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Einträge in 09/2005
Kurzinterview
Letzten Freitag hat mich Martin gefragt, ob ich kurz Zeit hätte, daß er mir ein paar Fragen stellen kann - und natürlich hatte ich Zeit.
Er hat sich vorgenommen einige kubik-Blogger zu interviewen und dann diese Kurzinterviews auf seinem Blog zu veröffentlichen, und ich habe die Ehre nach Nadine Teil zwei dieser Serie zu sein, mit dem Eintrag Götz Bürkle - Interview.
Was soll ich dazu noch sagen? Am schwersten hab ich mich mit der letzten Frage nach meinen drei Lieblingsblogs getan - da hätte man viele nennen können, weil ich einige ganz gern lese. Aber ich hab mich dann letztlich für die dort genannten entschieden.
Wer hier regelmäßig mitliest wird mit der Antwort auf die erste Frage schon konfrontiert worden sein, denn ich schreibe meistens in der Tat über eher Belangloses, über meinen Alltag eben. Wem das nicht gefällt, soll eben wo anders oder so selektiv lesen, daß er nur die Sachen wirklich liest, die ihm interessant erscheinen.
Das wars auch schon für heute. Da sieht man mal, ich kann auch kurze Texte schreiben ... ;)
Aktuelles .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 29.09.2005 um 01:14:15 Uhr
Machuca, Jesus und die Jubiläen
Mitte letzter Woche bin ich bei
London Leben über folgenden Spruch gestolpert:
"Und weil es wert ist, immer, immer mit der Kamera unterwegs zu sein. Because you never know." - so seh ich das auch, obwohl ich nicht mehr soviel Bildmaterial erknipse wie noch vor ein paar Jahren.
Trotz dieses Spruches geht es fotolos weiter, doch nicht ganz bildlos, nur eben nicht mit selbst gemachten. Denn am Sonntagabend hab ich mal wieder mit ein paar Leuten von kubik einen Film angeschaut - er hieß "
Machuca, mein Freund" (siehe auch den
kurzen Artikel in der englischen Wikipedia oder auch direkt die offizielle Seite von Machuca).
Hauptperson ist der Junge Gonzalo Infante, gespielt von Matias Quer, der mehrere neue Mitschüler, unter anderem Pedra Machuca, gespielt von Ariel Mateluna, bekommt. Das Besondere an dieser Tatsache ist, daß Gonzalo zu den Privilegierten seines Landes zählt und "Peter" zu den Ärmsten. Derjenige, der dafür gesorgt hat, daß zumindest auch ein paar dieser in sehr einfachen Verhältnissen lebenden Jungen die Privatschule besuchen dürfen ist Father McEnroe, gespielt von Ernesto Malbran. Die neuen Mitschüler passen natürlich nicht ins Bild und haben mit ihren Mitschülern zu kämpfen. Doch das ist nur ein Teil des Films.
Denn mit Silvana, gespielt von Manuela Martelli, kommt auch noch ein Mädchen ins Spiel, das zugleich Hauptdarstellerin einer der dramatischsten und traurigsten Szenen des Films ist.
Auffällig ist, daß eigentlich kein einziger bekannter Schauspieler mit von der Partie ist, was dem Film allerdings nicht schadet. Der Film steckt voller Spannungen - in der Familie, zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, zwischen arm und reich, zwischen Mut und "Feigheit" und auch zwischen Jungen und Mädchen. Und der Film ist auch ein trauriger und krasser Film. Für mich, als jemanden der in
Baden-Württemberg in
Deutschland im
Jahr 2005 lebt, sind die im Film beschriebenen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse relativ weit weg - doch vieles aus dem Film regt zum Nachdenken an, definitiv ein empfehlenswerter Streifen.
Am Montagmittag durfte ich dann meine erste kubik-
Taufe miterleben, um danach gemütlich von der Günther-Klotz-Anlage bis ins kubik-Café am Durlacher Tor zu laufen. Nach rund einer Stunde bin ich dann auch noch pünktlich zu WortSport dort angekommen. Ich hätte ja auch mit der Bahn fahren können, aber irgendwie war mir danach, mal durch die Stadt zu laufen. Wir haben uns dieses Mal über Philipper 2,1-11 unterhalten, sind aber nur bis Vers 8 gekommen. Simon, der Praktikant, hatte sich auf den Abend vorbereitet. Der Text ist interessant und lehrreich, so daß es auf jeden Fall nicht schaden kann, ihn mal wieder zu lesen.
Was ich mir aufgeschrieben habe ist, daß wir den richtigen Weg zwischen
Egoismus und völliger
Selbstaufgabe finden müssen. Auch
Jesus hat sich immer wieder Zeit für sich selbst genommen, sich zurückgezogen. Wir kamen im Gespräch auch auf das Thema
Ermahnung. Zum einen ist es wichtig, wie wir andere ermahnen, zum anderen aber auch, wie wir uns ermahnen lassen, Stichwort
Kritikfähigkeit.
Letzlich sollten wir uns Jesus als Vorbild nehmen, für alles, was wir tun (jetzt mußte ich grad kurz an diese
WWJD-Bändchen denken - vor langer langer Zeit hatte ich auch mal so eines).
Nach WortSport habe ich dann noch die erfreuliche Nachricht gelesen, daß ich meine Klausur "Technische Informatik 2" bestanden habe, also hat es sich doch gelohnt, daß ich das Buch von Herrn Brinkschulte gelesen habe.
Außerdem jähren sich in den letzten Wochen einige Unternehmen. Nach Opera Anfang September (10 Jahre), Microsoft Mitte September (30 Jahre) gestern auch Google (7 Jahre), siehe auch Google Blog: We wanted something special for our birthday ....
Außerdem heute noch die Teile sechzig und einundsechzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
26.09.2005, zehn nach null Uhr, 19°C
27.09.2005, kurz vor zwanzig vor null Uhr, 18°C
Bibel .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 28.09.2005 um 03:30:41 Uhr
Nicole und Marc werden zur dreifachen Schnur
Heute bzw. gestern war ich bei Nicole und Marc zur Hochzeit eingeladen. Der Traugottesdienst wurde in der Maria-Magdalena-Kirche in der Karlsruher Nordstadt gefeiert.
Vorweg muß ich anmerken, daß der Gottesdienst sehr kubikgeprägt war und sich insofern auch von einem "klassischen Traugottesdienst" abhob.
Nach einer Verzögerung begann schließlich der Gottesdienst damit, daß bei eher ruhiger Musik zuerst Marc auf der linken Seite einlief - und zwar indem er eine Schnur in der Hand hielt, die senkrecht an einer Schnur die von hinten nach vorn im Kirchenschiff gespannt war nach unten hing. Diese senkrecht herabhängende Schnur wurde auf der oben gespannten Schnur "geführt", so daß Marc einfach mit der Schnur nach vorne lief, um sich schließlich auf einem "Rollstuhl" (einfach ein Stuhl auf Rollen) niederzulassen. Als er vorne saß, wurde ein kurzer Text vorgelesen, der die ganze Aktion ein wenig erhellte - es ging um einen Lebensfaden.
Und weil zu einer Hochzeit immer zwei gehören kam auf der rechten Seite Nicole auf die gleiche Weise nach vorn. Auch bei ihr wurde wieder ein kurzer Text vorgelesen, in dem es um ihren Lebensfaden ging.
Ich glaube direkt anschließend wurde ein kurzes nettes unterhaltsames Video über die beiden gezeigt, eine kurze Vorstellung in bewegten Bildern, könnte man sagen.
Die Idee mit den Fäden ist ja an sich schon in gewisser Weise genial, obgleich naheliegend, doch dieser Einstieg in den Gottesdienst paßte auch Perfekt zum Trauspruch der beiden aus Prediger 4,12: "Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei."
Jedoch war die Schnur, als die beiden auf ihren "Rollstühlen" in der Mitte zusammengerollt wurden erst doppelt. Aber Abhilfe kam in Form einer vom Chorbogen herabhängenden roten Schnur.
Als diese Verbindung hergestellt war begann Uwe Dahlke seine Predigt.
Er griff natürlich den Trauvers auf, doch ging dann erstmal dazu über den Begriff "EHE" kurz und schlüssig zu erklären: Eine - Herr - Einer. Und um dieses H in der Mitte genauer zu beschreiben hat Uwe die drei Hs ins Spiel gebracht.
- Haftung
Nicht im sinne
juristischer Haftung sondern
im physikalischen Sinne - aneinander haften. Uwe Bezeichnete Jesus, das H, als den
Mörtel in der Beziehung, der beide Seiten auch dann zusammenhält, wenn es vielleicht einmal nicht so einfach ist.
Passend dazu zitierte Uwe 1. Kor. 13,4ff: "Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles."- Heiligung
Ausgehend von der ursprünglichen Bedeutung von "heilig" als "abgesondert" wollte Uwe darauf hinaus, daß Jesus neben der Haftung auch für eine "temporäre Trennung" sorgen kann, hierzu hatte Uwe mit 1. Korinther 7,5 eine passende Bibelstelle parat: "Entzieht euch einander nicht - höchstens wenn ihr euch einig werdet, eine Zeit lang auf den ehelichen Verkehr zu verzichten, um euch dem Gebet zu widmen. [...]"
- Hochzeit
Mit dem dritten H schließlich deutete er auf die Hochzeit Jesu hin - wir, die Gemeinde, das Ehepaar, ich, als Jesu Braut und die Ehe in gewisser Weise als Vorbereitung darauf. Natürlich hatte Uwe auch dazu eine Bibelstelle, die ich mir aber leider nicht gemerkt habe.
Am Ende der Predigt wurde dann nochmal der Trauspruch Prediger 4,12 vorgelesen: "Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei."
Nach der Predigt folgte der Trauakt, den Pfarrer Sohns von der evangelischen Kirche Walddorfhäslach vollzog. Er brachte auch eine gelungene Überleitung, indem er mit der
Losung begann, in der es um "Gottes Namen" ging.
Nachdem die beiden sich ihr Treueversprechen gegeben hatten spielten und sangen sie gemeinsam noch ein Lied - auch das hat mir gut gefallen.
Schließlich wurde noch erklärt, wozu die eingeschweißten Tütchen auf jedem Platz gut sein sollten. In jeder dieser Tütchen war ein "vergoldetes"
Klemmerle, ein Zettel und ein Stift. Auf dem Zettel war vorgedruckt "Ich wünsche Euch" - danach einige Zeilen Platz für Segenswünsche.
Diese Segenskärtchen konnte man dann an eine "dreifache Schnur" hängen, die inzwischen im Gang durch die Mitte gelegt war.
Nach kurzen Abkündigungen traten die beiden Hauptpersonen dieses Tages dann den Weg nach draußen an - an der Schnur mit den Segenskärtchen entlang. Sie sammelten die Kärtchen nämlich gleich mit einem Korb ein ...
Draußen gab es dann noch für alle ein Glas Sekt oder auch Orangensaft und Gebäck.
Alles in allem wirklich ein sehr cooler Traugottesdienst, den man mit Worten nur schwer beschreiben kann, man sollte am Besten dabeigewesen sein.
Als der Gottesdienst schon eine Weile vorbei war und die Tische außen und die Technik innen abgebaut und in Autos verpackt war machte auch ich mich auf den weg ins CVJM Waldheim. Dort angekommen versorgte ich mich mit Flüssigkeit und Kuchen (ein
Kalter Hund war auch wieder dabei) und genoß das wirklich sehr gute Wetter.
Gegen Abend gab es dann irgendwann noch mehr gutes Essen.
Später folgte dann noch das Abendprogramm, bei dem es neben einem Gedicht rund um "den Schirm des höchsten" auch wieder einen Filmbeitrag gab, der jedoch an das Ende das Programmes verschoben werden mußte weil die versammelten
Äpfel eine extrem schlechte Figur mit mehreren Abstürzen des Videoabspielprogrammes und Rucklern während dem Abspielen machten, doch trotz dieser Problemchen konnte der Film als fast letzter Programmpunkt dann noch gezeigt werden - und das Warten hatte sich gelohnt, wenngleich der Film wohl nur für "Eingeweihte" wirklich nachvollziehbar lustig war. Aber so ist es ja meistens.
Ein nettes Spielchen mit grünen und roten Kärtchen und verschiedenen Aussagen bezüglich Marc, deren Wahrheitsgehalt zu bewerten war hatte auch einen hohen Unterhaltungswert, da Marc natürlich zu diversen Aussagen eine kurze Erläuterung abgeben durfte.
Als wirklich letzten Programmpunkt gab es dann noch ein paar Liedchen, die zwei Musikanten mit zwei Gitarren trällerten.
Danach war das Programm zwar zu Ende, doch die Feier ging weiter. Unter dem großen Saal gab es noch einen Raum, in dem es Cocktails und "Tanzmusik" gab. So klang die Feier langsam aber sicher aus ...
Da heute also morgen früh ein Gottesdienst im Saal stattfinden sollwird mußte alles gleich aufgeräumt und geputzt werden. Doch das ging eigentlich alles recht schnell, so daß ich um kurz nach drei daheim war ... und seit wenig später nun hier dran rumschreibe. Aber nicht mehr lange, denn mein Text neigt sich dem Ende zu.
Auch die Feier kann man als durchaus gelungen ansehen, außerdem habe ich zwei mehr oder weniger Bekannte dort mal wieder getroffen.
Auf jeden Fall auch auf diesem Weg nochmal vielen Dank für die Einladung!
Update
Wer lesen will, wie die Hochzeit auf Johannes gewirkt hat liest am Besten mal
Eine Kubik Hochzeit.
Bilder werd ich auch noch verlinken, ein paar gibts schon bei Martin.
Inwischen hat auch Mark einen kurzen Text zur Hochzeit von Marc und Nicole geschrieben, außerdem habe ich dort grad auch einen Bericht über den Gottesdienst: Ölstand? von letztem Freitag gesehen, bei dem ich allerdings nur die letzten Minuten mitbekommen habe.
Als Schlußpunkt nun noch die Teile achtundfünfzig und neunundfünfzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
24.09.2005, etwa zwanzig nach ein Uhr mittags, 25°C
25.09.2005, kurz vor drei Uhr nachts, 14°C
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 25.09.2005 um 04:57:32 Uhr
Kalter, aber trotzdem noch guter Kaffee
Inzwischen dürfte es sich im Netz wohl
bis ins hinterste Eck herumgesprochen haben, aber ich muß es einfach noch erwähnen:
Opera gibts nun kostenlos für alle, ohne Werbung!
Bei Jeena hab ich dazu ja schon einen
kurzen Kommentar geschrieben, mehr hab ich dazu eigentlich auch nicht zu sagen.
Der Vollständigkeit Halber noch der Verweis auf die
Pressemeldung von Opera.
Ich wünsche Euch dann mal viel Spaß mit dem Besten Browser, den ich kenne!
self .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 24.09.2005 um 01:35:21 Uhr
Kurztrip ins Schwabenland und ein Lied
So, eigentlich will ich nur kurz meinen nächtlich spontanen Kurztrip in Richtung "Heimat" erwähnen, weil das auch primär der Grund ist, warum ich jetzt noch wach bin, aber alles der Reihe nach.
Nachdem ich gestern Abend erfahren habe, daß ein Freund von Marc auf dem Weg nach Karlsruhe auf der Autobahnauffahrt in
Filderstadt-Bernhausen mit einem kaputten
Keilriemen liegen geblieben ist und es sich gewissermaßen anbot, daß ich ihn "kurz" nach Karlsruhe hole hab ich mich zusammen mit Philipp von kubik auf den Weg gemacht.
Nunja, weil ich ja aus eigener Erfahrung weiß, wie blöd so eine Situation ist dachte ich mir, daß es auf jeden Fall eine gute Idee ist ihn einzusammeln. Sein Auto ist leider nicht mehr zu retten, weil er die Panne zu spät bemerkte ... da hab ich's ja noch richtig gut erwischt.
Wir kamen dann auch genau rechtzeitig an, als sie gerade noch im
McDonald's am Putzen waren, in dem er gewartet hatte.
Ich hab heute zwar keine weiteren Daten für meine Temperaturserie sammeln können, aber wenigstens weiß ich zu berichten, daß es um viertel neun in Karlsruhe an der "Schwanen-Apotheke" 17°C hatte. Außerdem behauptete das Thermometer im Auto als wir irgendwann kurz nach zwölf in Grünwinkel losfuhren, es habe 12°C. In Bernhausen waren es dann nur noch 10°C und wieder zurück in Karlsruhe um halb drei waren es schließlich 11°C.
Das interessiert zwar vermutlich keinen, aber ist mal was anderes, als immer nur die Temperatur an der Haltestelle Rheinhafenstraße.
Soviel also dazu, aber ich wollte auch schon die ganze Woche mal einen Ausschnitt von einem Lied von
Peter Strauch hier erwähnen, denn der stand letzten Dienstag bei mir bei den Losungen dabei und als ich ihn las, hatte ich sofort die dazugehörige Melodie im Kopf und dachte mir, daß der Text eigentlich ganz gut ist:
"In das Leid der Welt hast du uns gestellt, deine Liebe zu bezeugen. Laß uns Gutes tun und nicht eher ruhn, bis wir dich im Lichte sehn.
Herr, wir bitten: Komm und segne uns, lege auf uns deinen Frieden. Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft."
Für alle die es interessiert, noch zwei weitere Strophen:
"In die Nacht der Welt hast du uns gestellt, deine Freude auszubreiten. In der Traurigkeit, mitten in dem Leid, laß uns deine Boten sein."
"In den Streit der Welt hast du uns gestellt, deinen Frieden zu verkünden, der nur dort beginnt, wo man, wie ein Kind, deinem Wort Vertrauen schenkt."
Ein altes bekanntes Lied eben, das mir aber lange nicht mehr begegnet ist - bis letzte Woche.
Glaube .. linken .. kommentieren (2) .. von Götz Bürkle am 23.09.2005 um 04:39:45 Uhr
Lojewski, Lafer, Lara
Der Fernsehabend am Mittwoch war nicht überragend, aber ich durfte so manches neue und wissenswerte erfahren. Aber das ist eigentlich immer so, wenn ich
Abenteuer Wissen schaue. Dort ging es um
erneuerbare Energiequellen, im Besonderen um verschiedene Möglichkeiten
Wasserkraft zu nutzen.
Zuerst stellte
Wolf von Lojewski ein Projekt namens "Seaflow" der Marine Current Turbines Ltd vor. Das nächste, was ich interessant fand war das Pelamis-Projekt (Pelamis heißt Seeschlange) von OPD Edinburgh.
Im Anschluß hab ich mir dann, wie schon öfter,
Johannes B. Kerner angesehen.
Zu Gast war unter anderem der regelnde Johann Lafer. Ich kann nicht sagen warum, aber der ist einfach irgendwie sympathisch. Doch er war nicht allein, sondern zusammen mit seiner Frau Silvia da, die auch gleich am Anfang klarstellte, daß sie in der heimischen Küche das Regiment hat. Es war auch mal eine Abwechslung Johann Lafer nicht beim Kochen zu sehen, sondern ihn über sein Leben reden zu hören.
So haben seine Frau und er sich erstmal dadurch kennengelernt, daß sie ihn als Koch eingestellt hat. In diesem Zusammenhang sagte Johann auch "Wenn Männer gut kochen können, ists zumindest mal ein großer Vorteil." - er muß es wissen, aber er hat auch gut reden, als
Sterne-Koch.
Das wohl ekligste, was er bisher vorgesetzt bekommen hat waren ganze Lammköpfe in China, aber die Augen hat er dann mit gut nachspülen ohne draufzubeißen runterbekommen. Daran will ich nichtmal denken ...
Johannes B. Kerner zeigte einen kleinen Ausschnitt aus einer Sendung, in der Johann Lafer vermutlich noch eher am Anfang seiner Karriere liebevoll ein
Hackepeter-Brötchen zubereitete. Irgendwie kam Herr Kerner dann auf Bratkartoffeln, wozu Johann Lafer nur sagte, daß es "schon Leute gibt, die kaufen die aus der Dose. Versaubeutelung der Kultur."
Und weil mir der Johan Lafer, wie schon erwähnt, irgendwie sympathisch ist verweise ich auch noch kurz auf sein Buch "
Gut kochen".
Und mit dem Thema Buch gehe ich über zum nächsten Gast, den ich aber nur deswegen kurz erwähne, weil Johann ihr Buch lesen will, und zwar
"Crazy for love" von Johanna Driest. Die Autorin ist fünfzehn und hat aus ihrem Tagebuch der letzten zwei Jahre ein Buch gemacht, das man meiner Ansicht nach vermutlich nicht gelesen haben muß, aber warum nicht - wenn sogar Johann Lafer Interesse zeigt, kann es so schlecht nicht sein ... vielleicht.
Nach diesen zwei Sendungen im
Zweiten wechselte ich dann zu
Harald Schmidt ins
Erste. Bei ihm war
Alexandra Maria Lara zu Gast, die erzählte, daß sie bei einem Filmfestival in
Transilvanien Jury-Mitglied war. Interessanter war jedoch, daß sie
Brechts
Geschichten vom Herrn K. gut findet. eine mußtedurfte sie vorlesen, und zwar nur eine kurze in der Herr K. auf irgendeine Frage antwortet "Ich habe viel vor, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor." - auch eine Möglichkeit sich zu beschäftigen.
Und, weil ich die Geschichten vom Herrn K. auch immer ganz nett finde, hier noch zwei Verweise:
Suhrkamp Taschenbücher, Nr.16, Geschichten vom Herrn Keuner von Bertolt Brecht und
Hörbuch: Geschichten vom Herrn Keuner.
Jetzt ist für heute aber genug der Literatur-Verweise.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 23.09.2005 um 03:52:33 Uhr
The Politik-Show must go on
Bei
Johannes B. Kerner waren gestern kurz nach der Wahl wieder hochrangige Politiker zu Gast.
Nachdem das Politik-Fernseh-Theater in den letzten Wochen und Monaten schon sehr unterhaltsam war, wird es in den nächsten Wochen wohl noch ein wenig so weitergehen, denn nach der Wahl ist vor der Wahl bzw. nach der Wahl sind wir auch nicht schlauer. Für die
FDP machte
Silvana Koch-Mehrin eine gute Figur, neben
Günther Beckstein für die
CSU,
Jürgen Rüttgers für die
CDU, "Oh Gott, Otto"-
Renate Künast für die
Grünen und
Otto Schily für die
SPD.
Außerdem war die zur Zeit nahezu omnipräsente
Maybrit Illner am Start und ein überflüssiger Österreicher,
Werner Schneyder, saß auch noch mit in der Runde.
Teilweise konnten sich die Teilnehmer ganz gut miteinander unterhalten, immer wenn es dann um konkrete Inhalte ging, wie Frau Künast das nannte, ging es heftig zur Sache und irgendeiner war immer am Bruddeln (für alle, denen dieses Wort vielleicht nich geläufig ist ein kurzes Zitat aus dem
Duden: brud|deln <sw. V.; hat> [siehe auch brodeln] (ugs. landsch.): halblaut vor sich hinschimpfen) während ein anderer noch seinen Standpunkt darlegen wollte.
Aber wenigstens weiß ich jetzt von einer Gemeinsamkeit mit Maybrit - denn sie war am Wahl-Sonntag auch auf einem Geburtstag. Aber nicht auf demselben wie ich, denke ich, das hätte ich nämlich vermutlich schon am Sonntag mitbekommen.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 21.09.2005 um 15:05:05 Uhr
Bibelübersetzungen und Football
Nach einem Dank Quelle ein wenig chaotischen Herdtransport durch Karlsruhe war ich Abends bei kubik beim WortSport.
Simon, der Gemeinde-Praktikant, der wenn er nicht gerade Praktikum macht auf der FTA Gießen Theologie studiert, hatte sich auf das Thema "Bibelübersetzungen" vorbereitet. Wir haben uns anfangs relativ allgemein darüber unterhalten, wer am liebsten warum welche
Übersetzung liest. Danach hat Simon ein Handout ausgeteilt, auf dem er Teile aus
Das Buch der Bücher - welche Übersetzung hat Recht? von Heinrich von Siebenthal (302,6 Kb) zusammengefaßt hat.
Damit lagen zwar Fakten auf dem Tisch, trotzdem war die Diskussion noch in gewissem Sinne abstrakt, doch Abhilfe schuf hier der konkrete Vergleich verschiedener Bibelstellen. Wir haben uns dafür vor allem 1. Timotheus 5,1-2 (Gute Nachricht) herausgegriffen, um unter Daniels Führung eine mehr oder weniger kontroverse Diskussion über den Begriff der
Keuschheit zu führen.
Ich denke man kann sagen, daß wir zu der Erkenntnis kamen, daß "exaktere" bzw. "einschränkendere" Übersetzungen nicht immer wirklich die besseren, genaueren sein müssen. Meistens ist die Aussage in den verschiedenen Übersetzungen sowieso identisch und nur in unterschiedliche Formulierungen verpackt - die einen leichter, die anderen schwerer verständlich.
Am Besten liest jeder die
Übersetzung, die ihm am meisten gefällt und wenn er Lust hat, kann er einzelne Stellen auch mal in unterschiedlichen Übersetzungen vergleichen, um sich intensiver mit dem Text zu beschäftigen und vielleicht die kleinen interessanten Unterschiede und Ansichten der Übersetzer zu erkennen und sich daraus sein eigenes Bild zu machen. Mangels Kenntnissen in
Hebräisch und
Griechisch ist es vielen ja nicht möglich, direkt im
Urtext nachzuschauen und sich selbst an eine Übersetzung zu wagen. Vor Jahren hab ich mal ab und zu in den
lateinischen Text geschaut, doch das ist auch nur eine Übersetzung, wenngleich vielleicht näher am Urtext als eine Deutsche, aber das vermag ich nichtmal zu beurteilen. Lustig ist es auf alle Fälle, sich diese Mühe mal zu machen - da fällt mir ein, daß ich mir mal eine
lateinische Bibel zulegen sollte ...
Nach WortSport ging es dann noch in die montägliche
Sneak. Dort kam erneut ein brauchbarer Film, auch wenn er mit den beiden letzten nicht mithalten konnte. Es kam ein typisch amerikansicher
Footballfilm, "
Spiel ohne Regeln" ("
The Longest Yard"). Ex-Top-Footballer muß in den Knast, soll unter den Sträflingen ein Footballteam zusammenstellen, das dafür sorgen soll, daß die Wärter im Aufbauspiel gegen ihre Insassen triumphieren und Selbstvertrauen gewinnen. Natürlich gewinnen am Ende die schweren Jungs. Zu dem Film gibt es darüber hinaus wenig zu sagen. Es gibt viele absonderliche Gestalten und der Film ist eine nette Unterhaltung, aber geplant würde ich trotzdem nicht reingehen.
Die Rolle des ehemaligen Top-Spielers Paul Crewe übernimmt
Adam Sandler, der schwarze Caretaker wird von
Chris Rock gespielt und den etwas älteren Coach Nate Scarborough mimt
Burt Reynolds. Daß auch
Nelly als der flinke Megget mit von der Partie war ist nicht unbedingt erwähnenswert.
Das einzige, was mich ein wenig gewundert hat war Captain Knauers, alias
William Fichtner, Reaktion nach dem Spiel. In den letzten Sekunden wirkte er auf mich wie ausgewechselt, aber das ändert am Gesamteindruck des Filmes wenig. Eben ein altes Rezept mal wieder aufgewärmt - zwar nicht schlecht, aber auch nicht überragend.
Wenn man die Wahl hat, lieber Schifssmeldungen anschauen.
Jetzt noch Teil siebenundfünfzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
19.09.2005, zwanzig vor fünf Uhr mittags, 22°C
Glaube .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 21.09.2005 um 01:28:58 Uhr
Schiffsmeldungen auf Neufundland
Nach der Wahlberichterstattung haben wir uns entschlossen, noch einen Film anzuschauen. Die Auswahl war zwar begrenzt, doch das machte nichts, denn so war zumindest ziemlich schnell eine Mehrheit für
Schiffsmeldungen gefunden.
Ich muß sagen, dieser Film hat mir sehr gut gefallen. Er spielt hauptsächlich auf
Neufundland. Hauptakteur ist der "Versager" Quoyle, der von
Kevin Spacey gespielt wird. Seine Tochter Bunny, gespielt von
Alyssa,
Kaitlyn und
Lauren Gainer, ist eigentlich arm dran. Nicht nur, weil ihre Mutter Petal Bear, gespielt von
Cate Blanchett, gleich am Anfang des Films bei einem Auto-Unfall ums Leben kommt, sondern auch schon allein deswegen, weil sie "Bunny" heißt. Wer nennt bitte sein Kind so? - Aber das sagt vielleicht auch schon etwas über die Mutter aus, doch die verschwindet ja so oder so sehr bald von der Bildfläche.
Dafür trifft Quoyle in der ländlichen Gegend Neufundlands die attraktive
Kindergärtnerin Wavey Prowse, gespielt von
Julianne Moore mit ihrem etwas langsameren Sohn, der in Bunny den ersten richtigen
Freund findet.
Im Film werden verschiedene Geschichten erzählt, jeder der Hauptdarsteller trägt seinen Teil bei, um den Film zu dem zu machen, was er ist. Manches im Film ist nicht überraschend, anderes hingegen schon.
Insgesamt auf jeden Fall ein sehr empfehlenswerter Film.
Nun noch Teil sechsundfünfzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
19.09.2005, zwanzig vor ein Uhr nachts, 12°C
Die 12°C fand ich übrigens überhaupt nicht kalt, was aber vor allem daran lag, daß ich anstatt eine Viertelstunde zu warten, um dann eine weitere zu laufen direkt eine halbe Stunde heim gelaufen bin.
Und auf diesem meinem Heimweg hab ich dann noch diesen Baumstumpf gesehen. Eigentlich nichts Besonderes, aber irgendwie fand ich die Form dann doch faszinierend, denn der Baum hat nicht einfach einen runden Stamm, sondern einen herzförmigen.
Der Baumstumpf steht direkt an der B36 zwischen Entenfang und Eckener Straße. Ich weiß nicht, ob derartige Stämme ungewöhnlich oder etwas völlig Alltägliches sind, ich fand den Stamm jedenfalls faszinierend.
Und deswegen nochmal ein Bild vom Baumherz, oder dem Herzbaum, oder wie auch immer.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (2) .. von Götz Bürkle am 20.09.2005 um 05:40:05 Uhr
Da haben wir den Salat
Am Sonntag war ich dann mal wieder beim kubik Brunch, was wirklich eine gute Sache ist.
Später hab ich dann noch auf einem Geburtstag vorbeigeschaut, bis ich dann am Abend noch zum
kollektiven
Wahl-Fernseh-Schauen gefahren bin.
Nunja, offensichtlich hat meine unterschwellige Wahlwerbung gut gewirkt, aber gereicht hat es dennoch nicht. Vor drei Jahren hings an der gelben 18er-Truppe, jetzt an der designierten ersten
Bundeskanzlerin. Zugegeben, ich finde es nicht schlecht, daß die CDU/CSU mit dieser Kandidatin weniger Stimmen bekommen hat als mit dem Ede, aber so wenig hätten es auch nicht sein müssen, für eine schwarz-gelbe Regierung hätte es meiner Ansicht nach schon reichen dürfen.
Jeder wird sie kennen, trotzdem hab ich mir mal noch zwei zusätzliche Grafiken von der
Tagesschau rausgepickt, denn das sind diejenigen, die für mich von größerem Interesse als die meisten anderen sind.
Wäre das Ergebnis von Baden-Württemberg das für Deutschland, wäre die Regierungsbildung bedeutend einfacher und es würde nicht über eine sogenannte
Jamaika-Koalition geredet werden. Doch wie wir alle wissen, ist dem nicht so ... einige finden das gut, andere nicht.
Und auch in meinem
Wahlkreis gab es keine Überraschungen und auch mit diesem Ergebnis könnte ich leben. Wenn ich mir das Ergebnis so anschaue gefällt es mir sogar noch besser, als das von Baden-Württemberg.
Doch jetzt müssen wir eben sehen, was die Herren Politiker aus dieser Situation machen, außer große Töne zu spucken. Der Auftritt am Wahlabend von unserem Noch-und-hoffentlich-nicht-mehr-lange-Bundeskanzler Gerhard Schröder war meiner Ansicht nach auf alle Fälle ziemlich daneben. Aber beide Verlierer verkaufen sich als Sieger, insofern könnte man dies beiden vorhalten, doch ein wenig dreist ist es für den Kandidaten der zweitstärksten Fraktion schon, den Kanzlerposten für sich beanspruchen zu wollen.
Doch jetzt hab ich genug über die Wahlen geschrieben, sie sind gelaufen und wir harren der Dinge, die da kommen.
Am Schluß nun noch ganz unpolitisch die Teile vierundfünfzig und fünfundfünfzig meiner Temperaturserie an der Haltestelle Rheinhafenstraße:
18.09.2005, dreiviertel zwölf Uhr mittags, 17°C
18.09.2005, etwa zehn nach halb drei mittags, 21°C
Aktuelles .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 20.09.2005 um 05:06:23 Uhr
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