bloggen » 12/2005
punktpunktblog
Brunch, Die Große Stille und Ruanda Hotel
Auch an diesem Sonntag hab ich mir ein spätes Frühstück wieder im kubik Cafe schmecken lassen und mich anschließend noch angenehm unterhalten. So gefällt mir das.
Zwei sehr gute Filme an einem Tag ist eigentlich eindeutig zu viel, aber manchmal geht es eben kaum anders.
Am frühen Abend bin ich mit einigen Freunden in "
Die Große Stille" in der
Schauburg angeschaut. Übrigens war ich da zum ersten Mal überhaut in der Schauburg, aber das soll nur am Rande erwähnt bleiben. Die große Stille ist ein bemerkenswerter Film über das Kloster
La Grande Charteuse der
Kartäuser. Der Titel des Films ist Programm, und zwar fast drei Stunden lang. Manchmal wird gesprochen, aber eher wenig. Dafür hört man viele Geräusche, die man ohne die Stille kaum wahrnehmen würde.
Der Film hat mich vor allem durch die schönen Bilder beeindruckt. Das künstliche
Rauschen, mit dem viele Szenen verfremdet wurden hat mir aber nicht gefallen. Ab und zu ist der Effekt ja ganz nett, aber mir war er zu häufig. Im Gegensatz zu
Johannes empfand ich die
Makroaufnahmen der Natur nicht als störend, nur die Pfütze, in die es regnete, wurde mir irgendwann zu stressig. Doch diese Szene kann man ja als Kontrast zu den vielen anderen Minuten des Films sehen, in dem sich nicht so viel bewegt.
Gefallen hat mir auch, daß die Mönche nicht nur als ernste Grisgräme dargestellt wurden, sondern durchaus auch mal Späße machten, wenn sie denn mal redeten oder, daß sie im Winter auch mal Schlitten fahren gingen. Am Ende des Films brach sogar ein Blinder Mönch sein Schweigen um ein paar Sätze zu sagen. Seine Aussagen waren teilweise herausfordernd, aber auf alle Fälle waren es weise Worte. Apropos Worte: Während dem Film wurden in langen unregelmäßigen Abständen, sich immer mal wieder wiederholend Sprüche eingbelendet. Einige haben mir gefallen, mit einigen konnte ich nicht so viel anfangen.
Bei einer Szene dachte ich mir "die Mönche wissen schon, was gut ist", nämlich als ein im Büro arbeitender gefilmt wurde, der an einem
Thinkpad saß.
Unterm Strich ein sehr langatmiger Film, an sich ohne jegliche Handlung, aber meiner Ansicht nach trotzdem sehenswert. Er setzt einen Kontrast zu unserem Alltag, zumindest zu meinem ...
Später am Abend hab ich bei dann noch "
Hotel Ruanda" gesehen. Auch
dieser Film ist empfehlenswert. Die Hauptperson ist Paul Rusesabagina, der versucht viele Menschen vor dem Tod zu retten, was ihm schließlich zusammen mit Colonel Oliver auch gelingt.
Wie schon "Die Große Stille" so ist auch "Hotel Ruanda" kein leicht verdaulicher Film, aber gerade das macht ihn meiner Ansicht nach gut. Er hat zwar ein "
Happy End", aber ist trotzdem bewegend und regt zum Nachdenken an.
Nun noch Teil einhundertundzweiundzwanzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
18.12.2005, irgendwann mittags, 3°C
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 21.12.2005 um 06:21:42 Uhr
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