bloggen » 04/2006
punktpunktblog
Frank Schirrmacher - Minimum
Vor einigen Tagen hatte ich es schon kurz erwähnt und erst kürzlich hab ich nochmal einen Satz dazu geschrieben. Auch meine Heimfahrt von Tübingen verkürzte mir das Buch ein wenig.
Aber jetzt komm ich endlich dazu, mich hier ausführlicher damit zu befassen. Es geht um
Frank Schirrmachers aktuelles Buch
Minimum. Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich bei Björns
Buchtipp: Minimum zum ersten Mal über das Buch gestolpert bin, wahrscheinlich nicht, denn es war ja laufend im Gespräch in den Medien. Aber mit ihm hab ich mich irgendwann im Café zum ersten Mal über das Buch unterhalten und kurz reingelesen. Zu Ostern hab ich es dann von meiner Mutter geschenkt bekommen und sobald ich Achtung! Vorurteile durch hatte, hab ich mit Minimum begonnen. Das Buch ist vergleichsweise kurz und läßt sich ganz gut lesen. Die Geschichte vom
Donnerpaß zieht sich von der ersten bis auf die letzte Seite durch. Er nimmt immer wieder Bezug darauf und macht das Buch so zu einer "runden Sache".
Und bevor ich mir nun Knoten in die Finger tippe kopiere und verweise ich mal wieder, und zwar auf
Björns Kommentar zu Minimum. Was er schreibt, trifft es meiner Ansicht nach ganz gut und ist kurz und verständlich formuliert. Ich hätte bei meinem Text wohl nicht gleich mit den Frauen angefangen, aber er hat ja Recht, mit dem was er schreibt. Für alle die zu faul sind, dem Verweis auf Björns Kommentar zu folgen zitiere ich hier den, meiner Ansicht nach, zentralen Satz:
"Die Zukunft gehört den Frauen lese ich aus "Minimum" heraus, weil sie in der Lage sind soziale Netzwerke, vor allem Familie, zu bilden und zu pflegen, sie werden älter als Männer ([...]) - Männer müssen aufwachen und zeigen, dass wir nicht nur egoistische Idioten sind, die es nicht schaffen Familien zu gründen und soziale Netzwerke aufzubauen."
Nunja, ich bin noch unentschlossen, wie ich Schirrmachers Bestandsaufnahme beurteilen soll. Ich will auch keine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen, die Beispiele, angefangen am Donnerpaß, erscheinen mir konstruiert - das ist aber nur ein diffuses Gefühl in mir, das mich dem Buch gegenüber mißtrauisch sein läßt, objektiv kann ich dies nicht begründen.
Vielleicht will ich es auch nur nicht wirklich wahrhaben, daß er Recht haben könnte. Ich kann ihm nichtmal vorwerfen negative Stimmung zu verbreiten, denn das macht er garnicht, er will nur "aufklären", Schwächen unserer Gesellschaft aufzeigen, um uns allen die Chance zu geben daran etwas zu ändern - denn die Zukunft liegt noch vor uns und wir können sie gestalten, wie wir wollen. Zumindest könnten wir.
Und jetzt noch Teil einhundertundvierundsechzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
28.04.2006, kurz nach zehn nach null Uhr nachts, 14°C
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 30.04.2006 um 15:45:52 Uhr
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