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bloggen » 08/2007

punktpunktblog

Ein wenig Ordinäres

Es ist ja so, daß man hier in Schweden, insbesondere natürlich im Mob der Austauschstudenten, neben Schwedisch vor allem die verschiedenenen Muttersprachen zu hören bekommt. Und da macht man sich natürlich seine Gedanken. Mir ist aufgefallen, und ich möchte damit niemandem, der diese Sprachen spricht zu nahe treten, denn dies ist nur eine sprecherunabhängige Beurteilung über den Klang einer Sprache im Allgemeinen, doch nichtsdestotrotz ist mir aufgefallen, daß Sprachen verschieden klingen. Diese Beobachtung dürfte für die meisten Leser keine Weltneuheit darstellen. Doch mir ist noch mehr aufgefallen, denn es gibt sprachen, die klingen "ordinärer", "vulgärer" als andere.
Natürlich wäre es irreführend, vielleicht gar unpassend, diese Sprachen als Wikipedia-LinkVulgärsprachen zu bezeichnen, doch der Wikipedia-Linkvulgäre Klang ist meinen Anhörungen nach unüberhörbar.

Doch bevor ich die Katze - genaugenommen Katzen, aber es wäre nun sowieso zu überlegen, ob die Katze im Sprichwort tatsächlich ein Singular ist oder mehr symbolisch gemeint ist, aber darum soll es nun nicht gehen - aus dem Sack lasse noch ein paar kurze Definitionen aus dem Hause DDuden, entnommen aus den Büchern "DUDEN Fremdwörterbuch" und "DUDEN Rechtschreibung 22. Auflage" meiner veralteten "PC-Bibliothek 2.0":

or|di|när <lat.-fr.>:

1. (abwertend) unfein, vulgär. 2. alltäglich, gewöhnlich; ordinärer Preis: Ordinärpreis.

or|di|när <franz.>:

gewöhnlich, alltäglich; unfein, unanständig

vul|gär <lat.-fr.>:

1. (abwertend) auf abstoßende Weise derb u. gewöhnlich, ordinär. 2. zu einfach u. oberflächlich; nicht wissenschaftlich dargestellt, gefasst.

vul|gär <lat.>:

gewöhnlich; gemein; niedrig


Nachdem nun also die Begrifflichkeiten geklärt sind kann ich zum Inhalt übergehen, oder es zumindest versuchen. Sprachen war das Thema, genauer der Klang von Sprachen. Ich sehe mich hier also einer babylonischen Sprachenvielfalt ausgesetzt, die mich natürlich zu Überlegungen bringt, auf die ich sonst kaum gekommen wäre. Und während ich verschiedenes höre fällt mir auf, daß manche Sprachen irgendwie ordinärer klingen als andere.
Dabei habe ich nur zwei Sprachen im Ohr, einsam an der Spitze: Wikipedia-LinkSpanisch. Wirklich, ich finde Spanisch hört sich schlimm an. Gefolgt von - na von was wohl? - Wikipedia-LinkÖsterreichisch. Deutsch finde ich ja schön, aber diese Wikipedia-Linkösterreichische Ausgestaltung meiner Muttersprache finde ich bisweilen doch etwas befremdlich und ordinär klingend. Aber das versteh ich wenigstens und weiß, daß der Inhalt meist weniger ordinär ist als der reine Klang, was ich vom Spanischen weniger behaupten kann.

Darüberhinaus scheinen sich Spanier mit dem Lernen von Schwedisch relativ schwer zu tun, wie auch viele Asiaten, während Deutsche, Österreicher und Schweizer mit der Sprache besser zurechtkommen, was aber auch nicht weiter überrascht, schließlich versteht der Durchschnittsdeutsche, so es ihn denn gibt, in einem schwedischen Text bestimmt mehr Wörter, ohne daß er auch nur in Ansätzen Schwedisch kann, als zum Beispiel ein Chinese. Es fängt ja schon damit an, daß der Chinese ein Kinese ist. Und der Pole, ohne ihn zu diskriminieren, ein Polack. Davon könnte ich, trotz meiner sehr begrenzten Schwedischkenntnisse, bestimmt noch einige mehr aufzählen, aber ich habe ja auch noch anderes zu tun. Eine Liste mit ähnlichen Wörtern im Schwedischen habe ich leider nicht gefunden, wer eine weiß darf mir den Verweis gerne zukommen lassen, dafür bin ich über Wikipedia-LinkList of false friends between Swedish and English (alternativ natürlich auch Wikipedia-LinkLista över falska vänner mellan svenska och engelska) gestolpert, auch eine schöne Liste.

Für heute habe ich jetzt aber genug über Sprachen geschrieben, nun sollte ich statt schreiben vielleicht besser lernen. Oder alternativ auch erstmal etwas essen ...

Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 25.08.2007 um 13:49:09 Uhr



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