bloggen » 11/2007
punktpunktblog
Straßenrobotermobile
Gestern habe ich mir, obgleich ich genug anderes zu tun hätte, den Live Stream der DARPA Urban Challenge angeschaut. So habe ich wenigstens diverse Unterlagen sortiert und abgelegt, was ja bestimmt auch nicht verkehrt war.
Viele fänden es wahrscheinlich nicht weiter spannend komischen Fahrzeugen zuzusehen, wie sie auf einem abgeschlossenen Gelände meist gemächlich umherfahren. Doch der Interessierte weiß: Da steckt mehr dahinter.
Der eine oder andere erinnert sich vielleicht an die "Grand Challenge" vor zwei Jahren, als die DARPA autonome Fahrzeuge in die Wüste schickte. Vor drei Jahren kam noch kein Fahrzeug ins Ziel, 2005 waren es dann immerhin fünf. Die
Urban Challenge war nun eine Nachfolgeveranstaltung bei der autonome Fahrzeuge nicht mehr nur durch die Wüste fahren mußten, sondern durch eine simulierte Stadt, oder jedenfalls ein Gelände mit Straßen, Häusern und Verkehr. Dabei mußten sie nicht nur fahren, sondern sich auch an die californischen Verkehrsregeln halten. Auf den Straßen befanden sich auch außer den Maschinen noch ein paar menschliche Fahrer, um Verkehr zu simulieren.
Das muß man sich mal überlegen: Da fahren Automobile vollständig automobil, ohne direkte menschliche Hilfe, nur gesteuert von Programmen, die zwar ihrerseits Menschen geschrieben haben, aber beim Fahren an sich mußte und durfte kein Mensch eingreifen. Ich finde das faszinierend, daß bei diesem Wettbewerb sechs Fahrzeuge ins Ziel kamen, auch wenn die beiden deutschen Teams während der ersten Mission im Finale leider ausschieden. Da sieht man, wie weit die Technik inzwischen ist. Natürlich wäre es langweilig, wenn man gar nicht mehr selbst fahren müßte, aber es forschen ja auch Automobilhersteller immer mal wieder in dieser Richtung, Stichwort
Fahrassistenzsysteme.
Und wen es interessiert, hier noch die ersten drei Plätze bei diesem einmaligen Spektakel:
- "Boss", Tartan Racing, Carnegie Mellon University (Pittsburgh, Pennsylvania)
- "Junior", Stanford Racing Team, Stanford University (Stanford, Kalifornien)
- "Odin", Victor Tango, Virginia Tech,
Blacksburg, Virginia
Ach, und Junior, der Nachkomme von Stanley, is übrigens ein VW Passat und auch sonst hat das Stanford Racing Team noch mindestens fünf deutsche Mitglieder. Aber das ist an sich nicht so wichtig. Ich fand die Veranstaltung faszinierend und kann voller Stolz behaupten: ich hab live zugeschaut und fand es durchaus sehenswert. Zum Beispiel als das Ungetüm vom MIT mal wieder verloren im Wüstenabschnitt sich zu orientieren versuchte, oder der Prius, der wie ein Mann mit Hut fuhr ... der Stream hatte zwar durchaus seine Längen, aber welche Sendung hat das nicht?
Ich bin schon gespannt, ob es wieder mal so eine Veranstaltung gibt, die DARPA plant bisher zumindest nichts mehr in dieser Richtung, sagte jedenfalls Dr. Tony Tether gestern. Aber irgendjemand wird bestimmt eine neue Aufgabe einfallen.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 04.11.2007 um 21:42:17 Uhr
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