bloggen » 10/2006
punktpunktblog
Von Dyskalkulie und tickenden Frauen
Eigentlich wollte ich direkt nach meiner relativ langen Fernsehnacht von Dienstag auf Mittwoch im Zweiten ein bißchen dazu schreiben, aber leider konnte ich mich nie so richtig aufraffen oder hatte noch viel anderes zu tun. Aber ob vor ein paar Tagen oder jetzt, das macht an sich doch sowieso keinen Unterschied, deswegen schreibe ich einfach mal drauflos.
Nun, an jenem Dienstag abend setzte ich mich irgendwann vor den Fernseher, um Nachrichten zu schauen. Danach kam dann im ZDF die Sendung
37 Grad zu den Themen
Legasthenie und
Dyskalkulie. Legasthenie "kennt man ja", also man hat den Begriff schon einmal gehört und weiß, daß es was mit Lesen bzw. eben nicht Lesen und schreiben können zu tun hat. Dyskalkulie hingegen ist schon allein vom Begriff her eher unbekannt, dabei steckt die Erklärung auch hier schon, wie bei so vielen Fremdwörtern, im Begriff selbst: Die Vorsilbe "Dis" oder auch "Dys" ist immer eine Verneinung und
Calculus hat etwas mit Zahlen zu tun. Ich kann mir auch schlecht vorstellen, wie das ist wenn man Zahlen sozusagen wie das Alphabet auswendig lernt, aber keine Ordnung darin sieht. Das waren also die Themen des Abends, zumindest zum Teil.
Passend dazu ging es auch bei
Kerner zumindest teilweise um diese Thematik. Sehr interessant waren aber auch noch die weiteren Gäste, wie Thomas D., der sich für die Initiative Junge Dichter und Denker einsetzt. Das Projekt versucht, Gedichte mit Rhythmen zu verknüpfen und sie zu rappen - ein wie ich finde guter Ansatz, um
Lyrik für junge Menschen attraktiver und "merkbarer" zu machen.
Auch
Til Schweigers Auftritt fand ich sehr gelungen, so richtig interessant wurde die Sendung dann, als
Marie Theres Kroetz-Relin und Hauke Brost etwas zu ihrem neuen Buch "
Wie Frauen ticken. Über 100 Fakten, die aus jedem Mann einen Frauenversteher machen." erzählten.
Als drei Kernbegriffe, wie Frauen denken, nannte Frau Kroetz-Relin Unsicherheit, Sehnsucht und Neugier. Das behalte ich mal im Kopf, man weiß ja nie, wann man sowas mal brauchen kann. Die meisten Weisheiten der beiden sind aber nichts Neues. Auch den perfekten "Anmachspruch" haben sie nicht gefunden, aber es scheint wohl erfolgreicher zu sein, wenn mann sein Gegenüber "persönlich anspricht", und dabei nicht nur auf Äußerlichkeiten eingeht. Auch das ist, finde ich, wenig überraschend. Auch die These, daß "das Schweigen der Männer" Trennungsgrund Nr. 1 sei ist nichts, was man nicht schonmal irgendwo gehört hätte. Daraus abzuleiten, daß vor allem Männer mehr (aktiv) zuhören sollten ist auch keine Meisterleitung, die Formulierung der Erklärung dazu fand ich jedoch wieder unterhaltsam, denn wenn man "aktiv zuhört", dann steht das Gegenüber im Mittelpunkt, was frau freut, schließlich will frau sich eigentlich wie eine Prinzessin fühlen. Sagt jedenfalls Frau Kroetz-Relin. Der Spruch des Abends kam jedoch von Herrn Brost, der voller Weisheit verkündete: "Das Wort einer Frau ist wie der Feuchte Fleck an der Zimmerdecke." - So ist das also. Die Erklärung dazu ist aber ebefalls wieder etwas, was man schon öfter gelesen hat, also auch hier nichts Neues.
Til Schweiger beendete mit seinem heroischen Schlußsatz die Sendung, der sinnegmäß lautete: Wenn man der Wissenschaft glaubt passen Frauen und Männer nicht zueinander, aber es gibt Paare, die zueinander passen und man sollte nur wegen der Wissenschaft nicht aufhören davon zu träumen.
So sei es, oder so ist es, oder wie auch immer.
Anschließend an diese illustre Gesprächsrunde ging es mit der Lyrik weiter, denn danach folgte der Club der toten Dichter ...
Und jetzt noch Teil zweihundertundachtzehn meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
25.09.2006, zwanzig vor elf Uhr nachts, 18°C
Kommentare: 0. Geschrieben am 01.10.2006 um 03:24:28 Uhr
.. noch nicht kommentiert.
.. kommentieren
(Die rot bzw. mit * markierten Felder müssen ausgefüllt werden.)