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Einträge in 05/2007

Logh und mehr Himmel wagen

Anfang Februar, so langsam nähere ich mich dem hier und jetzt. Vor allem, weil ich am zweiten zweiten auf einem Konzert von Logh (MySpace) im Café NUN war, und weil die heute abend wieder in Karlsruhe sind und ich günstig an eine Karte kommen konnte werde ich heute Abend in der Stadtmitte vorbeischauen, wo außer Logh auch noch Mathias (MySpace) einige Liedchen trällern wird.

Und noch ein kurzer Buchtip, auf den ich bei der Sendung SWRMenschen der Woche aufmerksam geworden bin, denn da waren die Autorinnen zu Gast: Mehr Himmel wagen. Nicht-alltägliche Exerzitien. Eine der beiden Ordensschwestern gestand Frank Elstner am Rande des Gesprächs: "Als Kind war ich in Sie verliebt". Auch Nonnen sind nur Menschen ...


zum Schluß die Teile zweihundertunddsechsundfünfzig, zweihundertundsiebenundfünfzig, zweihundertundachtundfünfzig und zweihundertundneunundfünfzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
28.01.2006, kurz vor halb zwei Uhr mittags, 6°C
28.01.2006, dreiviertel acht Uhr abends, 5°C
29.01.2007, kurz nach dreiviertel sechs Uhr abends, 6°C
04.02.2007, kurz nach halb drei Uhr mittags, 13°C

Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 28.05.2007 um 18:24:03 Uhr

Schnee, Benedikt und die Kinder

Es wirkt befremdlich, so ich nun über den "ersten Schnee" schreibe, doch als ich Ende Januar zu WortSport unterwegs war, da erreichte der Winter gerade seinen Höhepunkt, wenn man denn überhaupt von einem Winter reden will.


Aber außer kaltem Wetter habe ich noch warme Worte von Benedikt zu bieten. Zwei Sätze aus Kinder und Soziale Kommunikationsmittel: eine Herausforderung für die Erziehung finde ich besonders erwähnenswert:
"Schönheit, eine Art Spiegel des Göttlichen, inspiriert und belebt Herz und Geist junger Menschen, während Häßlichkeit und Vulgarität eine erniedrigende Wirkung auf Einstellungen und Verhalten haben."
"Jeder Trend, Programme - einschließlich Filme und Video-Spiele - zu produzieren, die im Namen der Unterhaltung Gewalt verherrlichen und antisoziales Verhalten oder die Banalisierung menschlicher Sexualität darstellen, ist eine Perversion - um so abstoßender, wenn diese Programme für Kinder oder Jugendliche gemacht werden."

Da hat er mal wieder meine Zustimmung.


Jetzt Teil zweihundertunddreiundfünfzig, zweihundertundvierundfünfzig und zweihundertundfünfundfünfzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
24.01.2007, kurz vor viertel zwei Uhr nachts, -3°C
24.01.2007, kurz nach elf Uhr abends, -6°C
26.01.2007, kurz vor viertel zwei Uhr nachts, -4°C

Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 28.05.2007 um 17:20:31 Uhr

Disziplin im Nachtcafé

Noch immer befinde ich mich mitten im Januar, doch nun endlich etwas, wozu ich mich schon längst auslassen wollte und worüber ich bei Gelegenheit noch etwas schreiben werde. An jenem Abend sah ich "im Dritten" das SWRNachcafé mit SWRWieland Backes zum Thema "Erfolgsgeheimnis Disziplin?"

Ich fürchte Backes selbst machte die Anmerkung: "Vielleicht sind die Lobos die Menschen des 21. Jahrhunderts" - und da sind wir schon bei dem Gast, der mich die ganze Sendung über wohl am meisten aufregte, aber alles der Reihe nach.

Am Anfang meldete sich gleich die jüngste und vielleicht hübscheste Professorin Deutschlands, Julia Fischer, zu Wort. Einige Ihrer Äußerungen fand ich interessant:
"Ich hatte mit vier schon einen sehr dicken kopf - fast schlimmer als heute"
"Ich kann mich an keine einzige Strafe meiner Eltern erinnern."
"Ich hab das Wort Hausarrest kennengelernt als ich 17 war aus ner Talksho im Fernsehen"
Außerdem sagte sie "Ich habe kein Taschengeld bekommen" - das kenne ich auch irgendwoher. Und ich muß sagen, mir hat nie etwas gefehlt. Ich hatte immer soviel, wie ich brauchte.

Katastrophal empfand ich den nächsten Gast, Uwe Nürnberger. Ein Vater von 8 Kindern, das 9. ist unterwegs und begann das Gespräch gleich mit dem Satz "Wir sind christen". Sein hehres Ziel ist es Kinder zur Selbständigkeit zu erziehen. So weit, so gut.
Es fängt damit an, daß er feststellt "Jedes Kind muß ein Instrument spielen." - Ich will nicht in Abrede stellen, daß es durchaus sinnvoll und gut für ein Kind sein kann ein Instrument zu spielen, aber wenn ein Kind ein Instrument nur deswegen spielt, weil seine Eltern beschließen, daß es dies tun muß, dann finde ich das schon nicht mehr nur positiv.
"Kirchgang ist auch Pflicht, weil wir Christen sind", ahja. Sollte man nicht in den Gottesdienst gehen, weil es einem etwas bringt, und nicht, weil es eben Pflicht ist?
Auf die Frage "Wie strafen sie?" entgegnete Nürnberger mit Verweis auf das Alte Testamet: "Wer seinen Sohn liebt, züchtigt ihn." Das hat die Frage selbstverständlich nicht beantwortet, weswegen nochmal nach gesetzt und nach dem konkreten "Wie" gefragt wurde, worauf Nürnberger etwas rausließ wie "in eine bahn drängen, daß er sein Leben meistern kann".
Soweit kann man an sich noch nicht viel sagen, aber nun ging Lobo, auf den ich gleich noch kommen werde, auf Konfrontationskurs. Nachdem Nünrberger gesagt hatte "Wenn Worte nichts helfen müssen Taten folgen" platze aus Lobo heraus: "Sie schlagen ihre Kinder, hab ich das richtig verstanden? Sie sind so eine verwirrte Person, die seine kinder schlägt?"
Darauf wußte Nürnberger natürlich auch eine wohlklingende Antwort: "Wenn ich ein Kind aus Liebe züchtige, dann ist das keine Gewalt, wie sie das nennen" - Lobo konnte er damit nicht beeindrucken, weswegen er schließlich feststellte: "Ich weiß, daß ihre Kinder sie hassen werden."

Nunja, Lobo. Sascha Lobo. Wenn ich schon höre, daß er im 24. Semester und im 18. Fachsemester ist denke ich als fleißiger Student mir schonmal meinen Teil. Er schrieb ja kürzlich ein Buch, Wir nennen es Arbeit", das so tautokoeinige deponein Blogger.commeinem näheren Bekanntenkreis ganz gut finden. Lobo nennt sich natürlich Angehöriger der Digitalen Bohème. Und nun habe ich mich mal ein wenig schlau gemacht und zumindest zwei interessante Artikel zu dem Buch gefunden: Hintergründe - Feuilleton - FAZ.NET - Digitale Bohème: Sie nennen es Arbeit und WeltWELT ONLINE - Digitale Boheme - Nachrichten Kultur. Im zweiten Artikel in WELT ONLINE spricht sich Holm Friebe fürs Bürgergeld aus, aber setzt gleich nach und sagt "Die FDP hingegen geht gar nicht - schon aus ästhetischen Gründen." - schade, sonst hätte ich jemanden gewußt, der sich in letzter Zeit wieder verstärkt für das bedingungslose Grundeinkommen einsetzt ...
So, mal zurück zur Disziplin. Lobo hat viel geblubbert aber wenig gesagt. Aber so genau hab ich das nicht mehr im Kopf, ich weiß vor allem noch, daß ich ihn furchtbar unsympathisch fand. Ein paar Wochen später war er mal noch im Zweiten als Gast, da wurde mein Urteil dann bestätigt. Naja, ich hatte mal mit dem Gedanken gespielt, das Buch tatsächlich zu lesen, aber irgendwie kann ich mich nicht dazu durchringen ein Buch zu lesen von einem, der in Gesprächsrunden primär durch unterirdisches Rumpöbeln auffällt ...
Aber einen Satzfetzen habe ich noch, denn wieder zu Nürnberger sagte er auch noch "Mir wird richtig übel, wenn sie gehorsam so positiv gebrauchen". Disziplin und Gehorsam, zwei Begriffe, die viele gern negativ belegen, obwohl meiner Ansicht nach beides wichtig ist.
Als Schlußwort zu diesem Gast sei noch gesagt, daß nicht alles, was der werte Herr Lobo sagt falsch ist, aber wie er sich benimmt und wie er redet ist einfach nicht mein Ding.

Der nächste Gast war mir schon deutlich sympathischer: Wikipedia-LinkDr. Berhard Bueb. Zu seinem Buch Lob der Disziplin will ich ja irgendwann noch mehr schreiben. In Bezug auf falsche Zitate, auch in Zusammenhang mit seinem Buch meinte er "Wir haben ein PISA-Problem auch mit Erwachsenen". Gut gefallen hat mir auch "Ich bin ein geordneter Mensch - und was gibts geordneteres als ein Lehrer aus Baden-Württemberg mit Brille und Krawatte."

Außerdem saß noch Kai Lüdtke, der sich Kay Ray nennt in der Runde. Ein Entertainer, der gewöhnungsbedürftig aussieht, aber eigentlich von dem, was er gesagt hat zum Teil garnicht so schlecht war. Zu Lobo meinte er: "Meine Eltern haben mir gutes Benehmen beigerbacht - über Deine Frisur hätte ich mich nicht lustig gemacht."


Als letztes erwähne ich kurz ZeitWolfgang Bergmann, der auch mitdiskutierte. ER sagte "Regeln brauchen wir natürlich, daß weiß doch jeder!" - Sehe ich genauso.
Und er wies auf eine Stelle in der Bibel hin, 1. Korinther 13,1: "Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle."


Ich freue mich schon darauf, wenn ich endlich dazu komme zu Buebs Buch mehr als nur zwei Sätze zu schreiben ... aber bis dahin vergeht wohl noch etwas Zeit.

blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 28.05.2007 um 16:59:36 Uhr

Schwere Jungs ohne grün

Und nun gibt es schon wieder ein paar kurze Sätze zu einem Kinofilm, der Mitte Januar in der Sneak lief: IMDBSchwere Jungs.
Ein etwas sonderbarer Vergleich drängt sich bei dem Film fast auf, denn so viele Film übers Bobfahren gibts es schließlich auch nicht, weswegen ich dieses Werk einfach mal als "Cool Runnings auf bairisch" bezeichne. Wobei mir auffällt, daß Cool Runnings zum einen ein wirklich guter Film aber zum anderen auch schon fast fünfzehn Jahre alt ist ... wie die Zeit vergeht ...

Zurück zu den Bayern. Der Film ist zwar nicht der Beste, den ich je gesehen habe, aber doch irgendwie ganz nett.


Ach, und was mir noch einfällt, um mal von Bayern wieder nach Schwaben (jaja, Rastatt liegt nicht in Schwaben, aber Sitz ist PDF-Dateilaut Satzung immer noch Stuttgart) zu kommen. Bei einer Führung im DaimlerChrysler Werk Rastatt, wo A- und B-Klasse gebaut werden, erfuhr ich, daß es diese Modelle wohl nicht mehr in grün gibt, weil das sowieso keiner wollte. Kann ich verstehen, wer will schon grün? ;)


Nun Teil zweihundertundzweiundfünfzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
17.01.2006, kurz vor dreiviertel zwei Uhr nachts, 7°C

blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 28.05.2007 um 14:08:56 Uhr

Unterhaltung mit Bundes-Peer

Ich fand auch wieder einmal die Zeit einige mehr oder weniger interessante oder unterhaltsame Sendungen und Gesprächsrunden zu verfolgen.

Beim ZDFheute journal mitte Januar wunderte ich mich darüber, wie sichtlich gut gelaunt ZDFMarietta Slomka die Neuigkeiten präsentierte.
Danach ging es dann sogleich mit "ZDFBerlin Mitte" und ZDFMaybrit Illner mit dem Thema "Bleibt die Gerechtigkeit auf der Strecke?" weiter.
Dort war unter anderem Peer Steinbrück zu Gast, der mir eigentlich irgendwie sympathisch war. Er sagte irgendwas und beendete seinen Satz mit "ARDFrau Maischhberger", worauf Frau Illner sagte "Nein! Das ist die andere ..." - diese an sich nicht so optimale Situation für Steinbrück parierte er beachtlich, indem er ihr entgegnete: "Dann dürfen Sie mich nun zweimal mit Stoiber anreden ... ;)"
Dieser Versprecher hat das Gespräch meiner Ansicht nach bereichert und ich muß sagen, daß der Steinbrück mir gar nicht mal unsympathsich war, obgleich er ja aus einem Lager kommt, dessen Ansichten mit den meinigen größtenteils eher negativ korreliert sind.
Schlagfertig legt er im Verlauf des Gesprächs nach: "Ich hab so 8500 - 9000 EUR Cash in die Täsch im Monat - und - verdienen Sie mehr als der Bundesfinanzminister?"

Als weiterer Gast saß Dr. rer. nat. Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender bei BASF in der Runde. Der stellte zuerst einmal die Frage, was Gerechtigkeit überhaupt sei und differenzierte dann zwei Arten der Gerechtigkeit: Leistungsgerechtigkeit oder Verteilungsgerechtigkeit.
Hambrecht sagte klar, daß er sich zur Leistungsgerechtigkeit bekenne, was in seiner Position aber für mich auch nicht verwunderlich ist.
Und als ich mich gerade ein wenig schlau über Herrn Hambrecht machen wollte stolperte ich über einen schon etwas älteren aber wirklich angenehm zu lesenden Artikel in der Zeit: ZeitSie nennen ihn Mr. Verbund - Bei zwei Sätzen mußte ich schmunzeln wie die vielen Hasen vor einigen Wochen. Der Artikel beginnt gleich mit "Sparen, sparen, sparen - so trotzte die BASF bisher der Krise. Jetzt macht das Chemieunternehmen auch noch einen Schwaben zum Chef". Eine kurze Charakterisierung Hambrechts findet sich schließlich gegen Ende des Artikels: "Für den Arbeitnehmervertreter, der selbst aus Bayern stammt, ist Hambrecht die sprichwörtliche „Verkörperung“ aller Tugenden des deutschen Südwestens."

Als dritter Gesprächspartner saß noch Bischof Dr. Wolfgang Huber mit dabei. Was er so von sich gab weiß ich leider nicht mehr.

Irgendjemand in der Runde meinte "Wo gearbeitet wird werden Fehler gemacht", was ich einen guten Satz finde, um diesen Text hier zu beenden. Insgesamt war mir die Frau Illner in dieser Runde stellenweise zu stressig und von Peer war ich positiv überrascht.

Nun noch die Teile zweihundertundachtundvierzig, zweihundertundneunundvierzig, zweihundertundfünfzig und zweihundertundeinundfünfzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
12.01.2006, viertel elf Uhr abends, 12°C
14.01.2006, dreiviertel zwei Uhr mittags, 14°C
14.01.2006, dreiviertel acht Uhr abends, 7°C
15.01.2006, kurz vor viertel zwölf Uhr mittags, 6°C

blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 28.05.2007 um 13:42:08 Uhr

Catch a Fire

Es begab sich aber zu der Zeit, als Frau Merkel Bundeskanzlerin von Deutschland war. Da schaffte ich es einmal wieder mich an einem Montagabend an einem neuen Kinofilm zu erfreuen. Der Film war durchaus sehenswert, wenn auch der Film inhaltlich nur das übliche zu bieten hatte, was ein Film über Südafrika überhaupt zu bieten haben kann. IMDBCatch a Fire (Wikipedia-LinkWikipedia) - ein politisches Spektakel, welches sich um das Thema Wikipedia-LinkApartheid drehte.
Die Bewertung in der folgenden Woche fiel durchwachsen, aber eher gut als schlecht aus. 60% votierten für gut, 26% für mittel und nur 14% für schlecht. Man muß ihn nicht gesehen haben, aber man kann.

Nun die Teile zweihundertundsechsundvierzig und zweihundertundsiebenundvierzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
09.01.2007, kurz vor halb zwölf Uhr nachts, 15°C
11.01.2006, kurz vor dreiviertel vier Uhr mittags, 13°C

blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 27.05.2007 um 15:52:30 Uhr

Russen, Ausschlag, Knutschfleck, Sabi

Die Zeit sie läuft sie rennt davon, so daß meine Wenigkeit ihre Mühe hat sie nicht aus den Augen zu verlieren. Doch an diesem schönen Feiertage, welcher die aufgeheizten Behausungen wieder auf arbeitsfreundlichere Temperaturen abzukühlen vermag finde ich mal wieder die Zeit einige Zeilen mit dem interessieren Leser zu teilen.

Noch immer habe ich viele überaus spannenden Ereignisse und Notizen aufzuholen, doch ich bin guter Hoffnung mein Projekt doch noch zu einem glücklichen Ende zu führen. Was heißt da Ende, mag man sich fragen, deshalb werd ich's auch gleich sagen: nichts.

Jedenfalls betrug es sich zum Jahreswechsel als ich in überaus angenehmer Gesellschaft am Rande der Zivilisation in einem Gärtchen bei einem kleinen schwäbischen Städtchen mir meine Zeit durchaus unterhaltsam vertreiben durfte.

Die Nacht war feucht und auch noch warm, doch dieser Fleck, der hatte Charme.
Wie es sich für solche seltenen Begebenheiten geziemt bemühten wir uns fleißig alle erdenklichen Tabus zu brechen. Jawohl, so war es. Auf diese Weise verbrachten wir sodann den späten abend bis hin zum frühen Morgen.
Abermals war ich überrascht, mit welch wenigen Begriffen man gar mannigfaltige Termini zu erklären versuchen, ja nicht nur zu versuchen sondern tatssächlich erklären kann. Unglaublich, wieviel unterschiedliche Bedeutungen und und Assoziationen so wenige Zeichenfolgen in einem selbst - und nicht nur - bewirken können. So reduzierte sich unser nicht unrespektables Vokabular auf wenige Phrasen, welche die ganze Welt zu erklären vermochten. Da war zum einen ein Name, Sabi, der in keiner Erklärung fehlen durfte, obgleich die Bedeutung des Namens mir im Moment nicht in Ansätzen bekannt zu sein scheint. Aber damit nicht genug, über eine gewisse ethnische Gruppe, Russen, weiter zu einem Auschlag, welcher sich zum Knutschfleck mauserte erstreckte sich also unser optimierter Wortschatz. Es ist immer wieder erstaunlich, zu welch überwältigender kreativer Leistung der Mensch in geselliger Gemeinschaft im Stande ist.

Doch eine weitere Erkenntnis manifestierte sich an jenem Tage, oder besser jener Nacht. Ich sollte meine unzählbaren Weisheiten und Aussprüche unbedingt einmal sammeln, auf daß sich die ganze Welt daran ergötzen möge. Deswegen teile ich nun zumindest eine kurze Kostprobe aus meinem reichen Fundus mit jedem, der sich auf welchem Wege auch immer hierher verirrt haben sollte:
"Schweigen ist das bessere reden." - Man könnte darüber philosophieren, nachsinnen, analysieren - doch nichts von alle dem habe ich vor. Die wahre Kunst besteht doch darin, weise Worte einfach stehen lassen zu können, auf daß der Leser selbst zur eigenen Erkenntnis komme und so mehr bereichert werde, als durch die Simplizität meiner wenigen Gedanken, die ich zu teilen in der Lage bin.


Zu guter Letzt der zweihundertundfünfundvierzigste Teil jener Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
05.01.2006, kurz nach zwölf Uhr des Nachts, 9°C

blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 27.05.2007 um 15:33:00 Uhr

Der Lauf eines gemeinen Tages

Es ward gar früh am Morgen, da hieß mich mein Wecker aufzustehen um der gemeinen Bildung nachzugehen. Nach kurzem Zögern folgte ich gehorsam seinem Ruf und machte mich bereit das Haus zu verlassen.
An jenem Nachmittage jedoch, an dem ich selbst noch voller Bemühen mein Wissen zu vermehren gesucht haben werde sollten gewisse Zähler an diesen neumodischen Öfen abgelesen werden, was mich veranlaßte mein Heim des morgens wohlgeordnet zu verlassen. Man wollte ja den ungebetenen Besuch nicht verschrecken.

Doch dies war noch die kleinste Mühsal, welche mir des Morgens widerfuhr. Eilends brach ich behende auf, um noch zur rechten Zeit meine Studien des heutigen Tages beginnen zu können.
Ob dieser unglücklichen Hatz war mir natürlich keine Möglichkeit zur gesitteten Nahrungsaufnahme gegeben, weswegen ich am Platz der Kronen kurz vor meinem Ziel fix mir einen Halbmond zu besorgen plante, weil ich drohte in den folgenden Stunden vom Fleisch zu fallen, wie die Leute so zu sagen pflegen.

Doch des Essens war mir nicht genug, nach einem Trank gelüstete es mir! Jawohl, ein Trank. Da wollte ich, schlau und gewitzt, mir einen kalten Trunk besorgen, um meine knappe Zeit nicht zu sehr strapazieren zu müssen. Ihr wißt ja, tempus fugit! Doch unglücklicherweise bestand ich in unüblicher Umnachtung im Laden auf einer Mixtur des Namens Eisschokolade, anstatt wie eh und je einen einfachen Becher dieses ordinären Shakes mir zum Wohle bereiten zu lassen. Der freundliche Herr zuvorkommend mehrmals sich Versicherung einholte, worauf ich in vollster Überzeugung meine unerhörte Order bestätigend ihm entgegenhielt. So sollte es sein, ja, nicht nur, so war es.
Nach diesem groben Fauxpas war es an mir, diese kalte Suppe auszulöffeln um mit kurzer Verspätung schließlich an den Pforten der Lehre anzukommen.

Schon bald bahnte sich das nächste Unheil seinen Weg. Nachdem die ersten Lehren vernommen waren ging es an die weitern. Unterhaltend sitzend hinten fand ich mich mit Freunden ein. Wir pflegten große Konversationen, was den Professor zu irritieren schien, obgleich wir nicht die einzigen zu sein schienen, vielleicht auch doch. Jedenfalls bezichtigte dieser mich an meinem Nachbarn zu vergehen. Verschmitzt wurde angemerkt, ich habe jenen meinen Nachbarn "angebaggert" - welch unerhörte Anklage! Meinen Nachbarn, wohlgemerkt, nicht meine gar nicht unansehnliche Nachbarin, welche just in diesem Momente, um die Unglücklichkeit der Situation auf die Spitze zu treiben, wahrlich schweigend gewesen war. Nach dieser unorthodoxen Ermahnung verliefen die Zeiten eine Weile gewöhnlich.

Die restlichen Lehren des Tages glichen eher Leeren. Es grenzt an ein Wunder, zu welch mannigfaltigen überflüssigen Fragen diverse Kommilitonen sich in Ihrer planlosen vermeintlichen Allwissenheit hinreißen lassen.
Man könnte sagen, ich litt wie ein Hund unter dieser langen Weile, welche sich in jenen zwei meiner letzten Veranstaltungen des Tages so ausbreiteten, daß es nicht nur meiner Wenigkeit geradezu unangenehm gewahr.

Zwischendurch ereilte mich noch die vergleichsweise erträgliche Pein beim Arbeiten auf eine einfache Idee nicht selbst gekommen zu sein, sondern vom Kollegen auf eine derartige Trivialität hingewiesen zu werden, daß es schon fast zu traurig wäre es überhaupt nur zu erwähnen. Doch das wir mir noch die größte Freude.

Wenigstens kann ich berichten, daß der gesellige Abend überaus erfreulich ward und mich, wenn man das so sehen wollte, für die lästigen kleinen Qualen und Unannehmlichkeiten des Tags über mehr als nur entschädigte. Zur Weisheit, ja zur Weisheit! gereichte er mir. So sieht man, wie sich der Kreise schließt und zum Schluß doch trotz eines unerfreulichen Verlaufs ein überaus erfreuliches Ende stehen kann. Zur Weisheit und Erkenntnis gereichte mir übrigens nicht nur meine wohl geschätzte Gesellschaft, sondern mindestens ebenso ein neues Druckwerk, welches ich auf meinem Schreibtische vorfinden durfte, als ich den mühsamen Weg zurück von meinen Studien genommen hatte. Doch damit will ich Euch ein ander Mal erfreuen, es verdient die ausführlichste Würdigung an diesem Platze.

Studium .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 16.05.2007 um 01:00:20 Uhr

Last Punkt Festmeter

Leider reicht es mir gerade nicht zu mehr als kurzen Notizen, am Wochenende vielleicht wieder mehr.

Gerade hab ich mal bei heise reingeschaut und mir heiseeinen Artikel durchgelesen bzw. ich wollteihn mir durchlesen, entdeckte sodann jedoch den "vorlesen"-Link rechts neben der Überschrift und wollte das natürlich gleich mal ausprobieren.

Teilweise klingt das alles erstaunlich gut, oft aber auch noch so kaputt wie eh und je. Den schönsten "Versprecher" fand ich, als aus "last.fm" einfach mal "Last Punkt Festmeter" gemacht wurde.

Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wie sich dieses Feature weiterentwickelt. Vielleicht kann man die heise-News ja bald als Podcast abonnieren ... ob man das will ist eine andere Frage.

Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 11.05.2007 um 09:09:50 Uhr

Pfeffer und Zimt

Gestern war ich mal wieder in der Kippe mittagessen.

Nichts Böses ahnend saß ich da und würzte mein Essen mit Pfeffer und Salz. Das war jedenfalls mein Plan, denn mir kam die Konsistenz des Pfeffers mit der Zeit schon ein wenig merkwürdig vor. Schließlich schaute ich mir den Streuer nochmal an. Nunja, die Öffnungen an der Oberseite bildeten ohne Zweifel ein P, doch das kleine rote Etikett, das unauffällig auf dem Streuer prangte besagte etwas anderes: Zimt.
Das erklärte so einiges ...

Aber es stand ja auch noch richtiger Pfeffer in Reichweite und so ein Weihnachtsschnitzel ist doch auch mal was!

Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 10.05.2007 um 08:59:33 Uhr




zuletzt geändert von Götz Bürkle am 02.10.2011 ..

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