bloggen » 01/2007
punktpunktblog
Der Herold und das von Gott behütete Palindrom
Nachdem mein üblicher Montagstermin,
WortSport, inzwischen ein Dienstagstermin ist, gehe ich Montags wieder gelegentlich in die
Sneak-Preview. Und letzten Montag, also vor fast genau einer Woche, kam ein Film, den ich hier unbedingt erwähnen muß, auch wenn ich noch so viel anderes hätte, was ich hier irgendwann bestimmt noch abkippen werde.
Gezeigt wurde Schräger als Fiktion (
IMDB: Stranger than Fiction,
englische Wikipedia, oh, inzwischen sogar auch bei der
deutschen Wikipedia angekommen).
Kurz gesagt: Der Film ist genial! Man sollte ihn sich nicht entgehen lassen!
Die Geschichte um den anfangs, manche würden sagen "etwas
monkigen", Steuerprüfer
Harold Crick, der, natürlich bei seiner höchst hoheitlichen Arbeit im Auftrag der Regierung, die zuckersüße Bäckerin mit revolutionären Tendenzen
Ana Pascal kennenlernt, die er auf Herz und Nieren prüfen muß. Also, eigentlich nur ihre Bücher. Aber wie das Leben, zumindest im Film, so spielt, bleibt es nicht bei einer rein geschäftlichen Beziehung.
Ihren Teil zu dieser Entwicklung trägt neben dem Literatur-Professor Jules Hilbert, der mit einer Reihe unterhaltsamer Fragen herausfinden will, in welcher Geschichte Harold denn die Hauptrolle spielt und ob es sich nun um eine
Komödie oder eine
Tragödie handelt vor allem die Autorin Kay Eiffel bei, die hinter allem steckt. Denn sie ist diejenige, die das Buch schreibt, das Harold lebt.
Groteskerweise leben beide zur selben Zeit in der selben Stadt und Harold hört immer wieder die Stimme der Erzählerin, wie sie genau beschreibt, was er wie warum gerade tut. Und genau das treibt ihn fast in den Wahnsinn.
Der Film wimmelt geradezu von Sprüchen, die man sich unbedingt merken muß - bestimmt kann man sie mal brauchen. Wer kam nicht schonmal auf die Idee sein Gegenüber zu fragen, ob er oder sie nicht kürzlich ein Pferd aus Holz geschenkt bekam?
Zur Notiz an mich: "Ihre Zähne sind so schön gerade." ist ein atemberaubendes Kompliment, das ich unbedingt mal in freier Wildbahn erproben sollte.
In der deutschen Übersetzung kommt ein eigentlich reichlich abgedroschener Spruch mit einer "Mehlbox" vor, der in der Situation jedoch trotzdem zum Lachen anregt. Wie überhaupt der ganze Film. iIn der englischen Version heißt der Satz wohl "I brought you flours." und toppt damit meiner Ansicht nach die deutsche Übersetzung, aber da will ich mal nicht meckern, das ist nur ein Anreiz, den Film auch mal im Original zu sehen.

Eine nette Geschichte am Rande ist, daß meine Mutter vor ein paar Wochen bei meiner Oma alte Uhren meines Opas rausgesucht hat. Ich trage ja seit Ewigkeiten keine Armbanduhr mehr, aber eine sah angenehm schlicht aus, so daß ich nun wieder eine funktionierende Armbanduhr besitze. Nun könnte man sich fragen, was dies mit dem Film zu tun haben könnte. Vielleicht nichts. Vielleicht. Vielleicht aber auch etwas. Denn der Schlußsatz des Films lautet:
"Eine Armbanduhr rettete sein Leben"
("A wristwatch saved his life")
- und seit einer Woche trage ich nun gelegentlich auch wieder eine Armbanduhr, denn man weiß ja nie ... ;)
Ach, und jetzt weiß ich auch, warum ich irgendwann noch Gitarre lernen wollte ... (mehr schreib ich dazu nicht, der eine weiß, was es damit auf sich hat, der andere nicht - das Leben ist voller wirrer Andeutungen. Zumindest meins.)
Aktuelles .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 29.01.2007 um 01:52:25 Uhr
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A wristwatch saved Harold Crick.
"A wristwatch saved Harold Crick."
.. geschrieben von Sven .. am 08.02.2007 um 00:54:14