bloggen » 07/2005
punktpunktblog
Mit Effizienz zum Erfolg
Am Donnerstagabend war ich auch noch auf einem Vortrag im Rahmen einer Vortragsreihe der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Vor einigen Wochen war auch im Rahmen dieser Vortragsreihe schon Reinhold Würth an der Uni gewesen.
Am Donnerstag war
Wendelin Wiedeking eingeladen und sprache über das Thema "Porsche auf Wachstumskurs. Prozesseffizienz und Produkinnovationen als Erfolgsfaktoren". Wie auch schon der Vortrag von Reinhold Würth war auch dieser jetzt wieder im dieses Mal viel zu kleinen Tulla Hörsaal - warum er nicht im Audimax war wissen wohl nur die Veranstalter. Aber der Raum ist zweitrangig.
Ich hatte leider nur einen Stehplatz und konnte mir keine Notizen machen, deswegen nur relativ grobe Informationen heute. Herr Wiedeking ist auf jeden Fall sehr selbstbewußt. Er ist überzeugt von sich, "seinem" Unternehmen und dessen Produkten. Ihm war wichtig, daß jeder versteht, daß die Firma Porsche heute nur dort steht, wo sie steht, weil dort effizient und hart gearbeitet wird.
Er legte einige beeindruckende Zahlen vor, so beispielsweise als Beleg für die Effizienzsteigerung die Dauer, die ein Fahrzeug auf dem Band verbringt, bis es fertig ist. Als Index wurde das Geschäftsjahr 1992/1993 genommen. Im Jahr 2004 betrug die Dauer nur noch 35% der ursprünglichen Zeit, was eine erhebliche Steigerung ist!
Nicht ohne Stolz erwähnte er auch, daß Porsche der kleinste unabhängige und effizienteste Autobauer der Welt sei.
Den Erfolg von Porsche begründete er auch damit, daß Porsche nach wie vor sehr auf Qualität achtet und deshalb vorwiegend, nahezu ausschließlich, in Deutschland fertigt, größtenteils sogar "im Hochlohnland im Hochlohnland", nämlich Baden-Württemberg. Doch laut Umfragen ist es den Kunden durchaus etwas wert, bewährte deutsche Qualität zu bekommen, so daß sogar Amerikaner bereit sind, dafür mehr zu bezahlen.
Herr Wiedeking machte auch keinen Hehl daraus, daß Porsche, im Gegensatz zu fast allen anderen Unternehmen, grundsätzlich keine Subventionen in Anspruch nimmt, denn seinem Unternehmen geht es gut, deshalb muß er nicht auf Steuergelder zurückgreifen. An diesem Punkt übte er zwischen den Zeilen deutliche Kritik am Verhalten vieler anderer Unternehmen.
Er stellte auch kurz bei Porsche praktizierte Modell der flexiblen Arbeitszeiten vor, wodurch je nach Bedarf mal mehr, mal weniger gearbeitet wird, was letztlich für alle Seiten Vorteile bringt.
Er erzählte auch sein Erlebnis mit der taz. Diese hatte einen "
Wunschzettel" geschrieben, auf der ein Porsche an erster Stelle stand. Herr Wiedeking konnte nicht widerstehen diesem Wunsch nachzukommen, so daß die taz-Redaktion eine Woche lang Porsche fahren durfte. Nachdem die taz interne Suche nur ausspuckte, daß es die Artikel gibt hat Google nun freundlicherweise auch gleich die Links auf die Artikel geliefert, angefangen mit
Tanke schön!, gefolgt von einem "Erfahrungsbericht" mit dem Titel
Ende einer Dienstfahrt. Ich muß sagen, daß Wendelin hier sehr souverän reagiert hat, was bestimmt nicht jeder Chef eines Automobilkonzerns gemacht hätte.
Als es um das Werk in Leipzig ging sagte er auch, daß Porsche die Orgelrestaurierung in der
Nikolaikirche finanziert hat - deshalb gibt es dort jetzt die einzige Orgel, die links gestartet wird, "irgendwie muß man ja seine Spuren hinterlassen" kommentierte Wiedeking das mit einem Lächeln.
Als "krönenden Abschluß" präsentierte er einen
preisgekrönten Imagefilm, der wirklich gut war. Schade, daß ich ihn nicht online gefunden habe, der Film ist wirklich sauber gemacht und stellenweise wirklich lustig.
Dazu merkte Herr Wiedeking an, daß Porsche eben doch "preiswert" sei ...
Danach beantwortete er auch noch einige Fragen. Auch dieser Vortrag hat sich wieder gelohnt, auch wenn ich die ganze Zeit stehen und viel Papier von der Hauptversammlung mit mir rumtragen mußte.
Aktuelles .. linken .. kommentieren (1) .. von Götz Bürkle am 09.07.2005 um 03:56:32 Uhr
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Keine Chance,wenn ich nicht studiert habe ?
Ich bin gelernter Kunststoffformgeber,habe eine Weiterbildung zum Internen Auditor und QMB im Qualitätsmanagement gemacht und wollte mich bei der Zuffenhausener Autofirma als Praktikant bewerben.Nun werde ich von der Personalabteilung abgewimmelt,weil ich kein Student bin.Wenn Herr Wiedeking so hinter seinem Buch steht, wie er im Bericht behauptet(Seite 108 ab Zeile 4 " Anders ist besser"), so sollte er mir eben aus diesem Grund eine Chance geben. Ich bin eben kein Studierter,aber ein Mensch aus dem Volk, und meine Ansichten das Qualitätsmanagement sind eigentlich eher praxisbezogen, was ja nicht eben nachteilig für einen Produktionsbetrieb ist, der ja gleichzeitig für den Kunden auch ein Dienstleistungsbetrieb ist.
Nur schade,das man von Herrn Wiedeking keine E-Mail-Adresse genannt bekommt,ich denke, mit meinen Ansichten von Qualität würde er mich bestimmt einmal in seine Firma einladen.
Danke im Voraus
Thomas Walter
.. geschrieben von Thomas Walter .. am 25.02.2008 um 14:52:43