goetz..  buerkle

bloggen » 04/2006

punktpunktblog

Hubert Burda über die Medien

Hubert Burda über die Medien

Hubert BurdaNachdem ich schon Vorträge von Lawrence Lessig und David Clark, Reinhold Würth, Wendelin Wiedeking, Jean-Claude Trichet und auch zum wiederholten Mal von Hal Varian an der Universität Karlsruhe gehört habe, war gestern Wikipedia-LinkHubert Burda im Rahmen der Heinrich-Hertz-Gastprofessur nach Karlsruhe gekommen darüber zu referieren, wie Wikipedia-LinkMedien wirken.

Als ich relativ kurz vor Beginn des Vortrags am Audimax angekommen war wunderte ich mich zuerst, warum drei zivile E-Klassen mit Blaulicht auf dem Dach direkt vor dem Eingang standen, denn daß Hubert Burda Polizeischutz bekäme erschien mir irgendwie unwahrscheinlich. Der Anblick erinnerte mich eher an den Besuch von Jean-Claude Trichet, der auch mit Polizeischutz angereist war. Aber bei der Begrüßung wurde mir klar, wegen wem ein Personenschützer "unauffällig" vorn auf der Empore des Hörsaals stand, denn neben vielen anderen wie irgendeinem führenden Manager der Wikipedia-LinkDeutschen Bank, deren Namen ich mir alle nicht merken konnte war Wikipedia-LinkGeneralbundesanwalt Wikipedia-LinkKay Nehm da. Für ihn war die Anreise ja auch nicht weit, warum also nicht.

Hubert BurdaHubert Burda fing mediengeschichtlich ganz am Anfang an. Sein Vortrag wurde durchweg von passenden Bildern unterstützt und sein erstes Thema waren die Hieroglyphen, dann folgte die Erfindung der Schrift, das Papier, Wikipedia-LinkFresken, der Buchdruck, das Foto, der Film, das Radio, das Fernsehen bis zum ersten appleApple von 1977 und schließlich noch dem Sprung in das Jetzt. Einige Stationen habe ich ausgelassen, auf jeden Fall verschaffte er seinen Zuhörern einen breiten Überblick über die Entwicklung der Medien, und wie sie jeweils in ihrer Zeit wirkten.
Am Anfang ging es auch noch um den Begriff "Medien" an sich, früher wurden als Medien "Stimmen aus der Vergangenheit" bezeichnet, und "wenn man manches über sich heute in den Medien liest, könnte man das auch meinen ..." sagte er und grinste.
Eine Aussage, zu der ich mir noch nie Gedanken gemacht habe ist: "Medien gehen immer entlang der Handelswege." - vor allem, wenn man sich die aktuelle Situation anschaut, mit der wachsenden Bedeutung von "Online-Medien" und der Tatsache, daß viele Waren inzwischen online gehandelt werden.
Im Zusammenhang mit der Wikipedia-LinkGutenberg-Bibel und Wikipedia-LinkLuther fiel der Satz "Wann immer sich Medien ändern, ändert sich die Gesellschaft.", was das Wikipedia-LinkHabermassche Thema der Veränderung der Öffentlichkeit ist.
Anhand einer Statistik zeigte er die "Digitale Medienexplosion" auf. Lange verlief die Kurve eher flach und in jüngster Zeit ist das Wachstum auf einmal exponentiell. Als nächstes verglich Hubert Burda die Google-LinkGoogle-Gründer mit Wikipedia-LinkMandelbrot.

Hubert BurdaVon einem wahren Edelmann bekam er noch direkt am Morgen vor dem Vortrag einen Statistik über "trustworthy media", gemäß der die Printmedien von 30% der Bevölkerung in (Zentral-)Europa als vertrauenswürdig angesehen werden, das Internet wird, was ich fast überraschend fand, von 18% als vertrauenswürdig eingestuft, während 16% das Fernsehen als "trustworthy" empfinden und 12% das Radio.

In seinen Ausfürhungen erwähnte er auch Wikipedia-LinkFrank Schirrmachers aktuelles Buch Minimum, das ich auch erst letztens gelesen habe.

Eine weitere interessante Aussage war "Google ist überhaupt nur der Beginn einer neuen Epoche." - welcher auch immer.
Und am Ende machte er noch "Werbung" für blinkx.

Am Ende ließ er sich noch dazu hinreißen zu behaupten: "Jetzt liegt Google bei 8 Milliarden, nächstes Jahr bei 16, wenn nicht Microsoft dazwischen kommt." - Mal sehen, wie es in einem Jahr aussehen wird.

Am 24. Mai wird Hubert Burda seinen zweiten Vortrag in Karlsruhe halten und dabei vor allem über Blogs, Netzwerke, und so weiter reden - ich bin schon gespannt, auch wenn ich kaum erwarte, daß er mir viel Neues erzählen wird.


Und jetzt noch Teil einhundertunddreiundsechzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
26.04.2006, kurz nach zehn Uhr nachts, 16°C

Studium .. linken .. kommentieren (2) .. von Götz Bürkle am 28.04.2006 um 15:58:54 Uhr



Hoert sich gut an.

Ich find', das hoert sich echt interessant an, waer' gern da gewesen bei dem Vortrag. Aber Ende Mai bin ich ja auch noch hier, also wird das auch da nichts.

Ich war an Burda schon lange interessiert, weil ja in Baden-Baden das Museum (http://www.bad-bad.de/burda-museum/news_bm.htm) gebaut wurde, waehrend ich da gewohnt hab'.

Ich hatte nie eine Gelegenheit, die Burda-sche Privatsammlung zu sehen (interessante Kuenstler vertreten bzw. deren Gemaelde/Werke), aber der Mann hat mich interessiert und sein Engagement etc.

Haette also allen Grund gehabt, den Vortrag zu sehen, schade :(

.. geschrieben von warnschild .. am 29.04.2006 um 13:20:37

Fortsetzung, musst' gestern so ploetzlich geh'n.

Vor allem das Thema Medien, wenn's ein "echter Fachmann" rueberbringt, ist spannend meiner Meinung nach.

Der Satz "Medien gehen immer entlang der Handelswege.", der ist echt gut, auch von daher, als dass beispielsweise der Fokus der Medien seltenst auf die Kommerz-Peripherie, also bspw. Afrika (Standardbeispiel) richtet als vielmehr auf wirtschaftlich irgendwie bedeutsame Brennpunkte bzw. die, an denen Reiche und Maechtige interessiert sind (siehe Israel im Interesse der USA).

Da mag man als Vertreter der Medien noch so kritisch sein, letztlich ist die Bahn mehr oder weniger festgelegt, die entlang man sich bewegt, kritisiert oder zustimmt. Und letztlich ist es sicher der Handel (wenn auch immer weniger im traditionellen Sinn) , der bestimmt, wo's langgeht.

Ok, das sind alte Gedanken, aber ich hab' das halt auch damit in Verbindung gebracht. Dass Geld letztlich auch bestimmt, was wir von der Welt erfahren.

.. geschrieben von warnschild .. am 30.04.2006 um 12:34:39



.. kommentieren

(Die rot  bzw. mit * markierten Felder müssen ausgefüllt werden.)

Wer bin ich?


*

*



Eins und eins macht * (die vorgegebene Antwort ist falsch, in Wirklichkeit muß gerechnet werden, das sollte jedoch keinen überfordern - bitte einfach nur das Ergebnis ausgeschrieben, also die 4 Buchstaben (!) eintragen ... falls doch einfach bei mir direkt per E-Mail melden - dies ist mein neuer Versuch mich gegen übermäßige Kommentierung durch Maschinen zu schützen ... die Ziffer wurde nun schon 3 oder 4 mal richtig eingegeben, deswegen nun nur noch ausgeschrieben)

Was will ich sagen?


*

*





zuletzt geändert von Götz Bürkle am 28.01.2009 ..

© Copyright 2004-2007 by Götz Bürkle | powered by Bürkle Services | .. suchen | .. impressum