bloggen » 11/2005
punktpunktblog
Pause, Leben und Tod
Am Freitagabend auf dem Weg zum kubik Gottesdienst hab ich am Durlacher Tor einen Bus gesehen, der dieses kleine Tassen-Symbol anstatt einer Nummer trug. Das ist nichts Besonderes, aber da mir das bisher noch nie aufgefallen war hab ich halt mal ein Bild gemacht.
Im Gottesdienst selbst ging es dann um das Leben. Jeder hat am Eingang eine goldene Streichholzschachtel bekommen, aus der ein weißer Faden heraushing. Zu Beginn wußte man nicht so genau, was man damit anfangen sollte, aber Philipp brachte schnell Licht in dieses Dunkel. Der Faden, den man bis zu einem gewissen Punkt weiter herausziehen konnte symbolisiert unser Leben, bis zu dem Moment, an dem wir jetzt stehen. Wir wissen nun nicht, wieviel Faden noch im Schächtelchen steckt.
Auf der Rückseite klebt ein Bibelspruch:
"Lehre uns bedenken,
dass wir sterben müssen,
auf dass wir weise werden."
(Psalm 90,12)
Nachdem also die grundsätzliche Symbolik der goldenen Streichholzschachtel bekannt war berichteten einige, unter anderem Martin, der den Gottesdienst mit vorbereitet hatte, über Erlebnisse, die sie mit dem
Tod konforntiert haben. Untermalt wurden diese kurzen Geschichten von düsteren Fotos von Grabsteinen, die an die Wand gebeamt wurden.
Schließlich kam die Zeit, sich selbst Gedanken über sein
Leben und die eigenen Erlebnisse zu machen. Auf den Tischen lagen verschiedenfarbige Aufkleber, von denen man nun mit den grauen die traurigen, schweren Punkte auf seinem Lebensfaden markieren konnte.
Als nächstes konnte man einige Minuten später dann mit, ich glaube blauen, Aufklebern Lebenszeitpunkte markieren, an denen man sich klar wurde, wohin es im Leben gehen sollte, also Zeiten, an denen man erkannte, was Gott noch mit einem vorhat.
Schließlich gab es am Ende des Gottesdienstes noch die Möglichkeit mit roten Aufklebern Zeitpunkte zu markieren, an denen man sich über sein Leben freute, die es wert waren zu leben, positive Erlebnisse. Hier gab es nun die Möglichkeit für alle vor ans Mikrofon zu gehen und von den Situationen, Erlebnissen usw. zu berichten, die für sie "Leben" sind und waren.
Während dem ganzen Gottesdienst wurden immer wieder mehr oder weniger weise Zitate verlesen, die sich mit Leben und Tod beschäftigten, von denen ich mir leider keines merken konnte.
Insgesamt machte mich der Gottesdienst nachdenklich und auch irgendwie "
schwermütig", auch wenn es den Wendepunkt weg vom Tod hin zum Leben gab. Es wurden Fragen aufgeworfen, über die es lohnt nachzudenken. Es war auf jeden Fall keine "leichte Kost", zumindest nicht für mich.
An sich ging es wohl vor allem darum, bewußt zu leben und sein Leben nicht "wegzuschmeißen".
Update:
Mark hat auch etwas zum Gottesdienst: Tod geschrieben.
Am Ende noch Teil einhundertunddrei meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
19.11.2005, zehn nach ein Uhr nachts, 1°C - noch ist die Null-Grad-Mauer bei meinen Beobachtungen nicht durchbrochen, aber das ist vermutlich nur eine Frage von Stunden oder Tagen ...
Kommentare: 0. Geschrieben am 20.11.2005 um 18:50:04 Uhr
.. noch nicht kommentiert.
.. kommentieren
(Die rot bzw. mit * markierten Felder müssen ausgefüllt werden.)