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Einträge in 07/2006
Heißer Scheiß, könnte man sagen
So, nachdem ich jetzt die beiden dicken Brocken geschrieben habe, kann ich wieder kürzeres über Alltägliches, oder auch weniger Alltägliches schreiben.
Eigentlich habe ich gerade ja gar keine Zeit, regelmäßig etwas von mir zu geben, denn ich bin, wie auch viele andere Studenten, im Klausurstreß. Aber dennoch habe ich noch genügend, worüber ich schreiben könnte.
Zum Beispiel, es war vor ein paar Wochen, da saß ich über die Mittagspause in unserer tollen neuen hellen 24-Stunden-Bibliothek und bin dann, absichtlich, ein wenig zu spät los, um noch pünktlich in meine nächste Vorlesung (es war Europäisches und Internationales Recht) zu kommen. Ich lief also unter den Bäumen auf dem Gehweg in Richtung
Info-Bau, als ich auf einmal spüre, wie etwas auf meinen Kopf fällt. Es war nichts schweres. Ich fahr mir also mal kurz mit der Hand durch das Haar, und war erstaunt, wirklich wahr: Dieses weiße etwas, was nun auf meiner Hand war schaute ich kurz an, und dann wurde mir klar:
Kacke, Vogelscheiße!
Also echt, da läuft man, und trotzdem trifft so ein
Mistviech mir genau auf den Kopf. Dann hab ich gleichmal versucht mit einem
Tempo das Zeugs aus den Haaren zu bekommen, aber das blöde ist, daß man da auch gar nicht hin sieht.
Im Info-Bau angekommen bin ich dann erstmal aufs Klo, und hab versucht mit Wasser das noch besser rauszuwaschen. Ich sage Euch, das war echt eklig. Vor allem, wenn man dann noch zwei Stunden in der Hitze rumsitzt, bis man endlich daheim ist und duschen kann.
Solche tolle Erlebnisse hab ich also, und keine Zeit zeitnah darüber zu berichten - ich weiß, das ist dramatisch.
Aber es gab auch noch andere Begebenheiten. Es war vor etwa zwei Wochen, da geh ich Freitags wie gewohnt zu Kubik zum Gottesdienst und setz mich dann erstmal irgendwo hin und hol mir was zu trinken. Irgendwann denke ich, daß die drei, die da hinten sitzen, mir irgendwie bekannt vorkommen. Also schau ich sie mir mal genauer an. Und auf einmal kann ich sie zuordnen. Da saßen die Lizzy und der Basti zusammen mit dem Bennet. Alle drei kenne ich noch aus meiner Rangerzeit, als "wir", also
der Stamm Weinstadt ab und an was mit dem Stamm Ditzingen zu tun hatten. Außerdem will ich inzwischen schon seit Ewigkeiten mal zu einem Gottesdienst bei Treffpunkt Leben Ditzingen gehen, hab es aber aus verschiedenen Gründen immer noch nicht geschafft. Und, wie ich bei meinen Interessen schreibe war ich mit "den Ditzingern" auch schon ein paar Mal boarden. Nun hab ich mich natürlich gefreut, daß ich die drei mal wieder gesehen hab. In diesem Jahr lag deren Snowboardfreizeit für mich leider ungeschickt, sonst wär ich wahrscheinlich wieder mit.
Das als positives Gegenstück zur Vogelgeschichte oben.
Und das Wetter nimmt auch keine Rücksicht darauf, daß ich kaum dazu komme etwas zu schreiben, deswegen schreitet auch die Temperaturserie ununterbrochen vorwärts, weswegen ich nun ein paar Daten nachreiche.
Jetzt noch die Teile einhundertundfünfundneunzig, einhundertundsechsundneunzig, einhundertundsiebenundneunzig und einhundertundachtundneunzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
irgendwann in der Woche vor dem 19.07.2007, abends, 24°C
19.07.2006, kurz nach viertel fünf Uhr abends, 41°C (!)
20.07.2006, ganz kurz nach acht Uhr abends, 38°C
23.07.2006, kurz vor halb zwei Uhr mittags, 34°C
blablubmuh .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 29.07.2006 um 10:54:12 Uhr
Erlebnisbericht von der Heidi..äh..Hauptversammlung
Wie bereits angekündigt in meinem Bericht über die ComBOTS Produktpremiere war ich auch auf der anschließenden Hauptversammlung, was wie schon im letzten Jahr nicht ganz uninteressant war.
Zu Beginn der
Hauptversammlung begrüßte Herr Reiter alle anwesenden mit einem Bezug auf die erfolgreiche Transaktion im letzten Jahr und der Bemerkung, daß "heute der nächste Meilenstein" folgt. Als Ort für die Produktpremiere sei bewußt Karlsruhe gewählt worden, um den Standort zu stärken.
Die Versammlung hatte kaum angefangen, schon gab es die erste Wortmeldung. Ich meine, genau das Gleiche wurde schon im letzten Jahr geäußert, denn jemand beschwerte sich, daß die Tagesordnung in zu kleiner Schrift angefertigt wäre. Diesem Herrn wurde sogleich eine größere Ausfertigung zugesichert, worauf die Versammlung weiter gehen konnte. Interessant fand ich, daß bei den Abstimmungen die Stimmen "subtraktiv" ausgezählt werden, das hatte ich vom letzten Jahr garnicht mehr im Kopf.
Gleich am Anfang wurde klargestellt, daß gemäß dem
Corporate Governance Kodex Vorstand und Aufsichtsrat erfolgsabhängige Vergütungen erhalten - das ist auf jeden Fall nicht schlecht, und wer, so wie der ComBOTS-Vorstand, unerschütterlich an den Erfolg seines Produktes glaubt, der geht ja auch davon aus, daß eine erfolgsabhängige Vergütung ihm mehr einbringt, als eine nicht an den Erfolg gekoppelte. Falls es also doch ein Flop wird, was wir alle natürlich nicht zu hoffen wagen, bekommen sie nicht ganz so viel.
Nach diesen einführenden Worten folgte der Bericht des Vorstandes. Nun ergriff Michael Greve das Wort und erklärte, was da alles in der Tüte lag, die jeder an seinem Platz hatte.Es gab nämlich eine Überaschung! Der Geschäftsbericht ist nämlich nicht nur ein gewöhnlicher Geschäftsbericht, nein, er ist eigentlich vor allem ein
Stickeralbum! So wünschte er uns allen viel Spaß dabei, das Stickeralbum den Geschäftsbericht mit den tollen bunten
Stickern zu vervollständigen. Was für ein Spaß!
Als nächster erzählte Matthias Hornberger etwas zur Transaktion, wobei ich einen Satz las, den ich mir nicht so ganz erklären konnte: "Strategie der Marktführerschaft greift" - aber man muß ja nicht alles verstehen ... weiter formulierte er das große Ziel, die Vision: Das weltweit erfolgreichste Unternehmen für Personal Digital Communication werden.
Nun durfte auch Robert Gratzl noch etwas sagen, und zwar zu den harten nackten Zahlen. Er führte aus, "das Unternehmen wurde sozusagen neu erfunden" - stimmt, denn von dem, was bisher das Kerngeschäft war, das Portal, ist nichts mehr übrig geblieben, dafür setzte man auf das bisherige Flop-Produkt. Aber er ist fest vom Erfolg des neuen Produkts überzeugt, klar.
Jetzt schlug erneut die Stunde für Michael Greve, denn er durfte den Aktionären das Produkt nochmal vorstellen, denn man konnte ja nicht davon ausgehen, daß am morgen bei der großen Show alle schon da waren.
Vieles, was bei der Produktpremiere schon gesagt wurde, wurde nochmal lang und breit erklärt, aber teilweise erfuhr man auch ein wenig mehr, als am Morgen. Vor allem hatte ich was zum Schreiben dabei, so daß ich mir die wichtigen Daten und Aussagen notieren konnte.
Das Produkt ist also für die "Kernkommunikation" gedacht, also für die Kommunikation mit einem engen eher kleinen Kreis von Freunden, Bekannten und Kollegen. Es geht darum, Menschen nahe zu sein. Und es soll einfach sein. Außerdem legte er nochmal dar, warum es keine Werbung im Produkt gibt, das war natürlich ein gezielter Seitenhieb, primär in Richtung
GMail.
Die Software soll Spaß und Emotionen transportieren un über den "lustigen 3D-Charakter" soll man dem anderen näher kommen, als über die Avatare, die man bisher aus anderen Anwendungen kennt.
Ein wichtiges Stichwort war "Drag & Drop Communication", bei dem ich gleich an
Apple denken mußte, und das wo es eine Version für Mac OS X erst in einigen Monaten geben soll. Die Praxistauglichkeit des Produkts unterstrich Greve durch die Aussage, daß sie mit ihrer Agentur auch mit ComBOTS gearbeitet haben. Einer meiner Sätze des Tages stammt ebenfalls aus diesen Ausführungen, denn auf einer Folie stand tatsächlich "Ganze Folder ebenfalls einfach nur droppen." - ahja, jetzt weiß ich genau, was ich machen soll, ganz einfach und für jeden Verständlich.
Ein weiteres Merkmal bei der eingebauten Dateiübertragungsmöglichkeit ist die automatische optimierung von Fotos, welche sich aber abschalten lassen soll. So werden standardmäßig nicht riesige Datenmengen übertragen, sondern die großen Bilder erstmal optimiert, bevor sie durch die Leitung gehen. Mir persönlich gefällt so etwas nicht so sehr, denn wenn ich ne komprimierte Version übertragen will, wähle ich die aus, wenn ich ne hochauflösende Übertragen will nehm ich die und will nicht, daß die dann irgendwie "optimiert" wird. Aber für die meisten Anwender dürfte dies in der Tat ein Vorteil sein. Natürlich hatte Greve auch einen Grund parat, warum ComBOTS für solche Dateiübertragungen viel besser geeignet ist als E-Mail oder sonstige
IM-Protokolle: ComBOTS ist dafür entwickelt worden,
E-Mail und IM-Protokolle dagegen primär zur Übertragung von (kurzen) Texten.
Ein weiteres Motto lautet "anything, anytime, anywhere". Man kann mehrere Rechner nutzen und Dateien auf mehreren Rechnern empfangen. Stichworte zur Dateiübertragung lauten XXL Files (im Moment bis 100MB), Guaranteed Delivery! und Perfect Sync - hört sich alles ungemein beeindruckend an, ob es das hält, was es verspricht wird sich zeigen müssen.
Wie schon am Morgen wurde einmal mehr betont, daß man einen der leistungsfähigsten Serverparks Europas besitzt, der mit
20 GBit/s ans Internet angebunden ist. Aber es ging ja nicht primär um das Rechenzentrum, sondern um das Produkt, denn "heute nicht nur Produktlaunch sonder der Launch eines Unternehmens!"
Ein weiteres Merkmal des Produkts ist die "One Click Communication", was natürlich auch auf die Einfachtheit der Bedienung abzielt. Und als weiteres Highlight verkündete er, daß sie das Prinzip des Anrufbeantworters quasi umgedreht haben, so soll man demjenigen, mit dem man kommunizieren will auch einfach gesprochene Sprachbotschaften hinterlassen können.
Auch die Privatsphäre soll geschützt sein, weswegen eine 256 Bit-
Verschlüsselung benutzt wird. Außerdem funktioniert ComBOTS nach dem "Invitation only"-Prinzip, schließlich ist es ein Werkzeug das, zumindest bisher, eindeutig nur für 1:1-Verbindungen gedacht ist. Und beim Thema Privatsphäre durfte ein erneuter Seitenhieb auf einen weltweit tätigen Suchgiganten und E-Mail-Provider nicht fehlen. Der entscheidende Satz war: "Sir stehen für extrem saubere Kommunikation."
Bei der Konzeption und Realisierung von ComBOTS wurde darauf geachtet, daß es ohne Worte intuitiv bedienbar sein soll, was natürlich auch im Zuge einer internationalen Makrteinführung ein günstiger Schachzug ist. Es ist eineutig als Consumer-Produkt gedacht, was auch an der Aussage "Wir pflegen den Client für den Kunden." deutlich wird.
Und weil es kein Handbuch gibt, mußten sich die Macher natürlich eine andere Möglichkeit ausdenken, Hilfestellungen zu geben, so entstanden "extrem süße Animationen" mit
Tom & Lily.
Und mit dieser in Supportanimationen verpackten rührenden Liebesgeschichte wird einmal mehr klar, worum es bei dem ganzen bunten und blinkenden und lärmenden Kram geht: ComBOTS will über die Herzen, nicht über die Technik, zu den Leuten kommen. Denn mit ComBOTs kann man "Sein, wer man will" und sowieso "mehr sagen ohne Worte mit animierten Animationen".
Nun war der Zeitpunkt gekommen sich daran zu erinnern, daß wir gerade nicht mitten in einer Werbeveranstaltung sondern einer Hauptversammlung waren, obgleich die Grenzen teilweise nicht so deutlich zu sehen waren. Jetzt stellte sich jeder die Frage, wie ComBOTS eigentlich Geld verdienen will, doch dafür hatte Greve natürlich gleich eine passende Antwort parat: mit dem Shop!
Bei den Kunden wil man durch hohe Qualität beim Support punkten. Für brummende Geschäfte im Shop sollen die Animationen sorgen, die zusammen mit den sieben besten Animationsstudios Deutschlands realisiert wurden. Auch wenn man bei den vielen Animationen eventuell eher an die eine oder andere spezifische Zielgruppe denkt, ist das Produkt an sich für alle entwickelt worden, sagen jedenfalls die, die maßgeblich an der Entwicklung beteiligt waren.
Für den Erfolg des Produkts lieferte Michael Greve gleich ein sehr stichhaltiges Argument: "Allein der Shop macht schon sehr viel Spaß sich durchzuklicken" - wobei er damit garnicht mal so Unrecht hat, aber wenn ich die Animationen einmal gesehen hab, dann reichts mir auch schon. Ein weiteres Argument für den Shop sind die Deckungsbeiträge von rund 90% bei den Charakteren, "der Verkauf macht richtig Spaß". Und für alle, die es immer noch nicht verstanden haben wurde noch deutlich gesagt, daß der Shop an sich die Hälfte des Geschäftsmodells darstellt.
Ganz wichtig für die Verbeitung der Software: ComBOTS ist FriendlyWare und ein kostenloser Account soll "praktisch keine Einschränkungen" haben, es soll aber auch "moderate Monatsbeiträge" geben, so daß man für kleines Geld schon mit dabei (also, mit beider zahlenden Kundschaft) sein kann. Teilweise wurde auch von "keinen Einschränkungen" gesprochen, so daß zumindest mir bisher nicht ganz klar ist, ob es nun irgenwelche Einschränkungen geben soll oder nicht, aber ich hab es so verstanden, daß es eher gar keine Einschränkungen geben soll. Die Vermarktungsform "Social Distribution" ist natürlich angelehnt an die gerade extrem im Zentrum der Medien stehenden "Social Networks".
Für eine Äußerung erntete Greve spontanen Beifall: "Überlegen Sie mal, wann haben Sie das letzte Mal gelacht, als sie ein Programm benutzt haben?" - Der Satz schlug beim größtenteils vermutlich relativ computer-affinen Publikum natürlich ein wie eine Bombe, man kann Herrn Greve auf jeden Fall nicht vorwerfen, er verstünde es nicht seine Aktionäre zu unterhalten.
Über diverse Kooperationen und Vereinbarungen habe man Zugang zu über 20 Millionen Kontakten, die mna natürlich bei Marketing-Aktivitäten nutzen könnte.
Am Ende der Produktvorstellung standen noch zwei plakative sätze, zuerst natürlich, daß jeder Nutzer Aktionär und jeder Aktionär nutzer sein sollte. Aber nach der Ankündigung, daß das Produkt zur IFA der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll wurde das ausgesprochen, was zwischen den Zeilen schon seit der ersten Sekunde der Hauptversammlung, eigentlich sogar schon seit der Produktpremiere am Morgen im Raum stand: "Jetzt gehts in die Welt raus, die wollen wir erobern!"
Nach dieser eher umfangreichen und informativen Produktvorstellung wurde die Generaldebatte eröffnet, auf deutsch: Jeder Aktionär darf sich jetzt mal wichtig machen und vorne irgendetwas erzählen, fordern oder was auch immer sagen. Und alle hören zu. Diese Gelegenheit konnten sich einige Zeitgenossen nicht entgehen lassen, teilweise zum Leidwesen aller anderen Anwesenden, aber eigentlich sind die meisten Wortmeldungen irgendwie unterhaltsam, zumindest solange sie sich nicht nur noch wiederholen, insofern war die Situation in der Generaldebatte durchaus mit der im letzten Jahr vergleichbar, nicht zuletzt, weil viele Akteure die selben waren und es stellenweise ziemlich wild zuging.
Ein Thema der Generaldebatte war von vorne herein klar: Warum gibt es keine
Dividende? Diese Frage stellte, direkt oder indirekt, wirklich jeder, der vorne irgendetwas sagte, außer dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und dem Notar natürlich. Ein gewisser Herr Wild war immer noch der selbe wie im letzten Jahr, weswegen er mich auch dieses Mal mit dem "Verkauf an
1mal1" erfreute. Außerdem kündigte er an, er wolle das Produkt benutzen, klar, man will jaschließlich wissen, wo sein Geld für rausgeht ... Doch ich muß zugeben, er stellte auch wirklich interessante Fragen, so wollte er erstmal wissen, ob es denn Konkurrenzunternehmen gäbe und welche das wären. Weiter fragte er nach externen Beraterverträgen, außerdem war ihm aufgefallen, daß sich der Aufsichtsrat im vergangenen Jahr relativ oft getroffen hatte, nun interessierten ihn natürlich die Themen der Treffen. Schließlich erkundigte er sich noch nach den Kosten der Markteinführung, wobei ihm ein "hen" rausrutschte, was er natürlich gleich kommentierte "hen - oder besser haben, hen isch schwäbisch". Das gab natürlich Sympathiepunkte bei mir, schließlich kommen wir aus dem selben Lager.
Zuerst wurden einige Fragen gesammelt, weswegen der ebenfalls schon im letzten Jahr sich meldende Herr Dr. "Kompost" Appel. Den Hinweis auf den neuen Unternehmensnamen verkniff er sich, vermutlich schweren Herzens, dafür wollte er wissen, warum die Hauptversammlung im letzten Jahr am ersten Tag abgebrochen wurde und am Donnerstag dann fortgesetzt werden mußte. Das lag wohl daran, daß man vor null Uhr nicht fertig geworden wäre, hab ich mir sagen lassen. Ich hab die Antworten zu diesem ersten und teilweise wirklich interessanten Fragenblock nicht mitbekommen, aber dazu später mehr, erstmal die weiteren Fragen. Denn der werthe Herr Appel beschwerte sich auch über das Personal, das um neun Uhr schlecht intruiert gewesen sei. Nun, ich hatte ja meine eigenen Erfahrungen mit dem Sicherheitspersonal gemacht, die nicht so ganz genau wußten, was sie zu tun und zu lassen hatten, aber das war kurz vor zehn - wenn man weiß, daß um halb zehn erst Einlaß war, dann fragt man sich natürlich, warum einer schon eine halbe Stunde früher herumgeistert. Aber viel furchtbarer war, daß die Wortmeldungen wohl zu spät angenommen wurden, jawohl, schrecklich. Glücklicherweise hatte es aber offensichtlich doch noch geklappt, daß er sich melden durfte, glück gehabt, vermutlich. Aber nicht alles, was er sagte und fragte war für mich von nicht unbedingt übermäßiger Bedeutung, denn die Anmerkung, das Produkt sei für Ende 2005 versprochen gewesen war durchaus zutreffend, vor allem der Nachsatz war gut, es sei nämlich "eine Schlappe, um nicht Blamage zu sagen". Und wenn man jetzt sieht, wie Heidis neue Welt aussieht und daß ComBOTS noch nicht so ganz ausgegoren und nicht ansatzweise bugfrei ist, dann kann ich diesem Nachsatz sogar zustimmen. Was ich so jedoch nicht unbedingt behaupten würde ist, daß der Vorstand und der Aufsichtsrat ein aktionärsfeindliches Verhalten an den Tag legen. Natürlich, keine Dividende bei so viel "
Asche" aus dem Verkauf ist bitter, aber ansonsten machen auf mich die Herren Vorstände und Aufsichtsräte eigentlich einen irgendwie sympathischen Eindruck.
Als nächstes durfte Herr Scherpe ran, er bekundete bitter von der Aktie enttäuscht zu sein und bat darum die Vorstandsvergütungen vollständig offenzulegen. Er beschwerte sich, daß die Leistung der Anleger der ersten Stunde, zu denen er sich zählt, bisher nicht honoriert worden sei, womit er natürlich auf die andauernde Nulldividende anspielte. Verzweifelt blieb ihm nur ein "Ich kann es einfach nicht verstehen.", wonach er sich wieder fing und zum nächsten Thema überging, denn sein berechtigtes Interesse bestand darin zu erfahren, welche Gelder denn bei dem gerichtlichen Vergleich im Herbst letzten Jahres geflossen seien. Zudem bemängelte er einige orthographische Fehler in der Präsentation und fragte bei der Gelegenheit gleich nach, ob diese Präsentation noch anderswo wiederholt werden würde. Schließlich war er doch wieder voller Optimismus und sich sicher, daß das Konzepot aufgeht.
Sorgen bereiteten ihm lediglich noch die Fragen, ob ein "Verdealen von im Shop gekauftem möglich" sei und, ein durchaus beachtenswerter Aspekt, ob man denn möglicherweise mit Schadensersatzansprüchen von Kunden konfrontiert werden könnte wegen dem "garantierten Empfang" von Dateien. Diese Antwort hätte mich, neben einige anderen, sehr interessiert.
Nach diesem rhetorisch nicht schlechten und mir auch irgendwie wirklich sympathischen Sprecher betrat der mutmaßliche Jura-Student Günther die Bühne, die er so schnell auch ncith wieder verließ, schließlich hatte er die vermutlich längste Liste überflüssiger Fragen zusammengestellt, wofür leider jedoch kein Preis vergeben wurde, schade für ihn. Er wollte zu allen möglichen Gerichtsverfahren alle Mögliche wissen. Eigentlich ging es ihm aber mehr darum, warum ein Antrag von ihm im letzte Jahr nicht berücksichtigt worden war, weswegen er auch noch dutzende Fragen zum letzjährigen Hauptversammlungsdienstleister stellte, insgesamt waren es zu diesem Bereich neunzehn Fragen. Nach der vierzehnten mekrte er an "das ist der letzte Punkt", was prompt mit einem Beifall honoriert wurde, worauf er verschmitzt nachschob "zu diesem Kapitel". Wie ich erfahren habe wurde sein Antrag deswegen nicht berücksichtigt, weil er ihn an eine falsche Adresse gesendet hatte, da kann man dem lieben Herren kaum helfen. Schließlich bließ er noch ins gleiche Horrn wie schon Herr Dr. Appel und unterstellte Vorstand und Aufsichtsrat eine aktionärsfeindliche Einstellung.
Er war mit seinen ausladenden Äußerungen noch nicht am Ende, als ich die Hauptversammlung für einige Zeit verlassen mußte - die Pflicht rief, ich hatte mein Tutorium zu halten. Deswegen habe ich leider die Antworten auf die interessanten Fragen verpaßt, was natürlich sehr schade aber kein Beinbruch ist.
Die Studenten waren sichtlich irritiert, daß ich im
Anzug vor ihnen stand, aber ich versuchte sie zu beruhigen, schließlich hätte ich mich nicht primär für sie "hübsch" gemacht. Nachdem morgens in der Vorlesung das Thema ComBOTS wohl kurz angesprochen wurde tat ich nach einer Nachfrage dazu in den ersten Minuten mein Wissen zu diesem neuen und natürlich überaus innovativen und tollen Produkt kund, schließlich kam ich direkt von der Quelle allen Wissens, zumindest zu diesem Thema.
Nach gut anderthalb Stunden war dann die Zeit gekommen, mich wieder von meinen, zumindest teilweise, überaus netten und engagierten Tutoriumsbesuchern zu verabschieden. An sich rede ich ja gern, eventuell auch mal viel, trotzdem bin ich nach eineinhalb Stunden Tutorium immer völlig geschafft und muß meiner Stimme erstmal eine Pause gönnen.
Doch zurück zum eigentlichen Thema, denn jetzt machte ich mich erneut auf den Weg in die Stadthalle, um zu schauen, ob die Hauptversammlung schon zu Ende war oder nicht - zu meiner Freude war sie noch in vollem Gange, obgleich sie meinetwegen nicht mehr so lange gehen hätte müssen, wie sie dann ging, aber erstmal war ich glücklich noch etwas mehr von diesem
Schauspiel mitbekommen zu können.
Mein Nebensitzer war auch noch da, so daß wir uns auch in den nächsten Stunden noch gut unterhalten konnten. Die erste Äußerung eines Aktionärs, die ich mitbekam, als ich den Saal wieder betrat endete mit dem Satz "es bleibt doch alles beim alten!" - und irgendwie hat er natürlich Recht, ich selbst hatte mit einer revolutionäreren Applikation gerechnet, aber schauen wir doch erstmal nach vorn, was die Zukunft bringt.
Auch was die Akteure angeht blieb alles beim alten, denn Herr Scherpe ergriff erneut das Wort, und relativierte zuersteinmal seinen anfänglichen Optimismus, da er inzwischen erfahren hatte, daß das Produkt nur für Windows XP verfügbar sein soll, was die potentielle Verbreitung natürlich begrenzt, vor allem angesichts dessen, daß zumindest ich die Software als eher typisches Äpfler-Spielzeug ansehen würde, denn als typische Windows-Applikation. Danach wies er den Vorstand darauf hin, daß er wohl die Wirkung einer, wenn auch minimalen, Dividende unterschätze und endete ein wenig zynisch, vielleicht hat er es aber auch tatsächlich ernst gemeint, mit der Feststellung "wahrscheinlich liegts daran, daß ich etwas starrköpfig bin". Wie schon erwähnt, seine Wortmeldungen fand ich mit am angenehmsten.
Ein Herr Zapf, an den ich mich auch aus dem letzten Jahr noch meine dunkel zu erinnern, mäkelte dann auch wieder an der nichtvorhandenen Dividende rum. Außerdem wurde immer wieder ein "Ferienhaus in Spanien" angesprochen, zu dem mir jedoch leider der Kontext fehlte.
Endlich war die Zeit der nächsten Antworten gekommen, so durfte ich erfahren, daß der Benutzer selbst entscheiden darf, wann er etwas bezahlen will. Außerdem sei man auf ein großes Wachstum vorbereitet, Michael Greve sagte, er sähe großes Potential. Beeindruckend fand ich, daß Herr Gratzl und Herr Hornberger Vergleiche zu
Skype [skaipie] zogen. Nun durfte ich auch erfahren, warum es keine Dividende gibt, denn eine Dividende wäre "gefährlich für das Produkt" - wenn man mal kurz Datacenter an allen Ecken und Enden der Welt bauen muß, weil jeder unbedingt mit seinen fünf Freunden ComBOTten will, dann muß man naztürlich alles Geld, das man hat, in die Hand nehmen. Einmal mehr wurde das Ziel betont, die Weltherrschaft die Weltmarktführerschaft im Bereich "Kommunikation", oder so ähnlich.
Nach diesem eher kurzen aber dennoch durchaus aufschlußreichen Antwortenblock folgte Herr Günther wieder mit einer nicht enden wollenden Liste voller Geblubbere, in der auch die Dividende nicht vergessen wurde. Und der für seine unkonventionellen Fragen schon fast berühmte Herr Dr. "Kompost" Appel merkte das an, was alle dachten sich aber sonst keiner zu sagen traute: Die Verpflegung war nicht so optimal. Und da stimme ich Herrn Appel vorbehaltlos zu, nur auf der anderen Seite komme ich ja nicht zum Essen zu einer Hauptversammlung, weswegen ich dies auch nicht zum Gegenstand der Diskussion machen würde, letztlich hatte er sich vielleicht wenigstens eine "Würstel-Dividende" erhofft, wie mein Nebensitzer zu sagen pflegte.
Und schon gab es wieder einige Antworten. Nach Aussage des Vorstands wurden von über 100 beantragten Patenten bereits 29 erteilt und es lägen bislang keine Widersprüche vor. Zum Shop wurde gesagt, daß der Nutzer nur ein Nutzungsrecht und keine Datei erwirbt. Wie auch immer das technisch genau umgesetzt ist, dadurch soll wohl verhindert werden, daß die vielen "lustigen Animationen" einfach so kopiert werden können.
Langsam, aber sicher, war die Luft raus, aber Michael Greve schaffte es dennoch noch Höhepunkte zu setzen, so sagte er "Ich denk es gibt auch noch ehrliche Menschen auf der Welt!" - was natürlich ebenfalls auf das Kopieren vor allem jedoch auch auf das Bezahlen bezogen war. Der wahrscheinlich beste Spruch des Tages folgte stehenden Fußes: "Der ewig testende Schwabe ist auch ein guter Kunde, weil er uns noch seine fünf Freunde bringt" - auch das war eine Antwort auf eine Frage.
Eine Zahlenreihe bis 2012, wie gefordert wurde, gab es vernünftigerweise nicht, ich fand ja den Finanzplan bis 2009 im letzten Jahr schon sehr kritisch.
Die letzte definitve Aussage betraf den "Break Even Point", so sei man "schon bei einer Million Nutzer" in den schwarzen Zahlen. Ich muß dazu sagen, daß ich dies wörtlich nicht vom Vorstand, sondern von einem Aktionär bei einer Wortmeldung gehört habe, der dies jedoch aus den Antworten den Vorstandes wußte.
Am Ende der Wortmeldungen durfte Herr Günther nicht fehlen, der noch ein letztes Mal mit viel Blabla allen gehörig auf die Nerven ging.
Um 19:40 Uhr gab es schließlich keine Wortmeldungen mehr und um 20:30 Uhr war der ganze Spuk vorbei.
Ich werde auch im nächsten Jahr wieder hingehen, denn zum Einen sieht man mal, wie es in der Realität auf solchen Versammlungen zugeht und der Begriff "AG" ist in meinem Kopf nicht mehr nur eine diffuse Worthülse für ein rechtliches Konstrukt. Zum Anderen war es in diesem wie auch im letzten Jahr sehr unterhaltsam und ich durfte wieder interessante Menschen kennenlernen.
Man gönnt sich ja sonst nichts.
Weitere Bilder des Spektakels, vor allem von der Produktpräsentation gibt es zum Einen
von mir, aber auch von
Beate Paland und
Klaus Nahr und bestimmt noch vielen anderen.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 26.07.2006 um 00:52:05 Uhr
Willkommen zu Heidis neuer Welt!
So, eigentlich schreibe ich ja noch an meinem Bericht zur Hauptversammlung vor einer Woche (quasi die Fortsetzung von der Knubbelmetamorphose), aber weil die Testphase soeben gestartet wurde habe ich mich entschlossen einfach gleich kurz etwas dazu zu schreiben.
Sobald ich Zeit habe, die Screenshots ein wenig zurechtzuschneiden und so, binde ich sie hier direkt und aktualisiere auch den Text hier, bis dahin ist das eben ein Platzhalter für nen anständigen bebilderten Text über Heidis neue Welt.
Bis es hier also mehr zu lesen gibt verweise ich auf meinen
flickr-Account (übrigens, flickr nervt, weil man mit nem Free Account nur 3 Sets haben kann -> Schade flickr, wir hätten fast Freunde werden können ...).
Im Besonderen:
erste Fehlermeldung
meine erste Nachricht
meine zweite Nachricht, während sie abgeschickt wird an Dirk
das ComBOTS-Menü
Systemauslastung, nach ein wenig rumgeklicke ...
Systemauslastung nach beenden
Probleme nach dem Start ...
comBOTS Beta Hinweistext
One Click Communication Wheel
ComBOTS herunterfahren ...
Soviel also zum Stand der Dinge, nun muß ich mich schnell wieder sinnvollerem widmen ... mehr zu ComBOTs, wenn ich Zeit habe und das System nicht überlastet ist.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (2) .. von Götz Bürkle am 21.07.2006 um 00:06:45 Uhr
Die große Knubbelmetamorphose
Es war ein malerischer Sommermorgen als ich meine erste Vorlesung ein paar Minuten vor Ende verließ, um einem
Spektakel beizuwohnen, das Geschichte schreiben wird. So zumindest der Plan von denjenigen, die den Spaß veranstalteten. Pünktlich zwischen halb zehn und zehn betrat ich mit meiner persönlichen Einladung ausgestattet die
Stadthalle Karlsruhe, um die Premierenshow der
ComBOTS AG auf mich wirken zu lassen.
Doch bevor ich in den Saal selbst kam, meinte einer dieser Security-Menschen meine Laptoptasche nach Kameras untersuchen zu müssen - wie man sich denken kann hatte ich meine natürlich dabei. Er meinte, er dürfe mich nicht reinlassen, ich fragte ihn, ob er meine Kamera denn wenigstens für die Zeit der Premierenshow aufbewahren will, aber dafür war er nicht empfänglich, er schickte mich nach unten zur Garderobe, jedoch ohne zu wissen, ob die Garderobe bewacht war oder nicht. Ich meine, ich würde meinen Laptop niemals in eine unbewachte Garderobe stellen! Aber unten angekommen fragte ich eine freundliche Combotante an der Information und sie meinte, die Garderobe sei beacht, damit war ich dann zufrieden. Also schritt ich schnurstracks in die Garderobe um mein Rechengerät samt
Digitalkamera dort abzugeben, und versicherte mich nochmal, daß sie auch wirklich bewacht war, worauf mir die freundliche Dame antwortete, sie sei den ganzen Tag da, was ich mit einem "Na, dann kann ja nichts passieren" erwiderte. Nun hatte ich meine Last also abgegeben und machte mich wieder auf den Weg nach oben, schließlich wollte ich ja noch einen guten Platz bekommen.
Als ich wieder an dem "
Türsteher" vorbeikam machte ich ihn darauf aufmerksam, daß er jetzt ja gar keine Taschen mehr kontrollierte. Er sagte mir, daß er jetzt die Anweisung bekommen hätte, daß Kameras doch reindürfen. Ich bedankte mich freundlich für seine Uninformiertheit und zog ein wenig angesäuert in den Saal ein. Ich fürchtete schon keinen anständigen Platz mehr zu bekommen, aber in der vierten Reihe war sogar noch ein Sesselchen frei, auf dem ich mich sogleich niederließ.
Nachdem die Besucher mehrmals aufgefordert wurden in den Veranstaltungssaal zu kommen begann die Show. Scheinwerfer bewegten sich schnell und wirr im Raum herum, Musik, und jedem war klar, jetzt passiert was! Nur was, das wußten die meisten nicht so genau.
Nach einigen Minuten Krach und Licht startete auf der mittleren breiten Projektionsfläche eine Präsentation. Ich fand die mittlere Projektionsfläche an sich ja schon beeindruckend, beeindruckender als die Bilder vorn war jedoch das, was an Technik im hinteren Bereich des Saals herumstand. Etliche Displays und Rechner und
Beamer und Menschen und Zeugs. Keine Ahnung, ob man wirklich all den Kram gebraucht hat, oder ob sie nur alles doppelt und dreifach dabei hatten, falls etwas schief geht, auf jeden Fall waren sie sehr gut ausgestattet.
Aber zurück zur Präsentation, dort wurde eine Zeitleiste der Kommunikation an die Wand geworfen und auf einige wichtige Stationen eingegangen. Erfindung des
Telefons, der erste
Anrufbeantworter, der erste
Apfel, Erfindung des
WWW durch Sir Tim, und natürlich ComBOTS am Ende! So ist das also.
Mit
Markus Brock, siehe auch
sein Profil bei KA News, betrat nun der erste (?) menschliche Akteur die Bühne und führte von nun an durch die Show.
Dem aufmerksamen Bildbetrachter wird dieses gelb-orangene knubbelige Ding auf der Bühne nicht entgangen sein. Genau das war das Geheimnis, das es zu enthüllen gab, dazu aber später mehr. Dieses Ding bewegte sich jedenfalls ab und an ein wenig mit seinen großen Füßen und stand sonst nur dekorativ auf der Bühne herum.
Schon bald kamen zwei weitere ins Spiel, nämlich der Gründer &
Chairman der ComBOTS AG Michael Greve und der President & Managing Director der ComBOTS Product GmbH & Co. KG Frank Schüler. Nun standen sie zu dritt vorn und begrüßten das Publikum und ließen dann schon bald die Katze aus dem Sack. Oder eher das Kätzchen, oder naja, paßt beides nicht so ganz, aber egal.
Links und rechts neben dem oben schon erwähnten Knubbel postiert machten sich die beiden daran, das Geheimnis endlich zu lüften und die gelb-orangene Decke zu heben. Man sah Beine, die so garnicht zu den großen Füßen von vorher paßten, und sie hoben weiter und weiter, bis das Objekt schließlich sichtbar war: Heidi! Ja, wirklich, aus dem Knubbel wurde eine süße kleine Heidi. Was für eine
Metamorphose, da muß sich
Ovid aber mal ganz warm anziehen ...
Jetzt unterhielten sich erstmal alle mit Heidi, und leider funktionierte das Mikrofon der kleinen Heidi nicht, was der Moderator natürlich nicht mitanhören konnte und sich deswegen über sie stellte, so daß sie mit dem Kopf nach oben gedreht in sein montiertes Mikrofon sprechen konnte - er würde es nie zugeben, aber bestimmt hat er das Mikrofon selbst manipuliert, nur um der Heidi einmal so nahe sein zu dürfen.
Aber schon bald wurden beide "erlöst", denn ein weiteres Mikrofon wurde auf die Bühne getragen, gut für Heidi schlecht für Markus, aber die beiden hatten wenigstens kurz ihren Spaß, es sah lustig aus und vor allem rechne ich diese Spontaneität dem Moderator hoch an. So eine Panne kann immer mal vorkommen, aber er hat souverän und unterhaltsam reagiert, so daß die Panne die Show meiner Ansicht nach fast ein wenig besser machte, als sie gewesen wäre, wenn alles glatt gelaufen wäre.
Nun stellten sich Heidi, Michael und Frank um einen großen roten Knopf herum und der Countdown zählte herunter, bis die drei schließlich den ComBOTS-Schalter umlegten. Bestimmt sprangen genau zu diesem Zeitpunkt die Maschinen im
Rechenzentrum an. Bestimmt. Nur schade, daß die Beamer der mittleren Projektionsfläche ein paar Sekunden zu früh schon auf das nächste Bild, nämlich die beiden Desktops links und rechts auf der Bühne, geschaltet wurden. Aber dieser Fauxpas wurde schnell korrigiert, hat aber leider dem Knopfdruck ein wenig die Spannung genommen. Nach getaner Aktivierung mußte sich Heidi schon verabschieden, sie hatte an diesem Morgen noch eine wichtige Mission zu erfüllen.
Irgendwann wurde dann ein Film eingespielt, in dem irgendwelche Leute auf der Straße interviewt worden waren, die fast alle sagten, daß sie mit ihren E-Mail-Programmen nicht zurecht kamen. Es ist eben auch alles so entsetzlich schwer und komplex, aber deswegen kommt nun ja ComBOTS.
Spätestens jetzt lief der Chef vom Dienst Michael Greve zur Hochform auf und fand beeindruckend viele Worte um sein Produkt als das Beste darzustellen, was es überhaupt nur geben kann. Da ich ja meine Laptoptasche nicht mit dabei hatte, vielen Dank nochmal an die nicht ganz optimal instruierte Securitymannschaft, hab ich keine Notizen und nur diese von der Qualität her relativ schlechten Bilder mit meiner Mobiltelefonkamera machen können, aber vieles wurde auf der anschließenden Hauptversammlung nocheinmal wiederholt, so daß ich dort dann mehr zum Produkt an sich schreiben werde.
Wichtig war Michael Greve, daß der Mensch bei der Entwicklung im Mittelpunkt stand und nicht die Technik. Zusammen mit Frank Schüler demonstrierte er das Produkt über zwei Beamer. Der eine projizierte den Desktop von Michael Greve, der andere den von Frank Schüler auf die Projektionsfläche. So konnte man die Aktionen wirklich gut nachvollziehen und bekam einen brauchbaren Eindruck davon, wie man mit dem Produkt kommunizieren kann. Ich muß sagen, das haben sie ganz gut gemacht.
Aber eines muß ich zur Demonstration noch feststellen: Michael Greve
plenkt.
Getreu dem Spruch "Sein, wer man will" entschied sich Michael Greve dazu Heidi zu sein, natürlich nur um die genialen Funktionen von ComBOTS aufzuzeigen. Aber mal ehrlich: Ich mag lieber das Foto oder sowas eines Freundes sehen als eine blinkende hüpfende schreiende Heidi. Ich finde diese vielen "lustigen Animationen" eher nervig, irgendwie kitschig und fast lächerlich. Aber ich bezweifle nicht, daß es einen Markt für derartiges Geblinke und Generve gibt.
Als nächstes wurde zu Heidi geschaltet, die inzwischen live und in Farbe im neuausgerüsteten und wahrscheinlich modernsten Rechenzentrum des Universums Europas stand. Dieses Bild war wirklich sehr lustig, da stand die kleine süße Heidi mitten zwischen irgendwelchen blinkenden Kisten und neben ihr stand der große und breite
Head of Operating und Datacenter Wolfgang Thöne, dem sie dämliche Fragen stellte, die er möglichst sinnvoll zu beantworten versuchte.
Dieser Gegensatz zwischen den beiden, die eine tut so, als könnte sie nicht zwei und zwei zusammenzählen und der andere strotzt nur so vor Kompetenz und weiß garnicht, was er dieser planlosen Seele nur erzählen soll, war beabsichtigt und irgendwie komisch, vielleicht zu komisch. Haste da noch Thöne?
Die Produktdemonstration ging anschließend noch weiter, schließlich waren noch nicht alle Episoden von "Tom & Lily" gezeigt worden, denn es gibt kein Handbuch zu ComBOTS, schließlich "hassen wir Handbücher", sondern es gibt Tom & Lily, die in kurzen Animationsfilmen verschiedene Funktionen erklären, mehr oder weniger erklären. Und am Ende kommen die beiden natürlich zusammen, ist ja klar. Soll ComBOTS vielleicht doch nur eine Partnervermittlung werden? Eventuell liegt da ja schon das nächste Projekt in den Schubladen der Greve-Brüder ...
Aber erstmal will ComBOTS mit seinem bahnbrechenden Produkt weltweit führend werden. Daran habe ich so meine Zweifel, aber das Produkt hat durchaus gute Ansätze, so ist es ja nicht.
Ungeschickt finde ich allerdings, daß es sich wohl auf dem Desktop einnistet, denn diesen sehe ich nur direkt nach dem Starten, und ich starte etwa ein bis zweimal die Woche neu, ansonsten klappe ich meine schwarze Kiste am Abend nur zu und am Morgen wieder auf. Doch ich warte zur Zeit ja noch sehnlichst auf meine Registrierungs-E-Mail, um dieses Softwareprodukt endlich selbst testen zu können, dann kann ich ja mehr dazu schreiben.
Als Geschenkchen gab es noch verschiedene der Standard-Charaktere, die man sich auswählen kann. Da die anderen Viecher noch viel grottiger aussahen nahm ich mir eine Heidi mit.
Zusammenfassend: Die Show war gut, aber ich muß ehrlich zugeben, ich hatte etwas "neuartigeres" erwartet, als einen tiefergelegten Skype-Konkurrenten ...
Mittags ging es dann weiter mit der Hauptversammlung, die wie schon im letzten Jahr auch wieder ein Erlebnis war. Dazu schreib ich auch noch etwas ...
Außer
meinen bildern hab ich noch einige Bilder von
Beate Paland und
Klaus Nahr gefunden.
Was viele andere über die Premierenshow schreiben:
- Combots - Zeitgeistaustreibung
CW Notizblog » Des Kaisers neuer Client
- blog.50hz.de » ComBOTS: Erstes Fazit
stefanie_d: Gestern war ein super schöner Tag.
PROMAGO.de Gadgets » Combots gegen Skype und ICQ
ComBOTS - Jamba im Internet - netzhure.de - hier las ich auch ein Zitat von der
Financial Times Deutschland: "Der Softwarekonzern Combots enttäuschte die Anleger mit einem neuen Virenprogramm, das dem Markt vorgestellt wurde." - wurde etwa noch ein zweites Produkt vorgestellt?
ComBots verspricht spamfreie Drag-and-Drop-Kommunikation - Golem.de
heise online - ComBOTS startet Kommunikationsdienst
FAZ.NET: ots news: ComBOTS AG / Spamfreie Drag- & Drop-Kommunikation / ComBOTS ...
Handelsblatt: Neue Nachrichtenplattform - Combots lüftet den Schleier
Internet: Combots will beim Mailen helfen - FOCUS Online
boerse.ARD.de : Combots-Wunder erneut verschoben
Internet: Combots - Großer Wurf oder unnötige Spielerei? - Nachrichten | SWR.de
E-Mail, SMS und Chat aus einer Hand - Hamburger Abendblatt
Datenaustausch ganz ohne Virengefahr - Welt am Sonntag
Flash4mobile: Eine coole Flash Desktop Application !?
- ComBOTS die III. - Ich bin Danny
- pikeblog | combots Nachtrag
- webmagics: Neue Spinner braucht das Land
Aktuelles .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 16.07.2006 um 16:51:42 Uhr
Sie Komposthaufen
Nun ist es schon morgen, also heute, und ich hab mich gerade noch ein wenig auf mein Tutorium vorbereitet und außerdem mal zwei Seiten Börseninfos meiner Bank ausgedruckt, um mich auf die sagenhafte Enthüllung mit anschließender Hauptversammlung des Komposthaufens von
comBOTS einzustimmen.
Vor gut einem Jahr ging es ja erst um Kompost, Kompott und comBOTS und danach wurde WEB.DE gegen Geld getauscht, oder so ähnlich jedenfalls.
Ich bin wirklich gespannt, was mich nachher erwartet, das neue geniale nie dagewesene und die Welt revolutionierende Produkt, mit dem comBOTS ab heute morgen nach der Weltherrschaft greifen wird soll tatsächlich einen Blick wert sein, wurde mir gesagt. Mehr sagen darf ja keiner, alles strengstens geheim! Aber nicht mehr lange ...
So, um noch ein anderes Thema hier reinzubringen, schildere ich kurz eine interessante Begegnung vom Wochenende.
Ich war auf einer Abschiedsfeier eingeladen, weil eine Freundin für einige Zeit ins Ausland geht. Dort haben wir ein mehr oder minder weltbewegendes und spannendes Ereignis auf einer Leinwand verfolgt und man kam nebenher so langsam ins Gespräch und meine Nebensitzerin war eine frischgebackene Abiturientin, sagen wir's mit Werther: "sie gefiel mir nicht übel", aber egal. Irgendwann
siezt sie mich. "Aber hallo?!", dachte ich mir, seh ich wirklich schon so alt aus? Ich hab ihr natürlich gleich gesagt, daß ich so alt noch nicht wäre und sie ruhig Du zu mir sagen dürfte ... trotzdem hat mich das fast ein wenig erschreckt, oder doch eher erheitert? Ich weiß es selbst noch nicht so genau, aber ich weiß, daß ich nichts weiß, das ist doch auch schonmal was. Wahrscheinlich wollte sie nur höflich sein, aber ich hatte halt nicht mit einem "Sie" gerechnet. So ist das Leben eben - manchmal passieren Dinge, auf die ist man nicht gefaßt.
Und nun hab ich genug geschrieben, später oder morgen oder so mehr zu dem oben erwähnten Ereignis, dem (fast) die ganze Welt schon seit einem Jahr gespannt entgegenfiebert.
blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 13.07.2006 um 01:07:53 Uhr
Sechzehnte Runde
Nach der nicht ganz optimalen fünfzehnten Runde hab ich mich gestern mal auf die sechzehnte Runde gemacht, jedoch entgegen meiner Ankündigung gleich wieder auf "die übliche" Runde und nicht erstmal zum Rhein. Nachdem ich in den letzten Tagen ja mittags, wenn ich denn Zeit hatte, die
Tour de France angeschaut habe mußte ich ja auch mal wieder selbst raus um mich auszutoben.
Das tolle an dieser Runde ist, daß alles dabei ist. Von der Hauptstraße, über die Nebenstraße, den Feldweg, den Waldweg bis hin zum Trampelpfad. Nahezu alle erdenklichen Untergründe befahre ich auf dieser Runde, ob Asphalt, Schotter oder Waldboden. Auch das Profil ist abwechslungsreich, neben längeren ebenen Strecken gibt es vor allem eine heftige Steigung aber auch längere Bergab-Strecken. Diese Vielfalt auf 25 - 30 Kilometern finde ich jedes Mal aufs Neue faszinierend.
Aber nun zu den Fakten, ich ließ es mäßig angehen, denn ich will ja nicht schon wieder einen Krampf bekommen:
- Strecke
25,37 km
- Durchschnittsgeschwindigkeit
22,6 km/h
- Maximalgeschwindigkeit
42 km/h
- Dauer
1:07:07 Stunden
Und nun noch die Teile einhundertunddreiundneunzig und einhundertundvierundneunzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
09.07.2006, zehn nach zwei Uhr nachts, 20°C
10.07.2006, kurz vor dreiviertel elf Uhr abends, 27-28°C
Bewegung .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 12.07.2006 um 23:12:52 Uhr
Gordon mit Orangen im Radio
Inzwischen ist es schon etliche Wochen her, aber irgendwann traf ich zufällig einen Bekannten, der mich fragte, ob ich nicht zu einer Aufführung von "Die Liebe zu den drei Orangen" von
Sergei Sergejewitsch Prokofjew der Hochschule für Musik Karlsruhe gehen wollte, er meinte, er würde da mitspielen. Und da ich sowieso hier in Karlsruhe irgendwann mal ins Theater oder sowas gehen wollte und gerade sogar ein wenig Zeit hatte hab ich mir die Aufführung dieser Oper angeschaut. Es hat sich auch gelohnt, ohne den Inhalt zu kennen wäre alles zwar sehr verwirrend gewesen, aber ich hatte mich ja informiert. Wer sich auch informieren will kann ja
The Love for Three Oranges und Online Musik Magazin - Die Liebe zu den drei Orangen lesen.
Und um ein weiteres Tab in meinem Opera schließen zu können erwähne ich noch kurz, daß ich irgendwann mal geschaut hab, was Wikipedia zu
SDR 3 weiß. Es ist wirklich schade, um diesen Sender, denn im Gegensatz zu SWR 3 konnte man SDR 3 hören, ohne aus den Ohren zu bluten - aber dem nachzuweinen bringt ja nichts, schließlich gibt es SDR 3 schon ewig nicht mehr. Zumindest eine Sendung höre ich jedoch auch heute noch gern, obwohl sie inzwischen auf einem anderen Sender läuft, nämlich
Leute - im Radio höre ich das eigentlich nie, dafür lade ich mir alle paar Tage, oder Wochen, oder so, die Sendungen, die mich interessieren über den Podcast runter. Ein Service, den ich wirklich extrem praktisch finde. Generell höre ich inzwischen ja meistens
SWR 2, denn dort gibt es wenigstens Radio mit Niveau, aber das ist ja alles kalter Kaffee. Warum mir das gerade einfiel? Naja, in den letzten zwei Tagen habe ich mal wieder einige Sendungen aus den letzten Wochen gehört und fand sie größtenteils sehr interessant.
Nun, wo ich schon dabei bin, es ist zwar keine Neuigkeit mehr aber der eine oder andere weiß es vielleicht noch nicht, nachdem ich schon auf die erste Portion aufmerksam gemacht hatte verweise ich jetzt auf die zweite Ladung von Gordon, auf die ich
über Medienrauschen gestoßen bin:
GORDON - live from the living room - Download: Live from the living room.
Reinhören lohnt sich, finde ich.
blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 11.07.2006 um 23:46:44 Uhr
Von heißem Fleisch bis Ungetüm
Wie in den letzten Jahren fand auch in diesem Jahr wieder das sogenannte WiWiSo, das Sommerfest der Fachschaft Wirtschaftwissenschaften der
Universität Karlsruhe (TH) statt. Seit einiger Zeit hat das Forum Informationswirtschaft dort einen Grillstand, auch dieses Mal wieder.
Nach dem Aufbau liefen die Grills erst mal so langsam heiß und die ersten Steaks und Würste wurden gebrutzelt.
So stand er also da, der Stand. Zu diesem Zeitpunkt dachte noch keiner, wie lange es gehen würde. Natürlich, erfahrungsgemäß kommt man vor der ersten Bahn nicht heim, wenn man beim Abbau mithilft, aber dazu später mehr, denn erstmal war der Aufbau erfolgreich hinter uns gebracht und irgendwann auch die verschiedenen Schilder aufgehängt, so daß wir bzw. das Standpersonal nun der Hungernden harrte, die da kamen.
Schon bald wurde unser Stand durch den unverhofften Besuch der Jägermeister-Schlampen Promotion-Truppe der Firma Jägermeister kurzzeitig zumindest optisch aufgewertet. Gleich im flotten Dreierpack kamen sie, um sich schnell noch ein paar Würstchen reinzuziehen, bevor ihr anstrengender Arbeitsabend so richtig begann. Gekonnt posierten sie und verschwanden danach auch schon wieder.
Zurück zu den Schildern, ob es nun "Warmes totes Tier!" oder "Totes warmes Tier!" heißen muß, das weiß ich bis heute nicht, aber das ist auch nicht so wichtig, würde ich sagen - Hauptsache irgendwo steht irgendsowas, denn das muß wohl so sein, heißt es.
Und direkt an der Kasse sieht es wenigstens auch jeder, der ansteht und sieht so auf den ersten Blick, was ihn erwartet.
Inzwischen brummte der Laden und die Grills heizten, bis die Steaks qualmten. Sämtliche Griller und Bediener hatten alle Hände voll zu tun, um das Fleisch an die Frau und den Mann zu bringen. Über schleppenden Umsatz konnte sich von nun an keiner mehr beklagen.
An der Kasse und bei der Ausgabe des fertigen Grillguts machten sich die nummerierten Märkchen nun wirklich bezahlt, denn so konnte man wenigstens nachvollziehen, wer wirklich als nächster an der Reihe ist.
So kam es auch zu Stoßzeiten nicht zum Chaos - auch wenn sich einige, solange nicht soviel los war, über dieses "komplizierte" doppelte Markensystem aufgeregt hatten wurde jetzt klar, daß dieses Konzept durchaus praktikabel war, um auch mit langen Schlangen noch ganz gut zurechtzukommen.
Zwischendurch, ich hatte ja keine Verkaufsschicht, lief ich umher, unterhilet mich mit einigen Kommilitonen und gönnte mir auch mal eine der leckeren Waffeln von bonding.
Der eigene Grillstand ist zwar schön und nett, aber Waffeln haben auch etwas, finde ich zumindest.
Irgendwann schaute ich dann mal in unsere Kühltruhe, in der das Fleisch lagerte und war überrascht, wie wenig nur noch da war. Unser Vorrat neigte sich langsam aber sicher dem Ende, bis schließlich gegen halb vier, oder noch später, alles restlos verkauft war.
Anfangs war auch ich mir nicht sicher, ob wir nicht ein wenig viel Fleisch hatten, im Nachhinein muß man aber sagen, daß es wohl die optimale Menge war, viel mehr hätten wir wohl nicht wegbekommen, aber ein wenig Luft nach oben hatten wir noch. Wir verkauften also, bis es nichts mehr zu verkaufen gab. In den letzten Jahren war dieser Punkt schon ein paar Stunden früher erreicht, in diesem Jahr verlkauften wir noch, während die Stände neben uns schon fast am abbauen waren.
Auf der einen Seite neben unserem Stand verkaufte die Debatte Karlsruhe
Gin-Mixe und was mich besonders beeindruckte: einer der Standnachbarn erfreute mich mit einem Freigetränk, das werde ich mir merken.
Nachdem irgendwann nichts mehr zu grillen da war, wurde mit der Restwäre ein wenig Wasser gekocht - natürlich nicht um Wasser zu kochen, sondern um die Grills sauber zu bekommen. Kurzfristig verformte sich die Grillschale ein wenig, aber die erholte sich nach einiger Zeit wieder, aber so sah ich wenigstens mal eine Metallschale springen, ein vergleichsweise seltenes Schauspiel.
Langsam aber sicher war es wieder hell geworden, und als die Grills schließlich geputzt waren, war die Nacht bereits völlig verflogen und unser Stand vollständig abgebaut und der Standplatz vom Zuständigen Fachschaftsmenschen abgenommen.
Nun war es also vorbei, das WiWiSo 2006.
Aber was macht man mit einem angebrochenen Morgen, wenn es sich eigentlich schon garnicht mehr lohnt, vor der ersten Vorlesung heim zu fahren? - Natürlich, man setzt sich gemütlich in ein Café, wir wählten spontan das MoccaSin. Unter einem Gesichtspunkt keine weise Wahl, denn als wir genüßlich unsere Getränke schlürften und das Fest Revue passieren ließen, begegneten uns unsere
Freunde in Orange mit ihrem
abartig stinkenden blechernen Ungetüm zum zweiten mal an diesem noch jungen Morgen - das hätte wirklich nicht sein müssen, schon bei der ersten Begegnung, noch auf dem Uni-Gelände, verging mir Hören und Sehen. Es gibt wirklich Begegnungen, die man keinem wünscht, erst Recht nicht nach einer durchzechtenanstrengenden Nacht.
Doch wenigstens gab es noch etwas zum Schmunzeln, denn direkt vor unseren Augen konnten wir dieses Bild sehen. Klar, "Fahrräder abstellen verboten!".
Zugegeben, nichts außergewöhnliches, solch paradoxe Anblicke sieht das aufmerksame Auge nahezu täglich, aber wenn es sich einem derartig aufdrängt, dann darf man auch mal von einer gewöhnlichen Szenerie ein Bild machen.
Nach knapp vierundzwanzig Stunden an der Uni, und es war noch kein Ende in Sicht, machte ich mich auf, um mit einer gewissen Verspätung meiner ersten Vorlesung an diesem Morgen beizuwohnen. Aus lauter Enttäuschung, daß der Dozent schon wieder nur eine Vertretung geschickt hatte, entschied ich mich anstatt den überaus interessanten Problemen des Unternehmenssteuerrechts zu lauschen lieber ein paar Schäfchen zu zählen. (Der informierte Leser weiß ja, daß ich nirgends besser schlafen kann, als in einer Vorlesung.)
Und jetzt noch die Teile einhundertundeinundneunzig und einhundertundzweiundneunzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
02.07.2006, kurz nach halb zwei Uhr nachts, 22°C
05.07.2006, kurz vor viertel fünf Uhr nachmittags, 37°C
Studium .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 11.07.2006 um 02:43:40 Uhr
Ohr-ab-Brot würgt Katze
Aus reiner Faulheit nun mehr zu schreiben jetzt mal ein paar Ergebnisse vom Schlagzeilomat, mit dem ich vor einigen Wochen mal rumgespielt habe, als ich irgendwo drüber gestolpert war.
Interessant, was da so herauskommen kann ...
- "Ohr-ab-Brot würgt Katze"
- "Asyl-Titan fordert Bibel"
- "WM-Klinsi würgt Brot"
- "Nerv-Bibel köpft Papst"
- "Floria-Türke verklagt Mullah"
- "Chaos-Brille frißt Klinsi"
- "Grinse-Papst frißt Naddel"
- "Killer-Opa verklagt Puff"
- "Nerv-Türke köpft Müll"
- "Nazi-Bibel stürzt Brot."
- "Ohr-ab-Mullah verklagt Hund"
- "Drogen-Nazi stoppt Porno-Star"
- "Schock-Mullah vergiftet Brot"
- "Protz-Drama schockt Kanzler"
- "Drogen-Kanzler belügt Arbeitsamt"
Mich würde es ja nicht wirklich wundern, würden wir irgendwann tatsächlich eine dieser Schlagzeilen lesen - manche sind wahrscheinlicher als andere, aber alle denkbar, fast ;)
blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 04.07.2006 um 01:33:11 Uhr
Assoziationen mit Bild
In der letzten Woche hatte ich einige komische
Assoziationen, als ich in irgendwelchen Vorlesungen mal wieder Wachphasen hatte, zwei davon hab ich mir mal gemerkt.
Eigentlich ging es um den "
Satz vom komplementären Schlupf", nichts Neues für mich, wir haben den komplementären Schlupf schon vor einem Jahr behandelt, doch irgendwie hatte ich auf einmal nur noch
Schlupp im Kopf! Ich weiß garnicht, vielleicht waren es Hörspiele mit Schlupp, die ich früher öfter mal gehört hab, auf jeden Fall verdrängte der kleine Schlupp den komplementären Schlupf, außerdem mußte ich, als ich an Schlupp dachte an den
armen Fred denken ...
Die zweite wirre Assoziation spukte in meinem Kopf herum, als in VWL eine Variable in irgendeiner Gleichung groß I mit Index t, gesprochen "Ih-teh", hieß, denn da war auf einmal dieser Satz da: Romanus eunt domus! bzw. Romani ite domum! (
für alle Unwissenden)
Aber irgendwie fand ich das lustig, denn sonst gab es in den beiden Vorlesungen ja wenig zu lachen.
Und nun noch ein Bild von dem Brunnen in dem Garten vorm Karlsruher Schloß. Eines Mittags saß ich dort und las und dachte mir, daß es dort eigentlich ganz schön ist. Relativ wenig los, Ruhe, Sonne, Schatten, schön.

Und jetzt noch die Teile einhundertundneunundachtzig und einhundertundneunzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
27.06.2006, kurz vor viertel zwölf Uhr nachts, 24°C
28.06.2006, kurz nach elf Uhr nachts, 24°C
blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 02.07.2006 um 18:58:25 Uhr
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