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bloggen » 09/2007

punktpunktblog

Von Freiheit, Sprache und Kultur

"Es ist mal wieder an der Zeit, ein paar Lines zu droppen", könnte man sagen, wenn man das wollte. Doch das will man nicht. Trotzdem kann ich wieder einmal einige Zeilen über meine Erlebnisse in Stockholm berichten.

Was man nach gut einem Monat in Schweden nicht übersehen kann: Vermutlich verbringt über die Hälfte der Schweden über die Hälfte ihrer Lebenszeit mit telefonieren. Ob auf der Straße, in der Fußgängerzone, in der Wikipedia-LinkTunnelbana, im Bus, einfach überall. Nahezu jeder hier scheint ein mobiles Telekommunikationsendgerät mit Wikipedia-LinkFreisprecheinrichtung zu besitzen und auch regelmäßig zu benutzen. Das interessante an den hier oft benutzten Freisprecheinrichtungen ist jedoch, daß sie meiner Ansicht nach nicht so frei benutzt werden, wie der Name es verheißt. Man kann oft beobachten, wie sie, vorwiegend weibliche Schwedinnen habe ich dabei bislang beobachtet, diesen kleinen länglichen Knubbel am Kabel, man könnte Mikrofon dazu sagen, vor ihre Sprecheinrichtung, man könnte Mund dazu sagen, zerren um hineinzureden.
Dies entspricht nicht unbedingt meinem Idealild einer "Freisprecheinrichtung", denn so ist doch meist zumindest eine Hand an das Kabel gebunden, und das obwohl mobile Telekommunikationsendgeräte für gewöhnlich gar keine Kabel zu haben pflegen.
Aber wen es erfreut, der soll ruhig so telefonieren, es sieht für meine Augen nur gewöhnungsbedürftig aus.


Zudem habe ich heute, was für den kulturell interessierten Teil derjenigen, die über diesen Absatz stolpern vielleicht interessant sein könnte, aus verläßlicher Quelle, nämlich von einer netten Schwedin in unserer Küche, erfahren daß die Schweden stärker von den vereinigten Staaten jenseits des Teiches, denn von den vereinigten Staaten Europas beeinflußt werden. Das hat vor allem mit etwas zu tun, was ich spontan eher als Vorteil gesehen hätte, was man jedoch auch als Nachteil sehen kann. Denn in Schweden werden viele Sendungen im Fernsehen in der englischen Originalversion mit schwedischen Untertiteln gezeigt. Dies führt zum einen dazu, daß die Schweden im Allgmeinen ein sehr gutes Englisch sprechen, zum anderen jedoch auch dazu, daß sie vielleicht weniger eigene "Kultur" entwickeln, da sie so stark von amerikanischen Inhalten beeinflußt werden. Nun, ich kann das bisher nicht beurteilen, aber wenn eine Schwedin, die ich mir schwedischer kaum vorstellen könnte dieser Ansicht ist, könnte da schon etwas dran sein. Es ist auch nicht ganz abwegig, daß die schwedische Sprache am omnipräsenten Englisch ein wenig leiden könnte.
Auf der anderen Seite muß darf man jedoch auch nicht vergessen, daß auch im deutschen Fernsehen ebenfalls viele Serien amerikanischen Ursprungs gezeigt werden, wenngleich auch später, da sie erst synchronisiert werden.

Nun, ich werde das Thema versuchen im Auge zu behalten. Als sprachlich interessierter und schwedisch lernender Mensch ist es nicht verkehrt, ein wenig über all das zu erfahren.
Übrigens, ein Punkt der damit zusammenhängt und ebenfalls wenig verwunderlich ist: Es ist wohl nicht ganz einfach als "nicht muttersprachlicher Schwede" mit Schweden Schwedisch zu reden, da diese doch ganz gern auf Englisch umschwenken, was natürlich für mich als potentieller Schwedisch-Stammler die einfachere Alternative darstellt, aber mir bei meinen Schwedisch-Anfängen wenig hilft. Nun, bisher bin ich noch ganz glücklich auch auf schwedische Fragen einfach auf englisch antworten zu können, doch so ganz ideal um eine Sprache zu lernen ist das nicht.

Soviel erstmal zu meinen bisherigen Beobachtungen und Bemühungen. Der Sommer scheint nun auch vorbei zu sein, heute regnet es schon den ganzen Tag ...

Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 08.09.2007 um 15:03:56 Uhr



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