bloggen » 04/2005
punktpunktblog
Den ersten Stein werfen - oder nicht?!
Heute bzw. gestern war ich, wie inzwischen fast jeden Freitag, im kubik Gottesdienst.
Nadine Reichmann hatte sich das Thema ausgedacht und auch gepredigt.
(Beim Lesen von Marks Predigtbericht kam mir, daß das ja gar nicht wirklich der erste Einstieg war - aber in welcher Reihenfolge die beiden Geschichten kamen wußte ich nicht mehr, ich hatte sie auch erst andersrum, dachte dann aber, daß die S-Bahn-Geschichte zuerst gekommen wäre - naja, egal, auf den Inhalt kommts an, nicht auf die Reihenfolge :)
Als Einstieg hat Martin eine von Mark Reichmann geschriebene Geschichte vorgelesen. Er hat eine Fahrt in der S-Bahn von der Arbeit nach Hause beschrieben.
Leider hatte er sein Buch vergessen und konnte sich deswegen nicht von den furchbaren Leuten in der Bahn ablenken - aber glücklicherweise hatte er ein paar Steine im Rucksack dabei.
Mit diesen Steinen strecke er dann mehrere Mitfahrer nieder, die ihm nicht paßten - bis ihn schließlich selbst ein Stein traf ...
Eine krasse Geschichte, natürlich überspitzt, aber wenn wir ehrlich sind, können sich viele darin wiederfinden. - Nur, daß wir selten andere Fahrgäste mit Steinen bewerfen, aber mit Worten schon eher. Und noch schneller sind wir mit unseren Gedanken - da wird schnell mal einer verurteilt, nur weil uns seine Goldkette nicht paßt.
Anschließend wurde die Geschichte von der Ehebrecherin vorgelesen, siehe Johannes 8,2-11.
Ein relativ kurzer Text, der es aber in sich hat.
Danach spielten zwei Musikanten wohlklingende Töne, parallel dazu wurden auf eine Leinwand Bilder mit jeweils einem, das Bild beschreibenden Wort projeziert. Leider saß ich ungeschickt, so daß ich von den Bildern nicht so sehr viel gesehen habe ...
Ich weiß nur soviel, daß sie teilweise provozierend waren, so daß wahrscheinlich jeder bei irgendeinem Bild gern mal eben nen Stein geworfen hätte. Bevor die Bilder gezeigt wurden, wurden an alle Anwesenden noch Steine verteilt. Solche Steine, wie den, von dem ich Bilder gemacht habe. Teilweise größere, teilweise kleinere.
Mit diesem Stein in der Hand, quasi bereit zum Werfen des ersten Steins konnte man also die Bilder auf sich wirken lassen.
Nach vielen interessanten Fotos kam dann der letzte Teil des Gottesdienstes. Es gab vier Diskussionsrunden, zu vier verschiedenen Themen: "Was ihr einem meiner geringsten getan habt, das habt ihr mir getan", irgendwas mit "Kinder aufnehmen", das dritte Thema ist mir entfallen und "Feindesliebe".
So konnte man am Ende noch das Thema vertiefen, das einen am meisten interessiert oder beschäftigt hat.
Interessantes Konzept.
So wurde dann noch eine Weile in diesen Gruppen diskutiert ... offenes Ende.
In der Gruppe, in der ich saß, kamen wir z.b. noch auf die Jahreslosung von 2003, 1. Samuel 16,7: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an. - Unsere Mitmenschen versuchen, aus Gottes Perspektive zu sehen.
Ich fand den Gottesdienst mal wieder sehr gut und es gab auch wieder etwas zum Mitnehmen, nämlich eben diesen Stein. Wenn ich jetzt den Stein anschaue oder in die Hand nehme, werde ich automatisch an die Geschichte mit der Ehebrecherin und die Fahrt in der S-Bahn erinnert.
Während dem Gottesdienst mußte ich auch an eine bekannte Bibelstelle denken (Matthäus 7,1), die mir, warum auch immer, vor ein paar Jahren mal zwei Freundinnen per SMS zugeschickt haben: "Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet." - oder so ähnlich. Leider finde ich die SMS in meinen Sicherungen gerade nicht mehr, irgendwo müßte sie eigentlich noch sein, auf jeden Fall haben sie das damals glaube ich von so einem S-Bahn-Spruch-Schild abgeschrieben, ich weiß auch nicht mehr warum - aber es ist mir eben eingefallen - und zur S-Bahn-Geschichte paßt es auch noch! :)
Abschließend bleibt mir nur nochmal zu betonen: Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein!
(Wen es interessiert: Marks Predigtbericht)
Glaube .. linken .. kommentieren (0) .. von Götz Bürkle am 30.04.2005 um 02:26:39 Uhr
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