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bloggen » 01/2007

punktpunktblog

Sale = sprachliche Verblödung

Diese Woche verspürte ich spontan nach einem langen Tag an der EliteForschungsuniversität ausnahmsweise einmal Lust, mal wieder etwas zum Anziehen einzukaufen, also nutzte ich die Gunst der Stunde. Auf meinem Weg durch die Stadtwiki KAKaiserstraße wurde ich jedoch von so manchem Hinweis (positiv?) überrascht.

Esprit Karlsruhe im Juli 2005Aber beginnen wir am Anfang. Es war im Juli des Jahres 2005, da schlenderte ich, vermutlich - es ist schon zu lange her, als daß ich mich an meinen Gang erinnern könnte - von der Stadtwiki KAPost Galerie in Richtung Stadtwiki KAMarktplatz. Schon nach einigen Metern wurde ich durch mehrere kleine Hinweise gezwungen innezuhalten, mich zu sammeln und diesen Fremdkörpern auf den Scheiben von Esprit auf den Grund zu gehen.

Esprit Karlsruhe: Wir können auch (!) deutschEs machte auf mich den Eindruck, als hätte das Personal diese Hinweise selbst angebracht, was sie von denen, auf die ich gleich noch eingehen will unterscheidet, trotzdem konnte ich mir ein Lächeln unmöglich verkneifen und zückte sogleich mangels schußbereiter Kamera mein Mobiltelefon und hielt das Schildchen, auf dem geschrieben steht:
"Wir sprechen auch deutsch", auf diese Weise für alle Ewigkeit fest.
So kanns gehen, wenn man nur dämliche englische Werbesprüche hat und deswegen die Leute noch drauf hinweisen muß, daß man ja eigentlich auch deutsch sprechen und verstehen könnte. Aber das alles sei nur am Rande erwähnt, weil es gerade so gut paßt.

Hinweis am BreuningerZurück zum eigentlichen Thema. Ich war auf meinem Weg durch die Kaiserstraße, als ich nach dem Verlassen des Stadtwiki KABreuningers auf dessen Schaufensterscheibe einen Hinweis erblickte.

Hinweis am KarstadtSchon wenig später zog der nächste dieser Hinweise meine Aufmerksamkeit auf sich, dieses Mal auf der Schaufensterscheibe von Stadtwiki KAKarstadt. Es war wieder genau der selbe Hinweis, nur an einem anderen Ort.

Sale = sprachliche VerblödungWer mich kennt wird sich vielleicht wundern, wie ich dazu komme etwas derartiges auch nur in Ansätzen positiv zu erwähnen.
Zugegeben ich stehe dem, was die einen "Street Art" und die anderen "Verachtung fremden Eigentums" nennen kritisch gegenüber. Auch in diesem Fall könnte man sich darüber streiten, ob es "richtig" ist auf fremde Schaufenster Zettel zu kleben, aber bei diesen Zetteln bin ich mir wenigstens sicher, daß sie an dieser Stelle ohne viel Aufwand zu entfernen sind und wohl auch keine Spuren hinterlassen.

Vor allem kann ich der Aussage dieser Hinweise voll und ganz zustimmen:
Sale = sprachliche Verblödung!
So ist es. Insofern drücke ich in Anbetracht des hehren Zieles der deutschen Sprache auch im Alltag wieder zu mehr Erhabenheit und Schönheit zu verhelfen ausnahmsweise mal ein Auge zu, obgleich ich das Bekleben fremden Eigentums auch in diesem Fall unmöglich gut heißen kann.

Aktuelles .. linken .. kommentieren (4) .. von Götz Bürkle am 13.01.2007 um 17:02:43 Uhr



freude

»Insofern drücke ich in Anbetracht des hehren Zieles der deutschen Sprache auch im Alltag wieder zu mehr Erhabenheit und Schönheit zu verhelfen ausnahmsweise mal ein Auge zu, obgleich ich das Bekleben fremden Eigentums auch in diesem Fall unmöglich gut heißen kann.«

habe die schilder auch gesehen und mich gefreut, über diese aussage von dir freue ich mich natürlich auch. die motive machens... tsts.

.. geschrieben von Depone .. www .. am 13.01.2007 um 21:56:55

Ich wußte es!

Ich wußte, daß Dir das gefallen würde - und das, obwohl meine Aussage sich selbst ja schon relativiert ;)

.. geschrieben von Götz .. am 14.01.2007 um 14:21:32

Eine sprachliche Wohltat

Sehr schön Götz, wieder einen deiner vorzüglichen Posts zu lesen.

.. geschrieben von denkpause .. www .. am 14.01.2007 um 15:55:05

die denglischer schlagen zurück!

..jetzt sind die denglischer kurz vor der Wiederbewaffnung und schlagen zurück!

Ein guter Einsatz, finde ich - in Berlin haben wir dieses Phänomen schon etwas länger!

.. geschrieben von Wochenende .. www .. am 07.03.2007 um 10:29:03



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