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Einträge in 01/2006
Von den Mönchen lernen?!
Der Gottesdienst letzten Freitag war der Auftakt zum Lernwochenende "Von den Mönchen lernen". Es ging um die Werte unserer Zeit "Geld, Macht, Sex" im Gegensatz zu dem Dreiklang "Armut, Gehorsam, Keuschheit". Der Gottesdienst war in mehrere Teile gegliedert. Im ersten konnte man seine Träume auf Luftballons schreiben, die zuvor zusammen mit einigen anderen Gegenständen, verteilt worden waren. Diesen konnte man dann vorn füllen, um ihn später zerplatzen zu lassen um so seine materiellen Wünsche symbolisch loszulassen.
Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber ich meine der nächste Teil war schon der, bei dem man sich kleine Punkte an die Stellen seines Körpers kleben konnte, mit denen man nicht zufrieden ist. Danach konnten dann alle solche komischen grünen Krankenhaus-Kittel anziehen, um die eben markierten Stellen zu verdecken. Außerdem hatte jeder noch einen "gleichschön"-Aufkleber bekommen, den er nun seinem Nachbarn oder seiner Nachbarin aufkleben konnte.
Im letzten Teil kamen dann die kleinen Spiegel zum Einsatz. Zuerst sollte man sein Umfeld einmal durch seinen Spiegel betrachten, doch das spannendere fand ich den Versuch, das Licht von einer Lichtquelle vorn im Raum auf einen Globus um die Ecke am anderen Ende des Raumes zu "spiegeln". Das hat auch geklappt, faszinierend.
Nun, eine genauere Beschreibung bekomme ich jetzt nicht mehr zusammen, aber da findet sich hoffentlich noch irgendjemand anderes, auf den ich verweisen kann ...
Update:
Nach ziemlich genau einer Woche hat nun Mark dazu etwas geschrieben: Gottesdienst: Armut Keuschheit Gehorsam.
Nach dem Gottesdienst saß ich dann noch kurz mit
Joa,
Chris und March zusammen.
Am Samstag hab ich mir dann die ersten drei Vorträge angehört.
Im ersten Teil erzählte
Markus etwas über Nachfolge. Er zitierte dabei ab und zu
Dietrich Bonhoeffer, der von einer "neuen Art des Mönchtums" schrieb und damit vor allem eine radikale Nachfolge meinte. Markus legte dar, was "nachfolgen" bzw. "folgen" praktisch heißt und illustrierte anschaulich, wozu eine Regel gut sein könnte. Eine Straße ist an sich auch nur eine Einengung der Freiheit, aber trotzdem der schnellste Weg von A nach B. Und eine (freiwillige) "Lebensregel" ist genau so eine Einengung der persönlichen Freiheit. Gegen Ende dieses Teils erwähnte er noch das Buch "
Krise und Erneuerung der Frauenorden", worauf er sich genau bezog weiß ich aber nicht mehr.
Im nächsten Teil legte Markus die Geschichte des
Mönchtums dar. So unterschied er gleich am Anfang zwischen zwei "Gemeinde-Arten", die es heute gibt. Zum einen die "Versammlungen" (
Ekklesia), die heute sehr verbreitet sind, und zum Anderen die "kommuna", das "
monastische Modell", wo die Gemeinschaft weit über die Versammlung hinausgeht.
Als nächstes ging er der Frage nach, woher bisher viele Missionare/Missionsbewegungen kamen - mit dem Ergebnis, daß diese meistens nicht aus "Sonntagsgemeinden" sondern eher aus Gemeinschaften wie der
Herrnhuter Brüdergemeine kamen. Nun fielen auch Namen wie
Zinzendorf oder auch
Comenius.
Er bezog sich des öfteren auch auf das Buch "
Warum hat das Christentum in der Antike überlebt?" von
Christoph Markschies.
Im dritten Teil referierten Daniel und
Johannes über das Thema "Gemeinde als Kloster". Zu beginn stellte Daniel fest, daß ein geistlicher Rhythmus in dem wir leben uns hilft die Gegenwart Gottes in unserem Alltag wahrzunehmen. Der Vortrag begann mit Römer 12,1-2.
Nun wurde auch endlich einmal die
Benediktiner-Weisheit
Ora et labora erwähnt.
Johannes unser "Postcharismatiker" erzählte aus seinen praktischen Erfahrungen mit einem "geistlichen Rhythmus", der ihm während der heißen Phase seiner Diplomarbeit viel brachte und seine Produktivität steigerte.
Ich könnte nun noch einige weitere Sätze zur dritten Einheit vom Samstag schreiben, bin mir aber fast sicher, daß Daniel darüber in den nächsten Tagen selbst noch etwas schreiben wird - oder ich hoff das zumindest ... ;)
Auf jeden Fall beginne ich mal eine Link-Sammlung zum Wochenende:
- Mark Reichmann: Lernwochenende...
- Johannes Kleske:
Hardcore-Networking-Weekend
- Björn Wagner:
Von den Mönchen lernen.... und
Mönchswochenende
- Peter Aschoff: Mönchtum-Seminar
- Daniel Hufeisen:
Von den Mönchen gelernt und
Blogger beim Lernwochenende
- Tobias Künkler: rhytm is it!!!
- Stefan Trautner:
Von den Mönchen lernen
- Tanja Dörksen:
Mönch-Seminar
- Chris Pahl:
Der Blogger! Der Mönch! Der Chris!
- Bianca Hoffmann:
Traum, Vision...
- Tilman Fuchs:
wie betest du???
- Mike Bischoff: Spruch am Mittwoch XLII
- ...
Siehe auch Klosterimpressionen.
Und nun noch Teil einhundertundfünfunddreißig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
28.01.2006, kurz nach fünf nach ein Uhr nachts, -7°C
Glaube .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 30.01.2006 um 02:52:41 Uhr
Ekelhaft und kalt mit Steaks und Bussi
Letzten Donnerstag fand das WiWiWi 06 statt und das Forum Informationswirtschaft hatte einen Grill- und
Jagerteestand. Die Vorbereitungen waren ähnlich wie schon für das Eulenfest, nur daß dieses Mal keine Brezeln aufgeschnitten werden mußten, sondern Brötchen.
Aber das ging irgendwie schneller, wahrscheinlich vor allem deswegen, weil wir die Brötchen nicht noch mit Butter bestreichen mußten.
Da wir ein "Pfandkonzept" für unsere Becher haben mußten, habe ich tolle 192 Forum Inwi-WiWiWi 06-Pfandmarken gedruckt und geschnitten (die Schneidemaschine im RZ ist übrigens ziemlich praktisch), schade nur, daß wir nur etwa fünfzig Becher verkauft haben. Leer waren unsere Töpfe aber trotzdem relativ schnell ... da scheint so einiges "irgendwo versickert" zu sein.
Doch unser primäres Produkt war ja auch nicht der Jagertee sondern die
Steaks. Und die bruzelten neben den leckeren Würsten noch bis spät in die Nacht, als irgendwann alles weg war. So gesehen war das Fest für uns ein Erfolg, wir hatten nur "einige" Brötchen übrig. Aber so wirklich viel verdient haben wir auch nicht, vor allem, wenn man bedenkt, daß wir viele Stunden bei eisigen Temperaturen rumstanden.
Doch was wäre so ein Fest, wenn es nicht ein paar erheiternde oder zumindest unterhaltsame "Zwischenfälle" gegeben hätte. So ließen sich beispielsweise zwei unserer Standhelfer dazu hinreißen, einer durchaus attraktiv aussehenden
Wirtschaftsmathematikerin an der langen
Warteschlange vorbei zu einem Steak zu verhelfen. Und das nur, weil sie ihnen ein "Bussi" versprochen hatte - wo soll das noch enden? (und warum stand ich daneben und bekam nichts?)
Doch meine Stunde sollte auch noch kommen, denn einen erwischte ich, als er sich einfach so von unserem Grill ein Steak nahm. Doch er zeigte sich kooperativ und kaufte sich doch tatsächlich Wertmarken und bezahlte damit sein Steak.
Den nächsten, den ich beim
Klauen erwischt habe war der
Ketchup-Dieb. Ich kam gerade wieder an unseren Stand gelaufen, da kam mir eine Gruppe junger Herren entgegen. Einer hatte eine Ketchup- ein anderer eine
Senfflasche dabei. Diese Flaschen sahen genauso aus, wie die, die wir am Stand stehen hatten. Also hab ich den mit der Ketchupflasche einfach mal angesprochen und gefragt, wo er die denn her hätte. Er behauptete, daß sie ihm an unserem Stand für 1,50 EUR verkauft worden wäre. Nach ein wenig Blabla ließ ich ihn ziehen, ging aber gleich an unseren Stand und erkundigte mich danach, ob der nun die Flasche tatsächlich gekauft hatte.
Und natürlich hatte keiner am Stand eine Flasche Ketchup verkauft, also bin ich Richtung Bahn gerannt, denn der dreiste Dieb hatte es eilig, um rechtzeitig zur Bahn zu kommen. Auf Höhe des Mathebaus holte ich ihn dann ein und stellte ihn zur Rede. Erst behauptete er, die Flasche nicht mehr zu haben, doch irgendwann gab er diese dann raus. Doch, vielleicht aufgrund seines Alkoholpegels, wollte er nicht so ganz einsehen, daß ich ihm diese Aktion übel nahm und eigentlich zumindest mal seinen Namen wissen wollte - nicht um ihn anzuzeigen, das wäre ja lächerlich, aber einfach so, ich will ja wissen, wer uns beklaut. Nach endloser Diskussion, in die sich irgendwann auch noch mehrere Freunde, von denen mich einer scherzhaft Ketchup-Sheriff nannte, einmischten ließ ich ihn dann auch ohne Namen gehen. Aber ich finde es irgendwie ziemlich arm, auf einem Fest eine Flasche Ketchup zu klauen und dann auch noch Leute zu belügen.
Auf dem Rückweg kam es dann noch fast zu einem Handgemenge, weil einer nicht nur einen zuviel getrunken hatte und extrem aggressiv war und einem anderen grundlos zwei oder dreimal im Getümmel in einem der WiWi-Bauten ins Gesicht geschlagen hatte. Doch die Freunde des Aggressiven nahmen diesen dann relativ zügig mit und verschwanden von der Bildfläche, das Opfer, ein
Kreuzberger, erzählte mir dann noch, daß er dem ja normal eigentlich gleich irgendwas gebrochen hätte oder so, aber weil es hier ja Leute gäbe, die schauen, daß nichts passiert, hätte er nicht zurückgeschlagen. Nun, ich wußte garnicht, daß es irgendjemanden gibt, der sich darum kümmert, aber soll er das ruhig glauben - schaden tut es dem Fest nicht.
Was ich aber wirklich ekelhaft fand war, daß jedes Mal, wenn ich mal von unserem Stand weggelaufen bin ich immer einige männlichen Festbesucher an irgendwelchen Bäumen oder Hecken stehen sah. Also, das muß doch auch nicht sein, finde ich ...
Aber etwas anderes hab ich auf dem Parkplatz vor dem RZ auch noch entdeckt, nämlich ein Schneeherz auf der Motorhaube eines Autos.
Irgendwann, nachdem das Fest zu Ende war, waren wir dann auch fertig mit abbauen und auf der Heimfahrt stellte ich dann fest, daß es wirklich sehr sehr kalt war und ist. Um meinen Freund Thomas Weinstein zu zitieren: Es war "ekelhaft und kalt" - außerdem sagt er noch über den Winter: "Ich hasse ihn wie die Pest" - so ist das also.
Und nun noch Teil einhundertundfünfunddreißig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
27.01.2006, kurz nach zehn nach sechs Uhr morgens, -8°C
Studium .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 30.01.2006 um 00:50:51 Uhr
Im Arbeitsgericht, da geht es rund
Diesen Montag haben wir uns in WortSport wieder mit Johannes 15,1-17 beschäftigt, doch dieses Mal lag unser Fokus auf Vers 13: "Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde opfert."
Von diesem Vers ausgehend kamen wir zu Markus 12,28-34, wobei wir dann doch das ganze zwölfte Kapitel gelesen haben, um den Zusammenhang besser zu verstehen. Und auch dem Verweis auf 5. Mose 6,4f folgten wir.
Außerdem erzählte Daniel für diejenigen, die am Freitag nicht im Gottesdienst gewesen waren, worum es dort ging, siehe auch Gottesdienst: Worte.
Am Dienstag besuchte ich dann im Rahmen der Vorlesung "Arbeitsrecht" das Arbeitsgericht Karlsruhe. Punkt. Wir wohnten dort zwei Verhandlungen bei. Punkt. In der ersten ging es um die Kündigung eines leitenden Angestellten bei Mann Mobilia. Punkt. Ein interessantes Detail in diesem Fall war, Komma, daß die erste Kündigung nur von einem Geschäftsführer unterschrieben war, Komma, obwohl nach dem Gesellschaftsvertrag mindestens zwei hätten unterschreiben müssen. Punkt. Der Kläger behauptete nun, Komma, es seien doch noch genügend Prokuristen im Betrieb gewesen, Komma, aber allein die Möglichkeit, Komma, daß man durch Ausscheiden einiger Gesellschafter streng genommen handlungsunfähig wird, Komma, ist durchaus interessant. Punkt. Doch letzten Endes ging es bei diesem Fall natürlich nur darum, Komma, wieviel Geld der ehemalige Arbeitgeber seinem ehemaligen leitenden Angestellten nun bezahlen muß. Punkt.
Unser Dozent sagte uns aber schon mehrmals, Komma, daß es vor dem Arbeitsgericht meistens nur um Geld geht, Komma, weswegen auch der Taschenrechner auf dem Tisch des Richters wichtig ist. Punkt. Absatz.
In der zweiten ging es um Betrug oder Unterschlagung oder Veruntreuung von knapp fünfhunderttausend Euro. Punkt. Im Gegensatz zur anderen Verhandlung wurde hier am Ende tatsächlich eine Entscheidung getroffen, Doppelpunkt: Die beiden Parteien schlossen nach ellenlangen Verhandlungen einen Vergleich. Punkt. Ein nettes Detail, Komma, das zu meinem letzten Eintrag paßt ist, Komma, daß der Angeklagte einen Namen mit den Initialen B.Punkt. B.Punkt. hatte, Komma, so daß man ihn treffend als "Betrüger Bla Blub" beschreiben könnte - Bindestrich - eine wahrlich schöne Alliteration. Absatz.
Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, Komma, warum ich diese Absätze so schreibe, Komma, wie ich sie schreibe. Punkt. Nun, Komma, das soll einen Eindruck davon vermitteln, Komma, wie es im Gerichtssaal zuging. Punkt. Denn der Richter ist eigentlich hauptsächlich
Diktator, Komma, denn er spricht immer wieder den aktuellen Stand, Komma, als Protokoll, Komma, in ein Diktiergerät und spielt dies bei Bedarf auch mehrmals wieder ab, Komma, schließlich muß das Protokoll ja stimmen. Punkt. Absatz.
Ich fand den Besuch, Komma, obleich er länger dauerte als erwartet, Komma, sehr bereichernd und interessant. Punkt.
Und nun noch Teil einhundertundvierunddreißig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
23.01.2005, elf Uhr nachts, -5°C
Studium .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 26.01.2006 um 16:52:07 Uhr
Fernsehen, Alliterationen, Bloggen
Am Wochenende hatte ich mal wieder Zeit, ein wenig fernzusehen, und natürlich hab ich mir gleich mal
James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt (siehe auch
Wikipedia
IMDB: The Man with the Golden Gun) angeschaut. Der Streifen ist schon etwas älter, nämlich aus dem Jahr 1974, aber das ist auch nicht so schlimm.
Den eindeutig lustigsten Satz fand ich, als James Bond fragte "Kennen sie
Evel Knievel?" - das ist an sich nichts Besonderes, nur finde ich diesen Namen an sich schon lustig, außerdem hörte ich ihn zum ersten Mal, als vor einigen Jahren in der Schule ein Freund mal damit ankam - in welchem Zusammenhang auch immer. Und schon damals haben wir über diesen namen gelacht ...
Und außerdem muß ich noch anmerken, daß der Zwerg Schnick Schnack ein ziemlich verschlagener und hinterlistiger Geselle ist ... aber einen lustigen Namen hat auch er.
Aber auch am Sonntag hab ich nicht den Tatort angeschaut, sondern Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen (siehe auch
Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen? und
IMDB: How to Lose a Guy in 10 Days). Ein Film um die Schreiberin Andie Anderson, die für irgendeine Frauenzeitschrift irgendeinen Quark zusammenschreibt und den Marketing-Menschen Benjamin Barry, der sich auf eine folgenschwere Wette einläßt, in deren Mittelpunkt natürlich Andie Anderson steht.
Und auch in diesem Film finde ich die Namen wieder besonders nett - zweimal eine
Alliteration, und dann auch noch AA und BB.
Einige erinnern sich vielleicht noch an eine Umfrage, für die ich hier geworben hatte. Jetzt endlich vor einigen Tagen wurde veröffentlich, was herauskam: Ergebnisse "Wie ich blogge?!", oder auch als ausführlicheres PDF-Dokument:
Berichte der Forschungsstelle "Neue Kommunikationsmedien", Nr. 06-01.
Und nun noch Teil einhundertunddreiunddreißig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
22.01.2006, kurz vor dreiviertel vier Uhr mittags, 3°C
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 26.01.2006 um 11:49:03 Uhr
Vorleben und Webverschmutzung
Vor ein bis zwei Tagen bin ich über zwei Zitate gestolpert. Zum einen schreibt Jeena in seinem Eintrag
Modernes Webdesign folgendes: "Ja, es ist einfach anderen zu zeigen was sie so alles falsch machen (die leidvolle Erfahrung habe ich selbst vor ein paar Tagen gemacht), schwieriger wird es aber vorzuleben wie es wirklich gehen kann und soll."
Er sagt dies im Zusammenhang mit
Webstandards, doch genau das, was er beschreibt trifft auf alles zu, vor allem auch auf Christen. Ich kann viel erzählen, wenn ich nicht danach lebe, wird es keinen interessieren. Auch Jesus hat mehr vorgelebt als vorgetragen.
Auf das zweite Zitat bin ich über
London Leben: Whale Watching gekommen, und zwar habe ich bei Jens Scholz im Eintrag
Jean-Remy von Matt ist beleidigt folgenden Satz gelesen: "Von den Weblogs, den Klowänden des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab."
Dazu kann ich nur sagen: Jawoll, ich sondere ab. Und zwar alles, wozu ich Lust habe - ob es jemanden interessiert oder nicht. Nur sehe ich mein Blog deswegen noch lange nicht als Klowand, denn Klowände beschmutzen fällt für mich unter
Sachbeschädigung und mit dem, was ich hier absondere beschädige ich keine fremde Sache - ich könnte höchstens das Internet an sich "beschädigen", doch das gehört ja sowieso niemandem, außerdem würde ich dann höchstens von
Webverschmutzung reden. Und das hört sich schon viel harmloser an, als Sachbeschädigung.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 22.01.2006 um 22:52:52 Uhr
Mit Dreck werfen
Beim letzten kubik Gottesdienst, auf dessen Heimweg ich so einiges erlebte, ging es um, kurz gesagt,
Dreck. Die Tische waren mit weißem Papier abgedeckt und in der Mitte stand jeweils eine Schale mit Erde. Sofort als ich zur Tür reingekommen war wurde ich gebeten, mich auf den Sessel zu setzen, um ein Bild von mir zu machen. Diese Bilder wurden dann während des Gottesdienstes an die Wand geworfen. Doch zuerst wurde ein kurzer Film gezeigt. Eine gewöhnliche Situation, ein paar Freunde sitzen zusammen und trinken
Kaffee. Nun, man sah im Film nie die Personen (man erkannte sie zwar trotzdem, aber darum geht es ja garnicht), sondern immer nur Teile, meist das, was auf dem Tisch geschah. Das Interessante waren aber die Unterhaltungen, denn da wurde immer mal wieder "mit Dreck auf jemanden geworfen".
Im Anschluß an den Film wurde die biblische Grundlage des Themas gelesen, nämlich der Text aus Jakobus 3,2-12, den es sich zu lesen lohnt.
Danach sollte sich jeder seine Gedanken machen, wann er jemanden mit Dreck beworfen hat. Während dieser Zeit wurden die Bilder, die am Anfang von jedem gemacht worden waren, nach vorn projiziert und jemand las verschiedene Aussagen, Ausschnitte aus
Gesprächen, die jeder von uns schon mitgehört oder geführt hat. In jedem Satz wurde "Dreck geworfen". Wenn man sich nun bewußt wurde, auch mit Dreck geworfen zu haben, konnte man seine Hände mit dem Dreck aus den Schalen schmutzig machen.
Um dieses "Dreckwerfen" noch eindrücklicher zu machen zog sich Daniel einen weißen
Overall aus Stoff oder Papier an. Wer wollte, konnte Daniel nun mit Dreck beschmieren. Nach "getaner Arbeit" gab es die Möglichkeit zum Hände waschen, um sich von dem ganzen Schmutz wieder zu trennen.
Und, wohlgemerkt es war nicht mit den Machern des Hochzeitsgottesdienstes letzte Woche abgesprochen, wurden noch kleine Behälter mit
Erde und
Weizensamen verteilt, so daß jeder etwas mitnehmen konnte. Sehr schön.
Update:
Daniel hat einen umfangreicheren und viel detaillierteren Bericht geschrieben: Gottesdienst: Worte.
Wen also mehr interessiert, der lese dort nach.
Bibel .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 22.01.2006 um 19:20:08 Uhr
Gelb-Rote Geschichten: Die etwas andere Bahnfahrt
Am Freitagnacht auf dem Heimweg vom Gottesdienst habe ich mal wieder etwas erlebt - und natürlich wieder in der Bahn. Vorweg will ich schonmal anmerken, daß einige bestimmt grinsen werden, andere werden mich vielleicht für wahnsinnig halten, aber eigentlich konnte ich ja fast nichts dafür.
Doch der Reihe nach. So gegen viertel ein Uhr nachts habe ich mich vom kubik aus auf meinen Heimweg gemacht. Die
S2 in Richtung
Rheinstetten kam kurz nachdem ich am Durlacher Tor war, so daß ich so gut wie nicht warten mußte. Allerlei komischer Gestalten waren in der Bahn, aber das ist ja nichts Außergewöhnliches. Irgendwann stieg ein Pärchen ein und setze sich auf die zwei Plätze vor mir. Das ist auch noch nichts Besonderes, aber dieses Pärchen muß erwähnt werden, weil es neben mir und dem
Bahnfahrer die dritte Hauptrolle spielt.
Ich fahre also gemütlich, bis so etwa am
Entenfang, oder eher zwischen Entenfang und
Eckenerstraße, die Frau vor mir fragt, ob ich eine
Zigarette hätte. Wahrheitsgemäß antworte ich natürlich "Nein." - Doch ich ließ es mir, wie üblich, nicht nehmen ihr auch noch zu sagen, daß rauchen sowieso tötet. Nunja, ihr Freund fragte dann die beiden hinter mir sitzenden nach einer Zigarette. Diese hatten eine und gaben ihm auch eine - um sie sich abzuholen stand er auf und lief zwei Reihen nach hinten. Auf dem Rückweg auf seinen Platz wußte er nun mit dieser eben erbettelten Zigarette nichts Besseres zu tun, als sie sogleich anzumachen. Als ich dies bemerkte, wies ich ihn darauf hin, daß er seine Zigarette bitte ausmachen möge. Er pöbelte mich daraufhin irgendwie an, ich weiß nichtmal mehr, was er denn gesagt hat. Auf jeden Fall sah er es anders und rauchte weiter. Als er dann wieder saß, oder auch schon davor, wies ich ihn erneut darauf hin, daß Rauchen in der Bahn nicht gestattet sei, und daß er deswegen seinen Glimmstengel doch bitte ausmachen möge.
Nun, irgendwer, ob es der Pöbler oder einer der anderen, die herumsaßen waren weiß ich garnicht mehr, meinte irgendwas von wegen Zigarette in meinem Gesicht ausdrücken. Das nahm ich zur Kenntnis, aber nicht Ernst, und versuchte weiter mein Glück.
Ganz unverhofft riß mir dann dieser Pöbler meine
Brille vom Kopf, worauf ich reflexartig einen Schrei ausstoßen mußte - schon allein um ihm zu signalisieren, daß ich diese Aktion nicht so freundlich fand. Die beiden, die hinter mir saßen reichten mir sogleich meine Brille wieder, ich bedankte mich bei ihnen und stand auf und machte mich auf nach vorn.
Schließlich rauchte der Pöbler immer noch. Auf meinem Weg zur Fahrerkabine sagte mir noch ein Mitfahrer, daß "er das meiner Stelle nicht tun würde" - was immer er genau meinte, ich ließ mich nicht beirren.
Vorne angekommen klagte ich dem Fahrer mein Leid. Ich sagte ihm, daß hinten in der Bahn jemand rauchen würde, und daß er ihn doch bitte zurechtweisen oder ermahnen soll. Außerdem hätte er mir auch meine Brille vom Kopf gerissen. Nun, der Fahrer hatte entweder weil es ihm irgendjemand sagte, oder weil er die Situation entsprechend auffaßte die die Ansicht, daß es eine Schlägerei gäbe. Anstatt also selbst kurz eine Durchsage zu machen oder gar, wie schon bei meinem letzten Versuch einen Raucher zur Raison zu bringen, kurz nach hinten zu laufen rief er sitzenderweise die Polizei, was ich zuerst aber garnicht wußte. Nachdem ich also meinen Satz gesagt hatte, ging ich zur nächsten Tür, weil ich an der nächsten Haltestelle ohnehin aussteigen mußte. Wenig später standen wir dann an der Haltestelle
Rheinhafenstraße, aber die Türe öffnete sich nicht. Auf meine Nachfrage bat mich der Fahrer nochmal zu ihm. Nun sagte er mir, ich solle ihm nochmal kurz sagen, was eigentlich vorgefallen war, denn er habe schon die Polizei gerufen und bis die Polizei da sei, blieben die Türen geschlossen. Gut, das wäre nicht nötig gewesen, aber um daran etwas zu ändern war es auch schon zu spät, also stellte ich mich wieder an die Türe und wartete. Entweder erst jetzt, oder schon vorher als ich das erste Mal an der Türe stand, tauchte das Pöbelpärchen aus dem hintern Zugteil auf einmal neben mir auf. Sie, die mich vorher um eine Zigarette gebeten hatte, erzählte mir, daß sie wüßte, wo ich wohne und so weiter, wie man sich das eben vorstellt, wenn jemand, der nichtmer hundertprozentig Herr seiner Sinne ist versucht, einen einzuschpchtern. Ihr Pöbelfreund engte meinen Bewegungsraum dermaßen ein, indem er mich mit seinem Arm blockierte, daß ich ihn darauf aufmerksam machte, daß er bitte seinen Arm da wegnehmen sollte. Ich sagte der Pöblerin noch, daß es für sie mit Sicherheit nicht von Vorteil sein könnte mir zu
drohen, ich hätte schließlich genügend Zeugen. Nun, sie erzählte mir noch irgendwelche Sachen mit der
Intention, mir Angst zu machen, aber ich ignorierte sie fortan.
Nachdem die Bahn nun schon einige Minuten still stand, das Pöbelpärchen sich wieder nach hinten verkrochen hatte, wurden einige Mitfahrer unruhig. Einige schauten mich vorwurfsvoll an, andere erkundigten sich beim Fahrer, ob sie ihren Anschlußbus noch bekommen würden. Die Situation blieb noch einige Zeit unverändert, bis nach vermutlich etwa zehn bis fünfzehn Minuten ein
Einsatzfahrzeug der Polizei mit Blaulicht neben der Bahn hielt.
Die Beamten näherten sich zielgerichtet der Bahn und nun entriegelte der Fahrer auch die vordere Tür, so daß ich aussteigen konnte. Ich schilderte den Beamten kurz was vorgefallen war, worauf sie mich fragten, ob ich denn
Anzeige erstatten wolle. Darauf meinte ich, daß ich eigentlich keine Notwendigkeit sähe, schließlich wäre im Prinzip ja nichts passiert, aber ich sagte im gleichen Atemzug noch, daß es vermutlich auch kein Schaden wäre, wenn sie schonmal da sind. Wie auch immer sie diese Aussage von mir nun werten, das war in dem Moment sowieso zweitrangig. Die Beamten stiegen in die Bahn ein und wiesen mich an, ich solle außen an der Bahn entlang laufen und ihnen denjenigen zeigen, der mich angegriffen hätte. Also lief ich außen an der Bahn entlang, und schaute hinein. Leider war ich von der ganzen Situation ein wenig durch den Wind, so daß ich die beiden im ersten Moment übersehen hatte und erst zwei falsche Mitfahrer verdächtige. Das tut mir natürich Leid, aber so dramatisch war das nicht, ich hört nur, wie irgendeiner innen etwas sagte, wie "jetzt versteckt er sich schon hinter ner
Pussy" - damit meinte er wohl, daß ich gerade hinter einem Mädchen stand, was auch zutreffend war. Auch wenn dies mit verstecken nichts zu tun hatte und ich seine Wortwahl nicht unbedingt
charmant fand.
Auf jeden Fall hab ich die Personen im hinteren Teil der Bahn nocheinmal gemustert und zweifellos das Pöbelpärchen ausgemacht und wie es mir geboten worden war mit dem Finger auf sie gezeigt. Diese ganze Szene kam mir vor, wie aus einem schlechten
Krimi - aber es war die
Realität. Nun nahmen ein Beamter die Personalien des Pöblers auf und der andere machte sich auf den Weg zu mir, um meine Personalien aufzunehmen.
Schließlich waren beide Beamten wieder draußen und wir unterhielten uns noch kurz. Die beiden erzählzen mir, daß sich der Pöbler entschuldigt habe und hoffe, daß die Brille nicht kaputtgegangen sei (das ist sie meiner Einschätzung nach nicht). Ich sagte ihnen auch, daß ich von mir aus deswegen natürlich nie die Polizei gerufen hätte und ich fragte auch noch, was denn nun passieren würde. Die Beamten meinten, wenn es noch was gäbe, würden sie sich bei mir melden, ansonsten wär die Sache erledigt, und einer sagte außerdem noch, daß sie so spät gekommen wären, weil sie "grad was größeres laafen" hätten. Aha, da tun sich die
Grünwinkler Abgründe auf.
Die Bahn setze inzwischen ihre Fahrt fort und die Beamten stiegen in den Einsatzwagen und fuhren davon.
Im Eifer des Gefechts vergaß ich leider auf dem Heimweg auf das Thermometer zu schauen. Und als ich das alles auf meinem etwa viertelstündigen Heimweg durch die Kälte nochmal revue passieren ließ, konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen - aber es war ja niemand in der Nähe, den dies hätte verwundern können.
Nun, ohne Frage, mit der Alarmierung der Polizei hat der Bahnfahrer ein wenig überreagiert, aber ehrlich gesagt ist es mir lieber, daß er einmal zu oft die Polizei ruft, als daß er garnichts macht und meine Beschwerde einfach nur ignoriert. Ich würde jederzeit wieder so handeln, wie ich gehandelt habe, denn in meinem Handeln kann ich nichts Falsches feststellen, ich würde dem Bahnfahrer höchstens gleich sagen, daß er nicht unbedingt sofort die Polizei zu rufen braucht ...
Jetzt kann ich nur hoffen, daß die Leute in der Bahn sich nicht mehr an mich erinnern können, falls wir wieder einmal zusammen in der Bahn sitzen sollten, was vermutlich früher oder später passieren wird.
Eine nächtliche Bahnfahrt in Karlsruhe ist also immer wieder aufs Neue für Überraschungen gut.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 22.01.2006 um 02:59:44 Uhr
Majuskelrelevanz, Ester und interessante Gäste bei Kerner
Letzten Montag beschäftigten wir uns in WortSport mit einem Stern - nämlich dem
Buch Ester, das ich hier ja auch schonmal erwähnte. Es ist nicht so lang, deswegen kann man das auch mal einfach komplett lesen, denn die Geschichte ist eigentlich ganz gut und teilweise überraschend.
Doch wie der Sonntag endete ging es im Laufe der Woche weiter, oder zumindest so ähnlich. Denn ich habe dreimal
Johannes B. Kerner angeschaut, weil immer mindestens ein Gast da war, der mich ein wenig interessierte. Da war
am Dienstag also unter anderem
Dieter Bohlen da. Man kann vieles über ihn sagen und nichts von ihm halten, unterhaltsam ist er und er schafft es immer wieder aus irgendwas, was nichtmal besonders gut sein muß, einen relative großen Erfolg zu machen. Als Kerner erwähnte, daß die Namen Bohlens Kinder alle mit "Ma" beginnen sagte Bohlen als Grund einfach "alles mit ma find ich geil". Nunja, dazu sag ich mal garnichts ... der Dieter halt.
Am Mittwoch war
Ranga Yogeshwar zu Gast, der einiges zum Thema
Vogelgrippe erzählte. Überhaupt finde ich Ranga sehr sympathisch und höre und schaue gern zu, wenn er mal wieder die Welt erklärt.
Aber zu meiner Überraschung fand ich auch den Zahnarzt Dr. Manfred Bölker, mehrfacher Deutscher Meister im
Lockpicking und Steffen Wernéry, Gründer der Sportsfreunde der Sperrtechnik (Deutschland) sehr gut. Die beiden zeigten, wie einfach man beispielsweise handelsübliche
Vorhängeschlösser mit einer
Plastik-Pommesgabel aufbekommen kann. Daß dies so einfach ist, hätte ich wirklich nicht gedacht. Insgesamt fand ich interessant, was die beiden so erzählten.
Außerdem war auch
Axel Schulz da, der ein wenig über sein geplantes
Comeback plauderte, nicht so extrem interessant und weltbewegend.
Am Donnerstag schließlich war
Dr. Michel Friedman zu Gast bei Kerner. Seine Sendung "Vorsicht! Friedman" hab ich immer ganz gern angeschaut, weil es dort nicht immer nur die üblichen Floskeln zu hören gab, denn Friedman bohrte auch ab und zu penetrant nach. Ich fand diese "Politiktalkshow" unterhaltsamer als alle anderen, die ich bisher gesehen habe, deswegen find ich es eigentlich Schade, daß er aufgehört hat. Seit dem hab ich keine Sendung mehr von ihm gesehen. Ich kann nicht sagen, daß ich ihn besonders sympathisch finde, aber wenn er etwas sagt, dann ist meist auch irgendetwas streitbares oder provokantes dabei - und genau das macht es lohnenswert sich Sendungen mit ihm anzuschauen.
Neben Friedman waren auch noch
Ben Becker und
Tooske Ragas da, für die ich mich aber nicht so sehr interessiere.
Gesternabend dann hab ich die zweite Hälfte von SWR 2 Forum
Zur Rechten Gottes - Christliche Fundamentalisten in Deutschland gehört. Es war interessant, die verschiedenen Ansichten zu hören, dabei mußte ich ein wenig an die Dokumentation "Jesus' junge Garde" denken, die ich vor einer Weile mal erwähnt hatte.
Zu guter Letzt habe ich vergangene Woche in
#selfhtml noch einen besonderen Begriff aufgeschnappt, der Inkunabeln und Spatien in nichts nachsteht, und zwar "Majuskelrelevanz" (wer nicht versteht, was gemeint ist möge sich
Wikipedia: Majuskel und
Wikipedia: Relevanz zu Gemüte führen). Tine, eine Studentin der
Computerlinguistik, kam auf dieses wertgute Wörtchen, als jemand nach einer kurzen prägnanten Übersetzung von "
case sensitive" fragte.
Dieses Wort sollte ich unbedingt in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen. Hoch lebe die Majuskelrelevanz!
Und nun noch Teil einhundertundzweiunddreißig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
16.01.2006, so etwa zehn vor zehn uhr abends, 3°C
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 21.01.2006 um 19:45:54 Uhr
Brunch, Karotte und die nette kleine Dame
Letzten Sonntag, also am Tag nach der Hochzeit, war ich wie gewohnt beim kubik Brunch, wo es auch wieder wie gewohnt gemütlich und gut war, obgleich sich die "Küchenhilfen" jedes Mal aufs Neue beklagen, daß sie meinen Teller nicht schön dekorieren können, weil ich die ganzen bunten und gesund anmutenden Obst-Stückchen gar nicht erst ordere. Inzwischen hab ich mich schon daran gewöhnt, daß mein Sonntag langsam und nicht mehr so früh anfängt, wie noch vor ein bis zwei Jahren und ich muß sagen, daß mir das auch ganz gut gefällt.
In den letzten Wochen war ich aber auch öfter im Auto unterwegs, da ich die erste Januarwoche noch garnicht in Karlsruhe war, denn hier fahr ich eher wenig. Aber zur Hochzeit bin ich auch gefahren, denn das wäre mir zu mühselig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gewesen. Auf jeden Fall hab ich deswegen in den letzten Wochen auch wieder vermehrt Radio gehört. Spätestens seit meinem Eintrag letztes Jahr weiß jeder, daß ich zur Zeit SWR 2 bevorzuge. Und so habe letztes Wochenende im Auto auch SWR 2 gehört und, wenn man da unverhofft einschaltet findet man sich regelmäßg mitten in irgendwelchen Hörspielen wieder. Letzte Woche platzte ich so in
SWR2 RadioART: Hörspiel "Die alte Frau" hinein. Viel von der Geschichte hab ich nicht viel gehört, sie ist an sich auch nicht unbedingt so schön, aber eine Phrase fiel so oft, daß sie sich mir in nur wenigen Minuten in den Kopf gebrannt hat: "die nette kleine Dame". Ich hab nicht mitgezählt, aber mir kam es so vor, als würde diese Phrase in nahezu jedem Satz genannt, aber sie hört sich ja auch irgendwie gut an, "die nette kleine Dame". So habe ich nun ein Textfragment mehr im Kopf, nämlich "die nette kleine Dame", das mir immer mal wieder einfällt, wenn mir denn mal eine "nette kleine Dame" über den Weg läuft. Da merkt man erst, wie sich solche Kleinigkeiten wie "die nette kleine Dame", die man nur beiläufig hört, einprägen.
Doch nun wenden wir uns ab von der "netten kleinen Dame", zurück zum Ernst des Lebens. Seit langem hab ich mal wieder einen Tatort angeschaut, und letzten Sonntag kam einer mit dem mehr oder weniger packenden Titel
Blutdiamanten. Neben der Schleichwerbung für
SECURITAS fielen mir vor allem diese "Underworld"-Aktivisten auf, die sich erst nach außen aufführten, wie Terroristen und dann hinterher sagten, daß das alles doch nur ein Scherz, eine Aktion, war. Nunja, solches Verhalten kann ich nunmal garnicht brauchen. Solange sich nur irgendwelche Charaktere in Filmen so aufführen kann man noch darüber lachen, wenn mir aber mal tatsächlich so jemand über den Weg liefe, fände ich das vermutlich weniger lustig. Deswegen fand ich ein Zitat des Staatsanwalts ganz nett, als sie auf der Motivsuche waren: "Wer hat etwas gegen die Aktivisten - außer mir natürlich."
Doch der Fernsehabend sollte sich noch steigern, schließlich kam
City of God (siehe
Wikipedia: City of God und
IMDB: Cidade de Deus) auch noch. Da ich von diesem Film vor einiger Zeit mal gelesen hatte und mir die Gelegenheit günstig schien hab ich ihn mir mal angeschaut. Das Einzige, was mir dazu einfällt: Es ist ein krasser Film rund um (Klein-)Kriminelle Jugendliche in Brasilien aus einem trostlosen Stadtteil ohne wirkliche Perspektive und mit so dämlichen Gangsternamen wie Karotte oder Löckchen.
... und wie ich so auf Wikipedia rumklicke und lese werde ich auf den Film
Der ewige Gärtner aufmerksam und Dank kino-ka.de weiß ich auch, daß er in Karlsruhe im Filmpalast am ZKM kommt. Wer also Lust hätte, mit mir da reinzugehen möge sich melden - vielleicht wird es nicht so einfach einen Termin zu finden, aber da mach ich mir erst Gedanken, wenn sich wirklich jemand meldet.
Und jetzt noch Teil einhundertundeinunddreißig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
15.01.2005, vier Uhr mittags, -4°C
blablubmuh .. linken .. kommentieren (2) .. von Götz Bürkle am 21.01.2006 um 18:14:12 Uhr
Glaube, Hoffnung, Liebe und viel Spaß
Am Samstag war dann für Esther Evelin und Philipp Manuel der große Tag gekommen. Kubiktypisch begann der Gottesdienst mit einer gewissen Verspätung, doch das Warten lohnte sich. Den Rahmen bildeten einige Minuten Videomaterial, in denen Esther und Philipp zu verschiedenen Fragen Stellung bezogen. Dabei wurden vor allem die drei Begriffe Glaube, Hoffnung und Liebe aus 1. Korinther 13 thematisiert. Außerdem wurden zu diesen drei Begriffen auch noch schöne Texte schön vorgelesen, die zum Nachdenken anregten. Mehrmals fiel auch das bekannte "Trachtet zuerst ..." aus Matthäus 6,33.
Die "Interviews" entbehrten auch nicht eines gewissen Unterhaltungswerts, so daß man den Gottesdienst mit Recht als kurzweilig bezeichnen kann. Die Liedfolien untermalte Marco von Zoon mit so genannten
Visuals.
Die Traupredigt hielt dann Gerry Klein, Esthers Vater und Leiter der Bibelschule in Bad Gandersheim. Er kam irgendwie auf die drei Schlüsselworte geliebt (von Gott), verliebt (in sich) und dann auch beliebt (bei den Menschen). So ganz klar wurde mir vor allem der letzte Punkt nicht, aber im Großen und Ganzen fand ich den Gottesdienst sehr gelungen.
Und ebenfalls kubiktypisch gab es auch mal wieder etwas zum Mitnehmen, nämlich eine kleine "Blumendose".
Auf allen Plätzen lagen nämlich mit Erde gefüllte transparente Filmdöschen, mit einer kleinen Tüte Samen dran geklebt. Im Verlauf der (Er-)Klärung der Begriffe Hoffnung, Glaube und Liebe konnte man dann die Samen in dem Döschen versenken. Von der liebevollen Behandlung hängt es nun ab, ob aus dieser tristen Dreckdose eine kleine Blumenwiese wird.
Vom Prinzip her war die "Segenswolke" schon von der letzten Kubikhochzeit bekannt, nur da wars der Faden. Eine gute Idee ist es auf alle Fälle, egal wie man es nun genau umsetzt. Die Köpfe hinter diesem Gottesdienst haben mal wieder gezeigt, welche Kreativität in ihnen steckt.
Nach dem Gottesdienst hat der gute Laguna dann noch eine Schramme abbekommen - aber ich sag gleich dazu: ich kann nichts dafür, er stand nur ganz unschuldig auf einem Parkplatz. Aber diese kleine Schramme ist eher ein Schrämmchen, ein kleiner Schönheitsfehler mehr eben, aber an einem Plastikteil und damit nicht rostgefährdet.
Später auf der Feier mußte ich natürlich meinen Kuchen mal versuchen. Und siehe da, er war eßbar. Er schmeckte zwar nicht überragend, aber dafür, daß es mein erster Kuchen in Eigenregie war fand ich ihn doch ganz brauchbar.
Wie eigentlich auf jeder Hochzeit war das Essen gut und reichlich, und meine Tischnachbarn waren auch nett, so daß ich nichts zu klagen habe.
Beim Abendprogramm kamen dann die nächsten Höhepunkte. Vor allem erwähnenswert der Esther-Film von ihrem Vater. Nicht, daß die Bilder von Philipp nicht auch gut gewesen wären, aber dieser Film hat die restlichen Film- und Foto-Programmpunkte eindeutig getoppt.
Schön war auch die Übersetzung des Wortes
sharpen mit "scharf machen", worauf sich viele ein Grinsen nicht verkneifen konnten. Dabei ging es darum, wie sich zwei Freunde aneinander reiben und sich so gegenseitig schärfen.
Auf Englisch war das deswegen, weil Shauna, eine kanadische Freundin von Esther, das erzählt hat.
Im weiteren Verlauf des Abendprogramms gab es noch viel wirklich schöne Musik von verschiedensten Leuten.
Und eines muß ich auch noch erwähnen und bin dabei froh, daß ich nicht der einzige bloggende Kubiker bin, der dieses Gerät erwähnt. Denn gegen Ende der Feier durfte ich noch, weil ich eben grad an der "richtigen Stelle" rumstand noch mit Shaunas schöner
Canon EOS 20D zwei Bildchen von ihr und noch jemandem machen.
Peinlicherweise hab ich beim ersten Versuch gedacht, sie hätte schon geblitzt, obwohl das nur das Autofokus-Licht war. Hätte ich wissen können, hatte ja nicht zum ersten mal ein größeres Gerät als gewohnt in der Hand, aber irgendwie fand ich dieses Licht schon so hell, daß ich es schon für den Blitz gehalten hatte und die vielen rot aufleuchtenden Meßfelder trugen ihr Übriges zu meiner Verzückung bei. Aber das mit dem Fotografieren hat beim zweiten Versuch dann noch ganz gut geklappt. Mir ist so ein Gerät meistens ja viel zu groß und schwer, aber ab und zu ist sowas auch mal eine nette Abwechslung.
Beim Abbau entdeckten ganz am Ende dann noch einige Helfer eine Heliumflasche ... was danach geschah muß ich vermutlich nicht ausführen, das kann sich wohl jeder denken ... ;)
Auf der Heimfahrt war es dann so richtig kalt, mein Außenthermometer im Auto zeigte zwischen -6°C und -9°C an.
Nun noch Teil einhundertunddreißig meiner Temperaturserie an meinem Referenzthermometer an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
15.01.2006, kurz vor vier Uhr nachts, -7°C
blablubmuh .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 20.01.2006 um 18:29:45 Uhr
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