bloggen » 01/2006
punktpunktblog
Ekelhaft und kalt mit Steaks und Bussi
Letzten Donnerstag fand das WiWiWi 06 statt und das Forum Informationswirtschaft hatte einen Grill- und
Jagerteestand. Die Vorbereitungen waren ähnlich wie schon für das Eulenfest, nur daß dieses Mal keine Brezeln aufgeschnitten werden mußten, sondern Brötchen.
Aber das ging irgendwie schneller, wahrscheinlich vor allem deswegen, weil wir die Brötchen nicht noch mit Butter bestreichen mußten.
Da wir ein "Pfandkonzept" für unsere Becher haben mußten, habe ich tolle 192 Forum Inwi-WiWiWi 06-Pfandmarken gedruckt und geschnitten (die Schneidemaschine im RZ ist übrigens ziemlich praktisch), schade nur, daß wir nur etwa fünfzig Becher verkauft haben. Leer waren unsere Töpfe aber trotzdem relativ schnell ... da scheint so einiges "irgendwo versickert" zu sein.
Doch unser primäres Produkt war ja auch nicht der Jagertee sondern die
Steaks. Und die bruzelten neben den leckeren Würsten noch bis spät in die Nacht, als irgendwann alles weg war. So gesehen war das Fest für uns ein Erfolg, wir hatten nur "einige" Brötchen übrig. Aber so wirklich viel verdient haben wir auch nicht, vor allem, wenn man bedenkt, daß wir viele Stunden bei eisigen Temperaturen rumstanden.
Doch was wäre so ein Fest, wenn es nicht ein paar erheiternde oder zumindest unterhaltsame "Zwischenfälle" gegeben hätte. So ließen sich beispielsweise zwei unserer Standhelfer dazu hinreißen, einer durchaus attraktiv aussehenden
Wirtschaftsmathematikerin an der langen
Warteschlange vorbei zu einem Steak zu verhelfen. Und das nur, weil sie ihnen ein "Bussi" versprochen hatte - wo soll das noch enden? (und warum stand ich daneben und bekam nichts?)
Doch meine Stunde sollte auch noch kommen, denn einen erwischte ich, als er sich einfach so von unserem Grill ein Steak nahm. Doch er zeigte sich kooperativ und kaufte sich doch tatsächlich Wertmarken und bezahlte damit sein Steak.
Den nächsten, den ich beim
Klauen erwischt habe war der
Ketchup-Dieb. Ich kam gerade wieder an unseren Stand gelaufen, da kam mir eine Gruppe junger Herren entgegen. Einer hatte eine Ketchup- ein anderer eine
Senfflasche dabei. Diese Flaschen sahen genauso aus, wie die, die wir am Stand stehen hatten. Also hab ich den mit der Ketchupflasche einfach mal angesprochen und gefragt, wo er die denn her hätte. Er behauptete, daß sie ihm an unserem Stand für 1,50 EUR verkauft worden wäre. Nach ein wenig Blabla ließ ich ihn ziehen, ging aber gleich an unseren Stand und erkundigte mich danach, ob der nun die Flasche tatsächlich gekauft hatte.
Und natürlich hatte keiner am Stand eine Flasche Ketchup verkauft, also bin ich Richtung Bahn gerannt, denn der dreiste Dieb hatte es eilig, um rechtzeitig zur Bahn zu kommen. Auf Höhe des Mathebaus holte ich ihn dann ein und stellte ihn zur Rede. Erst behauptete er, die Flasche nicht mehr zu haben, doch irgendwann gab er diese dann raus. Doch, vielleicht aufgrund seines Alkoholpegels, wollte er nicht so ganz einsehen, daß ich ihm diese Aktion übel nahm und eigentlich zumindest mal seinen Namen wissen wollte - nicht um ihn anzuzeigen, das wäre ja lächerlich, aber einfach so, ich will ja wissen, wer uns beklaut. Nach endloser Diskussion, in die sich irgendwann auch noch mehrere Freunde, von denen mich einer scherzhaft Ketchup-Sheriff nannte, einmischten ließ ich ihn dann auch ohne Namen gehen. Aber ich finde es irgendwie ziemlich arm, auf einem Fest eine Flasche Ketchup zu klauen und dann auch noch Leute zu belügen.
Auf dem Rückweg kam es dann noch fast zu einem Handgemenge, weil einer nicht nur einen zuviel getrunken hatte und extrem aggressiv war und einem anderen grundlos zwei oder dreimal im Getümmel in einem der WiWi-Bauten ins Gesicht geschlagen hatte. Doch die Freunde des Aggressiven nahmen diesen dann relativ zügig mit und verschwanden von der Bildfläche, das Opfer, ein
Kreuzberger, erzählte mir dann noch, daß er dem ja normal eigentlich gleich irgendwas gebrochen hätte oder so, aber weil es hier ja Leute gäbe, die schauen, daß nichts passiert, hätte er nicht zurückgeschlagen. Nun, ich wußte garnicht, daß es irgendjemanden gibt, der sich darum kümmert, aber soll er das ruhig glauben - schaden tut es dem Fest nicht.
Was ich aber wirklich ekelhaft fand war, daß jedes Mal, wenn ich mal von unserem Stand weggelaufen bin ich immer einige männlichen Festbesucher an irgendwelchen Bäumen oder Hecken stehen sah. Also, das muß doch auch nicht sein, finde ich ...
Aber etwas anderes hab ich auf dem Parkplatz vor dem RZ auch noch entdeckt, nämlich ein Schneeherz auf der Motorhaube eines Autos.
Irgendwann, nachdem das Fest zu Ende war, waren wir dann auch fertig mit abbauen und auf der Heimfahrt stellte ich dann fest, daß es wirklich sehr sehr kalt war und ist. Um meinen Freund Thomas Weinstein zu zitieren: Es war "ekelhaft und kalt" - außerdem sagt er noch über den Winter: "Ich hasse ihn wie die Pest" - so ist das also.
Und nun noch Teil einhundertundfünfunddreißig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
27.01.2006, kurz nach zehn nach sechs Uhr morgens, -8°C
Kommentare: 0. Geschrieben am 30.01.2006 um 00:50:51 Uhr
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