bloggen » 05/2007
punktpunktblog
Russen, Ausschlag, Knutschfleck, Sabi
Die Zeit sie läuft sie rennt davon, so daß meine Wenigkeit ihre Mühe hat sie nicht aus den Augen zu verlieren. Doch an diesem schönen Feiertage, welcher die aufgeheizten Behausungen wieder auf arbeitsfreundlichere Temperaturen abzukühlen vermag finde ich mal wieder die Zeit einige Zeilen mit dem interessieren Leser zu teilen.
Noch immer habe ich viele überaus spannenden Ereignisse und Notizen aufzuholen, doch ich bin guter Hoffnung mein Projekt doch noch zu einem glücklichen Ende zu führen. Was heißt da Ende, mag man sich fragen, deshalb werd ich's auch gleich sagen: nichts.
Jedenfalls betrug es sich zum Jahreswechsel als ich in überaus angenehmer Gesellschaft am Rande der Zivilisation in einem Gärtchen bei einem kleinen schwäbischen Städtchen mir meine Zeit durchaus unterhaltsam vertreiben durfte.
Die Nacht war feucht und auch noch warm, doch dieser Fleck, der hatte Charme.
Wie es sich für solche seltenen Begebenheiten geziemt bemühten wir uns fleißig alle erdenklichen Tabus zu brechen. Jawohl, so war es. Auf diese Weise verbrachten wir sodann den späten abend bis hin zum frühen Morgen.
Abermals war ich überrascht, mit welch wenigen Begriffen man gar mannigfaltige Termini zu erklären versuchen, ja nicht nur zu versuchen sondern tatssächlich erklären kann. Unglaublich, wieviel unterschiedliche Bedeutungen und und Assoziationen so wenige Zeichenfolgen in einem selbst - und nicht nur - bewirken können. So reduzierte sich unser nicht unrespektables Vokabular auf wenige Phrasen, welche die ganze Welt zu erklären vermochten. Da war zum einen ein Name, Sabi, der in keiner Erklärung fehlen durfte, obgleich die Bedeutung des Namens mir im Moment nicht in Ansätzen bekannt zu sein scheint. Aber damit nicht genug, über eine gewisse ethnische Gruppe, Russen, weiter zu einem Auschlag, welcher sich zum Knutschfleck mauserte erstreckte sich also unser optimierter Wortschatz. Es ist immer wieder erstaunlich, zu welch überwältigender kreativer Leistung der Mensch in geselliger Gemeinschaft im Stande ist.
Doch eine weitere Erkenntnis manifestierte sich an jenem Tage, oder besser jener Nacht. Ich sollte meine unzählbaren Weisheiten und Aussprüche unbedingt einmal sammeln, auf daß sich die ganze Welt daran ergötzen möge. Deswegen teile ich nun zumindest eine kurze Kostprobe aus meinem reichen Fundus mit jedem, der sich auf welchem Wege auch immer hierher verirrt haben sollte:
"Schweigen ist das bessere reden." - Man könnte darüber philosophieren, nachsinnen, analysieren - doch nichts von alle dem habe ich vor. Die wahre Kunst besteht doch darin, weise Worte einfach stehen lassen zu können, auf daß der Leser selbst zur eigenen Erkenntnis komme und so mehr bereichert werde, als durch die Simplizität meiner wenigen Gedanken, die ich zu teilen in der Lage bin.
Zu guter Letzt der zweihundertundfünfundvierzigste Teil jener Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
05.01.2006, kurz nach zwölf Uhr des Nachts, 9°C
Kommentare: 0. Geschrieben am 27.05.2007 um 15:33:00 Uhr
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