bloggen » 08/2007
punktpunktblog
Ankunft in der Fremde
So, nun ist es so weit und die letzten Monate werden irgendwann vielleicht aufgearbeitet, erstmal gibt es nun aber topaktuelles aus Stockholm. Jawohl, Stockholm. Die meisten Leser wird das wenig überraschen, sie wissen schließlich, daß ich seit dem ersten August rund zehn Monate an der KTH in Stockholm studieren werde.
Nun war der Tag des Abschieds gekommen. Am Vortag wurde mit tatkräftiger Unterstützung die Wohnung noch vollends ausgeräumt, aufgrund meiner überaus freundlichen Vermieter war das kein allzugroßer Aufwand, so daß ich am Abend die Wohnung verlassen konnte und gnädigerweise bei meinem erneut chauffierenden Freund Daniel nächtigen durfte.
Die Nacht war kurz, dann ging es los nach Hahn. Mit FK10 starteten wir im
Golf in den Tag. Beim Einchecken kam, was kommen mußte: Übergewicht. Also nicht ich, das wurde zumindest nicht geprüft, sondern meine Reisetasche. 10 Kilogramm. Zehn, wie in FK10. Nur der Unterschied: FK10 kostet vielleicht ein fünftel. Nunja, ich will mich nicht beschweren, schließlich bin ich selber schuld - so hat sich der Flug wenigstens nicht nur für mich, sondern auch für Ryanair gerechnet.
Ich fürchtete schon ausgiebige Untersuchungen meiner Spielzeuge im Handgepäck und scherzte prophylaktisch mit dem Sicherheitspersonal, das sich wahrscheinlich dachte ich sei ein komischer Vogel - mehr Vogel als komisch ... doch die ließen mich schnell in Frieden, so daß ich nach ewigem dösigem Warten, welches mir mein nano durch aktuelle Nachrichten verkürzte, endlich losging.
Ich ergatterte mir auch einen Fensterplatz. Das hab ich natürlich genutzt, um ein paar Bilder zu machen. Über Schweden hab ich mich dann gefragt, ob in Schweden überhaupt Menschen leben, da man stellenweise außer Wald und Wasser nichts gesehen hat.



So flog ich dann begleitet von Audrey und The Book of Daniel in Stockholm ein. Was kann es schöneres geben?
Dort angekommen folgt erneutes Warten. Der Flug kam zwar eine Viertelstunde früher als geplant an, aber bis erste Gepäckstücke übers Band fuhren verging mindesten eine halbe Ewigkeit, wenn nicht länger.
Als ich endlich meine sieben Sachen zusammen hatte irrte ich ein wenig in und um den Flughafen herum, um ein Ticket für den Airport Bus nach Stockholm Centralen zu bekommen. Doch auch diese Schlacht konnte ich für mich entscheiden. Mit 25 KG auf dem Rücken und ich will garnicht wissen wieviel rollend in der rechten.
Im Bus dämmerte ich dann irgendwann ein - die Fahrt dauerte auch anderthalt Stunden und außer - was auch sonst - Wald, war nicht allzuviel zu sehen.
In Stockholm angekommen sah ich relativ schnell meine beiden Buddys Linda und Färham. Dank dieser beiden war der restliche Tag sehr entspannt für mich und wohl auch die anderen drei, die die beiden noch im Rahmen des Buddy-Programms umsorgen.
Nach dem Schlüsselabholen geleitete mich Färham, der auf dieser Etappe das Kreuz meiner Tasche auf sich nahm, zum Wohnheimzimmer, das größer ist, als ich mir erträumt hätte. Zwar muß ich wohl erstmal in den nächsten Tagen alles wischen - es ist nicht offensichtlich dreckig, sondern recht ordentlich, aber ich will einfach am Anfang mal sauber gemacht haben und die Aussicht könnte auch besser sein, aber ich denke ich habe es ganz gut erwischt.
Mit den Schlüsseln gab es dann kleinere Problemchen, die mit Pärhams Hilfe und dem Hausmeister bewaffnet mit Werkzeug und einem Zauberspray jedoch zügig behoben werden konnten.
Nun habe ich also ein neues Reich. Noch netzlos, das kommt noch. Erst Antrag ausfüllen, dann Mietvertrag kopieren, dann abschicken, dann rund 10 Tage warten, dann mal sehen ... und vielleicht noch einen Router beschaffen, weil wegen - ihr wißt schon.










Nachdem ich mich ein wenig mit meinem neuen Heim vertraut gemacht habe und vor allem mein Gepäck dort abgestellt hatte ging es wieder in Richtung KTH, denn wir wollten uns nochmal treffen, um zusammen zu essen. Außerdem wollten wir noch die vierte - eine Estin - aufsammeln. Das hat dann auch gut geklappt und mein erstes Essen in Stockholm war eine Pizza Quattro Formiaggi. Schmeckte ein wenig anders als in Deutschland, aber Pizza schmeckt ja sowieso von Pizzeria zu Pizzeria verschieden.
Nach dem Essen gings dann kurz zum "minglen" ins Nymble - da vermischte sich also etwas. Nur was? Die Deutschen sah ich meist auf einem Haufen sitzen oder stehen und deutsch reden oder irgendwelche Frauen angraben.
Da die Japanerin, um die sich meine Buddys auch kümmern, ein Zimmer erwischt hat, das der Vormieter wohl nicht so sauber verlassen hatte gingen die Buddys mit dieser ihr Zimmer putzen. Es war noch früh, ich hatte noch keine Lust gleich heimzugehen und schlug vor, noch ein wenig spazieren zu gehen, da ich noch etwas von der angeblich schönen Stadt, in der ich die nächsten Monate verbringen werde sehen wollte.
Für den ausgiebigen Spaziergang blieben natürlich nur noch zwei übrig. Würde ein gewisser Ludwig das lesen, würde er vermutlich grinsen und stolz auf mich oder auch seinen vermeintlichen Einfluß sein, den man in meine Formulierungen hineininterpretieren könnte, wenn man wollte. Vielleicht. Natürlich wäre das eine grobe Mißinterpretation meiner Schilderung. Jedenfalls hatte ich einen prima Tourguide bei meiner ersten Stockholm-Erkundung, da die Estin schon mehrmals in Stockholm war, weil ihre Mutter hier seit einem Jahr arbeitet.
So hab ich also schon allerhand gesehen, und finde Stockholm bisher wirklich sehr schön. Und das gilt auch für seine Bewohner. Man kann von Klischees halten was man will, aber mit meiner relativ kleinen Stichprobe von nur einem Spaziergang könnte ich schon so manches Schweden-Vorurteil bestätigen. Das werde ich im Auge behalten.
Das einzige seltsame ist, daß ich im Kopf irgendwie noch nicht ganz angekommen bin. Manchmal dachte ich mir heute, ich mache mal die Augen zu und wieder auf, und sitze dann wieder in Karlsruhe. Doch das geht natürlich nicht. Soll auch nicht.
Mein erster Eindruck ist positiv und ich bin schon auf die nächsten Tage gespannt!
Kommentare: 1. Geschrieben am 04.08.2007 um 13:10:40 Uhr
.. kommentieren
(Die rot bzw. mit * markierten Felder müssen ausgefüllt werden.)
Glückwunsch
erst einmal nachträglich (um ein paar minuten verpasst) zum Geburtstag und dann natürlich ein herzliches Wilkommen hier bei uns in Schweden :-D.
Meine Stieftochter ist zur Zeit auch in Stockholm für ein paar Wochen bei ihrem Vater, ich überlege ob ich euch beiden nicht einfach mal nächstes Wochenende besuchen sollte :-), natürlich nur wenn du nichts dagegen hast. Wir können dann natürlich auch die ganze zeit Schwedisch sprechen, wenn du Angst hast so zu werden wie die anderen Deutschen ;-).
Ah ich darf natürlich nicht versäumen auf mein cooles Forum zu verweisen: http://jeenaparadies.net/auswanderung-schweden/
.. geschrieben von Jeena Paradies .. www .. am 05.08.2007 um 00:30:39