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26.12.2007 Mit Hape von Stockholm bis Kiruna
Beim Packen für meine kleine Reise kam doch ein wenig mehr zusammen, als ich gedacht hatte, doch es hat alles noch problemlos gepaßt, ich mußte nur meine Laptoptasche mitnehmen und hab nicht alles in den
Trolley rein bekommen, aber da man die Laptoptasche auf den Trolley draufstecken kann macht es, solange man sein Gepäck denn ziehen kann, kaum einen Unterschied.
Noch während ich im Bus sitze, also quasi direkt vor der Haustüre, setzt die Dämmerung ein und so verabschiede ich den hellorangenen Streifen am wolkenverhangenen Horizont bereits, bevor die Reise so richtig begonnen hat. Doch eines war mir schon klar, als ich mir die ersten Gedanken darüber gemacht habe, diese Reise zu unternehmen: es wird ein dunkles und einsames Unterfangen.
Nachdem ich an der KTH noch schnell einige Unterlagen ausgedruckt habe, die ich zwar auch noch in verschiedenen Formen auf Datenträgern dabei habe, fuhr ich mit der Tunnelbana weiter nach T-Centralen, dem Hauptbahnhof Stockholms, von wo aus mein Zug in gut einer Stunde abfahren wird.
Ich bin absichtlich so früh los, ja man könnte sagen, ich wollte am Bahnhof warten. Vielleicht war es die Freude auf die Reise an sich.
Auf dem Hauptbahnhof angekommen enttäuschten mich die Anzeigetafeln zunächst, da mein Zug noch garnicht aufgelistet wurde, doch ehrlicherweise muß ich anmerken, daß sich die Enttäuschung doch in engen Grenzen hielt und ich mich einfach in der Bahnhofshalle niederließ, um mit dem zu beginnen, was ich mir für die ersten Stunden dieser vor mir stehenden Zugfahrt weit in den Norden vorgenommen hatte: Ich begann
Hans Peter Wilhelms Ausführungen über seine Erlebnisse auf einem langen Weg durch Spanien zuzuhören. Dies sollte mich noch bis etwa Mitternacht nahezu pausenlos beschäftigen, wobei ich natürlich trotzdem noch die Welt um mich herum wahrzunehmen im Stande war, ja, sogar mit ihr in Kontakt trat.
Ich komme mir nun fast schon albern vor, nach etwa acht Stunden, in denen ich einem überaus interessanten und zugleich unterhaltsamen Reisetagebuch gelauscht habe selbst diese Zeilen, die ja für sich genommen wenig anderes sind, niederzuschreiben. Auf keinen Fall wollte ich mich jedoch mit jenem Werk mit vor allem am Anfang stark autobiographischen Zügen vergleichen, auch wenn sich eine gewisse Parallele geradezu aufdrängt. Auch ich hätte mich mit den Worten "Ich bin dann mal weg" verabschieden können - nur von wem? Da mein Flur bereits vor meiner Abreise mehr einer öden Wüstenlandschaft als einem Studentenwohnheim glich hatte ich streng genommen gar keine Gelegenheit, mich direkt zu verabschieden. Am ehesten wäre noch meine Facebook, wir erinnern uns, Statusnachricht geeignet als Verabschiedung bezeichnet zu werden, doch auch die würde ich selbst nicht als solche bezeichnen. Dies alles ändert jedoch nichts daran, daß Hape Kerkerling, der bisher ja weniger für ernsthafte Inhalte bekannt war, mit seinem Hörbuch über seine Pilgerreise nach
Santiago de Compostela etwas schafft, was wohl nicht vielen gelingt. Er transportiert ernsthafte, interessante und denkwürdige Inhalte und Gedanken eingepackt in eine ansprechende und unterhaltsame Sprache. Ich hab in den letzten Monaten den einen oder anderen Verriß des Werkes gelesen, das Buch selbst nur einmal verschenkt, aber ich bilde mir nun meine Meinung auf Grundlage des Hörbuchs, welches ja die Inhalte des Buches auch treffend wiedergeben sollte. Es kommt vermutlich darauf an, was man sich von dem Werk erwartet, oder mit welchen anderen Büchern man es vergleicht, ich persönlich fand die audible Lektüre interessant, spannend, lehrreich und inspirierend. Ja, ich finde kaum etwas auszusetzen daran.
Und selbst Schweden, namentlich Yvi und Tina, finden einen wichtigen Platz in Hapes Reisetagebuch, somit paßt es doch schon allein deswegen hervorragend zu meiner kleinen Reise.
Doch nun habe ich den weitläufigen Komiker genug gelobt, um ihn soll es hier ja nicht primär gehen, sondern um meine eigene Reise.
Ich will an dieser noch kurz anmerken, daß ich nicht wegen, sondern höchstens trotz dieses Hörbuchs dies hier niederschreibe, ich dachte mir, wenn ich schonmal ein wenig in der Welt herumkomme, interessiert es vielleicht den einen oder anderen, was ich dabei so alles erlebe. Und wenn es niemanden interessiert, so hab ich es doch wenigstens für mich selbst festgehalten. Vielleicht ist das überhaupt der bessere und wichtigere Grund.
Nachdem ich also um kurz vor viertel nach fünf den Zug der Veolia bestieg suchte ich zielstrebig nach meinem Platz. Schließlich fand ich mich in einer - nicht Abteil - Sitzgruppe wieder, wo sich neben mich eine junge spanischsprechende, ich würde auf Südamerika tippen, Mutter mit ihrem jungen Sohn setzte. Die drei Plätze gegenüber wurden von zwei älteren, zumindest älter als ich, Deutschen "bewohnt", vermutlich Schwaben. Ich hab zumindest bis Mitternacht kaum mit Ihnen geredet, sie waren aber auch die meiste Zeit abwesend. Sie verschlang ein Buch, wobei sie wohl grimmiger wirkte, als sie tatsächlich war.
Der kleine Junge neben mir sorgte stetig für Unterhaltung. Entweder durch Schreien, oder dadurch, daß er ständig auf den Sitzen und dem Tisch herumkletterte. Nun, ich bin nicht unbedingt der größte Freund von Kindergeschrei, aber fast zu meiner eigenen Überraschung hat mich das an sich nicht weiter gestört, zumal meine Ohren ja weniger auf den Jungen als mehr auf das, was direkt in mein Ohr rieselte konzentriert waren.
Ansonsten sind mir zu Beginn der Zugfahrt vor allem noch die nomadenhaften Chinesen aufgefallen, die wohl ohne Platzreservierung reisten. Doch auch deren stete Platzwechsel gaben sich mit der Zeit.
Insgesamt konnte ich mich über die werte Reisegesellschaft nicht beschweren.
Wie eingangs erwähnt, es dunkelte schon als ich losfuhr, trotzdem sah man oft nicht nur Nichts, sondern öfter auch Spuren des Lichts. Auffallend fand ich, daß an jedem der wenigen und kleinen Bahnhöfe, an denen er Zug halten sollte ich zumindest überall ein "System Bolaget" ausmachen konnte. Aber das ist an sich ja wenig verwunderlich.
Von der Landschaft sah ich, das muß ich eingestehen, auf der ersten Etappe bisher wenig. Doch an einer Stelle sah man, wenn man aus dem linken Fenster schaute, Baumstämme, soweit das Auge reichte. Beeindruckend.
Um halb eins, ja genau halb eins, da begann ich mein von bodenloser Selbstüberschätzung geschwängertes Unterfangen ein schwedisches Hörbuch, "Min väg, mina val" von Göran Persson, anzuhören. Ich hab es für den Anfang bei der ersten CD, nebenbei bemerkt von dreizehn, belassen. Es wäre schlichtweg gelogen, würde ich behaupten alles verstanden zu haben. Es wäre auch noch sehr gewagt, behaupte ich nur die wichtigsten Dinge verstanden zu haben. Auf der sicheren Seite bin ich jedoch, wenn ich schreibe, daß ich doch so einiges verstanden, und einiges mehr "der Spur nach" verstanden habe. Mal sehn, wann ich mich an die zweite CD heranwage. Das Schwierige ist ja, daß ich hier, nicht wie beim "Hans" einfach nur zuhören und grinsen, sondern viel mehr zuhören und denken muß, was zum einen Aufmerksamkeit und zum anderen Energie erfordert. Aber ich denke, daß ich mir damit ein Projekt aufgeladen habe, das ich durchaus - warum schreibe ich eigentlich so oft "durchaus", dafür sollte ich mir mal Synonyme überlegen oder zumindest nachschlagen - schultern kann. Ich muß mir die dreizehn CDs einfach so oft anhören, bis ich sie vollständig verstehe. Außerdem sollte das meinen Wortschatz und auch sonst allgemein mein Sprachverständnis verbessern. Man muß sich ja an Neues, an Berge wagen, um wachsen zu können. Sagt man doch so.
Während ich also konzentriert soviel wie möglich zu verstehen versuchte ging gegen zehn vor eins endlich das Licht aus. "Warum denn endlich", werden sich nun vielleicht einige verwundert fragen, doch geübte Zugfahrer werden es schon ahnen. Es ist zwar dunkel draußen, aber an sich nicht zu dunkel, um das meiste zu erkennen, nur stört das helle Licht im Zug das Auge daran, sich auf die Dunkelheit einzustellen, weswegen es bis zu diesem Punkt mehr ein landschaftlicher Blindflug war, denn ein Genuß. Doch nun konnte man endlich die Landschaft mit offenen Augen in sich aufsaugen:
Bäume. Schnee. Überall. Wenig anderes. Karge Landschaft. Weite Sicht. Eben. Wenig Häuser. Kleine Häuser. Wenig Autos. Aber schön. Schön schlicht. Und doch nicht schlicht. Natur. Pur. Abenteuerland? - Ich fürchte das ist der Punkt die stichwortartige Landschaftsbeschreibung abzubrechen, denn wir sind mit den letzten beiden Begriffen schon auf gefährliches Gebiet geraten, in das ich mich auf keinen Fall weiter verstricken will. Indianer gab es hier ja nie, aber dafür andere Ureinwohner. Damit könnte ich nun elegant überleiten, doch wäre diese Überleitung hier nicht an ihrer richtigen Stelle, weswegen ich den letzten Satz einfach fallen lasse und weiter berichte.
Es wurde später und später, ruhiger und ruhiger. Um mich herum wurde hauptsächlich geschlafen, ich selbst nickte auch einige Male für einige Zeit ein, aber so richtig geschlafen hab ich kaum. Der Morgen sollte sich dann als mindestens ebenso unterhaltsam wie der vorangegangen Abend herausstellen. Langsam wurde es heller, sehr langsam. Und irgendwann wurde auch der kleine Junge, Daring, wie ich inzwischen weiß, wieder wach und turnte durch die Gegend. Den Namen seiner Mutter weiß ich nicht, sie spricht wohl Schwedisch und eben vor allem Spanisch - auch wenn ich außer "noo" und "Que" so gut wie nichts von dem auch nur im Ansatz verstanden habe, was sie gesagt hat. Ich hätte es meist wohl nichtmal als Spanisch gedeutet, hätte ich sie nicht das Lukasevangelium auf spanisch lesen sehen. Wobei auch allein "noo" und "Que" mir schon für Südamerika gereicht hätten.
Nachdem das deutsche Ehepaar, ich nehme zumindest an, es sei eines, gestern abend in etwa zu der Zeit zurückkam, als das sogenannte Bordrestaurant schloß verließen sie die Sitzgruppe auch nicht mehr. So kam man auch irgendwann auch mal kurz ins Gespräch. Auf dem Weg nach Abisko. So drei Tage. Wohl wandern. Danach Richtung Luleå, oder sowas. Es fällt mir schwer es zuzugeben, aber ich hatte mich von einem blauen Ordner eines Unternehmens aus "Wangen" darüberhinwegtäuschen lassen, daß ich es hier unüberhörhar mit Menschen aus Baden zu tun habe.
Der Mann war auch schonmal, allerdings im Sommer, in Kiruna gewesen und empfahl mir die "
Stabkirche". Ansonsten gäbe es auch noch den Tagebau und eine Mine zu besichtigen. Gut zu wissen, mal sehen, was ich in
Kiruna vorfinden werde.
Die restliche Fahrt verging nahezu wie im Flug, und schon bald verließ ich meine Reisegesellschaft und ließ sie ohne mich weiter ziehen.
[Bilder kommen später, bisher verfügt mein Äpfelchen noch nicht über ein Programm zum verkleinern, oder zumindest hab ich die Funktion noch nicht gefunden.]
(Dieser Eintrag ist "powered by Perminalen Hotel", da ich hier in meinem Hotel in Oslo das WLAN nutzen kann.)
Stockholm .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 30.12.2007 um 21:00:16 Uhr
Novemberimpressionen von Stockholm
Mitte November besuchte mich meine Schwester mit ihrem Sohn und einer Freundin hier in Stockholm. Zwei Tage lang hieß es also: durch die Stadt laufen. Aber so kam auch ich an einige Stellen, an denen ich bislang nicht gewesen war.
Diese Gelegenheit hab ich natürlich auch genutzt, um ein paar Bilder zu machen, so daß ich nun mal einige Novemberimpressionen von Stockholm zusammengestellt habe. Manche Bilder sind besser, manche vielleicht weniger gut. Ich hab zwei "Panoramen", also zusammengesetzte Bilder. Das eine ging ganz gut, beim anderen fehle mir ob der relativ kleinen Überlappung die Zeit, nach geeigneteren Werkzeugen zu suchen, weswegen das ein wenig unschön zusammengeklebt aussieht. Aber das ist mir nun auch egal.
Jetzt gibt es also endlich mal wieder mehr Bilder hier. Dafür weniger Text. Auch mal eine willkommene Abwechslung ... auch für mich ;)
(Die Bilder sind chronologisch sortiert.)
Genug Bilder für heute.
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 25.12.2007 um 22:15:38 Uhr
Ode an den Apfel
Vielerorts rollt schon der
Kampfpanzer, während bei mir noch
der im Tank schnurrt und der Kampfpanzer in der Garage steht. Trotzdem, oder deswegen, will ich als Weihnachtsgeschenk an Steve und seine Jünger eine "
Ode an den
Apfel" anstimmen.
Seit nicht allzulanger Zeit gehöre ich nun ja auch zum erlauchten Kreis der Jünger Steves. Dieser Faszination konnte ich mich, angesichts der Übermacht in meinem Bekanntenkreis, nur noch schwer entziehen. Die Gelegenheit war günstig und die Konsumlust verführte michmeine Investitionsplanungen erlaubten mir eine derartige Anschaffung zu tätigen. Also schritt ich an einem wahrlich schönen sonnigen Sommertag, ich weiß es noch wie heute, es war der siebte siebte sieben, spontan zu einem bekannten Apfelverkäufer und erstand mein kleines weißes Etwas. Anderen ist das Gerät inzwischen unter dem Codenamen "mobile Entwicklungsumgebung" bekannt, wozu das Äpfelchen bisher jedoch noch nicht wirklich eingesetzt wird, doch die Grundvoraussetzungen dafür sind zumindest schon geschaffen. Dafür nimmt es im Moment eine viel wichtigere und für einige Tage nochmals wichtiger gewordene Stellung ein: Kommunikations- und Multimediazentrale. Doch das nur vorab als Hintergrundinformation.
An sich wollte ich über meine Beobachtungen und ersten Erfahrungen in dieser schönen neuen Welt berichten. Ich habe der alten Welt mitnichten abgeschworen, sondern versuche das Beste beider Welten miteinander zu verbinden (Was heißt versuchen? Dazwischen hängt ein Gigabit-Switch! ;), doch hier will ich den Fokus nun auf das Neue und Spannende legen.
Ich bin fast ein wenig von mir selbst überrascht, aber wenn ich das Haus verlasse und gedenke eine zusätzliche mobile Rechenmaschine mitzunehmen (zusätzlich deswegen, weil zwei Rechenmaschinchen ohnehin meine ständigen Begleiter sind, eine davon trägt bereits einen Apfel auf ihrer eleganten roten Aluminiumhaut), dann stellt sich die Frage gar nicht mehr, welche eingepackt wird. Es ist klar: Natürlich die, die sofort verfügbar ist, wenn man sie aufklappt. Das empfinde ich als einen großen Vorteil. Das einzige was mich beim Öffnen und schließen stört ist diese komische Geräusch, das man kurz hört, aber darüber will ich mal großzügig hinwegsehen. Ob man will oder nicht, man kommt sich den "ganzen anderen", die mit ihren öden Kisten auf dem Campus und in Vorlesungen sitzen überlegen vor - auch wenn man es nicht zeigen muß (die Kenner sehen es ja, schließlich ist die unschuldige Frucht schwerlich zu verbergen). Es ist diese seltsame Faszination, die nicht wirklich rational erklärbar zu sein scheint, die aber fast jeder kennt, der jemanden kennt, der davon betroffen ist.
Außerdem kommt man sich unglaublich integriert vor, wenn jeder fünfte in der Bahn ein ähnliches Produkt in der Tasche hat, wie man selbst. Mein iPod nano, schlanke Generation, wird ja in der alten Welt synchronisiert, weil dort meine unvorstellbaren Datenmassen lagern. Aber das macht nichts, denn auch dort funktioniert das ganz tadellos, und wenn ich mich dann zwischen verschiedenen Veranstaltungen irgendwo niederlasse, nano im Ohr und MacBook in den Händen, dann sieht das ja keiner. Ich bin versucht diese beiden Geräte zusammen als einen Traum, ein Dreamteam, zu bezeichnen. Das wäre freilich (maßlos?) übertrieben, aber doch bärge es ohne Zweifel auch ein Fünkchen Wahrheit.
Ich komme darauf, weil mir auffiel, daß auch hier mein Umfeld diesem Wahn verfallen ist. Einer meiner Nachbarn besitzt sein einigen Tagen ein neues derartiges Gerät, in zwei von drei Teams, in denen ich bisher hier gearbeitet habe war außer mir noch mindestens ein zweiter mit einem Äpfelchen am Start. Das ist bei Teamgrößen von fünf bis sieben ein beachtlicher Anteil.
Überhaupt, Teamwork, Projekte, Präsentationen! Jawohl, man macht mit einer Frucht auf dem Tisch nicht nur in der Maß der Zuhörer eine gute Figur, auch wenn es darum geht auf den Brettern der Welt das Heil zu verkündenvor einem interessierten Auditorium ansprechende Vorträge zu halten ist mein neuer Liebling dazu in der Lage, mich noch professioneller auftreten zu lassen, schließlich bekommt man eine "Apple Remote", also eine Fernbedienung, gleich mit zum Gerät dazu. Das kann sowohl in kleinen Gruppen praktisch sein, wo man das Äpfelchen mitten auf den Tisch legt und dann gemütlich sitzend die Präsentation durchgehen kann, ohne ständig im Blickfeld der anderen "rumfummeln" zu müssen, oder bei Vorträgen vor größerem Publikum, wo man sich Dank dieser kleinen aber feinen Dreingabe viel freier im Raum bewegen kann und nicht mehr länger an die einschränkende und "rhetork-feindliche" physische Nähe zum Rechengerät gebunden ist.
Doch trotz allem fragt man sich: Was ist denn das Tolle daran?
Die Frauen finden es vielleicht einfach schön. Die Männer wollen den Frauen gefallen. - So könnte man sich das Phänomen erklären.
Tatsächlich macht der Umgang mit der schönen neuen Welt bisher einfach mehr Spaß, obgleich ich ernsthafte Arbeiten nach wie vor in der alten Welt zu erldeigen pflege, weil ich dort einfach meist schneller am Ziel bin. Aber ein Blick in Steves Universum zu werfen lohnt sich auf jeden Fall. Und angesichts der enttäuschenden Leistung meines neuen schwarzen Kästchens, zumindest bevor ich es mit reichlicher Speichererweiterung gesegnet hatte, bin ich den Äpfelchen mehr zugetan denn je ... vielleicht der Beginn einer großen Liebe? Man weiß es nicht. Aber das weiß man zu Beginn ja selten ..
Stockholm .. linken .. kommentieren (3) .. von Götz Bürkle am 24.12.2007 um 01:10:25 Uhr
Kulturpris, Musik und die Sprache
Vor wenigen Tagen hatte ich, Dank der spontanen Absage einer Freundin, die Möglichkeit mit einer anderen Freundin, die hier auf dem Flur wohnt, zum Weihnachtskonzert der norwegischen Botschaft, das den Rahmen für die Verleihung des Prinz Eugen Kulturpreises bildete, ins
Stockholmer Stadshus zu gehen.
Durch die Spontaneität dieses Konzertbesuchs meinerseits war ich natürlich nicht optimal für einen derartigen Anlaß ausgerüstet, aber ich hab auch im kurzärmligen Hemd unter meinem Kittel überlebt. Aber so wurde ich wenigstens daran erinnert, daß ich mir endlich mal wieder ein Hemd kaufen muß. Nebenbei bemerkt wird mir mein Anzug so langsam auch ein wenig zu klein, oder zumindest an den Ärmeln zu kurz, was mich zwar wunderte aber nach fünf Jahren will ich mich nicht beschweren. Aber noch geht es.
So sind wir zeitig losgezogen, um uns pünktlich am Ort des Geschehens einfinden zu können. Daher bekamen wir relativ brauchbare Plätze, mußten jedoch einige Minuten warten, aber das war nicht so schlimm, wenn man interessiert beobachten kann, was um einen rum passiert - auch wenn nicht unebdingt immer viel passiert.
Doch schon allein der Veranstaltungsort ist beeindruckend, insofern war das Warten für mich in Ordnung.
Mit einigen Reden auf Norwegisch und Schwedisch fing es dann an, bei denen ich versucht habe möglichst viel zu verstehen. Zum Teil gestaltete sich das auch gar nicht so schwer, blabla gute Beziehungen, blabla gute Entwicklungen, blabla Umwelt, blabla Zusammenarbeit, blabla Kultur, blabla gute Kooperation, blabla Kulturpreis, blabla Schweden und Norwegen, blabla Musik, ... - was man eben in solchen Reden erwarten kann, aber ich fand es tatsächlich interessant, aber bin natürlich nicht im Stande die Inhalte genauer wiederzugeben. Ach, und fast hätte ich ein Highlight vergessen zu erwähnen: ihre Königliche Hoheit
Kronprinsessan Victoria. Deren Aufgabe sollte später sein, den Kulturpreis zu verleihen. Doch zuerst kamen die Reden, angefangen hat Bo Bladholm, sozusagen Vorsitzender des Stockholmer Gemeinderats, an den sich der Gastgeber Botschafter Odd L. Fosseidbråten anschloß und als letzter dieses Blocks sprach der Conférencier Niklas Lindblad.
Nach diesem ersten einleitenden Teil sang der Nidarosdomens Guttekor mit beeindruckender Unterstützung auf der Geige von Arve Tellefsen und auf der Orgel von
Harald Rise.
Ich bin ja kein Chorfan, aber das hat sich durchaus hörbar angehört. Zwischendurch gab es ja auch mal ein Violinensolo, bei dem Arve Tellefsen durch den ganzen Saal lief.
Sodann begann der Höhepunkt des Abends, denn mit einer Rede von
Hans Henrik Brummer wurde die Verleihung des
Prinz Eugen Kulturpreises eingeleitet. Nachdem er seine Rede beendet hatte wurden die beiden Preisträgerinnen auf die Bühne gerufen: die überaus hübsche schwedische Sängerin Sofia Jannok und die norwegische Violinistin Vilde Frang Bjærke.


Die Preisurkunde bekamen sie, wie schon am Anfang kurz erwähnt, von Kronprinzessin Victoria höchstselbst in die Hand gedrückt. Auf meinen Bildern sieht man leider nur unscharfe bunte Flecken, da meine kleine Ixus 70 mit wenig Licht einfach schlecht klarkommt, aber ich hab mal frecherweise Fotos von anderer Stelle kopiert, immerhin kenne ich ja den, der als Fotograf angegeben ist, er hat es schließlich überhaupt erst ermöglicht, daß ich dorthin konnte.
Auf die Verleihung folgten Solovorträge der beiden Künstlerinnen. Vilde Frangs Spielweise (bisher las ich übrigens jedesmal, wenn ich das Wort in diesem Text sah "Spielwiese" ...) fand ich teilweise unterhaltsam, da ich vorher garnicht wußte, daß man auch soviel an einer Geige herumzupfen kann.
Sofia Jannok sang ein Lied, was sich schwierig beschreiben läßt, weswegen ich auf, ihr wißt ich mag die Plattform nicht aber manchmal bietet sie sich einfach an, ihre MySpace-Seite verweise. Es klingt manchmal ungewohnt, aber es gefällt irgendwie. Sie selbst schreibt über ihre Musik "Music is. Sometimes without any words. I like the wordless form of expression that comes from the mouth, through the senses and into your heart." und "My music is difficult to describe in words. The tunes are dancing somewhere between the mystic of the northern light and the warmth of the comforting fire. I am inspired by the vastness of the land, the people and the meetings between these elements." Jodok schreibt über die aktuelle CD Sofia Jannok - White, die ich mir wohl demnächst mal zulegen werde, "Eine junge Sami sucht ihren Weg zwischen Joik und Pop - und findet ihn." - und wer nicht weiß, was ein
Joik kann das ja mal eben nachlesen. Es ist auf jeden Fall Wert reinzuhören.
Nach den Solovorträgen trat der Chor samt Unterstützung wieder auf den Plan. Nun wurde auch mal gemeinsam ein Lied gesungen, bis die Veranstaltung schließlich langsam ausklang.
Eine nette Beobachtung ist vielleicht noch der Umgang mit der Kronprinzessin. Zu Beginn wurde gewartet, bis sie eintraf. Dann standen alle auf, fast keiner hat sie wahrscheinlich reinhuschen sehen, und dann ging es los. Und ich schreib absichtlich reinhuschen, denn irgendwie ging das ziemlich schnell, finde ich zumindest. Am Ende schritt sie dann als erste aus dem Saal, wieder stehen alle, wieder hat man sie kaum gesehen. Das mag auch an meiner nicht unbedingt besonders beeindruckenden Körpergröße liegen, aber es macht an sich ja auch kaum einen Unterschied, ob man sie nun Kommen und Gehen sieht oder nicht. Gewöhnlich würde man ja nicht unbedingt sagen, daß die besten Eigenschaften eines Gastes oder auch Gastgebers sind als Letzter zu kommen und als Erster zu gehen, aber in diesem Fall scheint das ja durchaus gewollt zu sein, da will ich nicht rummeckern. Immerhin kann ich jetzt sagen, "Ich saß vielleicht zwanzig Meter Luftlinie von Victoria entfernt ..."
Doch nach dem festlichen Teil war der Abend noch nicht zu Ende, er fing sozusagen fast gerade erst an. Mit einigen Helferinnen und Helfern, bis auf eine dänische und wohl eine schwedische Ausnahme durchweg norwegisch, ging es dann noch in eine Bar zum gemütlichen Zusammensitzen, Unterhalten, und so weiter. Es stimmt ja tatsächlich, daß man Norwegisch einigermaßen verstehen kann, wenn man Schwedisch einigermaßen versteht.
Natürlich versteht man oft genug garnichts, aber oft genug kann man auch mal einem Gespräch folgen, das finde ich schon faszinierend. Und die reden ja auch meistens gern mal Englisch zwischendruch. Trotzdem ist es anstrengend, weil man ja viel mehr nachdenken und viel aufmerksamer zuhören muß, wenn man eine Sprache nicht richtig kann, als bei Gesprächen in der eigenen Muttersprache, was mir auch schon in Vorlesungen auffiel, da ich, wenn ich schwedischen Sprechern zuhöre, meist schneller ermüde.
Manchmal, wenn der Däne etwas sagte, hörte es sich so an, als würde er irgendwelche deutschen Wörter in seine Sätze einbauen, tatsächlich ist dem zwar nicht so, aber es hört sich gelegentlich tatsächlich so an, als würde er Schwedisch mit einem deutschen Akzent sprechen. Und auch im gewöhnlichen Norwegisch gibt es einige Wörter, die sich deutscher anhören als die schwedische Entsprechung.
Sprachlich also ein sehr interessanter und erkenntnisreicher Abend, wobei ich das Interessante und Erkenntnisreiche nicht allein auf das Sprachliche einschränken will.
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 21.12.2007 um 15:45:45 Uhr
Chaos zwischen LILLA FICKD und KIFFE KIFFE
Heute war Weihnachten, oder so ähnlich, könnte ich schreiben. Doch dann stellte sich die Frage, was Weihnachten an sich ist, und davon ausgehend will ich jenen Satz lieber doch nicht schreiben, obwohl er doch vermutlich verständlich zu kommunizieren im Stande wäre, was ich meine. Nun, ich hab mich heute auf den Weg in eine - vorsicht gefährlich! - Buchhandlung gemacht.
Primär, weil ich mal eine Karte von Schweden und Norwegen haben wollte, könnte durchaus nützlich sein, vor allem wenn man irgendwann auch mal mehr als nur das Stadtzentrum von Stockholm gesehen haben möchte. Aber wenn man schonmal in so einem Geschäft mit üppiger Auswahl steht, kann man sich natürlich auch anschauen, was es denn sonst noch interessantes dort gibt.
Das war ein Fehler. Genauer gesagt war es kein Fehler, es war lediglich eine großartige Gelegenheit monetären Reichtum gegen einen Haufen Papier und Plastik einzutauschen. Über genaue Zahlen wollen wir den Mantel des Schweigens legen. Aber letztlich bin ich dann mit zwei Kartenwerken aus dem Geschäft gegangen. Verschiedene "Auflösungen" natürlich. Vermutlich hätte eines der beiden Werke gereicht, aber ich dachte mir, die werden ja nicht schlecht. Beide haben ihre Vorteile, und ob ich nun ein paar Kronen mehr ausgegeben habe oder nicht weiß ich in einem Jahr auch nicht mehr, solange ich trotz der Ausgabe zu überleben schaffe und daran habe ich momentan keine Zweifel.
Doch nur diese beiden Kartenwerke wären ja noch ein günstiges Vergnügen gewesen. Doch eine weitere Anschaffung hatte ich mir schon seit meiner Ankunft vorgenommen gehabt, nämlich eine schwedische Bibel. Macht sich bestimmt gut in meiner Sammlung und kann man bestimmt auch noch beim Lesen die Sprache lernen. Und damit sind wir auch schon beim entscheidenden Punkt: Sprache. Ich bin nun nicht unbedingt ein Sprachgenius, doch ich bin durchaus interessiert an Sprache im Allgemeinen. Vorzugsweise natürlich an Sprachen, die ich spreche. Doch aus nicht weiter erläuterungsbedüftigem Anlaß aktuell auch an einer Sprache, die ich zwar kaum spreche aber durchaus einigermaßen verstehen und gelegentlich sogar schreiben kann. Und ich meine nicht Norwegisch, zumindest nicht direkt. Aber darüber nun noch mehr überflüssige Worte zu verlieren würde selbst den mir positiv geneigten Leser vermutlich nur langweilen, was ich natürlich nicht zu tun beabsichtige. Nebenbei bemerkt scheine ich heute eine besondere Schwäche für Infinitive zu haben, fällt mir gerade auf. Aber auch mit diesem Einwurf, der ja mit der eigentlichen Geschichte kaum etwas zu tun hat, will ich nun nicht weiter ablenken sondern gedenke sogleich im Fluß weiterzuschreiben, oder besser in den Fluß zurückzukommen.
Die Bibel war also auch noch eine durchaus miteinkalkulierte Anschaffung für heute. Doch dann nahm das schreckliche Schicksal seinen Lauf. Ich schlenderte so durch die Reihen, als ich mir dachte, irgendein Stück "richtige Literatur" sollte ich mir doch auch noch zulegen. Nur was, wenn man keine Ahnung von der lokalen Literaturszene hat? Wobei keine Ahnung noch milde untertrieben ist. Also auf gut Glück ein wenig rumgeschaut, und schließlich zu etwas gegriffen, womit man hoffentlich nicht viel falsch machen kann, wenn man betsrebt ist seine Allgemeinbildung in einer Sprache auszubauen, nämlich einem Sammelband. Nun so etwas besitze ich auf Deutsch nicht, aber da hab ich ja durch meine Schullaufbahn wenigstens einiges mitbekommen, da ist die Situation also eine andere. Vielleicht. Jedenfalls habe ich nun De bästa svenska dikterna. Från Stiernhielm till Aspenström von
Jan Olov Ullén, das zwar von irgendjemanden kritisiert wird, aber wohl doch so schlecht nicht sein kann. Für den "Anfang" sollte mir das reichen, also für die nächsten Jahre. Aber so kann ich wenigstens, wenn ich die Lust verspüre und mir die Zeit zur Verfügung steht mein Wissen über schwedische Literatur nachhaltig ausbauen und das ist auch etwas wert.
Doch selbst nach diesem dicken Ding hatte ich noch nicht genug und holte mir zusätzlich ein, jawohl, ein Hörbuch. Ich dachte mir, daß dies bestimmt auch ein sehr gutes Sprachtraining sei, zumal sich der "Klappentext" auf der Rückseite auch interessant las. Interessant, naja, aber zumindest interessant, wenn man auch ein wenig mehr über Politik in Schweden erfahren will. Es heißt Min väg, mina val und Evrfasser ist der langjährige schwedische Premierminister
Göran Persson. Ich will das Buch nicht mit
Schröders Memoiren vergleichen, weil ich zum einen kein Interesse daran hätte dessen Buch zu lesen und ich es auch garnicht gelesen habe, um irgendwelche Ähnlichkeiten zwischen beiden Werken feststellen zu können. Zumindest sind beides rote Socken, die Gemeinsamkeit an sich ist ja shcon shclimm genug ;) Perssons Buch wird von einigen als langweilig, er hätte sich lieber mehr von James Bond inspirieren lassen sollen. Andere sind enttäuscht, weil er sich nur als "renodlad politisk maktmaskin", als "reine politische Machtmaschine" darstellt, und weniger als Mensch. Auch Jerker Pettersson sagt ähnliches, wenn er schreibt "Det är ingen spännande läsning. Det är en torr, subjektivt saklig beskrivning av den tid i Sverige som varit." - aber (für alle, deren Phantasie nicht ausreicht um aus dem schwedischen Satz die Kerninformation zu extrahieren) immerhin hält er dem Buch zu Gute, daß es eine "trockene sachliche Beschreibung" der damaligen Situation Schwedens ist, auch wenn es keine spannend Lektüre ist. Positiver formuliert es Robin Andersson im Satzfragment "ett måste för alla som intresserar sig för svensk politik och vår plats i världen", was soviel heißt wie, daß das Buch ein Muß für alle ist, die sich für schwedische Politik und den Platz Schwedens in der Welt interessieren. Das hört sich schon besser an. Und immerhin muß ich das ja nicht lesen, sondern darf es vom Verfasser vorgelesen hören, und so fand ich ja sogar Dieter Bohlens Hörbuch unterhaltsam, und das ist literarisch und inhaltlich vermutlich nicht wertvoller.
Nachdem ich also mit all jenen Artikeln schwer beladen den Weg zur Kasse antrat sondierte ich sorgsam die Lage. Nach welchen Kriterien wählt man die "richtige" Kasse aus, wenn die Schlangen überall ähnlich lang sind? Natürlich nach dem wichtigsten Kriterium, das einem zur Verfügung steht, also nach der Verkäuferin. So wartete ich also geduldig, bis sich
Leonora meiner annahm. Schon allein der Name ist natürlich ein Wohlklang. Umso enttäuschter war ich sodann, als sie mich emotionslos an die nächste Kasse abschob, weil ihr Kartenleser mit meiner Karte nicht zusammenspielen wollte. Leider wollte auch der nebenan nicht, weswegen ich schließlich zum Geldautomaten laufen und Bargeld holen mußte. Die Dame nebenan trug kein Namensschild, oder ich erinnere mich nicht daran, das ist aber auch nebensächlich. Als ich zurückkam mußte ich mich zwar nicht mehr anstellen, aber trotzdem vermutlich genauso lange warten, wie wenn ich mich nochmal angestellt hätte. Aber so eilig hatte ich es ja nicht, da wollte ich mich mal nicht beschweren. Zu tragen hatte ich ja sowieso schon schwer genug auf dem Heimweg ... soviel für den Moment, die nächsten Tage gibt es vielleicht endlich wieder ein wenig mehr.
Oh, und LILLA FICKD und KIFFE KIFFE waren Zeichenketten, die die Kassen bei irgendjemandem vor mir angezeigt hatten. In der Schlange rechts neben mir blinkte mir "LILLA FICKD" entgegen - vermutlich irgendein Wörterbuch - und in meiner eigenen Schlange kaufte ein kinderwagenschiebender Familienvater "KIFFE KIFFE". Schon seltsam manchmal, die schwedische Sprache ...
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 20.12.2007 um 18:34:52 Uhr
Martins beste Bilder, meine Top 5
So, inzwischen hätte ich Zeit wieder mehr zu schreiben, aber doch auch noch genug anderes zu tun und im Moment mehr Interesse zu lesen als zu schreiben.
Martins 12 besten Fotos 2007 nehme ich jedoch zum Anlaß um meine Top 5 daraus kurz zu kommentieren.
Streng genommen ist dieser Beitrag bereits Zweit- oder gar Drittverwertung, aber so gibt es wenigstens mal wieder einen kurzen Happen hier. Deswegen nun gleich zur Liste, an deren Ende mein Favorit steht und in deren Mitte gleichauf zwei ähnliche Bilder zu finden sind.

Mother&DaughterDieses Bild hat es ehrlicherweise nur in meine Auswahl geschafft, weil ich fünf Bilder haben wollte, sonst wäre es ja keine Top 5. Rot und Grün ist eben ein
Killerkontrast
Komplementärkontrast, der in dieser Bildkomposition durchaus interessant wirkt.
Through The Magic Of LightMein dritter Platz. Interessantes Bild, das eigentlich vor allem durch die deutliche Diagonale mit dem Hell-Dunkel-Kontrast mehr wie ein Gemälde als wie ein Foto wirkt.

The AwakeningErster Teil meines zweiten Platzes. An sich paßt der selbe Kommentar wie bei "My Deepest Desire", dem nächsten Bild.
Das Boot, das (vielleicht) vertraute Land und der freie Blick in das wunderbar bunte Treiben der Natur ...
My Deepest DesireZweiter Teil meines zweiten Platzes. Der Kontrast der Nähe, des Hier und Jetzt, der Steine, die vielleicht auf meinem Weg liegen könnten, und der schier endlose Blick in die weite Welt, die Zukunft, das fließende Wasser.
Dazu der Himmel, der sich mit zunehmender Entfernung immer weiter zu öffnen scheint ...Beide Bilder greifen für mich das selbe Motiv auf, sie wirken auf mich wie eine Illustration des Lebens, wobei man natürlich nicht immer an der Stelle, an der man gerade steht einen drohend schwarzen Himmel über sich sieht. Trotzdem war das das, was mir spontan in den Sinn kam, als ich die Bilder sah.

Hope And PainMein Favorit unter den Top 12. Düster, minimal, aber mit einem Lichtblick, der bis in den tiefsten Schatten reicht.
Ich finde es ganz passend, daß ich gerade Ketil Bjørnstad dazu höre ...
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 15.12.2007 um 22:46:19 Uhr
Behende, behende, naht das Periodenende
Nach langer Ruhe nun eine kurze Unterbrechung selbiger. Nun, noch habe ich keine Zeit für lange Ausführungen, aber dazu gleich mehr.
Angesichts meiner letzten Tage, wenn man es denn überhaupt so nennen will, fiel mir auf, was ein untrügliches Zeichen zu sein scheint, daß sich eine Period, also eine Vorlesungszeit, dem Ende neigt und somit mehrere Deadlines - die übrigens vermutlich deswegen Deadlines heißen, weil man bis zum Verstreichen jener immer halblebiger aussieht - in Sicht sind. Was heißt hier in Sicht, sie stehen vor der Tür, wenn sie nicht schon in der Tür stehen.
Und weil man, natürlich, nicht alle Projekte und Aufsätze schon vor Wochen geschrieben und erledigt hat kommt es nun geballt. Als nahezu logische Folgerung daraus, daß man ständig tagsüber irgendwelche Team-Meetings hat, um entweder ein Projekt tatsächlich substanziell voranzutreiben oder auch nur um Zeit zu verschwendendie weitere Arbeit an einem Projekt zu koordinieren, ergibt sich eine seltsame Verschiebung des Tagesablaufs. Oder anders gesagt, wird der "geregelte Tagesablauf eines Studenten" (ha, wenn das kein Paradoxon ist?) aufgehoben. Dunkel ist es sowieso ab mittags um drei, da macht es so gesehen kaum einen Unterschied ob es nun morgens oder mittags ist.
So versuche ich nun also durch Aufhebung geregelter Schlafzeiten - im Übrigen als Notiz an diejenigen, die mir damals in
PKK, und ich meine selbstverständlich keine Arbeiterpartei, "Schläfer" in mein Skript gekritzelt haben, falls sie denn mitlesen, fallen meine Schlafzeiten inzwischen größtenteils nicht mehr unbedingt mit meinen Vorlesungszeiten zusammen - dem erhöhten Arbeitsaufkommen Herr zu werden.
Diese "Taktik" scheint, mal wieder, auch aufzugehen, zumindest soweit ich es im Moment abschätzen kann. Das meiste sollte schon geschafft sein, so daß ich mir morgen, also später, wohl sogar erlauben werde bei der geplanten Weihnachtsbäckerei tatkräftig mitzumischen. Zumindest rede ich mir das erfolgreich ein.
Positiv anmerken muß ich noch, daß ich zwar nun die letzten Tage viel beschäftigt war und bin, aber dafür habe ich für meine vier Vorlesungen nur eine Klausur zu schreiben, was ja auch nicht zu verachten ist.
Nun steht aber erstmal eine Pause an, bevor ich irgendwann später, wenn ich mich dann wieder aufraffen konnte, weiter meine noch ausstehenden Aufgaben erledige ... so ist es eben, das faule Studentenleben.
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 02.12.2007 um 04:33:52 Uhr
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