bloggen » 03/2007
punktpunktblog
Zu Besuch beim Montageprofi
Ich gebe gerne zu, mein vorletzter Eintrag war eher langweilig, größtenteils inhaltslos und schlecht nicht unbedingt hervorragend. Zumindest größtenteils. Deswegen nun etwas hoffentlich spannenderes, das sich ebenfalls Mitte November ereignete. Auf dem Plan stand eine Exkursion zu
Würth nach
Künzelsau-Gaisbach im Rahmen der Vorlesung Unternehmensberatung und Management von Prof. Dr. Hagen Lindstädt.
Nach zeitiger Abfahrt in Karlsruhe kamen wir früh auf dem Firmengelände in Gaisbach an. Das Programm startete nach einem kurzen Frühstück mit der Begrüßung durch die Pressesprecherin
Sarah Meckel. Da wurde auch gleich ein toller Imagefilm mit netten Schwaben und tollen Tieren gezeigt.
Anschließend wurden wir in mehreren Gruppen durch die Logistikzentren geführt. Sehr interessant, was man da alles sehen konnte.
Nach dem Rundgang nahm sich
Reinhold Würth persönlich rund eine Stunde Zeit uns vieles zu erzählen. Unter anderem auch seine Ziele, wo er Würth 2016 sieht: 16 Mrd. Euro Umsatz und 100 000 Mitarbeiter. Aktuell haben sie rund 7 Mrd. Euro Umsatz und 50 000 - 54 000 Mitarbeiter.
Die einen denken nun vielleicht, der Mann leide an Größenwahn - diejenigen muß ich jedoch enttäuschen. Wie auch schon bei seinem Vortrag an der Uni im Jahr 2005 hat er auch in diesem Vortrag wieder erwähnt, daß er mit seinen Zehnjahreszielen bisher meistens richtig lag. Und das stimmt auch. Insofern bin ich gespannt, wie die Würth-Zahlen im Jahr 2016 tatsächlich aussehen, aber mich würde es nicht wundern, wenn er wieder richtig gelegen wäre!
Reinhold Würth ist eine wirklich beeindruckende Persönlichkeit.
Ich hab mich nur ein wenig gewundert, daß er selbst auch einen Firmenausweis offen herumtrug - ihn kennen doch sowieso alle und er kommt doch bestimmt auch ohne Karte überall rein, wo er rein will.
Ein Satz, der genau so auch von
Götz Werner hätte kommen können (der ja inzwischen den Lehrstuhl "besitzt", der mit Reinhold Würth ins Leben gerufen wurde) war:
Nicht Wissen ist Macht, sondern:
Wissen ist Schlaf, Handeln ist Macht.
Nach diesem interessanten Vortrag gab es dann ein Mittagessen in der Würth-Kantine. Auch darüber kann ich nicht klagen.
Einige werden sich schon wundern, warum ich bisher mit noch keiner Silbe die Kunst erwähnt habe. Ganz einfach: Das Thema Kunst wurde erst am Mittag so richtig interessant.
Zum einen hatten wir einige Zeit uns die Attersee-Ausstellung im Verwaltungsgebäude in Gaisbach anzusehen, zum anderen ging es später noch nach Schwäbisch Hall in die Kunsthalle Würth.
Zuerst jedoch einige Sätze zu
Christian Ludwig Attersee im Museum Würth - inzwischen wird da für eine neue Ausstellung umgebaut, wie ich gerade gelesen habe. Ich persönlich habe den Namen
Attersee dort zum ersten Mal gehört. Auffallend an seinen Werken ist, daß man auf vermutlich 80 - 90% aller Bilder irgendwo eine nackte Frau findet. Ich muß zugeben, viele Bilder fand ich nicht so überragend, aber es waren auch einige dabei, denen ich etwas abgewinnen konnte, ich kann sogar sagen, daß sie mir sehr gut gefallen haben. Diese hatten, wie auch die übrigen, teils wirre, teils einfach nur seltsame Namen wie Kuhwunsch, Es werde Licht, der verliebte Hammer, ...
Außer den Frauen, die - das wissen wir ja alle - immer ein attraktives Motiv abgeben, tauchen oft in seinen Bildern Wasser oder Wellen auf. Ab und zu sieht man auch einen Hammer.
An einer Wand im
Museum Würth hing ein Transparent mit einem Gedicht darauf, und ein Satz, ich meine es war sogar der letzte, macht deutlich, warum der werthe Herr Attersee so viele Frauen in seinen Bildern unterbringt: "Er malt, was er begehrt."
Nach diesen Eindrücken wurden wir im Bus nach
Schwäbisch Hall chauffiert. Da mußte ich natürlich gleich an die berühmt-berüchtigte alte Sägemühle in
Eschenau denken ... (der Eingeweihte weiß, was es mit diesem Örtchen auf sich hat und wird in diversen Erinnerungen mit Schafen, Natives, Gießkannen und so weiter schwelgen, der Unwissende liest einfach weiter und kümmert sich nicht weiter um diese Randnotiz).
Nun kamen wir also in den Genuß der
Kunsthalle Würth. Die Ausstellung, die ich gesehen habe ist nur noch bis zum 18.03.2007 dort zu sehen, aber danach gibt es bestimmt auch wieder etwas, was sich lohnt. Streng genommen waren es sogar zwei Ausstellungen. Unten wurden Werke von
Horst Antes unter dem Titel "und morgen male ich vielleicht ein Bild" gezeigt. Und ich muß sagen: Antes geht mal garnicht! Aber wenigstens weiß ich jetzt, wer diese häßliche Skulptur vorm oder im Chemie-Gebäude auf dem Campus verbrochen hat ...
Kopffüßler nennen ich diese undefinierbaren und grottenhäßlichen Gebilde übrigens.
Aber die zweite Aussstellung oben unter dem Motto "Literatur kann man sehen." hat mich begeistert. Dort wurden drei Ausstellungen zu drei berühmten Literaten gezeigt:
Hans Magnus Enzensberger,
Günter Grass und
Hermann Hesse.
Bei Grass fand ich vor allem den Zyklus "Mein Jahrhundert", wo er zu jedem Jahr des vergangenen Jahrhunderts ein Bild gemalt hat, gut.
Die Ausstellung zu Enzensberger stand unter dem Titel "WortSpielZeug". Gezeigt wurden Installationen, Spielzeuge, Dinger, an denen man rumdrehen und rumdrücken konnte. Da waren wirklich interessante Sachen dabei.
Aber von den Bildern her am besten gefallen hat mir wohl der Teil zu Hesse. Der hat also nicht nur geschrieben, sondern auch gemalt. Gezeigt wurden hauptsächlich Landschaftsbilder. Die einen sagen schön und idyllisch, die anderen vielleicht langweilig. Mir haben sie jedenfalls gefallen.
Nachdem wir alles gesehen hatten und zum Schluß noch eine Stärkung für den Heimweg zu uns nehmen konnten nahm jeder noch seine Würth-Tüte mit nach Hause, in der neben dem
Geschäftsbericht und einigen Broschüren auch das Buch "Reinhold Würth. Der Unternehmer und sein Unternehmen." von Ute Grau und Barbara Guttmann drinlag. Da hab ich nun also ein weiteres Buch das darauf wartet endlich gelesen zu werden ...
Studium .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 14.03.2007 um 01:25:19 Uhr
.. noch nicht kommentiert.
.. kommentieren
(Die rot bzw. mit * markierten Felder müssen ausgefüllt werden.)
SELFer
SELFHTML aktuell Weblog
Jeena Paradies
_Das kleine Seitenschwein
eingebeckert
Top Fives
DECAF°blog - Coffee Benefit
xwolf
- Jan
CK kennt Wayne
Henryk
Ministry of Propaganda
Snowone kennt Wayne
Siechfreds Tagebuch
Stonie kennt Wayne!
- Patrick Canterino
- subLog
- Javascript Blog
kubik
- Pfaffe 3000
- BLOGschokolade
[depone]
schleudergefahr
werkstück
Journeyfiles
- A_Travers_Champ
- kwerfeldein
- kristovs blog
- lebensatem
tautoko ::
bensonofone
- tabea und benjamin
Warnschild
STREUliCHT
text* tan_go
- denk pause
child's play
Madarúsia
- cogitate flubdub
- diesen blok gibt es nich
ich lese:
WorldWideKlein
- bluelectric.de
London Leben
Medienrauschen
praegnanz.de
Tageslosung
- Bibelblog (offline)
ePredigt
- Andacht "Leben ist mehr"