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bloggen » 03/2007

punktpunktblog

Thea, Ketil und der Sozialkontrakt

Wie schon angekündigt bleibe ich noch kurz beim Thema Literatur. Einige Tage, nachdem ich Wikipedia-Linkdruckfrisch zum ersten Mal gesehen hatte stieß ich schon auf die nächste Literatursendung, die sich jedoch stark von druckfrisch unterscheidet. Sie heißt SWRLiteratur im Foyer und läuft "im Dritten", beim SWR.

Mitte November ging es auch dort um Wolf Haas und sein Buch "Das Wetter vor 15 Jahren". Doch in dieser Sendung werden nicht, wie bei druckfrisch Interviews geführt, sondern es ist mehr ein Gespräch zwischen mehreren Gästen. Moderiert hat SWRdiese Ausgabe (RTF-Datei) die sympathische Wikipedia-LinkThea Dorn.
Zu Gast waren außerdem Wikipedia-LinkMichael Stürmer mit seinem Buch "Welt ohne Weltordnung. Wer wird die Erde erben?", Wikipedia-LinkGabor Steingart aus dem Wikipedia-LinkSpiegel Hauptstadtbüro mit "Weltkrieg um Wohlstand - Wie Macht und Reichtum neu verteilt werden und Wikipedia-LinkChristoph Peters mit Ein Zimmer im Haus des Krieges.

Ich hab mir damals einige Aussagen notiert, die ich interessant fand.
So sieht Steingart China und Indien als "Angreiferstaaaten", weil "die im fernen Osten greifen mit anderen Bedingungen als die "westlichen Staaten" um die selbe Arbeit". Diese Idee ist nicht völlig von der Hand zu weisen, wenn man an die vielen (billigen) Produktionsstätten in diesen Ländern denkt.
Stürmer malte denn auch ein eher dunkles Bild mit seiner Aussage, daß unser Sozialkontrakt langsam aber sicher angepaßt werden müsse - "und zwar nach unten".
Weiter fällt Steingart zu China ein, daß wir da von einer gelenkten Marktwirtschaft attackiert werden, mit der wir noch nie zu tun hatten. Die Aussage ist der ersten von mir angeführten an sich sehr ähnlich, hätte er sich, oder zumindest ich mir hier, vielleicht sparen können.
Stürmer zeigte im Folgenden, daß er des Lateinischen mächtig ist und klärte darüber auf, daß Wikipedia-LinkTerror ja an sich "Schrecken" heißt und kommentierte dazu:
"Gefahren, die da sind sehen!" Weiter ging es noch mit einem kurzen diagnostischen Blick auf Europa: "Vielleicht hat Europa nicht nur nen Schnupfen, sondern ne Lungenentzündung."
Schließlich outete sich Steingart noch, daß er immer das günstigste kaufe und kommt zu dem Schluß: "Der Kunde ist das neoliberalste, was es gibt."

Warum ich nun keinerlei Zitate von Wolf Haas und Christoph Peters präsentieren kann weiß ich nicht, vermutlich haben sie nicht soviel gesagt, oder ich hab ihre interessanten Sätze verschlafen. Passend dazu gab auch Thea Dorn allen zum Schluß noch einen weisen Rat mit auf den Weg: "Nehmen Sie ein gutes Buch mit ins Bett - Bücher schnarchen nicht."

Und über den schriftstellenden Jazzmusiker Ketil Bjørnstad nun noch kurz ein Abstecher zur Musik.
Ich bilde mir ein, es müßte an einem Freitagabend gewesen sein, wohl einer meiner bisher letzten Autofahrten nach Schmiden, kurz vorm Wikipedia-LinkHeslacher Tunnel von oben her kommend erfuhr ich, wessen Klänge die letzte Sendung auf SWR2 untermalt hatten, nämlich eben welche von diesem Ketil Bjørnstad. Da nahm ich mir vor, daß ich mich mal informieren müßte, wer denn das genau sei, denn die Musik gefiel mir nicht übel. Auf der SWR2-Website wurde ich damals auch fündig, nur finde ich diese Stelle nicht wieder, sonst wüßte ich auch, aus welcher CD etwas gespielt wurde. Aber so wichtig ist das nicht, denn gegen Weihnachten beschloß ich dann, daß ich mir einfach mal irgendeine CD kaufen könnte. Primär wollte ich Rainbow Sessions, denn 3 CDs für rund 25 EUR erschienen mir eine günstige Gelegenheit, und wo ich schon dabei war bestellte ich dann eben auch noch Epigraphs (mit David Darling) - jedoch nicht bei Amazon sondern bei einem kleineren Versender. Dummerweise kam und kam dann wochenlang nichts. Als ich mal nachfragen wollte kam meine E-Mail zurück, was allerdings an diversen Unfähigkeiten unseres Noch-Providers lag. Doch ich hatte dann keine Lust meine Nachfrage noch einmal abzuschicken. Etwa eine Woche später kam dann die Nachricht, daß "Rainbow Sessions" nicht mehr lieferbar sei. Ich hatte dann bei einigen weiteren Versendern angefragt und keiner konnte sie liefern, aber inzwischen hatte ich ja schon beschlossen, daß ich sie gerne hätte. Schließlich hatte ich bereits bei einem dieser Amazon-Händler die CD (zu einem horrenden Preis) bestellt, als ich zufällig auf meinem Weg durch Karlsruhe beim Saturn vorbeischaute - und wider Erwarten lag da noch ein Exemplar genau dieser 3er-CD-Box herum. So kam ich also doch noch günstig an die CDs - mehr über den Inhalt dieser Tonträger irgendwann einmal.


Und nun noch Teil zweihundertundneunundzwanzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
18.11.2006, kurz vor viertel zwei Uhr nachts, 13°C

Buecher .. linken .. kommentieren (2) .. von Götz Bürkle am 11.03.2007 um 01:47:51 Uhr



Angreifer China

Man könnte allerdings auch die Staaten der EU, USA, Kanada etc. als Angreiferstaaten bezeichnen, weil sie mit anderen Methoden nach den gleichen Ressourcen greifen… Schließlich haben wir uns unseren Wohlstand ziemlich auf Kosten anderer aufgebaut. Andere, die ein ähnliches Wohlstandsniveau erreichen wollen dann als „Angreifer“ zu titulieren finde ich etwas gewagt.

.. geschrieben von Christian .. www .. am 11.03.2007 um 22:53:55

Schwierig ...

Hallo Christian,

natürlich ist es eine gewagte These. Wahrscheinlich kann man weder die einen, noch die anderen Staaten wirklich als "die Angreifer" bezeichnen.

Ich habe absichtlich auch nicht vorbehaltlos zugestimmt, doch ganz ablehnen mag ich sie auch nicht. Es ist ein nicht ganz einfaches Thema, auf das es auch keine ganz einfachen plakativen und auch noch richtigen Antworten gibt.
Aber es schadet nicht, sich von (irgend)einer These ausgehend einmal Gedanken zu dieser aktuellen Entwicklung zu machen.

Grüße,
Götz

.. geschrieben von Götz .. am 11.03.2007 um 23:22:26



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zuletzt geändert von Götz Bürkle am 16.04.2008 ..

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