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bloggen » 07/2006

punktpunktblog

Die große Knubbelmetamorphose

Stadthalle Karlsruhe, am MorgenEs war ein malerischer Sommermorgen als ich meine erste Vorlesung ein paar Minuten vor Ende verließ, um einem Wikipedia-LinkSpektakel beizuwohnen, das Geschichte schreiben wird. So zumindest der Plan von denjenigen, die den Spaß veranstalteten. Pünktlich zwischen halb zehn und zehn betrat ich mit meiner persönlichen Einladung ausgestattet die KA StadtwikiStadthalle Karlsruhe, um die Premierenshow der ComBOTS AGComBOTS AG auf mich wirken zu lassen.

Doch bevor ich in den Saal selbst kam, meinte einer dieser Security-Menschen meine Laptoptasche nach Kameras untersuchen zu müssen - wie man sich denken kann hatte ich meine natürlich dabei. Er meinte, er dürfe mich nicht reinlassen, ich fragte ihn, ob er meine Kamera denn wenigstens für die Zeit der Premierenshow aufbewahren will, aber dafür war er nicht empfänglich, er schickte mich nach unten zur Garderobe, jedoch ohne zu wissen, ob die Garderobe bewacht war oder nicht. Ich meine, ich würde meinen Laptop niemals in eine unbewachte Garderobe stellen! Aber unten angekommen fragte ich eine freundliche Combotante an der Information und sie meinte, die Garderobe sei beacht, damit war ich dann zufrieden. Also schritt ich schnurstracks in die Garderobe um mein Rechengerät samt Wikipedia-LinkDigitalkamera dort abzugeben, und versicherte mich nochmal, daß sie auch wirklich bewacht war, worauf mir die freundliche Dame antwortete, sie sei den ganzen Tag da, was ich mit einem "Na, dann kann ja nichts passieren" erwiderte. Nun hatte ich meine Last also abgegeben und machte mich wieder auf den Weg nach oben, schließlich wollte ich ja noch einen guten Platz bekommen.
Als ich wieder an dem "Wikipedia-LinkTürsteher" vorbeikam machte ich ihn darauf aufmerksam, daß er jetzt ja gar keine Taschen mehr kontrollierte. Er sagte mir, daß er jetzt die Anweisung bekommen hätte, daß Kameras doch reindürfen. Ich bedankte mich freundlich für seine Uninformiertheit und zog ein wenig angesäuert in den Saal ein. Ich fürchtete schon keinen anständigen Platz mehr zu bekommen, aber in der vierten Reihe war sogar noch ein Sesselchen frei, auf dem ich mich sogleich niederließ.

Die Show beginntNachdem die Besucher mehrmals aufgefordert wurden in den Veranstaltungssaal zu kommen begann die Show. Scheinwerfer bewegten sich schnell und wirr im Raum herum, Musik, und jedem war klar, jetzt passiert was! Nur was, das wußten die meisten nicht so genau.
Nach einigen Minuten Krach und Licht startete auf der mittleren breiten Projektionsfläche eine Präsentation. Ich fand die mittlere Projektionsfläche an sich ja schon beeindruckend, beeindruckender als die Bilder vorn war jedoch das, was an Technik im hinteren Bereich des Saals herumstand. Etliche Displays und Rechner und Wikipedia-LinkBeamer und Menschen und Zeugs. Keine Ahnung, ob man wirklich all den Kram gebraucht hat, oder ob sie nur alles doppelt und dreifach dabei hatten, falls etwas schief geht, auf jeden Fall waren sie sehr gut ausgestattet.
Die KommunikationstimelineAber zurück zur Präsentation, dort wurde eine Zeitleiste der Kommunikation an die Wand geworfen und auf einige wichtige Stationen eingegangen. Erfindung des Wikipedia-LinkTelefons, der erste Wikipedia-LinkAnrufbeantworter, der erste Wikipedia-LinkApfel, Erfindung des Wikipedia-LinkWWW durch Sir Tim, und natürlich ComBOTS am Ende! So ist das also.

Markus Brock auf der BühneMit SWRMarkus Brock, siehe auch KA Newssein Profil bei KA News, betrat nun der erste (?) menschliche Akteur die Bühne und führte von nun an durch die Show.
Dem aufmerksamen Bildbetrachter wird dieses gelb-orangene knubbelige Ding auf der Bühne nicht entgangen sein. Genau das war das Geheimnis, das es zu enthüllen gab, dazu aber später mehr. Dieses Ding bewegte sich jedenfalls ab und an ein wenig mit seinen großen Füßen und stand sonst nur dekorativ auf der Bühne herum.

Schon bald kamen zwei weitere ins Spiel, nämlich der Gründer & Wikipedia-LinkChairman der ComBOTS AG Michael Greve und der President & Managing Director der ComBOTS Product GmbH & Co. KG Frank Schüler. Nun standen sie zu dritt vorn und begrüßten das Publikum und ließen dann schon bald die Katze aus dem Sack. Oder eher das Kätzchen, oder naja, paßt beides nicht so ganz, aber egal.

Enthüllung der HeidiLinks und rechts neben dem oben schon erwähnten Knubbel postiert machten sich die beiden daran, das Geheimnis endlich zu lüften und die gelb-orangene Decke zu heben. Man sah Beine, die so garnicht zu den großen Füßen von vorher paßten, und sie hoben weiter und weiter, bis das Objekt schließlich sichtbar war: Heidi! Ja, wirklich, aus dem Knubbel wurde eine süße kleine Heidi. Was für eine Wikipedia-LinkMetamorphose, da muß sich Wikipedia-LinkOvid aber mal ganz warm anziehen ...

Jetzt unterhielten sich erstmal alle mit Heidi, und leider funktionierte das Mikrofon der kleinen Heidi nicht, was der Moderator natürlich nicht mitanhören konnte und sich deswegen über sie stellte, so daß sie mit dem Kopf nach oben gedreht in sein montiertes Mikrofon sprechen konnte - er würde es nie zugeben, aber bestimmt hat er das Mikrofon selbst manipuliert, nur um der Heidi einmal so nahe sein zu dürfen.
Heidi hängt an Markus, oho!Aber schon bald wurden beide "erlöst", denn ein weiteres Mikrofon wurde auf die Bühne getragen, gut für Heidi schlecht für Markus, aber die beiden hatten wenigstens kurz ihren Spaß, es sah lustig aus und vor allem rechne ich diese Spontaneität dem Moderator hoch an. So eine Panne kann immer mal vorkommen, aber er hat souverän und unterhaltsam reagiert, so daß die Panne die Show meiner Ansicht nach fast ein wenig besser machte, als sie gewesen wäre, wenn alles glatt gelaufen wäre.

Nun stellten sich Heidi, Michael und Frank um einen großen roten Knopf herum und der Countdown zählte herunter, bis die drei schließlich den ComBOTS-Schalter umlegten. Bestimmt sprangen genau zu diesem Zeitpunkt die Maschinen im Wikipedia-LinkRechenzentrum an. Bestimmt. Nur schade, daß die Beamer der mittleren Projektionsfläche ein paar Sekunden zu früh schon auf das nächste Bild, nämlich die beiden Desktops links und rechts auf der Bühne, geschaltet wurden. Aber dieser Fauxpas wurde schnell korrigiert, hat aber leider dem Knopfdruck ein wenig die Spannung genommen. Nach getaner Aktivierung mußte sich Heidi schon verabschieden, sie hatte an diesem Morgen noch eine wichtige Mission zu erfüllen.
Irgendwann wurde dann ein Film eingespielt, in dem irgendwelche Leute auf der Straße interviewt worden waren, die fast alle sagten, daß sie mit ihren E-Mail-Programmen nicht zurecht kamen. Es ist eben auch alles so entsetzlich schwer und komplex, aber deswegen kommt nun ja ComBOTS.

Spätestens jetzt lief der Chef vom Dienst Michael Greve zur Hochform auf und fand beeindruckend viele Worte um sein Produkt als das Beste darzustellen, was es überhaupt nur geben kann. Da ich ja meine Laptoptasche nicht mit dabei hatte, vielen Dank nochmal an die nicht ganz optimal instruierte Securitymannschaft, hab ich keine Notizen und nur diese von der Qualität her relativ schlechten Bilder mit meiner Mobiltelefonkamera machen können, aber vieles wurde auf der anschließenden Hauptversammlung nocheinmal wiederholt, so daß ich dort dann mehr zum Produkt an sich schreiben werde.
Wichtig war Michael Greve, daß der Mensch bei der Entwicklung im Mittelpunkt stand und nicht die Technik. Zusammen mit Frank Schüler demonstrierte er das Produkt über zwei Beamer. Der eine projizierte den Desktop von Michael Greve, der andere den von Frank Schüler auf die Projektionsfläche. So konnte man die Aktionen wirklich gut nachvollziehen und bekam einen brauchbaren Eindruck davon, wie man mit dem Produkt kommunizieren kann. Ich muß sagen, das haben sie ganz gut gemacht.
Aber eines muß ich zur Demonstration noch feststellen: Michael Greve Wikipedia-Linkplenkt.
Getreu dem Spruch "Sein, wer man will" entschied sich Michael Greve dazu Heidi zu sein, natürlich nur um die genialen Funktionen von ComBOTS aufzuzeigen. Aber mal ehrlich: Ich mag lieber das Foto oder sowas eines Freundes sehen als eine blinkende hüpfende schreiende Heidi. Ich finde diese vielen "lustigen Animationen" eher nervig, irgendwie kitschig und fast lächerlich. Aber ich bezweifle nicht, daß es einen Markt für derartiges Geblinke und Generve gibt.

Als nächstes wurde zu Heidi geschaltet, die inzwischen live und in Farbe im neuausgerüsteten und wahrscheinlich modernsten Rechenzentrum des Universums Europas stand. Dieses Bild war wirklich sehr lustig, da stand die kleine süße Heidi mitten zwischen irgendwelchen blinkenden Kisten und neben ihr stand der große und breite OpenBCHead of Operating und Datacenter Wolfgang Thöne, dem sie dämliche Fragen stellte, die er möglichst sinnvoll zu beantworten versuchte.
Dieser Gegensatz zwischen den beiden, die eine tut so, als könnte sie nicht zwei und zwei zusammenzählen und der andere strotzt nur so vor Kompetenz und weiß garnicht, was er dieser planlosen Seele nur erzählen soll, war beabsichtigt und irgendwie komisch, vielleicht zu komisch. Haste da noch Thöne?

Die Produktdemonstration ging anschließend noch weiter, schließlich waren noch nicht alle Episoden von "Tom & Lily" gezeigt worden, denn es gibt kein Handbuch zu ComBOTS, schließlich "hassen wir Handbücher", sondern es gibt Tom & Lily, die in kurzen Animationsfilmen verschiedene Funktionen erklären, mehr oder weniger erklären. Und am Ende kommen die beiden natürlich zusammen, ist ja klar. Soll ComBOTS vielleicht doch nur eine Partnervermittlung werden? Eventuell liegt da ja schon das nächste Projekt in den Schubladen der Greve-Brüder ...
Aber erstmal will ComBOTS mit seinem bahnbrechenden Produkt weltweit führend werden. Daran habe ich so meine Zweifel, aber das Produkt hat durchaus gute Ansätze, so ist es ja nicht.
HeidiUngeschickt finde ich allerdings, daß es sich wohl auf dem Desktop einnistet, denn diesen sehe ich nur direkt nach dem Starten, und ich starte etwa ein bis zweimal die Woche neu, ansonsten klappe ich meine schwarze Kiste am Abend nur zu und am Morgen wieder auf. Doch ich warte zur Zeit ja noch sehnlichst auf meine Registrierungs-E-Mail, um dieses Softwareprodukt endlich selbst testen zu können, dann kann ich ja mehr dazu schreiben.
Als Geschenkchen gab es noch verschiedene der Standard-Charaktere, die man sich auswählen kann. Da die anderen Viecher noch viel grottiger aussahen nahm ich mir eine Heidi mit.

Zusammenfassend: Die Show war gut, aber ich muß ehrlich zugeben, ich hatte etwas "neuartigeres" erwartet, als einen tiefergelegten Skype-Konkurrenten ...

Mittags ging es dann weiter mit der Hauptversammlung, die wie schon im letzten Jahr auch wieder ein Erlebnis war. Dazu schreib ich auch noch etwas ...

Außer flickr-Linkmeinen bildern hab ich noch einige Bilder von flickr-LinkBeate Paland und flickr-LinkKlaus Nahr gefunden.


Was viele andere über die Premierenshow schreiben:

Aktuelles .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 16.07.2006 um 16:51:42 Uhr



Ja! noch mehr quietschbunte zappelnerv Avatare!

naja.. was soll ich dazu sagen?

ich fürchte, da werden sich wohl ein paar DAU's finden - die auch dieses "Virenprogramm" nutzen. Die Financial Times Deutschland trifft da voll ins Schwarze, wie ich finde.

Dänke für den Typo-Hinweis zum Plenken (http://de.wikipedia.org/wiki/Plenk) - interessant, wie verschieden das in Europa gehandhabt wird.

.. geschrieben von Michael .. www .. am 19.07.2006 um 13:09:48



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zuletzt geändert von Götz Bürkle am 28.01.2009 ..

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