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Einträge in 08/2007
Ein wenig Ordinäres
Es ist ja so, daß man hier in Schweden, insbesondere natürlich im Mob der Austauschstudenten, neben Schwedisch vor allem die verschiedenenen Muttersprachen zu hören bekommt. Und da macht man sich natürlich seine Gedanken. Mir ist aufgefallen, und ich möchte damit niemandem, der diese Sprachen spricht zu nahe treten, denn dies ist nur eine sprecherunabhängige Beurteilung über den Klang einer Sprache im Allgemeinen, doch nichtsdestotrotz ist mir aufgefallen, daß Sprachen verschieden klingen. Diese Beobachtung dürfte für die meisten Leser keine Weltneuheit darstellen. Doch mir ist noch mehr aufgefallen, denn es gibt sprachen, die klingen "ordinärer", "vulgärer" als andere.
Natürlich wäre es irreführend, vielleicht gar unpassend, diese Sprachen als
Vulgärsprachen zu bezeichnen, doch der
vulgäre Klang ist meinen Anhörungen nach unüberhörbar.
Doch bevor ich die Katze - genaugenommen Katzen, aber es wäre nun sowieso zu überlegen, ob die Katze im Sprichwort tatsächlich ein Singular ist oder mehr symbolisch gemeint ist, aber darum soll es nun nicht gehen - aus dem Sack lasse noch ein paar kurze Definitionen aus dem Hause
Duden, entnommen aus den Büchern "DUDEN Fremdwörterbuch" und "DUDEN Rechtschreibung 22. Auflage" meiner veralteten "PC-Bibliothek 2.0":
- or|di|när <lat.-fr.>:
1. (abwertend) unfein, vulgär. 2. alltäglich, gewöhnlich; ordinärer Preis: Ordinärpreis.
- or|di|när <franz.>:
gewöhnlich, alltäglich; unfein, unanständig
- vul|gär <lat.-fr.>:
1. (abwertend) auf abstoßende Weise derb u. gewöhnlich, ordinär. 2. zu einfach u. oberflächlich; nicht wissenschaftlich dargestellt, gefasst.
- vul|gär <lat.>:
gewöhnlich; gemein; niedrig
Nachdem nun also die Begrifflichkeiten geklärt sind kann ich zum Inhalt übergehen, oder es zumindest versuchen. Sprachen war das Thema, genauer der Klang von Sprachen. Ich sehe mich hier also einer babylonischen Sprachenvielfalt ausgesetzt, die mich natürlich zu Überlegungen bringt, auf die ich sonst kaum gekommen wäre. Und während ich verschiedenes höre fällt mir auf, daß manche Sprachen irgendwie ordinärer klingen als andere.
Dabei habe ich nur zwei Sprachen im Ohr, einsam an der Spitze:
Spanisch. Wirklich, ich finde Spanisch hört sich schlimm an. Gefolgt von - na von was wohl? -
Österreichisch. Deutsch finde ich ja schön, aber diese
österreichische Ausgestaltung meiner Muttersprache finde ich bisweilen doch etwas befremdlich und ordinär klingend. Aber das versteh ich wenigstens und weiß, daß der Inhalt meist weniger ordinär ist als der reine Klang, was ich vom Spanischen weniger behaupten kann.
Darüberhinaus scheinen sich Spanier mit dem Lernen von Schwedisch relativ schwer zu tun, wie auch viele Asiaten, während Deutsche, Österreicher und Schweizer mit der Sprache besser zurechtkommen, was aber auch nicht weiter überrascht, schließlich versteht der Durchschnittsdeutsche, so es ihn denn gibt, in einem schwedischen Text bestimmt mehr Wörter, ohne daß er auch nur in Ansätzen Schwedisch kann, als zum Beispiel ein Chinese. Es fängt ja schon damit an, daß der Chinese ein Kinese ist. Und der Pole, ohne ihn zu diskriminieren, ein Polack. Davon könnte ich, trotz meiner sehr begrenzten Schwedischkenntnisse, bestimmt noch einige mehr aufzählen, aber ich habe ja auch noch anderes zu tun. Eine Liste mit ähnlichen Wörtern im Schwedischen habe ich leider nicht gefunden, wer eine weiß darf mir den Verweis gerne zukommen lassen, dafür bin ich über
List of false friends between Swedish and English (alternativ natürlich auch
Lista över falska vänner mellan svenska och engelska) gestolpert, auch eine schöne Liste.
Für heute habe ich jetzt aber genug über Sprachen geschrieben, nun sollte ich statt schreiben vielleicht besser lernen. Oder alternativ auch erstmal etwas essen ...
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 25.08.2007 um 13:49:09 Uhr
Kötbullar, Musik und Stihl
Wie angekündigt nun weiteres von Stockholms Kulturfestival.
Nach Mathias Algotsson, wir erinnern uns, ging es am nächsten Tag mittags mit Waver (MySpace) weiter. Die beiden waren auch ganz gut hörbar.
Und weil ich sowieso schon dort war, habe ich mir auch noch Camela angehört, die mich aber nicht so vom Hocker gerissen haben. Zugegeben, es waren auch keine Hocker da, sondern Bier Bänke, aber so genau nehme ich es ausnahmsweise mal nicht.
Am nächsten Tag fand ich mich früher als geplant an jenem Platz ein, an dem ich auch schon die letzten beiden mittage zumindest partiell verbracht hatte. Nun spielte eine kleine Band unter Führung eines älteren Herren auf, namentlich Svante Thuresson med Peter Johannesson Sixtus Band, der einige ältere Zuhörerinnen aus dem Häuschen trieb.
In der Mittagspause nutzte ich dann die Gelegenheit für ein schwedisches Essen:
Köttbullar. Für rund 6-7 EUR - aber außer dem Plastikbesteck fand ich das in Ordnung, weswegen ich mich an dieser Stelle nicht über erhöhte Preise beschweren möchte, denn geschmeckt hat es auch und die Portion war für mich ebenso ausreichend.
Hernach folgte ein weiterer Glanzpunkt abendländischer Kultur .... Würde man sich das Idealbild einer Schwedin vorstellen, blond, attraktiv, typisch schwedischer Stil, engelsgleiche Stimme, so würde man vermutlich nahe bei Sofia Talvik (MySpace) herauskommen.
Doch nicht nur damit konnte sie punkten, auch ihre Intrumentierung, also die ihrer Band, gefiel mir. Neben Kontrabaß und Cello kam auch ein
Cajon, zurzeit wohl ein Trendinstrument, und zwei Gitarren zum Einsatz.


Dieses Begeisterungsniveau konnte durch Highland Fling (MySpace: Emily McEwan) nicht gehalten werden. Sie waren nicht schlecht, aber sie kamen eben an Sofia Talvik meiner Ansicht nach nicht heran.
Des Abends machte ich mich dann auf den Weg zur Darbietung von Houman Sebghati (Homepage), einem schwedischen Rapper.
Nun, anfangs war es doch sehr leer, doch mit der Zeit wurde es ein wenig voller.
Ich bin Hip Hop mit Niveau ja ganz und garnicht abgeneigt, doch war es für mich, wohl verständlicherweise, eher schwierig viel von seinen schwedischen Texten zu verstehen. Seiner Vorstellung, also wie er heißt und wie alt er ist konnte ich noch relativ gut folgen, darüber hinaus leider kaum noch, weswegen ich mir kein Urteil über seine Texte erlauben kann. Auch in den Weiten des Netztes konnte ich nichts finden, was mich diesbzüglich erhellen hätte können, weswegen ich zum werten Houman nicht viel mehr sagen kann, außer daß es sich nicht allzu schlecht anhörte.

Bei meiner Recherche bin ich jedoch noch auf weitere, wohl bessere Bilder von jenem Konzert gestoßen, dem ich beiwohnte.
Am für mich letzten Tag hörte ich mir zuerst Sofi Hellborg mit ihrer Band an. Ehrlich gesagt hat mir das wirklich kaum gefallen, und der Gitarris, links im Bild, sah die ganze Zeit so aus, als täte ihm etwas weh. Aber wahrscheinlich sieht er nur so leidend aus, jedenfalls will ich zu dieser Gruppe keine weiteren Worte verlieren sondern lieber mehr zum folgenden Akt.
Jenen beherrschte eine Junge Frau, Janina. Mit angenehmer Stimme trug sie mit den ihren abwechslungsreiche Lieder vor, die mir gefielen.

Aber sie sang nicht nur und spielte Gitarre, nein sie setzte sich auch mal ans Klavier oder blies in die
Melodica. Übrigens scheint meinen Beobachtungen nach die Melodica in Schweden ein relativ bliebtes Instrument zu sein, doch das nur am Rande.
Weil ich die vielseitige Janina also für eine junge unterstützenswerte Künstlerin hielt bereicherte ich sie nicht nur durch meine bloße Anwesenheit sondern erstand auch einen ihrer Tonträger. Sogar mit Unterschrift und Grüßen! Höchstpersönlich von Janina geschrieben, wohlgemerkt.
Und weil ich von Janina im Vorfeld wenig finden konnte dachte ich mir, nutze ich die Gelegenheit für ein weiteres kurzes Video für alle, die sich einen kleinen Eindruck machen wollen. Ich muß zugeben, ich bin ein wenig davon enttäuscht, was GoogleVideo aus meinem Rohmaterial macht, aber ich bin zu faul dem nachzugehen und zu unfähig die Videos erst selbst anständig zu skalieren (da ich hier gut angebunden bin kümmert mich wenig, mal eben über 100 MB in 640x480 Pixel hochzuladen um nachher etwas in Briefmarkengröße anschauen zu können).
So fand das Kulturfestival für mich auch noch einen schönen Abschluß, auch wenn nicht alles, was ich gehört habe überragend war, insgesamt hat es sich auf jeden Fall gelohnt, dort gelegentlich vorbeigeschaut zu haben.
Ganz am Ende noch etwas, wo ich ganz versehentlich reingeraten bin, mich aber gerade noch herausretten konnte. Ich lief, nichtsahnend, über einen Platz, sah einen LKW Eisblöcke ausladen, dachte mir aber nichts dabei. Dummerweise lud er seinen Ballast genau auf der Route aus, die ich zu gehen im Sinn hatte. Davon ließ ich mich natürlich nicht irritieren, doch auf einmal stand neben mir eine Frau mit einer größeren Kamera die auf eine andere Frau, die neben mir stand gerichtet war. Sodann ergriff ich schnell die flucht in den Hintergrund, um dem Spektakel aus sicherer Entfernung zuzusehen.

Natürlich ging es um ein Kunstwerk, das geschaffen werden sollte.
Vollendet hab ich mir die Skulpturen nie angeschaut, aber die Künstlerinnen arbeiteten wenigstens mit stihl ...
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 22.08.2007 um 19:32:03 Uhr
Erste Klänge des Kulturfestivals
Heute hat Danusia - meine Schwedischlehrerin, hier wird ja geduzt -, die mich übrigens ein wenig an meine Englisch-LK-Lehrerin erinnert, zum wiederholten Mal meinen Unmut auf sich gezogen. Als reichte es nicht schon, daß sie meine französische Nachbarin grundlos in einer nicht unbedingt bis ins Letzte durchdachten Umsetzungsaktion durch einen Franzosen substituierte, so setzte sie heute einen zweiten Kursblock nachmittags an, da sie an einem der folgenden Montage keine Zeit haben wird. Soweit noch kaum verwerflich, doch ärgerlicherweise hatte ich mir schon seit einigen Tagen vorgenommen heute Mittag der Darbietung eines gewissen Mathias Algotsson (MySpace), die im Rahmen des Stockholms Kulturfestival stattfinden sollte, beizuwohnen.
Praktischerweise begann dieser just in meiner Mittagspause, weswegen ich seiner und seiner Konsorten Klänge zumindest einige Zeit lauschen durfte. Trotzdem ärgerlich, daß ausgerechnet an diesem Dienstag ein zweiter Sprachkursblock anberaumt wurde, aber wie sagt man so schön: Das Leben ist kein Ponyhof, oder so ähnlich. (Dafür bin ich dem Leben übrigens dankbar, was sollte ich denn auch mit einem Ponyhof anfangen?)
Meine Ankündigung neuer Bilder blieb bisher eine leere Versprechung, an der sich auch hiermit nichts ändert, doch nun gibt es wenigstens einige Bilder vom bereits erwähnten Konzert. Ich bin geneigt Mathias Algotsson als den Jacques Loussier (
Wikipedia, last.fm) Schwedens zu bezeichnen, doch würde das die Sache wohl nicht treffen. Anders als Loussier interpretiert Algotsson, zumindest in dem, was ich heute von ihm gehört habe, keine klassischen Stücke, wie es der geniale Loussier mit seinem Trio zu tun pflegt.
Nichtsdestotrotz hat mir das Mathias Algotsson Trio heute mittag gut gefallen, obgleich das Konzert alles andere als überlaufen war.
Auch die Kulisse war beeindruckend. Direkt am Hafen, im Hintergrund sieht man das Wasser und am rechten Bildrand erkennt der ortskundige den Kungliga slottet, also nichts geringeres als das
Stockholmer Schloß, die Residenz des Königs (der dort zwar nicht mehr wohnt, aber dort arbeitet).


Mal sehen, was das Stockholms Kulturfestival in den nächsten Tagen noch so zu bieten haben wird.
Wer sich mit Fotos allein nicht begnügen möchte kann auch drei kurze Ausschnitte anschauen:
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 15.08.2007 um 00:21:43 Uhr
Erstkontakt und Deutsche Sprache
Nachdem ich nun schon einige Tage hier verweile, täglich ein wenig im Zentrum umherstreife, habe ich gestern abend das erste Mal einen von meinem Flur getroffen. Pablo. Schreibt seit kurzem an seiner Masterarbeit. Er scheint ganz nett, meinte, daß der Flur im letzten Jahr sehr sauber gewesen sei, und daß das auch so bleiben soll. So seh ich das auch.
Außerdem habe ich endlich ein Konto eröffnet. Zwar war ich entgegen der Anweisung schon zwischen zwölf und eins und nicht erst nach zwei in der Bank, aber ich hab mir auch eine Bank ausgesucht, die nicht primär nah an der KTH ist sondern eher für mich einfach per Tunnelbana erreichbar ist. Also ging ich in die Filiale, und unterhalte mich mit der Frau am Schalter. Man kommt ein wenig ins Gespräch, und sie wunderte sich über ein Formular, das ich dabei habe. Nachdem ich gesagt hatte, daß bei unserer Info-Veranstaltung am Freitag zwei "Jungs" von der Nordea da waren und etwas erzählt haben, und daß das Formular aus diesen Unterlagen ist, die wir dort bekommen haben meinte sie, daß einer der beiden ihr Freund war. Er habe ihr aber nichts von dem Formular gesagt. Im letzten Jahr wäre sie in einer Filiale näher an der KTH gewesen und von Studenten überrannt worden, da habe es dieses Formular noch nicht gegeben. Ach, und zu allem Überfluß arbeitet die Schwester ihres ehemaligen Freundes in Deutschland, in der Nähe von München.
Nun warte ich eben, bis ich Post von der Bank bekomme.
Da ich im Moment keine Energie zu meinen Schwedisch-Hausaufgaben habe höre ich eben ein paar Podcasts, die ich noch aus Deutschland mitgebracht, aber bisher nicht gehört habe. Und mit was für einem Thema fange ich an? Natürlich mit dem ersten Podcast meiner iPodcasts-Playlist, eine Episode von SWR2 Leben. Der vom 30.07.2007: Schlüsselerlebnis Knast. Ein Wohnheim ist kein Knast, aber einem solchen doch ähnlicher, als die WG, in der ich bisher wohnte. Das kam mir spontan während dem Hören.
Inzwischen läuft "Sprachbar | Deutsch Lernen | Deutsche Welle" - Thema: Seiten. Sehr hörenswert, für Menschen, die sich an Sprache erfreuen können. Ob Abseits, Dunkle Seite, Sonnenseite, Grüne Seite, Gelbe Seiten, Seitenhieb, Seitensprung ("für viele ist er ein schöner Sport, schon weil man davon selten Seitenstechen bekommt"), Schlagseite oder vom auf die Seite legen und auf die Seite schaffen.
Schon geht es um "Deutsches Französisch", wo bemerkt wird, daß bereits Goethe im Faust schrieb: "Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, aber er mag ihre Weine." Ob Flaire oder baiser. Friseur, Parterre, Negligee oder Blamage. Vieles, was sich zwar französisch anhört, aber zumindest nicht das heißt, was der gemeine Deutsche darunter verstehen würde.
Jetzt geht es um Vor-Gehen. Der Wortverdreher Heinz Erhardt wird erwähnt, umgehen, übergehen, durchgehen, vergehen, eingehen, aufgehen, zugehen. "Die Rechnung ist aufgegangen, der Mond ist aufgegangen. Auch schön. Der Reißverschluß ist aufgegangen." Und so weiter. Begehen, entgehen, angehen, ergehen und abgehen. Und noch vielee mehr.
Sozusagen ist auch gut. Im Grunde, in der Tat und in gewisser Weise. Kann man alles oftmals weglassen, sagt der Sprecher.
Genauso hörenswert: "Hast Du da noch Töne?! Von dem rechten und dem guten Ton. Und vom Anschhlagen scharfer Töne, anderen Saiten und dem Beibringen von Flötentönen. "Die Ton macht die Musik und der Zweck heiligt den Lärm." Monotonie, Tönungen, große Töne spucken, Leisetreter ("man kann sagen, ein fieser Charakter") und den höchsten Tönen.
Nach der Sprachbar nun das Stichwort. Zuerst "Thron. Beginnend mit der Elli von der Insel, aber ich denke bei Thron jetzt ja nur noch an Silvia (und ihre Töchter). Nach einem kurzen Exkurs zu Salomo geht es zurück in die Gegenwart. Daß der Toilettensitz auch als Thron bezeichnet werden kann war mir neu, aber gut zu wissen.
Von der Landpartie gehts dann zum Picnic, wo ich natürlich sofort an Picknicker denke.
Anschließend wird die Schiene gewürdigt, sich mit dem Profil auseinandergesetzt und am Ende wird es Naß. Was Naß so alles bedeutet: "widerlich, verschlagen, ohne Geld". Und auch den Begriff "Nassauern" kannte ich auch noch nicht.
Aber es soll hier ja nicht um deutsch, sondern höchstens um schwedisch gehen, deswegen beende ich diesen Ausflug in heimatliche Sprachgefilde ganz schnell.
Überhaupt habe ich am zweiten Tag sogar mein Mobiltelefon auf englisch umgestellt, weil mir deutsch irgendwie komisch vorkam.
Und nebenbei bemerkt, es ist geradezu eine Sünde bei diesem sonnigen Wetter, das ich gestern hier genießen durfte, daheim zu sitzen, aber Schwedisch lernt man doch nicht ganz allein vom in der Sonne sitzen ...
Eigentlich sollte es noch ein paar Bilder geben, aber das werd ich wohl auf demnächst verschieben ... jetzt muß ich erstmal in den Schwedisch Kurs.
Stockholm .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 07.08.2007 um 08:54:19 Uhr
Sprachkurs, Informationen und die Stadt
Seit dem zweiten haben nun auch die Sprachkurse angefangen. Da darf ich nun bis Ende August jeden morgen rund drei Stunden neben einer Französin sitzen und mich auf schewdisch und englisch mit ihr austauschen. Oder auch mit jemand anderem, je nachdem, wer wo sitzt.
Für Deutsche ist Schwedisch meiner Ansicht nach keine sehr schwere Sprache, aber das wird sich noch zeigen. Vieles sieht jedenfalls irgendwie ähnlich aus, wie ein Deutsches oder Englisches Wort. Oft heißt es auch tatsächlich etwas Ähnliches. Mit der Aussprache ist es da schon komplizierter. Ich bin mal gespannt, wie gut ich vorankomme - genug Material zum Lernen hätte ich ja dabei (siehe Übergewicht), nur ob ich auch die Zeit dazu miteingepackt habe muß ich erst noch überprüfen, aber eigentlich sollte ich mich schon anstrengen, um möglichst schnell einigermaßen Schwedisch zu können.
Ansonsten habe ich inzwischen einen schwedischen Film mit englischen Untertiteln (Kopps), einen Campus-Rundgang und eine Stadt-Rallye hinter mir und bin außerdem stolzer Besitzer eines KTH.se-Accounts. Nun mal ein bißchen weniger Text und mehr Bilder:



Und falls jemand zweifelt, ob ich auch wirklich schon in Schweden sein kann, wenn ich bisher das bekannte Möbelhaus noch nicht erwähnt habe: Am Samstagnachmittag gehts zu IKEA, einige Sachen besorgen.
Außerdem werde ich versuchen ein Konto zu eröffnen. Meinen Internetrzugang habe ich inzwischen beantragt, aber ich kann ja schon an der KTH ins Netz, so daß es nicht so schlimm, wenn auch etwas unkomfortabel ist, wenn die tatsächlich zehn Tage brauchen sollten.
Und nun bin ich schon auf die nächsten Tage hier gespannt ... davor aber noch einige Bilder:






Stockholm .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 04.08.2007 um 13:29:58 Uhr
Ankunft in der Fremde
So, nun ist es so weit und die letzten Monate werden irgendwann vielleicht aufgearbeitet, erstmal gibt es nun aber topaktuelles aus Stockholm. Jawohl, Stockholm. Die meisten Leser wird das wenig überraschen, sie wissen schließlich, daß ich seit dem ersten August rund zehn Monate an der KTH in Stockholm studieren werde.
Nun war der Tag des Abschieds gekommen. Am Vortag wurde mit tatkräftiger Unterstützung die Wohnung noch vollends ausgeräumt, aufgrund meiner überaus freundlichen Vermieter war das kein allzugroßer Aufwand, so daß ich am Abend die Wohnung verlassen konnte und gnädigerweise bei meinem erneut chauffierenden Freund Daniel nächtigen durfte.
Die Nacht war kurz, dann ging es los nach Hahn. Mit FK10 starteten wir im
Golf in den Tag. Beim Einchecken kam, was kommen mußte: Übergewicht. Also nicht ich, das wurde zumindest nicht geprüft, sondern meine Reisetasche. 10 Kilogramm. Zehn, wie in FK10. Nur der Unterschied: FK10 kostet vielleicht ein fünftel. Nunja, ich will mich nicht beschweren, schließlich bin ich selber schuld - so hat sich der Flug wenigstens nicht nur für mich, sondern auch für Ryanair gerechnet.
Ich fürchtete schon ausgiebige Untersuchungen meiner Spielzeuge im Handgepäck und scherzte prophylaktisch mit dem Sicherheitspersonal, das sich wahrscheinlich dachte ich sei ein komischer Vogel - mehr Vogel als komisch ... doch die ließen mich schnell in Frieden, so daß ich nach ewigem dösigem Warten, welches mir mein nano durch aktuelle Nachrichten verkürzte, endlich losging.
Ich ergatterte mir auch einen Fensterplatz. Das hab ich natürlich genutzt, um ein paar Bilder zu machen. Über Schweden hab ich mich dann gefragt, ob in Schweden überhaupt Menschen leben, da man stellenweise außer Wald und Wasser nichts gesehen hat.



So flog ich dann begleitet von Audrey und The Book of Daniel in Stockholm ein. Was kann es schöneres geben?
Dort angekommen folgt erneutes Warten. Der Flug kam zwar eine Viertelstunde früher als geplant an, aber bis erste Gepäckstücke übers Band fuhren verging mindesten eine halbe Ewigkeit, wenn nicht länger.
Als ich endlich meine sieben Sachen zusammen hatte irrte ich ein wenig in und um den Flughafen herum, um ein Ticket für den Airport Bus nach Stockholm Centralen zu bekommen. Doch auch diese Schlacht konnte ich für mich entscheiden. Mit 25 KG auf dem Rücken und ich will garnicht wissen wieviel rollend in der rechten.
Im Bus dämmerte ich dann irgendwann ein - die Fahrt dauerte auch anderthalt Stunden und außer - was auch sonst - Wald, war nicht allzuviel zu sehen.
In Stockholm angekommen sah ich relativ schnell meine beiden Buddys Linda und Färham. Dank dieser beiden war der restliche Tag sehr entspannt für mich und wohl auch die anderen drei, die die beiden noch im Rahmen des Buddy-Programms umsorgen.
Nach dem Schlüsselabholen geleitete mich Färham, der auf dieser Etappe das Kreuz meiner Tasche auf sich nahm, zum Wohnheimzimmer, das größer ist, als ich mir erträumt hätte. Zwar muß ich wohl erstmal in den nächsten Tagen alles wischen - es ist nicht offensichtlich dreckig, sondern recht ordentlich, aber ich will einfach am Anfang mal sauber gemacht haben und die Aussicht könnte auch besser sein, aber ich denke ich habe es ganz gut erwischt.
Mit den Schlüsseln gab es dann kleinere Problemchen, die mit Pärhams Hilfe und dem Hausmeister bewaffnet mit Werkzeug und einem Zauberspray jedoch zügig behoben werden konnten.
Nun habe ich also ein neues Reich. Noch netzlos, das kommt noch. Erst Antrag ausfüllen, dann Mietvertrag kopieren, dann abschicken, dann rund 10 Tage warten, dann mal sehen ... und vielleicht noch einen Router beschaffen, weil wegen - ihr wißt schon.










Nachdem ich mich ein wenig mit meinem neuen Heim vertraut gemacht habe und vor allem mein Gepäck dort abgestellt hatte ging es wieder in Richtung KTH, denn wir wollten uns nochmal treffen, um zusammen zu essen. Außerdem wollten wir noch die vierte - eine Estin - aufsammeln. Das hat dann auch gut geklappt und mein erstes Essen in Stockholm war eine Pizza Quattro Formiaggi. Schmeckte ein wenig anders als in Deutschland, aber Pizza schmeckt ja sowieso von Pizzeria zu Pizzeria verschieden.
Nach dem Essen gings dann kurz zum "minglen" ins Nymble - da vermischte sich also etwas. Nur was? Die Deutschen sah ich meist auf einem Haufen sitzen oder stehen und deutsch reden oder irgendwelche Frauen angraben.
Da die Japanerin, um die sich meine Buddys auch kümmern, ein Zimmer erwischt hat, das der Vormieter wohl nicht so sauber verlassen hatte gingen die Buddys mit dieser ihr Zimmer putzen. Es war noch früh, ich hatte noch keine Lust gleich heimzugehen und schlug vor, noch ein wenig spazieren zu gehen, da ich noch etwas von der angeblich schönen Stadt, in der ich die nächsten Monate verbringen werde sehen wollte.
Für den ausgiebigen Spaziergang blieben natürlich nur noch zwei übrig. Würde ein gewisser Ludwig das lesen, würde er vermutlich grinsen und stolz auf mich oder auch seinen vermeintlichen Einfluß sein, den man in meine Formulierungen hineininterpretieren könnte, wenn man wollte. Vielleicht. Natürlich wäre das eine grobe Mißinterpretation meiner Schilderung. Jedenfalls hatte ich einen prima Tourguide bei meiner ersten Stockholm-Erkundung, da die Estin schon mehrmals in Stockholm war, weil ihre Mutter hier seit einem Jahr arbeitet.
So hab ich also schon allerhand gesehen, und finde Stockholm bisher wirklich sehr schön. Und das gilt auch für seine Bewohner. Man kann von Klischees halten was man will, aber mit meiner relativ kleinen Stichprobe von nur einem Spaziergang könnte ich schon so manches Schweden-Vorurteil bestätigen. Das werde ich im Auge behalten.
Das einzige seltsame ist, daß ich im Kopf irgendwie noch nicht ganz angekommen bin. Manchmal dachte ich mir heute, ich mache mal die Augen zu und wieder auf, und sitze dann wieder in Karlsruhe. Doch das geht natürlich nicht. Soll auch nicht.
Mein erster Eindruck ist positiv und ich bin schon auf die nächsten Tage gespannt!
Stockholm .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 04.08.2007 um 13:10:40 Uhr
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