bloggen » 09/2005
punktpunktblog
Mein Schema bei Webseitenbewertungen
Mir ist vor einer Weile aufgefallen, daß ich mir mit den Jahren ein bestimmtes Schema für meine Feedbacks beim
Feedback-Tausch, bei Webgreenhorn oder auch z.B. im
SELFHTML Forum angewöhnt habe.
Das Schema beginnt mit rein formalen, objektiven Kriterien und wird gegen Ende immer freier und subjektiver.
- Formales/Technisches
- (X)HTML-Validator - evtl. Kommentierung diverser Fehler
(The W3C Markup Validation Service,
SELFHTML aktuell Validierungsservice (Validome))
- evtl. noch CSS-Validator
(
W3C CSS-Validierungsservice)
- evtl. irgendein
Barrierefreiheitschecker
(Watchfire WebXACT, Site Valet, WAVE 3.0 - Web Accessibility Versatile Evaluator,
Barrierefinder - Der Test)
Außerdem gut zu kennen: Web ohne Barrieren - Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung und Web Accessibility Initiative (WAI)
- selbst Code anschauen - kurze Beurteilung
- Was ist sauber, und vor allem: was nicht.
Natürlich ist es schwer zu sagen, was "sauberer Code" ist und was nicht, ich sehe Code als sauber an, der schlank ist und die Inhalte akzeptabel strukturiert. Dazu gehört auch, keine Tabellen zu mißbrauchen oder Überschriften nicht nur fett auszuzeichnen, siehe auch
SELFHTML: HTML/XHTML / Allgemeine Regeln für HTML / Guter HTML-Stil.
- (X)HTML-Validator - evtl. Kommentierung diverser Fehler
- Design - mehr formal
Kontraste
- passen die Farben (wobei mein
Geschmack dafür vielleicht nicht optimal ist ;)
Hebt sich die Schriftfarbe deutlich vom Hintergrund ab? Harmonieren die Farben auf der Seite miteinander, oder besteht
Augenkrebsgefahr?
- Schriftart, Schriftgröße
Kann ich die gebotenen Informationen lesen? Muß ich mehr
scrollen als lesen, weil die Schrift so groß und der Platz so klein ist?
- Layout/Seitenaufteilung
Hier fällt mir in letzter Zeit immer wieder Werbung negativ auf ...
- Navigationselemente
Die Navigation ist wohl das wichtigste Element einer Seite direkt nach dem Inhalt. Zum Einen schau ich, ob mir die Navigationsmöglichkeiten gefallen, und ob ich mich gut zu Recht finde. Zum Anderen aber auch auf weniger auffällige Dinge, z.B. ob es eine
link-Navigation gibt, ob die Navigation grafisch oder textbasiert ist. Wobei man hier nicht wirklich sagen kann, was besser ist, es kommt auf den speziellen Anwendungsfall an, ich bevorzuge jedoch textbasierte Navigationen, die man bei Bedarf ja mittels CSS auch noch mit Grafiken bereichern kann.
- Design
- subjektiver Gesamteindruck
Einfach alles da, was ich bei den eher formalen Betrachtungen noch nicht einbauen konnte, was mir aber auch aufgefallen ist.
- was mir sonst noch dazu einfällt
Stellung beziehen zu diversen Einzelheiten, auf die ich noch nicht eingegangen bin.
- subjektiver Gesamteindruck
- Inhalt
- immer gut: mal ins
Impressum schauen, siehe auch
SELFHTML aktuell / Feature Artikel / Anbieterkennung auf Webseiten von Torsten Anacker
- sonstwas, was mir gefällt oder auch nicht
Ein immer wieder nützlicher Link ist der zu
Die Goldenen Regeln fuer schlechtes HTML.
- immer gut: mal ins
- Kurzer zusammenfassnder Schlußsatz
Alles, was mir aufgefallen ist und wichtig war nochmal kurz erwähnen, eventuell Details nochmal explizit betonen, sowohl Positives wie auch Negatives.
Das ist mit Sicherheit kein Patentrezept für gute und brauchbare Bewertungen, aber für mich hat sich dieses Schema durchaus bewährt. Zur Zeit bewerte ich ja nicht mehr soviel, aber wenn, dann stolpere ich meist über Seiten, die oft leider einfach nur grauslig sind. Immer wieder gibt es jedoch so löbliche Ausnahmen, wie die
Quiztante.
Und wenn ich Bewertungen bekomme, sind sie in vielen Fällen leider so kurz oder allgemein, daß sie mir nur wenig bringen. Deswegen schreib ich lieber ein wenig mehr, auch wenn ich so manchen Netzmeister damit bestimmt schon geärgert habe, weil ihm das W3C und sonstwas nichts sagen oder sonstwo vorbeigeht. Mir nicht, deswegen bewerte ich Seiten auch unter diesen Gesichtspunkten, schließlich wird ja nach meiner Meinung gefragt.
self .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 07.09.2005 um 15:21:57 Uhr
.. kommentieren
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Gepriesen sei er, der da schaut in den Quelltext
Wenn sich doch jeder mal wenigstens für 5 Minuten einen Kopp machen würde!
Ja... so ist es! Bei Feedbacktausch bin ich mittlerweile aus der Liste gerutscht und es fehlt mir auch der Antrieb, Kritiken für Leute zu schreiben, die selbst nur wenig bis nichts schreiben (wie du es ja auch kennst). W3C, Webstandards oder gar einfachste typografische Konventionen sind den meisten Leuten da gänzlich unbekannt.
Doctype, Validator und Co. sind nunmal keine Sachen, mit denen sich Hobby-Webmaster herumärgern tun oder wollen.
Darum wieder mal ein hoch auf Götz den gründlichen! Gepriesen sei er, der da schaut in den Quelltext. Und benutzen tut den heiligen Validator.
Auch wenn der Durchschnitts-Surfer wieder mal nix von all dem mitbekommt. Irgendwann wird sich die Qualität durchsetzen.
.. geschrieben von Michael .. www .. am 08.09.2005 um 14:01:57