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bloggen » 07/2006

punktpunktblog

Erlebnisbericht von der Heidi..äh..Hauptversammlung

StadthalleWie bereits angekündigt in meinem Bericht über die ComBOTS Produktpremiere war ich auch auf der anschließenden Hauptversammlung, was wie schon im letzten Jahr nicht ganz uninteressant war.

Zu Beginn der ComBOTS AGHauptversammlung begrüßte Herr Reiter alle anwesenden mit einem Bezug auf die erfolgreiche Transaktion im letzten Jahr und der Bemerkung, daß "heute der nächste Meilenstein" folgt. Als Ort für die Produktpremiere sei bewußt Karlsruhe gewählt worden, um den Standort zu stärken.

Geschäftsbericht, verpacktDie Versammlung hatte kaum angefangen, schon gab es die erste Wortmeldung. Ich meine, genau das Gleiche wurde schon im letzten Jahr geäußert, denn jemand beschwerte sich, daß die Tagesordnung in zu kleiner Schrift angefertigt wäre. Diesem Herrn wurde sogleich eine größere Ausfertigung zugesichert, worauf die Versammlung weiter gehen konnte. Interessant fand ich, daß bei den Abstimmungen die Stimmen "subtraktiv" ausgezählt werden, das hatte ich vom letzten Jahr garnicht mehr im Kopf.
Gleich am Anfang wurde klargestellt, daß gemäß dem Wikipedia-LinkCorporate Governance Kodex Vorstand und Aufsichtsrat erfolgsabhängige Vergütungen erhalten - das ist auf jeden Fall nicht schlecht, und wer, so wie der ComBOTS-Vorstand, unerschütterlich an den Erfolg seines Produktes glaubt, der geht ja auch davon aus, daß eine erfolgsabhängige Vergütung ihm mehr einbringt, als eine nicht an den Erfolg gekoppelte. Falls es also doch ein Flop wird, was wir alle natürlich nicht zu hoffen wagen, bekommen sie nicht ganz so viel.

StickerNach diesen einführenden Worten folgte der Bericht des Vorstandes. Nun ergriff Michael Greve das Wort und erklärte, was da alles in der Tüte lag, die jeder an seinem Platz hatte.Es gab nämlich eine Überaschung! Der Geschäftsbericht ist nämlich nicht nur ein gewöhnlicher Geschäftsbericht, nein, er ist eigentlich vor allem ein Google-LinkStickeralbum! So wünschte er uns allen viel Spaß dabei, das Stickeralbum den Geschäftsbericht mit den tollen bunten Wikipedia-LinkStickern zu vervollständigen. Was für ein Spaß!

Als nächster erzählte Matthias Hornberger etwas zur Transaktion, wobei ich einen Satz las, den ich mir nicht so ganz erklären konnte: "Strategie der Marktführerschaft greift" - aber man muß ja nicht alles verstehen ... weiter formulierte er das große Ziel, die Vision: Das weltweit erfolgreichste Unternehmen für Personal Digital Communication werden.

Nun durfte auch Robert Gratzl noch etwas sagen, und zwar zu den harten nackten Zahlen. Er führte aus, "das Unternehmen wurde sozusagen neu erfunden" - stimmt, denn von dem, was bisher das Kerngeschäft war, das Portal, ist nichts mehr übrig geblieben, dafür setzte man auf das bisherige Flop-Produkt. Aber er ist fest vom Erfolg des neuen Produkts überzeugt, klar.

Geschäftsbericht - VorderseiteJetzt schlug erneut die Stunde für Michael Greve, denn er durfte den Aktionären das Produkt nochmal vorstellen, denn man konnte ja nicht davon ausgehen, daß am morgen bei der großen Show alle schon da waren.
Vieles, was bei der Produktpremiere schon gesagt wurde, wurde nochmal lang und breit erklärt, aber teilweise erfuhr man auch ein wenig mehr, als am Morgen. Vor allem hatte ich was zum Schreiben dabei, so daß ich mir die wichtigen Daten und Aussagen notieren konnte.
Das Produkt ist also für die "Kernkommunikation" gedacht, also für die Kommunikation mit einem engen eher kleinen Kreis von Freunden, Bekannten und Kollegen. Es geht darum, Menschen nahe zu sein. Und es soll einfach sein. Außerdem legte er nochmal dar, warum es keine Werbung im Produkt gibt, das war natürlich ein gezielter Seitenhieb, primär in Richtung Google-LinkGMail.
Die Software soll Spaß und Emotionen transportieren un über den "lustigen 3D-Charakter" soll man dem anderen näher kommen, als über die Avatare, die man bisher aus anderen Anwendungen kennt.

Ein wichtiges Stichwort war "Drag & Drop Communication", bei dem ich gleich an AppleApple denken mußte, und das wo es eine Version für Mac OS X erst in einigen Monaten geben soll. Die Praxistauglichkeit des Produkts unterstrich Greve durch die Aussage, daß sie mit ihrer Agentur auch mit ComBOTS gearbeitet haben. Einer meiner Sätze des Tages stammt ebenfalls aus diesen Ausführungen, denn auf einer Folie stand tatsächlich "Ganze Folder ebenfalls einfach nur droppen." - ahja, jetzt weiß ich genau, was ich machen soll, ganz einfach und für jeden Verständlich.

Geschäftsbericht - WE ARE READY!Ein weiteres Merkmal bei der eingebauten Dateiübertragungsmöglichkeit ist die automatische optimierung von Fotos, welche sich aber abschalten lassen soll. So werden standardmäßig nicht riesige Datenmengen übertragen, sondern die großen Bilder erstmal optimiert, bevor sie durch die Leitung gehen. Mir persönlich gefällt so etwas nicht so sehr, denn wenn ich ne komprimierte Version übertragen will, wähle ich die aus, wenn ich ne hochauflösende Übertragen will nehm ich die und will nicht, daß die dann irgendwie "optimiert" wird. Aber für die meisten Anwender dürfte dies in der Tat ein Vorteil sein. Natürlich hatte Greve auch einen Grund parat, warum ComBOTS für solche Dateiübertragungen viel besser geeignet ist als E-Mail oder sonstige Wikipedia-LinkIM-Protokolle: ComBOTS ist dafür entwickelt worden, Wikipedia-LinkE-Mail und IM-Protokolle dagegen primär zur Übertragung von (kurzen) Texten.
Ein weiteres Motto lautet "anything, anytime, anywhere". Man kann mehrere Rechner nutzen und Dateien auf mehreren Rechnern empfangen. Stichworte zur Dateiübertragung lauten XXL Files (im Moment bis 100MB), Guaranteed Delivery! und Perfect Sync - hört sich alles ungemein beeindruckend an, ob es das hält, was es verspricht wird sich zeigen müssen.

Wie schon am Morgen wurde einmal mehr betont, daß man einen der leistungsfähigsten Serverparks Europas besitzt, der mit Wikipedia-Link20 GBit/s ans Internet angebunden ist. Aber es ging ja nicht primär um das Rechenzentrum, sondern um das Produkt, denn "heute nicht nur Produktlaunch sonder der Launch eines Unternehmens!"

Ein weiteres Merkmal des Produkts ist die "One Click Communication", was natürlich auch auf die Einfachtheit der Bedienung abzielt. Und als weiteres Highlight verkündete er, daß sie das Prinzip des Anrufbeantworters quasi umgedreht haben, so soll man demjenigen, mit dem man kommunizieren will auch einfach gesprochene Sprachbotschaften hinterlassen können.

Auch die Privatsphäre soll geschützt sein, weswegen eine 256 Bit-Wikipedia-LinkVerschlüsselung benutzt wird. Außerdem funktioniert ComBOTS nach dem "Invitation only"-Prinzip, schließlich ist es ein Werkzeug das, zumindest bisher, eindeutig nur für 1:1-Verbindungen gedacht ist. Und beim Thema Privatsphäre durfte ein erneuter Seitenhieb auf einen weltweit tätigen Suchgiganten und E-Mail-Provider nicht fehlen. Der entscheidende Satz war: "Sir stehen für extrem saubere Kommunikation."

Geschäftsbericht - MORGEN REVOLUTIONIEREN WIR DIE ONLINE-KOMMUNIKATION. BE PART OF IT!Bei der Konzeption und Realisierung von ComBOTS wurde darauf geachtet, daß es ohne Worte intuitiv bedienbar sein soll, was natürlich auch im Zuge einer internationalen Makrteinführung ein günstiger Schachzug ist. Es ist eineutig als Consumer-Produkt gedacht, was auch an der Aussage "Wir pflegen den Client für den Kunden." deutlich wird.
Und weil es kein Handbuch gibt, mußten sich die Macher natürlich eine andere Möglichkeit ausdenken, Hilfestellungen zu geben, so entstanden "extrem süße Animationen" mit ComBOTS AGTom & Lily.
Und mit dieser in Supportanimationen verpackten rührenden Liebesgeschichte wird einmal mehr klar, worum es bei dem ganzen bunten und blinkenden und lärmenden Kram geht: ComBOTS will über die Herzen, nicht über die Technik, zu den Leuten kommen. Denn mit ComBOTs kann man "Sein, wer man will" und sowieso "mehr sagen ohne Worte mit animierten Animationen".

Stadthalle, am morgen waren die ComBOTS noch verhülltNun war der Zeitpunkt gekommen sich daran zu erinnern, daß wir gerade nicht mitten in einer Werbeveranstaltung sondern einer Hauptversammlung waren, obgleich die Grenzen teilweise nicht so deutlich zu sehen waren. Jetzt stellte sich jeder die Frage, wie ComBOTS eigentlich Geld verdienen will, doch dafür hatte Greve natürlich gleich eine passende Antwort parat: mit dem Shop!
Bei den Kunden wil man durch hohe Qualität beim Support punkten. Für brummende Geschäfte im Shop sollen die Animationen sorgen, die zusammen mit den sieben besten Animationsstudios Deutschlands realisiert wurden. Auch wenn man bei den vielen Animationen eventuell eher an die eine oder andere spezifische Zielgruppe denkt, ist das Produkt an sich für alle entwickelt worden, sagen jedenfalls die, die maßgeblich an der Entwicklung beteiligt waren.
Für den Erfolg des Produkts lieferte Michael Greve gleich ein sehr stichhaltiges Argument: "Allein der Shop macht schon sehr viel Spaß sich durchzuklicken" - wobei er damit garnicht mal so Unrecht hat, aber wenn ich die Animationen einmal gesehen hab, dann reichts mir auch schon. Ein weiteres Argument für den Shop sind die Deckungsbeiträge von rund 90% bei den Charakteren, "der Verkauf macht richtig Spaß". Und für alle, die es immer noch nicht verstanden haben wurde noch deutlich gesagt, daß der Shop an sich die Hälfte des Geschäftsmodells darstellt.

Ganz wichtig für die Verbeitung der Software: ComBOTS ist FriendlyWare und ein kostenloser Account soll "praktisch keine Einschränkungen" haben, es soll aber auch "moderate Monatsbeiträge" geben, so daß man für kleines Geld schon mit dabei (also, mit beider zahlenden Kundschaft) sein kann. Teilweise wurde auch von "keinen Einschränkungen" gesprochen, so daß zumindest mir bisher nicht ganz klar ist, ob es nun irgenwelche Einschränkungen geben soll oder nicht, aber ich hab es so verstanden, daß es eher gar keine Einschränkungen geben soll. Die Vermarktungsform "Social Distribution" ist natürlich angelehnt an die gerade extrem im Zentrum der Medien stehenden "Social Networks".
Für eine Äußerung erntete Greve spontanen Beifall: "Überlegen Sie mal, wann haben Sie das letzte Mal gelacht, als sie ein Programm benutzt haben?" - Der Satz schlug beim größtenteils vermutlich relativ computer-affinen Publikum natürlich ein wie eine Bombe, man kann Herrn Greve auf jeden Fall nicht vorwerfen, er verstünde es nicht seine Aktionäre zu unterhalten.
Über diverse Kooperationen und Vereinbarungen habe man Zugang zu über 20 Millionen Kontakten, die mna natürlich bei Marketing-Aktivitäten nutzen könnte.

Am Ende der Produktvorstellung standen noch zwei plakative sätze, zuerst natürlich, daß jeder Nutzer Aktionär und jeder Aktionär nutzer sein sollte. Aber nach der Ankündigung, daß das Produkt zur IFA der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll wurde das ausgesprochen, was zwischen den Zeilen schon seit der ersten Sekunde der Hauptversammlung, eigentlich sogar schon seit der Produktpremiere am Morgen im Raum stand: "Jetzt gehts in die Welt raus, die wollen wir erobern!"


Sticker, VorderseiteNach dieser eher umfangreichen und informativen Produktvorstellung wurde die Generaldebatte eröffnet, auf deutsch: Jeder Aktionär darf sich jetzt mal wichtig machen und vorne irgendetwas erzählen, fordern oder was auch immer sagen. Und alle hören zu. Diese Gelegenheit konnten sich einige Zeitgenossen nicht entgehen lassen, teilweise zum Leidwesen aller anderen Anwesenden, aber eigentlich sind die meisten Wortmeldungen irgendwie unterhaltsam, zumindest solange sie sich nicht nur noch wiederholen, insofern war die Situation in der Generaldebatte durchaus mit der im letzten Jahr vergleichbar, nicht zuletzt, weil viele Akteure die selben waren und es stellenweise ziemlich wild zuging.

Ein Thema der Generaldebatte war von vorne herein klar: Warum gibt es keine Wikipedia-LinkDividende? Diese Frage stellte, direkt oder indirekt, wirklich jeder, der vorne irgendetwas sagte, außer dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und dem Notar natürlich. Ein gewisser Herr Wild war immer noch der selbe wie im letzten Jahr, weswegen er mich auch dieses Mal mit dem "Verkauf an Google-Link1mal1" erfreute. Außerdem kündigte er an, er wolle das Produkt benutzen, klar, man will jaschließlich wissen, wo sein Geld für rausgeht ... Doch ich muß zugeben, er stellte auch wirklich interessante Fragen, so wollte er erstmal wissen, ob es denn Konkurrenzunternehmen gäbe und welche das wären. Weiter fragte er nach externen Beraterverträgen, außerdem war ihm aufgefallen, daß sich der Aufsichtsrat im vergangenen Jahr relativ oft getroffen hatte, nun interessierten ihn natürlich die Themen der Treffen. Schließlich erkundigte er sich noch nach den Kosten der Markteinführung, wobei ihm ein "hen" rausrutschte, was er natürlich gleich kommentierte "hen - oder besser haben, hen isch schwäbisch". Das gab natürlich Sympathiepunkte bei mir, schließlich kommen wir aus dem selben Lager.

Heidis lauschiges Plätzchen im ComBOTS-StickeralbumZuerst wurden einige Fragen gesammelt, weswegen der ebenfalls schon im letzten Jahr sich meldende Herr Dr. "Kompost" Appel. Den Hinweis auf den neuen Unternehmensnamen verkniff er sich, vermutlich schweren Herzens, dafür wollte er wissen, warum die Hauptversammlung im letzten Jahr am ersten Tag abgebrochen wurde und am Donnerstag dann fortgesetzt werden mußte. Das lag wohl daran, daß man vor null Uhr nicht fertig geworden wäre, hab ich mir sagen lassen. Ich hab die Antworten zu diesem ersten und teilweise wirklich interessanten Fragenblock nicht mitbekommen, aber dazu später mehr, erstmal die weiteren Fragen. Denn der werthe Herr Appel beschwerte sich auch über das Personal, das um neun Uhr schlecht intruiert gewesen sei. Nun, ich hatte ja meine eigenen Erfahrungen mit dem Sicherheitspersonal gemacht, die nicht so ganz genau wußten, was sie zu tun und zu lassen hatten, aber das war kurz vor zehn - wenn man weiß, daß um halb zehn erst Einlaß war, dann fragt man sich natürlich, warum einer schon eine halbe Stunde früher herumgeistert. Aber viel furchtbarer war, daß die Wortmeldungen wohl zu spät angenommen wurden, jawohl, schrecklich. Glücklicherweise hatte es aber offensichtlich doch noch geklappt, daß er sich melden durfte, glück gehabt, vermutlich. Aber nicht alles, was er sagte und fragte war für mich von nicht unbedingt übermäßiger Bedeutung, denn die Anmerkung, das Produkt sei für Ende 2005 versprochen gewesen war durchaus zutreffend, vor allem der Nachsatz war gut, es sei nämlich "eine Schlappe, um nicht Blamage zu sagen". Und wenn man jetzt sieht, wie Heidis neue Welt aussieht und daß ComBOTS noch nicht so ganz ausgegoren und nicht ansatzweise bugfrei ist, dann kann ich diesem Nachsatz sogar zustimmen. Was ich so jedoch nicht unbedingt behaupten würde ist, daß der Vorstand und der Aufsichtsrat ein aktionärsfeindliches Verhalten an den Tag legen. Natürlich, keine Dividende bei so viel "Wikipedia-LinkAsche" aus dem Verkauf ist bitter, aber ansonsten machen auf mich die Herren Vorstände und Aufsichtsräte eigentlich einen irgendwie sympathischen Eindruck.

Als nächstes durfte Herr Scherpe ran, er bekundete bitter von der Aktie enttäuscht zu sein und bat darum die Vorstandsvergütungen vollständig offenzulegen. Er beschwerte sich, daß die Leistung der Anleger der ersten Stunde, zu denen er sich zählt, bisher nicht honoriert worden sei, womit er natürlich auf die andauernde Nulldividende anspielte. Verzweifelt blieb ihm nur ein "Ich kann es einfach nicht verstehen.", wonach er sich wieder fing und zum nächsten Thema überging, denn sein berechtigtes Interesse bestand darin zu erfahren, welche Gelder denn bei dem gerichtlichen Vergleich im Herbst letzten Jahres geflossen seien. Zudem bemängelte er einige orthographische Fehler in der Präsentation und fragte bei der Gelegenheit gleich nach, ob diese Präsentation noch anderswo wiederholt werden würde. Schließlich war er doch wieder voller Optimismus und sich sicher, daß das Konzepot aufgeht.
Sorgen bereiteten ihm lediglich noch die Fragen, ob ein "Verdealen von im Shop gekauftem möglich" sei und, ein durchaus beachtenswerter Aspekt, ob man denn möglicherweise mit Schadensersatzansprüchen von Kunden konfrontiert werden könnte wegen dem "garantierten Empfang" von Dateien. Diese Antwort hätte mich, neben einige anderen, sehr interessiert.

Sticker, RückseiteNach diesem rhetorisch nicht schlechten und mir auch irgendwie wirklich sympathischen Sprecher betrat der mutmaßliche Jura-Student Günther die Bühne, die er so schnell auch ncith wieder verließ, schließlich hatte er die vermutlich längste Liste überflüssiger Fragen zusammengestellt, wofür leider jedoch kein Preis vergeben wurde, schade für ihn. Er wollte zu allen möglichen Gerichtsverfahren alle Mögliche wissen. Eigentlich ging es ihm aber mehr darum, warum ein Antrag von ihm im letzte Jahr nicht berücksichtigt worden war, weswegen er auch noch dutzende Fragen zum letzjährigen Hauptversammlungsdienstleister stellte, insgesamt waren es zu diesem Bereich neunzehn Fragen. Nach der vierzehnten mekrte er an "das ist der letzte Punkt", was prompt mit einem Beifall honoriert wurde, worauf er verschmitzt nachschob "zu diesem Kapitel". Wie ich erfahren habe wurde sein Antrag deswegen nicht berücksichtigt, weil er ihn an eine falsche Adresse gesendet hatte, da kann man dem lieben Herren kaum helfen. Schließlich bließ er noch ins gleiche Horrn wie schon Herr Dr. Appel und unterstellte Vorstand und Aufsichtsrat eine aktionärsfeindliche Einstellung.
Er war mit seinen ausladenden Äußerungen noch nicht am Ende, als ich die Hauptversammlung für einige Zeit verlassen mußte - die Pflicht rief, ich hatte mein Tutorium zu halten. Deswegen habe ich leider die Antworten auf die interessanten Fragen verpaßt, was natürlich sehr schade aber kein Beinbruch ist.

Die Studenten waren sichtlich irritiert, daß ich im Wikipedia-LinkAnzug vor ihnen stand, aber ich versuchte sie zu beruhigen, schließlich hätte ich mich nicht primär für sie "hübsch" gemacht. Nachdem morgens in der Vorlesung das Thema ComBOTS wohl kurz angesprochen wurde tat ich nach einer Nachfrage dazu in den ersten Minuten mein Wissen zu diesem neuen und natürlich überaus innovativen und tollen Produkt kund, schließlich kam ich direkt von der Quelle allen Wissens, zumindest zu diesem Thema.
Nach gut anderthalb Stunden war dann die Zeit gekommen, mich wieder von meinen, zumindest teilweise, überaus netten und engagierten Tutoriumsbesuchern zu verabschieden. An sich rede ich ja gern, eventuell auch mal viel, trotzdem bin ich nach eineinhalb Stunden Tutorium immer völlig geschafft und muß meiner Stimme erstmal eine Pause gönnen.

Stadthalle mit enthüllten ComBOTSDoch zurück zum eigentlichen Thema, denn jetzt machte ich mich erneut auf den Weg in die Stadthalle, um zu schauen, ob die Hauptversammlung schon zu Ende war oder nicht - zu meiner Freude war sie noch in vollem Gange, obgleich sie meinetwegen nicht mehr so lange gehen hätte müssen, wie sie dann ging, aber erstmal war ich glücklich noch etwas mehr von diesem Wikipedia-LinkSchauspiel mitbekommen zu können.
Mein Nebensitzer war auch noch da, so daß wir uns auch in den nächsten Stunden noch gut unterhalten konnten. Die erste Äußerung eines Aktionärs, die ich mitbekam, als ich den Saal wieder betrat endete mit dem Satz "es bleibt doch alles beim alten!" - und irgendwie hat er natürlich Recht, ich selbst hatte mit einer revolutionäreren Applikation gerechnet, aber schauen wir doch erstmal nach vorn, was die Zukunft bringt.

Auch was die Akteure angeht blieb alles beim alten, denn Herr Scherpe ergriff erneut das Wort, und relativierte zuersteinmal seinen anfänglichen Optimismus, da er inzwischen erfahren hatte, daß das Produkt nur für Windows XP verfügbar sein soll, was die potentielle Verbreitung natürlich begrenzt, vor allem angesichts dessen, daß zumindest ich die Software als eher typisches Äpfler-Spielzeug ansehen würde, denn als typische Windows-Applikation. Danach wies er den Vorstand darauf hin, daß er wohl die Wirkung einer, wenn auch minimalen, Dividende unterschätze und endete ein wenig zynisch, vielleicht hat er es aber auch tatsächlich ernst gemeint, mit der Feststellung "wahrscheinlich liegts daran, daß ich etwas starrköpfig bin". Wie schon erwähnt, seine Wortmeldungen fand ich mit am angenehmsten.

Ein Herr Zapf, an den ich mich auch aus dem letzten Jahr noch meine dunkel zu erinnern, mäkelte dann auch wieder an der nichtvorhandenen Dividende rum. Außerdem wurde immer wieder ein "Ferienhaus in Spanien" angesprochen, zu dem mir jedoch leider der Kontext fehlte.


Endlich war die Zeit der nächsten Antworten gekommen, so durfte ich erfahren, daß der Benutzer selbst entscheiden darf, wann er etwas bezahlen will. Außerdem sei man auf ein großes Wachstum vorbereitet, Michael Greve sagte, er sähe großes Potential. Beeindruckend fand ich, daß Herr Gratzl und Herr Hornberger Vergleiche zu SkypeSkype [skaipie] zogen. Nun durfte ich auch erfahren, warum es keine Dividende gibt, denn eine Dividende wäre "gefährlich für das Produkt" - wenn man mal kurz Datacenter an allen Ecken und Enden der Welt bauen muß, weil jeder unbedingt mit seinen fünf Freunden ComBOTten will, dann muß man naztürlich alles Geld, das man hat, in die Hand nehmen. Einmal mehr wurde das Ziel betont, die Weltherrschaft die Weltmarktführerschaft im Bereich "Kommunikation", oder so ähnlich.

Nach diesem eher kurzen aber dennoch durchaus aufschlußreichen Antwortenblock folgte Herr Günther wieder mit einer nicht enden wollenden Liste voller Geblubbere, in der auch die Dividende nicht vergessen wurde. Und der für seine unkonventionellen Fragen schon fast berühmte Herr Dr. "Kompost" Appel merkte das an, was alle dachten sich aber sonst keiner zu sagen traute: Die Verpflegung war nicht so optimal. Und da stimme ich Herrn Appel vorbehaltlos zu, nur auf der anderen Seite komme ich ja nicht zum Essen zu einer Hauptversammlung, weswegen ich dies auch nicht zum Gegenstand der Diskussion machen würde, letztlich hatte er sich vielleicht wenigstens eine "Würstel-Dividende" erhofft, wie mein Nebensitzer zu sagen pflegte.

Und schon gab es wieder einige Antworten. Nach Aussage des Vorstands wurden von über 100 beantragten Patenten bereits 29 erteilt und es lägen bislang keine Widersprüche vor. Zum Shop wurde gesagt, daß der Nutzer nur ein Nutzungsrecht und keine Datei erwirbt. Wie auch immer das technisch genau umgesetzt ist, dadurch soll wohl verhindert werden, daß die vielen "lustigen Animationen" einfach so kopiert werden können.

Geschäftsbericht, RückseiteLangsam, aber sicher, war die Luft raus, aber Michael Greve schaffte es dennoch noch Höhepunkte zu setzen, so sagte er "Ich denk es gibt auch noch ehrliche Menschen auf der Welt!" - was natürlich ebenfalls auf das Kopieren vor allem jedoch auch auf das Bezahlen bezogen war. Der wahrscheinlich beste Spruch des Tages folgte stehenden Fußes: "Der ewig testende Schwabe ist auch ein guter Kunde, weil er uns noch seine fünf Freunde bringt" - auch das war eine Antwort auf eine Frage.
Eine Zahlenreihe bis 2012, wie gefordert wurde, gab es vernünftigerweise nicht, ich fand ja den Finanzplan bis 2009 im letzten Jahr schon sehr kritisch.
Die letzte definitve Aussage betraf den "Break Even Point", so sei man "schon bei einer Million Nutzer" in den schwarzen Zahlen. Ich muß dazu sagen, daß ich dies wörtlich nicht vom Vorstand, sondern von einem Aktionär bei einer Wortmeldung gehört habe, der dies jedoch aus den Antworten den Vorstandes wußte.

Am Ende der Wortmeldungen durfte Herr Günther nicht fehlen, der noch ein letztes Mal mit viel Blabla allen gehörig auf die Nerven ging.


Um 19:40 Uhr gab es schließlich keine Wortmeldungen mehr und um 20:30 Uhr war der ganze Spuk vorbei.


Ich werde auch im nächsten Jahr wieder hingehen, denn zum Einen sieht man mal, wie es in der Realität auf solchen Versammlungen zugeht und der Begriff "AG" ist in meinem Kopf nicht mehr nur eine diffuse Worthülse für ein rechtliches Konstrukt. Zum Anderen war es in diesem wie auch im letzten Jahr sehr unterhaltsam und ich durfte wieder interessante Menschen kennenlernen.
Man gönnt sich ja sonst nichts.

Weitere Bilder des Spektakels, vor allem von der Produktpräsentation gibt es zum Einen flickr-Linkvon mir, aber auch von flickr-LinkBeate Paland und flickr-LinkKlaus Nahr und bestimmt noch vielen anderen.

Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 26.07.2006 um 00:52:05 Uhr



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zuletzt geändert von Götz Bürkle am 28.01.2009 ..

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