bloggen » 08/2007
punktpunktblog
Erstkontakt und Deutsche Sprache
Nachdem ich nun schon einige Tage hier verweile, täglich ein wenig im Zentrum umherstreife, habe ich gestern abend das erste Mal einen von meinem Flur getroffen. Pablo. Schreibt seit kurzem an seiner Masterarbeit. Er scheint ganz nett, meinte, daß der Flur im letzten Jahr sehr sauber gewesen sei, und daß das auch so bleiben soll. So seh ich das auch.
Außerdem habe ich endlich ein Konto eröffnet. Zwar war ich entgegen der Anweisung schon zwischen zwölf und eins und nicht erst nach zwei in der Bank, aber ich hab mir auch eine Bank ausgesucht, die nicht primär nah an der KTH ist sondern eher für mich einfach per Tunnelbana erreichbar ist. Also ging ich in die Filiale, und unterhalte mich mit der Frau am Schalter. Man kommt ein wenig ins Gespräch, und sie wunderte sich über ein Formular, das ich dabei habe. Nachdem ich gesagt hatte, daß bei unserer Info-Veranstaltung am Freitag zwei "Jungs" von der Nordea da waren und etwas erzählt haben, und daß das Formular aus diesen Unterlagen ist, die wir dort bekommen haben meinte sie, daß einer der beiden ihr Freund war. Er habe ihr aber nichts von dem Formular gesagt. Im letzten Jahr wäre sie in einer Filiale näher an der KTH gewesen und von Studenten überrannt worden, da habe es dieses Formular noch nicht gegeben. Ach, und zu allem Überfluß arbeitet die Schwester ihres ehemaligen Freundes in Deutschland, in der Nähe von München.
Nun warte ich eben, bis ich Post von der Bank bekomme.
Da ich im Moment keine Energie zu meinen Schwedisch-Hausaufgaben habe höre ich eben ein paar Podcasts, die ich noch aus Deutschland mitgebracht, aber bisher nicht gehört habe. Und mit was für einem Thema fange ich an? Natürlich mit dem ersten Podcast meiner iPodcasts-Playlist, eine Episode von SWR2 Leben. Der vom 30.07.2007: Schlüsselerlebnis Knast. Ein Wohnheim ist kein Knast, aber einem solchen doch ähnlicher, als die WG, in der ich bisher wohnte. Das kam mir spontan während dem Hören.
Inzwischen läuft "Sprachbar | Deutsch Lernen | Deutsche Welle" - Thema: Seiten. Sehr hörenswert, für Menschen, die sich an Sprache erfreuen können. Ob Abseits, Dunkle Seite, Sonnenseite, Grüne Seite, Gelbe Seiten, Seitenhieb, Seitensprung ("für viele ist er ein schöner Sport, schon weil man davon selten Seitenstechen bekommt"), Schlagseite oder vom auf die Seite legen und auf die Seite schaffen.
Schon geht es um "Deutsches Französisch", wo bemerkt wird, daß bereits Goethe im Faust schrieb: "Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, aber er mag ihre Weine." Ob Flaire oder baiser. Friseur, Parterre, Negligee oder Blamage. Vieles, was sich zwar französisch anhört, aber zumindest nicht das heißt, was der gemeine Deutsche darunter verstehen würde.
Jetzt geht es um Vor-Gehen. Der Wortverdreher Heinz Erhardt wird erwähnt, umgehen, übergehen, durchgehen, vergehen, eingehen, aufgehen, zugehen. "Die Rechnung ist aufgegangen, der Mond ist aufgegangen. Auch schön. Der Reißverschluß ist aufgegangen." Und so weiter. Begehen, entgehen, angehen, ergehen und abgehen. Und noch vielee mehr.
Sozusagen ist auch gut. Im Grunde, in der Tat und in gewisser Weise. Kann man alles oftmals weglassen, sagt der Sprecher.
Genauso hörenswert: "Hast Du da noch Töne?! Von dem rechten und dem guten Ton. Und vom Anschhlagen scharfer Töne, anderen Saiten und dem Beibringen von Flötentönen. "Die Ton macht die Musik und der Zweck heiligt den Lärm." Monotonie, Tönungen, große Töne spucken, Leisetreter ("man kann sagen, ein fieser Charakter") und den höchsten Tönen.
Nach der Sprachbar nun das Stichwort. Zuerst "Thron. Beginnend mit der Elli von der Insel, aber ich denke bei Thron jetzt ja nur noch an Silvia (und ihre Töchter). Nach einem kurzen Exkurs zu Salomo geht es zurück in die Gegenwart. Daß der Toilettensitz auch als Thron bezeichnet werden kann war mir neu, aber gut zu wissen.
Von der Landpartie gehts dann zum Picnic, wo ich natürlich sofort an Picknicker denke.
Anschließend wird die Schiene gewürdigt, sich mit dem Profil auseinandergesetzt und am Ende wird es Naß. Was Naß so alles bedeutet: "widerlich, verschlagen, ohne Geld". Und auch den Begriff "Nassauern" kannte ich auch noch nicht.
Aber es soll hier ja nicht um deutsch, sondern höchstens um schwedisch gehen, deswegen beende ich diesen Ausflug in heimatliche Sprachgefilde ganz schnell.
Überhaupt habe ich am zweiten Tag sogar mein Mobiltelefon auf englisch umgestellt, weil mir deutsch irgendwie komisch vorkam.
Und nebenbei bemerkt, es ist geradezu eine Sünde bei diesem sonnigen Wetter, das ich gestern hier genießen durfte, daheim zu sitzen, aber Schwedisch lernt man doch nicht ganz allein vom in der Sonne sitzen ...
Eigentlich sollte es noch ein paar Bilder geben, aber das werd ich wohl auf demnächst verschieben ... jetzt muß ich erstmal in den Schwedisch Kurs.
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 07.08.2007 um 08:54:19 Uhr
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