicht unbedingt sagen, daß die besten Eigenschaften eines Gastes oder auch Gastgebers sind als Letzter zu kommen und als Erster zu gehen, aber in diesem Fall scheint das ja durchaus gewollt zu sein, da will ich nicht rummeckern. Immerhin kann ich jetzt sagen, "Ich saß vielleicht zwanzig Meter Luftlinie von Victoria entfernt ..."


Götz, Tone, ØyvindDoch nach dem festlichen Teil war der Abend noch nicht zu Ende, er fing sozusagen fast gerade erst an. Mit einigen Helferinnen und Helfern, bis auf eine dänische und wohl eine schwedische Ausnahme durchweg norwegisch, ging es dann noch in eine Bar zum gemütlichen Zusammensitzen, Unterhalten, und so weiter. Es stimmt ja tatsächlich, daß man Norwegisch einigermaßen verstehen kann, wenn man Schwedisch einigermaßen versteht.

Name-vergessen, Silje und HildeNatürlich versteht man oft genug garnichts, aber oft genug kann man auch mal einem Gespräch folgen, das finde ich schon faszinierend. Und die reden ja auch meistens gern mal Englisch zwischendruch. Trotzdem ist es anstrengend, weil man ja viel mehr nachdenken und viel aufmerksamer zuhören muß, wenn man eine Sprache nicht richtig kann, als bei Gesprächen in der eigenen Muttersprache, was mir auch schon in Vorlesungen auffiel, da ich, wenn ich schwedischen Sprechern zuhöre, meist schneller ermüde.

Kasper und HannaManchmal, wenn der Däne etwas sagte, hörte es sich so an, als würde er irgendwelche deutschen Wörter in seine Sätze einbauen, tatsächlich ist dem zwar nicht so, aber es hört sich gelegentlich tatsächlich so an, als würde er Schwedisch mit einem deutschen Akzent sprechen. Und auch im gewöhnlichen Norwegisch gibt es einige Wörter, die sich deutscher anhören als die schwedische Entsprechung.

Silje, Hilde und ichSprachlich also ein sehr interessanter und erkenntnisreicher Abend, wobei ich das Interessante und Erkenntnisreiche nicht allein auf das Sprachliche einschränken will.

Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 21.12.2007 um 15:45:45 Uhr



.. noch nicht kommentiert.



.. kommentieren

(Die rot  bzw. mit * markierten Felder müssen ausgefüllt werden.)

Wer bin ich?


*

*



Eins und eins macht * (die vorgegebene Antwort ist falsch, in Wirklichkeit muß gerechnet werden, das sollte jedoch keinen überfordern - bitte einfach nur das Ergebnis ausgeschrieben, also die 4 Buchstaben (!) eintragen ... falls doch einfach bei mir direkt per E-Mail melden - dies ist mein neuer Versuch mich gegen ¨bermäße Kommentierung durch Maschinen zu schützen ... die Ziffer wurde nun schon 3 oder 4 mal richtig eingegeben, deswegen nun nur noch ausgeschrieben)

Was will ich sagen?


*

*





zuletzt geändert von Götz Bürkle am 16.04.2008 ..

© Copyright 2004-2007 by Götz Bürkle | powered by Bürkle Services | .. suchen | .. impressum